Samstag, 30. September 2017

Samstagsfragmente #100 - Fasten oder Fahrrad fahren ?



Heute


war Yom Kippur und wir hatten es richtig schön. Es war ausnahmsweise mal überhaupt nicht sehr heiß, das Mädchen hat praktisch die halbe Nacht und den ganzen Tag mit ihrem Fahrrad und ihren Klassenkameraden "on the road" verbracht und der Gatte und ich genossen die Stille und ja, sogar die Tatsache, dass man an diesem Tag rein gar nichts machen kann. Jedenfalls nichts, was nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar wäre und es würde auch nicht wirklich viel nützen, weil Läden, Restaurants, Kinos und Fitnessclubs ebenfalls geschlossen sind. Ich persönlich habe den Tag zum Lesen genutzt, ein bisschen über alten Fotoalben und in Erinnerungen geschwelgt, eine Gesichtsmaske aufgetragen, meine Fingernägel frisch lackiert, den Gatten Gedichte aus dem Kulturteil der Zeitung vorlesen lassen, und viel schneller als gedacht waren draußen schon wieder die ersten Autos zu hören.


Die letzten beiden Wochen


Erfreulichkeiten 


  • entspannt das jüdische neue Jahr begrüßt - einmal mit Freunden und einmal mit der Familie
  • ein paar freie Tage gehabt ... 
  • ... und nächste Woche stehen schon die nächsten Feiertage an - es geht in die Wüste ! 
  • dem Mädchen ein schickes gebrauchtes Fahrrad erstanden, das heiß und innig geliebt wird
  • die Samstagsfragmente sind jetzt zweistellig :)  

Weniger erfreulich war natürlich der Wahlausgang in Deutschland, da brauche ich wahrscheinlich nicht wirklich viel dazu zu sagen.


Erlesenes 


Heute habe ich Der Zirkus der Stille von Peter Goldammer gelesen. Ein sehr schönes Wohlfühlbuch über die Suche nach dem eigenen Weg und die Überwindung der Angst vor dem Unbekannten. Kann ich empfehlen.

Fertig geworden bin ich die Tage mit The Secret History von Donna Tartt und habe es mit gemischten Gefühlen zugeklappt. Es ist irgendwie nicht richtig Teil meiner Seele geworden, obwohl es natürlich literarisch sehr wertvoll ist und irre viel drin steckt.

Verschlungen habe ich außerdem in einer einzigen Nacht Ursula Poznanskis neuestes Buch. Der Jugendthriller Aquila war wieder ein richtiger Pageturner, den ich nicht weglegen wollte, bevor ich sicher war, dass ich die Auflösung weiß.

Foto der Woche 


das Mädchenfahrrad hat viele Herzchen bekommen letzte Woche :)


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Webfragmente 


Das Kulkulam-Projekt bringt fremde Menschen zum gemeinsamen Singen zusammen. Das Ergebnis eines der letzten Treffen ist herzerwärmend: Video (Lied: Lirkom Chalom (Weave a dream) von Boaz Sharabi)

Eine tolle Yom Kippur-Fotoserie aus Tel Aviv habe ich hier gesehen:



Einen schönen Sonntag euch!


Freitag, 29. September 2017

12tel-Blick - Kaktus und Mandelbäumchen (September)

Gerade noch rechtzeitig vor Yom Kippur, dem Tag, an dem man hier nicht mit dem Auto fährt, ist mir eingefallen, dass ich den Hügel noch schnell fotografieren sollte. Viel hat sich in den letzten vier Wochen nicht verändert, aber der blaue Himmel und die weißen Wolken sind doch deutliche Anzeichen dafür, dass der Sommer zu Ende geht.

Das Mandelbäumchen ist so dürre und brüchig geworden, dass ich mich ein wenig sorge, ob es sich wohl wieder berappeln wird, wenn der Regen dann endlich kommt.

12-tel Blick 2017 September 

Der große Baum trägt inzwischen kleine grüne Früchte (ich weiß immer noch nicht, wie er heißt...) und die Schafe habe ich diesmal mit eigenen Augen gesehen und sie dafür bewundert, dass sie so dankbar dieses trockene, stachelige Zeug fressen, das sie hier noch finden. Sehr witzig auch die blinden Passagiere auf dem Rücken einiger Schafe - da musste ich zweimal ungläubig hinsehen, denn diesen Vögeln begegne ich sonst auf diesem Hügel gar nicht.






Eure Blicke sind sicher schön spätsommerlich-frühherbstlich, oder? Meine bisherigen Fotos zum Durchklicken findet ihr hier.


// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //

Samstag, 16. September 2017

Samstagsfragmente #99 - just vor dem jüdischen Jahreswechsel


Heute 


hatten der Gatte und ich vormittags sturmfrei und ich habe die freie Zeit genutzt, um ein paar unliebsame Dinge im Haushalt zu erledigen: Einige Fenster geputzt, im Mädchenzimmer Staub gewischt, um die Unordnung herum geputzt und ein paar Löcher im Betthimmel gestopft, die Isomatte bis zum nächsten Camp eingemottet, meinen Nachttisch entstaubt und entrümpelt und zwei Ladungen Wäsche gewaschen. Ich habe festgestellt, dass ich derartige Zeit- und Energiefenster nutzen muss, denn Motivation für Haushaltsdinge packt mich eher selten.

Die Jahreszeit passt auch ganz gut dafür, denn das jüdische Jahr geht gerade zu Ende, am Mittwochabend werden wir mit einem leckeren Abendessen und lieben Gästen in das Jahr 5778 hinein feiern. Darauf freuen wir uns alle sehr und hoffen, dass es nicht zu heiß sein wird, um auf dem Balkon zu sitzen. Wir sind aber optimistisch, denn die Hitzewelle scheint gebrochen und gestern Früh hat es sogar kurz ein klitzekleines bisschen geregnet.


Die Woche


Erfreulichkeiten 


  • Theaterkarten für mich und den Gatten im israelischen Nationaltheater klargemacht - da war ich noch nie! 
  • mit dem großen Neffen schon den 20. Geburtstag gefeiert 
  • BBC - Strike und Robin wiedergesehen 
  • den Elternabend überstanden und einen guten ersten Eindruck von der neuen Lehrerin gewonnen
  • mit dem Mädchen die Nachmittags-AGs für dieses Schuljahr ausgesucht  


Erlesenes 


Everything is Illuminated von Jonathan Safran Foer fängt sehr krude an, konnte dann aber mein Interesse wecken und liest sich jetzt ordentlich.

The Secret History von Donna Tartt wird mich noch eine Weile beschäftigen, wirklich am Stück lesen schaffe ich bei diesem Wälzer zur Zeit nicht. Aber muss ja auch nicht, da steckt so viel drin, was man ruhig sacken lassen und dann wieder aufnehmen kann.

Ein bis zwei amerikanische Romanzen als Kontrastprogramm zur Entspannung habe ich diese Woche auch weggelesen. Details erspare ich euch 😁


Foto der Woche 


Ich bin diese Woche nicht wirklich zum Fotografieren gekommen, aber "Egon", der Bürokaktus mit seiner ersten Blüte hat einen kleinen Fanclub generiert:


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Webfragmente 


Eine Schule in Tel Aviv schafft mit großem Engagement die Integration von Flüchtlingskindern - "Aspekte"-Sendung vom 8. September: Video (ab Minute 17)

Die deutsche Künstlerin "Raubdruckerin" nutzt urbane Strukturen wie Gullideckel um tolle Textilprints zu erzielen: Video

Eine allerliebste Cartoonserie über das Leben mit anhänglichen Hunden: Sammlung

Ein weiterer Beweis dafür, dass man nie, nie, nie das Internet bitten sollte, einen eigenen Schnappschuss per Photoshop zu "verbessern": Fotosammlung



Euch allen einen schönen Sonntag !


Freitag, 15. September 2017

Einmal auf den Eiffelturm #Paris


Paris, Tag 1.2 


Am Anfang meiner Parisplanungen dachte ich tatsächlich kurzfristig, der Eiffelturm sei überwertet und man könne den Touristenmagneten womöglich mit nur einem Foto von weitem abhaken. Sehr witzig. Wie soll man bitte einem zehnjährigen Kind und seinem Papa, die beide zum ersten Mal im Leben in der Stadt sind, klarmachen, dass wir leider nicht wie all die anderen Touristen hoch können, sondern lieber unten bleiben, weil das viel cooler und individueller ist? Geht gar nicht, Eiffelturm muss sein, nur wie? Von beeindruckenden Warteschlangen war überall die Rede und ich hatte ein bisschen Sorge, dass man ähnlich horrende Eintrittspreise einplanen muss, wie für die Londoner Sights. Umso erfreuter war ich, dass man auf der offiziellen Internetseite des Turms bequem Karten mit Zeitfenster bestellen kann und die Preise sich in sehr fairen Grenzen halten.

Unseren Termin hatte ich auf den späten Nachmittag als krönenden Abschuss unseres ersten Tages (Tag 1.1 hier) gelegt und so zücken wir gegen halb fünf wieder unser Carnet und steigen am Louvre in die Metro gen Westen. (Die Metro 1 fährt übrigens vollautomatisch ohne Lokführer, das ist vor allem dann spannend, wenn man ganz vorne sitzt und volle Kraft voraus durch die Tunnel rast..)

Hier jetzt ein echter Pro-Tipp: Solltet ihr jemals den Eiffelturm besuchen wollen, dann steigt unbedingt am Trocadéro aus. Eine bessere Draufsicht kriegt man als Fußgänger nicht, minimal nervig sind nur die Selfiestick- und Miniatureiffelturmverkäufer und dass man zum Fotografieren an den richtig guten Stellen Schlange muss :)




Dank Vorbestellung müssen wir nur an der Sicherheitskontrolle etwa 20 Minuten warten, dann geht es, ratternd und klappernd hoch auf die zweite Ebene. Ich hatte erwartet, dass man sich dort vor lauter Menschen kaum bewegen kann und bin daher sehr positiv überrascht, wie gut sich die Massen da oben verteilen (wer hätte gedacht, dass auf dem Eiffelturm sogar Platz für Restaurants und Läden ist?). Knalliger Sonnenschein wechselt sich an diesem Nachmittag mit vorbeiziehenden Wolken ab und so entsteht ein tolles Licht für die vielen Fotos, die natürlich gemacht werden müssen. Wir genießen die Rundumsicht über Paris in vollen Zügen und ich neige dazu, den vielen Erfahrungsberichten zu glauben, dass der Blick von der mittleren Ebene am schönsten ist. Die Entscheidung, keine Tickets für die obere Aussichtsplattform gelöst zu haben, bereue ich nur so lange, bis ich die Schlange zu dem kleinen Aufzug auf die dritte Ebene sehe, zusätzliche Wartezeit hätte heute keiner von uns mehr in Kauf nehmen wollen.







Wir verbringen viel Zeit da oben bevor wir uns losreißen und einen Stock tiefer in die erste Ebene steigen. Dort ist kaum etwas los, wir haben den schwindelerregenden Glasboden ganz für uns und staunen von oben über die langen Warteschlangen an den Kartenhäuschen unter dem Turm. Von hier aus kann man auch sehr schön die kunstvoll verschnörkelten Stützen des Turmes sehen und es gibt viele Informationstafeln und interaktive Displays zu entdecken. Im offiziellen Eiffelturmladen bleiben wir standhaft, obwohl wirklich außergewöhnliche und geschmackvolle Souvenirs angeboten werden, deren Preise nicht einmal sehr überzogen wirken. Das habe ich in Neuschwanstein anders in Erinnerung.







Gegen 19:00 beginnen wir den Abstieg nach unten, einmal Fahrstuhlfahren hat mir gereicht, und der Abstieg über die Treppen macht noch einmal richtig Spaß. So langsam wird es spät und wir spüren die kurze Nacht und die Erschöpfung dieses aufregenden Tages in den Gliedern. Keiner von uns hat wirklich Lust, die Reise mit der Metro zuerst zum Bahnhof zu unserem Koffer und danach weiter nach Marne-la-Vallée anzutreten, wo unser Hotelzimmer gebucht ist, aber es hilft ja nichts. Wir nehmen also die Metro von Bir Hakeim, fahren zum Bahnhof und holen unseren Koffer. Als wir anschließend in die RER-Bahn umsteigen wollen, entdecken wir, dass diese leider derzeit im Innenstadtraum außer Betrieb ist und wir stattdessen eine weitere Metro nehmen müssen. Ätzend.


Inzwischen sind wir fix und alle. Proviant für morgen wollten wir eigentlich auch noch besorgen, wie gut, dass es im Bahnhof einen Marks & Spencer's gibt, bei dem wir das nötigste zusammenraffen können. Als wir endlich die RER-Station erreichen, sehen wir, dass der nächste Zug erst in einer knappen Stunde geht - ächz. Wir rufen das Hotel an, erklären, dass wir später kommen und harren tapfer in diesem stickigen Bahnhof aus, bis wir endlich in die RER einsteigen können. Das Mädchen schläft sofort ein, der Gatte und ich dösen ebenfalls vor uns hin, aber erst nachdem wir uns dreimal versichert haben, dass wir wirklich im richtigen Zug sind...

Eine gute halbe Stunde später erreichen wir endlich unser Ziel und stellen erleichtert fest, dass die Hotelbeschreibung nicht übertrieben hat, denn das Elysée-Hotel ist wirklich nur ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt. An der Rezeption wird uns trotz später Stunde freundlich der Schlüssel für unser "Premiumzimmer" (Frühbucherbonus..) im vierten Stock ausgehändigt. Der Gatte holt nebenan noch schnell zwei Pizzen, die wir uns vollkommen ausgehungert reinziehen, dann stecken wir das Mädchen ins Bett und ich weiche meine müden Knochen in der Badewanne ein, bevor wir uns ebenfalls unter die Decken kuscheln.


Mehr Paris:

Paris Tag 1.1 - Sacre Coeur, Montmartre, Tuileries, Louvre





Dienstag, 12. September 2017

#12von12 im September - wieder voll im Alltag

Wer meine Monatszwölf regelmäßig verfolgt wird kaum überrascht sein, dass ich - mal wieder - den ganzen Vormittag verpennt und mich erst um die Mittagszeit erinnert habe, dass ich vielleicht ein paar Fotos machen sollte. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass ich bis zum Anschlag mit Arbeit ausgelastet war und überhaupt kommt nicht viel interessantes rum an so einem Bürotag voller Zahlenkolonnen und Papier.



1. wenn man um 12:00 immer noch nicht gefrühstückt hat, 
wird es höchste Zeit
2. dienstliches Kaffeetreffen 




3. Buchhalterdroge: die besten Pfefferminzbonbons die ich kenne
4. manche nehmen den Zug in ihren Feierabend...




5. ... andere fahren zum Flughafen mit knalligem Gepäck
6. Erste!





7. vom Bus aus beobachte ich die untergehende Sonne ...
8. ... und auf dem Weg von der Haltestelle 
nach Hause gehen die Straßenlaternen an




9. zuhause wartet ein Hundeblick 
10. die Betten wollen bezogen werden 
(danach will ich am liebsten direkt 
in die Kissen sinken, aber ich muss leider noch mal los) 



11. wieder zuhause schnell einen Tee aufgebrüht
12. und jetzt im Schlafanzug noch eben die Fotos hochgeladen  


Ein langer, anstrengender Tag war das. Beim nächsten Mal hätte ich die 12 gerne wieder am Wochenende oder in den Ferien, ich gehe gleich mal nachsehen, wie sie im Oktober fallen....


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Mittwoch, 6. September 2017

à grande vitesse nach Paris


Sacre Coeur

Paris, Tag 1.1


Heute ist unsere Parisreise bereits genau drei Wochen her und ich habe immer noch nichts darüber geschrieben, wahrscheinlich weil dieses Erlebnis so groß war und die Eindrücke so viele, dass ich gar nicht so richtig weiß, wo ich eigentlich anfangen soll.

Vielleicht auf einem Bahnsteig am guten alten Stuttgarter Bahnhof, gleich neben der Großbaustelle, wo wir an jenem Augustmittwoch im Morgengrauen in den TGV klettern und unsere Plätze einnehmen. Abfahrtszeit 6:38, ich bin nicht die einzige, die noch etwas verstrahlt aus der Wäsche schaut, aber im Zug ist es gemütlich, wir sitzen am Tisch und ansonsten ist das Abteil kaum besetzt, sogar WiFi gibt es kostenlos. Der TGV rast Richtung Paris und die rund vier Stunden Fahrt gehen mit Spielen, Lesen, ein bisschen Schlafen und einem ersten Café au Lait mit Croissant aus dem Bordcafé viel entspannter vorbei, als unsere Flugreisen es je könnten. Zugfahren ist einfach schön :)

Gegen halb 11 erreichen wir den Gare de L'Est - wir sind tatsächlich in Paris! Im Office du Tourisme holen wir unsere Metro-Tickets ab, die ich vorab im Internet bestellt hatte, unseren Koffer stellen wir in einem Bahnhofsschließfach unter, dann kann es losgehen. Jeder bekommt ein Kärtchen aus meinem Carnet und wir steigen in die Metro Richtung Montmartre. Erster Halt: Abbesses, wo wir feststellen, dass aus dieser Station nur eine Wendeltreppe mit über 100 Stufen ans Tageslicht führt, denn die Fahrstühle sind derzeit außer Betrieb.

Steil bergan geht es auch draußen weiter, denn wir wollen natürlich hoch zu Sacre Coeur und leider, leider hat Duolingo mich nicht das wichtige Wort "Funicular" gelehrt, sonst wüsste ich, dass es irgendwo ganz in der Nähe eine bequeme Zahnradbahn zur Basilika gibt. Aber die Gässchen und Treppenwege sind auch hübsch, das Wetter angenehm und die Aussicht entschädigt uns für die Strapazen mehr als reichlich. Der Blick über Paris ist vom Sacre Coeur aus wirklich unglaublich, gerade als erster Überblick, wenn man die Stadt noch nicht so gut kennt. In die Basilika hinein zieht es keinen von uns, also suchen wir uns ein schattiges Plätzchen weit ab vom Getümmel und essen erstmal ein paar Sandwiches, die der Gatte noch zuhause liebevoll zubereitet hat.



Gemütlich spazieren wir anschließend durch Montmartre wieder stadteinwärts bis zum Moulin Rouge (wollte ich mal davor stehen, wenn man schon so nah dran ist) und von dort weiter mit der Metro in Richtung Louvre. Bis dahin schaffen wir es aber gar nicht, denn unter den Champs Elysees will der Gatte aussteigen und etwas von der Stadt sehen. Mit vielen "Aaahs!" und "Ooohs!" spazieren wir vom Grand Palais über den Place de la Concorde bis in die Tuilerien, wo wir es uns mit Café au Lait und sündhaft teurem Mövenpick-Eis bequem machen.

An dieser Stelle ist das Mädchen schon ziemlich knatschig, man sei schon sooooo viel gelaufen und alles sei total langweilig, Geschichten von Josephine und Napoléon begeistern sie nur mäßig und nur mit Mühe gelingt es uns, sie noch bis zum Louvre zu motivieren. Dort bestaunen der Gatte und ich den beeindruckenden Gebäudekomplex und die große Pyramide, hinein gehen wir nicht. Gut dass wir vorab den Geheimtipp Carrousel du Louvre erhalten hatten, denn die unterirdische Pyramide Inversée findet das Mädchen dann schon wieder richtig cool. Außerdem hat der Apple Store Klimaanlage, man kann sich also tatsächlich abkühlen. (Israelis!) Nur Sitzgelegenheiten gibt es hier nirgends.



Praktisch also, dass man gar nicht mehr weit gehe muss, sondern unterirdisch bleiben und direkt wieder in die Metro steigen kann, denn inzwischen ist es schon spät und wir müssen uns zum Eiffelturm aufmachen. Darüber schreibe ich dann demnächst, schaut wieder rein :)


Louvre

​​
Mehr über Paris:

Paris 1.2. - einmal auf den Eiffelturm

Sonntag, 3. September 2017

Samstagsfragmente - Schule, soff soff!


*soff soff! = endlich!  

Heute 


ist schon Sonntag. Ich wollte diese Fragmente wirklich gestern noch schreiben, bin dann aber mit dem Gatten vor der neuen Cormoran Strike-Serie versackt (BBC One) und konnte mich danach nicht mehr aufraffen.

Es war ein ereignisreiches Wochenende: Am Freitag ging nach exakt zwei Monaten Ferien die Schule wieder los und es war höchste Zeit. Nicht so sehr für mich, ich fand die Ferien dieses Jahr gar nicht so stressig, aber das Mädchen wollte dringend wieder zurück ins Klassenzimmer zu ihren Freundinnen. Während sie dort war, habe ich die Zeit genutzt, mal wieder bei IKEA vorbei zu sehen, was eine sehr gute Entscheidung war. Normalerweise ist das freitags eine ätzende Quälerei, weil gefühlt alle zu IKEA rennen, aber am 1. September sind scheinbar alle Eltern mit Schule beschäftigt, denn es war fast gespenstisch leer. Nicht mal an den Kassen musste man anstehen, das heißt ich konnte mir gar nicht in Ruhe überlegen, welche Artikel ich möglicherweise doch nicht brauche, fatal, denn normalerweise werfe ich kurz vor knapp ein ganzes Sortiment nice-to-haves in den Korb direkt vor der Kasse. Aber gut..

Eigentlich brauchte ich bei IKEA nämlich nur Kleiderbügel für Mädchens Schrank, denn ihre niedlichen bunten BAGIS halten ihre Beinahe-Teenie-Kleidung schon lange nicht mehr ordentlich fest. Und einen Mülleimer. Unser alter war komplett durchgerostet und ja, ich fahre auch für Mülleimer zu IKEA, weil ich da weiß, was ich für mein Geld kriege, was bei den überteuerten israelischen Baumarktartikeln häufig nicht der Fall ist.

Nachmittags fuhren wir zu einem Picknick in den Yarkon-Park nach Tel Aviv. Grillen im Palmenhain hat schon was und die Gesellschaft war ebenfalls nett, ab und an konnte man sich einen angenehmen Lufthauch vom Meer her einbilden und das Mädchen tobte mit Freunden. Sogar der Hund durfte mit.

Am Shabbat führten wir meine Schwiegermutter zu einem ausschweifenden Geburtstagsbrunch aus. Die Gute ist vor ein paar Tagen 80 geworden und genoss es sehr, die ganze Familie um sich versammelt zu haben. Natürlich wurden auch Reiseerlebnisse ausgetauscht und alle hatten ihren Spaß. Das sollten wir öfter so machen.


Die Woche

Erfreulichkeiten 

  • ich hatte trotz Endsommerhitze richtig viel Energie
  • das Mädchen ist freudig wieder in der Schule 
  • ein Versand aus dem Ausland hat reibungslos geklappt und war rechtzeitig als Einschulungsüberraschung hier 
  • Schwiegermamas Geburtstag war ein Erfolg 
  • eine Nacht Wüste für Anfang Oktober klar gemacht. Das letzte Mal liegt schon wieder viel zu lange zurück  

Erlesenes 


The Chemist von Stephenie Meyer war ok. Nicht bahnbrechend und nicht wahnsinnig spannend, aber schon gut zu hören, vor allem weil die Erzählerin das richtig gut gemacht hat.


Foto der Woche 


Sonnenuntergänge, ich sagte es bereits, sind immer gut. Diesmal mit Scherenschnittpflanzen im Vordergrund:


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Webfragmente 


Eine ultra-orthodoxe Traumaspezialistin aus Israel über ihren bevorstehenden Einsatz in Houston. (Englisch)

Ein neugeborenes Zebra macht in unserem Zoo erste Schritte (Video)

Gelacht habe ich über diesen Reisebericht - Die deutschen sind manchmal schon noch sehr deutsch

und interessiert gelesen dieses Interview mit der Politikwissenschaftlerin Mariam Tazi-Preve über die idyllische europäische Kleinfamilie.


Und ihr so?  Ich danke euch sehr für eure netten Kommentare und werde sie heute noch alle beantworten, hatte nur extrem viel los letzte Woche... 💜