Mittwoch, 6. September 2017

à grande vitesse nach Paris


Sacre Coeur

Paris, Tag 1.1


Heute ist unsere Parisreise bereits genau drei Wochen her und ich habe immer noch nichts darüber geschrieben, wahrscheinlich weil dieses Erlebnis so groß war und die Eindrücke so viele, dass ich gar nicht so richtig weiß, wo ich eigentlich anfangen soll.

Vielleicht auf einem Bahnsteig am guten alten Stuttgarter Bahnhof, gleich neben der Großbaustelle, wo wir an jenem Augustmittwoch im Morgengrauen in den TGV klettern und unsere Plätze einnehmen. Abfahrtszeit 6:38, ich bin nicht die einzige, die noch etwas verstrahlt aus der Wäsche schaut, aber im Zug ist es gemütlich, wir sitzen am Tisch und ansonsten ist das Abteil kaum besetzt, sogar WiFi gibt es kostenlos. Der TGV rast Richtung Paris und die rund vier Stunden Fahrt gehen mit Spielen, Lesen, ein bisschen Schlafen und einem ersten Café au Lait mit Croissant aus dem Bordcafé viel entspannter vorbei, als unsere Flugreisen es je könnten. Zugfahren ist einfach schön :)

Gegen halb 11 erreichen wir den Gare de L'Est - wir sind tatsächlich in Paris! Im Office du Tourisme holen wir unsere Metro-Tickets ab, die ich vorab im Internet bestellt hatte, unseren Koffer stellen wir in einem Bahnhofsschließfach unter, dann kann es losgehen. Jeder bekommt ein Kärtchen aus meinem Carnet und wir steigen in die Metro Richtung Montmartre. Erster Halt: Abbesses, wo wir feststellen, dass aus dieser Station nur eine Wendeltreppe mit über 100 Stufen ans Tageslicht führt, denn die Fahrstühle sind derzeit außer Betrieb.

Steil bergan geht es auch draußen weiter, denn wir wollen natürlich hoch zu Sacre Coeur und leider, leider hat Duolingo mich nicht das wichtige Wort "Funicular" gelehrt, sonst wüsste ich, dass es irgendwo ganz in der Nähe eine bequeme Zahnradbahn zur Basilika gibt. Aber die Gässchen und Treppenwege sind auch hübsch, das Wetter angenehm und die Aussicht entschädigt uns für die Strapazen mehr als reichlich. Der Blick über Paris ist vom Sacre Coeur aus wirklich unglaublich, gerade als erster Überblick, wenn man die Stadt noch nicht so gut kennt. In die Basilika hinein zieht es keinen von uns, also suchen wir uns ein schattiges Plätzchen weit ab vom Getümmel und essen erstmal ein paar Sandwiches, die der Gatte noch zuhause liebevoll zubereitet hat.



Gemütlich spazieren wir anschließend durch Montmartre wieder stadteinwärts bis zum Moulin Rouge (wollte ich mal davor stehen, wenn man schon so nah dran ist) und von dort weiter mit der Metro in Richtung Louvre. Bis dahin schaffen wir es aber gar nicht, denn unter den Champs Elysees will der Gatte aussteigen und etwas von der Stadt sehen. Mit vielen "Aaahs!" und "Ooohs!" spazieren wir vom Grand Palais über den Place de la Concorde bis in die Tuilerien, wo wir es uns mit Café au Lait und sündhaft teurem Mövenpick-Eis bequem machen.

An dieser Stelle ist das Mädchen schon ziemlich knatschig, man sei schon sooooo viel gelaufen und alles sei total langweilig, Geschichten von Josephine und Napoléon begeistern sie nur mäßig und nur mit Mühe gelingt es uns, sie noch bis zum Louvre zu motivieren. Dort bestaunen der Gatte und ich den beeindruckenden Gebäudekomplex und die große Pyramide, hinein gehen wir nicht. Gut dass wir vorab den Geheimtipp Carrousel du Louvre erhalten hatten, denn die unterirdische Pyramide Inversée findet das Mädchen dann schon wieder richtig cool. Außerdem hat der Apple Store Klimaanlage, man kann sich also tatsächlich abkühlen. (Israelis!) Nur Sitzgelegenheiten gibt es hier nirgends.



Praktisch also, dass man gar nicht mehr weit gehe muss, sondern unterirdisch bleiben und direkt wieder in die Metro steigen kann, denn inzwischen ist es schon spät und wir müssen uns zum Eiffelturm aufmachen. Darüber schreibe ich dann demnächst, schaut wieder rein :)


Louvre

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Mehr über Paris:

Paris 1.2. - einmal auf den Eiffelturm

Kommentare:

  1. Danke fürs Mitnehmen. Ich bin schon gespannt, auf die Fortsetzung.In Paris war ich noch nie.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Das freut mich Andrea, Eiffelturm kommt diese Woche noch!

      LG,
      Hadassa

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  2. Irgendwann steige ich wirklich in den TGV in Stuggi für einen Tagesausflug nach Paris. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil Deiner Geschichte.
    Viele Grüße,
    Karin

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    1. Das solltest du unbedingt machen - ist die Strecke Karlsruhe-Rastatt wieder geöffnet?

      Allerdings wird es mit dem Tagesausflug knapp, der erste TGV kommt gegen 10:00 an und der letzte fährt schon gegen 18:00, einmal übernachten solltest du mindestens :)

      Grüße!
      Hadassa

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