Samstag, 22. April 2017

Samstagsfragmente #84 - bye, bye Blogstress



Heute


habe ich beschlossen, mit dem Blog kürzer zu treten, denn ich merke, dass ich ein bisschen müde geworden bin in letzter Zeit und es mich zunehmend stresst, wenn ich es nicht schaffe, regelmäßig zu veröffentlichen, weil das Leben mich halt gerade mal wieder anderweitig fordert. Das ist ungut, denn das Blog sollte ja eigentlich ein kreativer Ausgleich sein und kein zusätzlicher Stressfaktor. Daher werde ich in nächster Zeit nur noch die Samstagsfragmente regelmäßig hier lassen und ansonsten ohne Druck eher sporadisch veröffentlichen. Wenn ich ehrlich bin, läuft es eigentlich schon eine ganze Weile mehr oder weniger so, aber ich habe das Gefühl, dass ein klarer Schnitt für mich wichtig ist. Der Bericht aus Nazareth kommt aber auf jeden Fall noch und die Rezension des neuen Ink Rebels von Kira Minttu auch (erscheint am 1. Mai), danach werde ich erstmal sehen, was die Zukunft so bringt, in Sachen Blog und Schreiben im Allgemeinen.

Danke, dass ihr hier immer wieder reinschaut und kommentiert 💙


Die Woche


fing für mich erst am Mittwoch an und war entsprechend erfreulich kurz, denn nach einem langen Wochenende quält es sich ja immer so ein bisschen, wieder in den Alltag reinzukommen...

Erfreulichkeiten



  • die Pessachwoche gut hinter uns gebracht
  • nur zwei Tage arbeiten müssen 
  • ein schönes Treffen mit der Frauengruppe gehabt 
  • den Amazon-Kundenservice mal wieder geherzt
  • mit dem Mädchen "Sissi die junge Kaiserin" gekuckt und endlich mal eine Strichliste darüber geführt, wie oft das Wort "Majestät" tatsächlich fällt*                


Erlesenes 


Heute habe ich zwischendurch die Märchenvorlage zu die "Die Schöne und das Biest" von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont gelesen. Das kannte ich in der Originalversion tatsächlich noch nicht, ich habe also gewissermaßen eine Bildungslücke geschlossen.

Ansonsten bin ich weiterhin in Georgien mit "Das achte Leben (für Brilka)".


Foto der Woche


Blümchen aus Nazareth waren gerne gesehen diese Woche...


A post shared by hadassale (@photo_fragment) on


Webfragmente


Die Reaktion der Journalistin Corinna Milborn auf Felix Baumgartner war eins meiner Wochenhighlights: Facebook-Video

Ein israelisches Tänzerpaar stellt Hebefiguren auf den Kopf: Dance Magazine

Ein Kochbuch, das von Holocaustüberlebenden und israelischen Spitzenköchen erarbeitet wurde, ist als bestes Kochbuch der Welt nominiert worden: Artikel (Englisch)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //



*139 Mal

Samstag, 15. April 2017

Samstagsfragmente #83 - Nett in Nazareth :)



Heute 


vergnügen wir uns im schönen Nazareth, weswegen ich hier nur noch ganz schnell vor dem Einschlafen die Samstagsfragmente hin werfen kann, es war ein ausgefüllter Tag. Ein ausführlicher Bericht dieser kurzen Städtereise kommt aber noch, versprochen!


Die Woche 


war Pessach mit nur anderthalb Arbeitstagen - da gibt es gar nichts zu meckern :)

Erfreulichkeiten 


  • einen tollen Sederabend erlebt
  • mit dem Mädchen und zwei besten Freundinnen noch mal Beauty and the Beast gesehen (diesmal im Originalton und natürlich viel besser)
  • die Ausstellungseröffnung eines lieben Künstlerfreundes besucht
  • ein paar Tage Urlaub 
  • unverhofft altes Geburtstagsgeld gefunden (ich dachte, das passiert immer nur den anderen...) und gleich in Sandalen für das Mädchen investiert

Erlesenes 


Erlesenes... naja... ich musste unbedingt schnell Sarah J. Maas re-readen (nennt es "Escapism"), aber danach geht es dann gleich weiter in Das achte Leben (für Brilka) von Nino Haratischwili


Foto der Woche 


Blumen kann ich...


A post shared by hadassale (@photo_fragment) on


Webfragmente 


Die Fotosammlung aus Yad Vashem von Pessachfeiern vor, während und nach des Holocausts habe ich vielleicht schon mal gezeigt? Holocaust passover

Der israelische Botschafter in Deutschland über Antisemitismus und Fremdenhass: Yacov Hadas-Handelsmann, Die Welt

Ein Modelabel bringt israelische und palästinensische Schneiderinnen zusammen: Two Neighbors (Englisch)


Das war's also für heute... nennt es einen kleinen Ostergruß aus Nazareth - mehr kommt die Tage ♡


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //


Mittwoch, 12. April 2017

#12von12 im April - Pessachwoche

Nach dem ersten Pessachfeiertag gestern bin ich heute ganz tapfer ins Büro getrabt. In der Woche zwischen den Feiertagen nehmen viele frei, die Kinder haben ja eh Ferien, und in den letzten Jahren waren wir in dieser Zeit immer in Zypern im Urlaub. Dieses Jahr wäre ich gerne nach Italien gefahren, aber der Gatte kam sehr lange nicht in die Pötte und wenn es um Pessach geht muss man sehr vorausschauend planen, um überhaupt bezahlbare Flüge zu finden. Irgendwann war es dann zu spät und wir entschieden, dieses Jahr Pessach im Land zu bleiben.

Ich trabte also ins Büro, auf den Straßen war nur sehr wenig los und selbst busy Tel Aviv wirkt eher verschlafen. In der Lobby unseres Gebäudes, in der normalerweise munterer Cafébetrieb herrscht, steht eine verwaiste Theke, die Espressomaschine hat ausgezischt und die Stühle sind - ganz untypisch für Israel - ordentlich auf die Tischchen gestapelt. Das Café bleibt für die ganze Woche geschlossen. Keine Backwaren, kein Business. Würden sie sich nicht an die Vorschriften der jüdischen Speisegesetze halten und in dieser Woche wie gewohnt ihre Brote, Croissants und Kekse zum Kaffee verkaufen, wäre ihr Koscherzertifikat schneller weg, als ich "Matza" sagen kann und sie würden Kunden verlieren.

Im Büro sehen wir das nicht so eng, jeder macht in der Pessachzeit was er will, mein Gemüsereis und der Apfel gehen aber als pessachkoscher durch ;) Da die meisten Kollegen nicht arbeiten, wirken die Flure gegen Nachmittag seltsam gespenstisch und am Ende bin ich fast ein bisschen erleichtert, dass ich die Tür hinter mir zuziehen kann.




Auch draußen ist die Stimmung heute seltsam. Es ist bewölkt und windig, aber nicht wirklich kalt, stickig und grau. Gestern war schöner. Ich gehe zur Bushaltestelle und steige in einen Bus, der mich zur Verwandschaft bringen wird, wo der Gatte und das Mädchen auf mich warten.



Nachdem ich aus dem zuckeligen Bus aussteige, passiere ich noch einige Hinterhöfe, wie wir sie in unserem sterilen Vorort so gar nicht kennen (Graffiti!) und laufe bei der Schwägerin ein, als sie gerade ein leckeres kleines Essen gemacht hat. Läuft. Nur den Wein dazu hätte ich mir lieber gespart, Alkohol vertrage ich kaum noch, das muss das Alter sein. Hmpf.

Zu guter Letzt hätte ich heute eigentlich ganz viel aus "Das achte Leben" lesen wollen (gefällt mir sehr!) und bin stattdessen wieder mal in den Night Court abgetaucht. Aber schließlich kommt Teil 3 der Reihe schon in drei Wochen raus, ein kleines "was bisher geschah..." ist also absolut legitim ;-)




Und bei euch so?


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Sonntag, 9. April 2017

Matzen backen

wäre für meine Zwischentraditionensammlung schön gewesen, weswegen ich mich vor etwa zwei Wochen sehr gefreut habe zu hören, dass in unserer Stadt in der Woche vor Pessach eine mobile Matzenbäckerei ihre Öfen anfeuert. Auf Facebook wusste man, wo genau das stattfinden soll, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten. Doch als ich mich heute an meinem freien Tag mit dem Mädchen aufmachte, echt pessachkoschere Matzen selber zu backen, stellten wir zu unserer Enttäuschung fest, dass die Aktivität kurzfristig umziehen musste. In einen Kibbutz außerhalb der Stadt, der wiederum so religiös geprägt ist, dass er dann doch ein bisschen außerhalb meiner persönlichen Komfortzone liegt.

Spannend hätte ich das Ganze aber schon gefunden, denn der Prozess der Matzenbäckerei ist, wie so vieles im Judentum, streng reglementiert. Matzen sind ja flache, staubtrockene Teigplatten, die auf den ersten Biss ein bisschen an Knäckebrot erinnern. Da während der Pessachwoche kein Brot und auch sonst keine "gesäuerten" Lebensmittel verzehrt werden dürfen - Ashkenasische Juden verzichten außerdem auf Hülsenfrüchte und Reis - sind diese "ungesäuerten Brote" ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das mit herzhaften oder süßen Aufstrichen und zu den Mahlezeiten verzehrt wird. Bei der Herstellung der Matzen sind viele Regeln zu beachten, die alle zusammen sicherstellen sollen, dass der Teig auf keinen Fall "aufgeht", also säuert, bevor er fertig gebacken ist. In der strengsten religiösen Auslegung geht das sogar so weit, dass das Korn ab dem Zeitpunkt der Ernte bis zum Zeitpunkt der Verarbeitung zu Matzen, der sogenannten "Matza Shmurah" überwacht wird, um ganz sicher zu gehen, dass es zu keiner Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt wurde.

Handgemachte Matza (Quelle: Yonina)
Bei der Herstellung läuft die Uhr ab dem Zeitpunkt zu dem das Wasser mit dem Mehl in Kontakt kommt und verknetet wird. Ab da bleiben dem Bäcker bis zu 18 Minuten, den Teig zu kneten, in kleinen Portionen hauchdünn auszurollen, mit einem speziellen Teigroller das Lochmuster in den Fladen zu stanzen und den Teig in einem sehr heißen Ofen zu einer harten, trockenen Matze zu verbacken. Natürlich werden heutzutage die meisten Matzen in Fabriken produziert (in New York im Traditionsunternehmen "Streit's" zum Beispiel (charmantes Video)), aber viele Familien möchten für den Sederabend eine handgemachte Matza Shmura, die natürlich, wenn man sich einmal klargemacht hat, unter welchen Mühen sie entsteht, gleich noch einmal ganz anders schmeckt.

Tja, bei uns wird das dieses Jahr mit den selbst gebackenen Matzen wohl leider nichts mehr. Aber immerhin werden wir ein besonderes Seder erleben, dabei sahen wir uns in unserer Vorstellung schon trübsinning alleine vor der Familienpackung Matzen sitzen, denn dieses Jahr war mit der Pessachplanung irgendwo von vornherein der Wurm drin. Eine Woche vor Pessach, als ich schon kurz davor war, verzweifelt ins Netz zu rufen, ob uns nicht doch jemand aufnehmen kann ("will work for food" oder so..), erhielt ich eine Nachricht von Bekannten aus dem tiefen Süden, ob wir wohl noch nichts vor hätten? Es sei ja ohne Frage sehr kurzfristig und sicher wären wir längst verplant, aber falls nicht würde man sich riesig freuen, wenn wir kommen könnten. Das sind dann so die Momente, die mich wirklich anrühren und in denen ich ganz sicher bin, dass in unserem Leben nichts zufällig passiert.

Heute Abend geht's los, mit allem, was die Tradition zu bieten hat, wir sind sehr gespannt.

Samstag, 1. April 2017

Samstagsfragmente #82 - Fast Ferien...

samstags im Museum - fast wie Eislaufen


Heute 



ist etwas ganz erstaunliches passiert. Wir waren in Jerusalem mit einer alten Familienfreundin verabredet, weil die Hilfe mit der modernen Technik brauchte. Für das Mädchen hatten wir ein Kartenspiel zur Beschäftigung dabei, aber als die Gastgebern vorschlug, wir könnten doch in der Zwischenzeit ins Museum gleich um die Ecke gehen und ich sofort abwinkte, weil wir dort ja nun schon vor zwei Wochen waren, war ausgerechnet das Mädchen sofort begeistert bei der Sache. Das Kind ist mir manchmal schon unheimlich mit seinen Reifeschüben. Jedenfalls machten wir uns schnell auf die Socken, denn viel Zeit hatten wir nicht, mit dem Ziel Archäologieabteilung. Letztes Mal haben wir uns dort ja nur die Mumie angeschaut, heute fingen wir systematisch bei den allerersten Spuren menschlichen Lebens im Nahen Osten an (Neandertaler und Steinzeitmenschen und so..) und tasteten uns bis ins byzantinische Reich vor. Kurioserweise kommt einem jenes am Ende eines solchen Rundgangs richtiggehend modern vor und ich ertappte mich dabei, wie ich dem Mädchen munter erkläre - "schau mal, das hier ist noch gar nicht so lange her....." (tja, plus-minus 2000 Jahre.. *hust*)



Die Woche 



war die letzte vor den langen Pessachferien, gestern war der letzte Schultag. Die Schule beging ihn traditionell mit einem gemeinsamen Sedermahl auf dem Schulhof. Seit einigen Jahren gehört zu dieser Tradition auch, dass die Viertklässler zu "Echad mi Yodea?" einem der Lieder aus der Seder-Liturgie, einen Tanz vorführen.

Das Lied hat 13 Strophen, die immer länger werden:

- Wer weiß eins?
- Eins weiß ich!
- Ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

- Wer weiß zwei?
- Zwei weiß ich!
- Zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

- Wer weiß drei?
- Drei weiß ich!
- Drei Stammesväter, zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

und so weiter bis zur dreizehnten Strophe:

- Wer weiß dreizehn? 
- Dreizehn weiß ich!
- Dreizehn göttliche Attribute, zwölf Stämme, elf Sterne in Josefs Traum, zehn Gebote, neun Schwangerschaftsmonate, acht Tage zur Beschneidung, sieben Wochentage, sechs Ordnungen der Mischna, fünf Bücher Mose, vier Stammesmütter, drei Stammesväter, zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott. 

Der Schultanz ist an eine Choreographie von Ohad Naharin angelehnt, die 2000 erstmals von der Batsheva Dance Academy aufgeführt worden ist, auf YouTube gibt es viele Videos dazu (hier zum Beispiel). 

Erfreulichkeiten 



  • die Ferienbetreuung ist geregelt
  • ich war auf dem Hügel spazieren
  • Qualitätszeit mit dem Mädchen gehabt
  • als Familie Moana im Heimkino gesehen (so ein toller Mädchen stark machender Film!)
  • meine Eltern feiern heute ihren 40. Hochzeitstag - Glückwunsch! <3 


Erlesenes 


Ich habe Red Rising noch mal eine Chance gegeben und werde es wohl fertig lesen. Reißt mich aber nach wie vor nicht vom Hocker.

Das achte Leben (für Brilka) von Nino Haratischwili habe ich begonnen. Da es über 1200 Seiten hat wird es mich wohl eine Weile beschäftigen.


Foto der Woche 


Hügelblümchen...


A post shared by hadassale (@photo_fragment) on


Webfragmente 



Der WWF hat einen Spendenaufruf zum Schutz der Einhörner gestartet. Fand ich vergnüglich und sehr gut gemacht. (Rettet die Einhörner!)

Ich bin an einem cleveren Browserspiel hängen geblieben. Ein bisschen im Siedler-Stil, aber vollkommen textbasiert ohne niedliche Animationen - http://adarkroom.doublespeakgames.com/ (Auf der App gefällt es mir noch besser)

7 typisch deutsche Gesichtsausdrücke hat die Deutsche Welle untersucht.

Und eine Karte von London, die aus Literaturcharakteren der Stadt zusammen gesetzt ist, habe ich auch gefunden (klick)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //