Samstag, 20. Mai 2017

Samstagsfragmente #88 - trocken aber nicht ganz trist


Heute


haben wir mal wieder eine kleine Runde auf dem Hügel gedreht. Dort ist inzwischen das schöne Grün einer trockenen Steppe gewichen, Disteln und Dornen locken aber immer noch Bienen und Schmetterlinge an. Das Exemplar oben klammerte sich an der Distel fest, um nicht vom Wind davon geblasen zu werden (noch mehr Distelfotos habe ich vorhin auf Instagram eingestellt).

Außerdem ist Schlangen-Saison! Der Gatte hat heute ein großes Exemplar fliehen sehen, ich konnte nur nur noch ein Geraschel im Gesträuch hören. Obwohl nicht alle Schlangen in Israel giftig sind, sollte man in dieser Zeit unbedingt auf den Wegen bleiben und lange Hosen sowie festes Schuhwerk tragen. Mein 12tel Blick ist zur Zeit gar nicht zugänglich, wenn ich diese Regel befolgen will (und das will ich, vor allem, wenn ich alleine unterwegs bin, denn der Hund würde im Ernstfall nicht den Notarzt rufen.. 😉), deshalb habe ich Ende April das Foto aus einem etwas anderen Winkel geschossen. Mal sehen, wie es in 10 Tagen aussieht, wenn der Maiblick ansteht.




Die Woche


Erfreulichkeiten


  • ein bisschen Regen! Sehr, sehr unverhofft, nachdem wir schon wieder knapp 40° hatten 
  • in der Schule soll ein kleiner Chor zustande kommen, das Mädchen übt eifrig für's Vorsingen
  • ein Kompliment für einen Artikel bekommen, den ich auf Englisch geschrieben habe 
  • ganz friedlich mit dem Mädchen auf eine Englischarbeit gelernt 
  • mich erfolgreich vor einem Schulausflug gedrückt und stattdessen den Gatten geschickt 

Erlesenes 


The Circle von Dave Eggers hat mich emotional so gestresst, dass ich es am Ende weglegen und das letzte Kapitel mit einem Tag Abstand lesen musste. Dabei fand ich die Idee und Handlung nicht mal so bahnbrechend, aber die ständige Netzaktivität der Charaktere war so nervenaufreibend geschildert, dass ich beinahe alle meine Accounts stillgelegt hätte. Spannendes Buch, das ein paar Jahre nach seiner Veröffentlichung noch ein bisschen mehr Realität geworden ist.

Aktuell lese ich von Margaret Atwood den Auftakt einer dystopischen Trilogie - Oryx and Crake. Wirft viele herausfordernde Fragen auf und ist ungemütlich zu lesen, so wie es sich für das Genre gehört.

Parallel dazu habe ich meinen ersten Krimi von Peter James angefangen. Der Gatte hat von ihm schon einige mit Begeisterung gelesen und ich muss sagen, dass mich Dead simple (Deutsch:"Stirb ewig") gleich auf den ersten Seiten ziemlich eingesaugt hat.

Foto der Woche


Strandbilder sind immer gut:

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// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //




Kommentare:

  1. Oje, wenn ich bei der Auswahl der 12tel-Blick-Perspektive auch noch die Schlangengefahr ein paar Monate später berücksichtigen müsste, wäre ich geliefert (bei meiner ersten 12tel-Blick-Runde vor etlichen Jahren, habe ich vergessen, dass mein Standort am Bodenseeufer nach der Schneeschmelze Ende Mai im Wasser liegen würde. War nicht so gefährlich wie mit Schlangen, dafür aber nass, Wasser ging bis über die Knie...). Deine Fotos sind sooo schön!!! Deinen Literaturtipps werde ich jetzt mal nachgehen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ja, so hat jede ihre ganz eigenen geographischen Herausforderungen beim 12tel-Blick, ohne wäre ja aber auch langweilig, oder? Ich glaube, ich erinnere mich noch an den Blick mit dem Wasserstand, waren das nicht die Boote am Ufer?

      Peter James kann ich, nachdem ich mit dem Krimi jetzt fast durch bin, tatsächlich empfehlen. Nicht so krass blutig, wie manch Skandinavier, aber trotzdem atemlos spannend und mit einem Ermittler, der auf eine ganz eigene Art skurril und mögenswert ist.

      Liebe Grüße,
      Hadassa

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  2. Latha math, Hadassa.
    In nicht allzu warmen Landstrichen kommt einem die Gefährlichkeit innerhalb der Fauna eher aus weiter Ferne; speziell das bodennahe Krabbelgetier vermag noch in Urlauben oder Tierfilmen für entsprechende Ängste sorgen. Im Alltag sind die Begegnungen - Auge in Augen - dann doch andere Qualität.
    Die Skorpione in der Gegend sind aber auch nicht ohne.
    Könnte man/frau beim Blick auf Distel- & Kakteenblüte glatt vergessen. Obwohl auch die Stachelbewehrt sind. :-)

    40°...da ist die Sehnsucht nach dem Schatten unter Laubbäumen oder von Weinreben überdachten Innenhöfen naheliegend; dazu noch das Geplätscher von kühlendem Wasser...

    Lernen auf Prüfungen ist wohl für nicht wenige eine Lästigkeit, die einen zudem permanent durch die jungen Lebensjahre verfolgt. Ist so ähnlich wie mit Pflichten - aber irgendwie müssen wir lernen uns damit anzufreunden.
    Englisch ist immerhin angenehm zu lernen & lingua franca der modernen Welt.

    "The Circle" zeigt auf, daß das Konstrukt der no privacy nichts weniger beinhaltet als die Totalitarität der vollkommenen Überwachung. Wohin nämliche Überwachbarkeit führt erzählt uns Orwell seit bald 70 Jahren.
    Eggers' Roman ist da eine zeitnahe Auffrischung der Warnungen.

    bonté

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  3. Glaubst du mir, dass ich noch nie einen Skorpion gesehen habe? In all den Jahren nicht, obwohl ich mir auch nicht sicher bin, ob ich wirklich einen treffen will. Die Stiche sollen sehr "nasty" sein..

    Viele Grüße,
    Hadassa

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    1. ...die Skorpis sehen ja schon so "anheimelnd" aus; liegt wohl an der Doppellung aus Angriffsscheren vorne & dem drohend schwebenden Stachel hinten.
      Ich kloppfe mal auf Holz, damit Euch die erwähnte Begegnung auch weiters erspart bleibt!
      Heimtücke ist einem Skorpion allerdings fremd - jetzt im Gegensatz zum Menschen...

      bonté

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