Freitag, 24. März 2017

Eine Woche voller Geburtstage - 10!



Der Mädchengeburtstag ist vor ein paar Stunden ehrenwert zu Ende gegangen.

Mit 10 kann man...
  1. sich schon längst mit seinen Freundinnen auf WhatsApp über alles mögliche austauschen und verabreden
  2. auf YouTube Folgen von Serien suchen und finden, die man unbedingt noch sehen muss 
  3. die Haltung von Zootieren kritisch hinterfragen
  4. bei Konflikten zwischen Klassenkameraden vermitteln 
  5. mit dem eigenen Buskärtle durch die Stadt fahren 
  6. filigrane Schmuckstücke aus winzigen Perlen basteln
  7. sich schon ernsthafte Gedanken darüber machen, ob man später mal den Pflichtdienst in der Armee leisten oder doch lieber ein soziales Jahr machen will 
  8. freihändig ohne Zügel galoppieren 
  9. selber entscheiden, wie genau man die endlich erlaubten Ohrlöcher gemacht haben will 
  10. tolle Fotos von Blumen mit seinem Smartphone machen

Gefeiert wurde dieses wichtige Ereignis über mehrere Tage. Und bevor jetzt wer sagt, das wäre alles übertrieben: Find ich nicht. Wir haben nur dieses eine Wunder(kind), das dürfen wir einmal im Jahr schon ein bisschen ausgelassener feiern.

Am "richtigen" Geburtstag geht es bei uns wahrscheinlich sehr ähnlich zu wie in vielen Familien überall auf der Welt: Mama und Papa richten des Nachts einen Geburtstagstisch her und nach dem Aufwachen darf man Kerzen auspusten und Geschenke auspacken. Natürlich weiß man, dass das genau so passieren wird und deshalb kann man am Vorabend des großen Tages nur schlecht einschlafen und wacht schon im Morgengrauen wieder auf. :)

Unser Geburtstagstisch sieht jedes Jahr ein bisschen anders aus, je nachdem, was mir gerade so einfällt. Da die Blumenkästen auf dem Balkon just diese Woche wie verrückt blühen, bat ich den Gatten, ein bisschen Deko für mich zu pflücken. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass er die einzelnen Blümchen liebevoll handverlesen würde, aber das Ergebnis war wirklich hübsch.




Voluminöse Geschenkkartons hat man mit 10 nicht mehr so wirklich - die Playmobilära scheint zu Ende zu gehen (schnief) - und die Übersichtlichkeit des Päckchenstapels führte direkt zu etwas Frust am Geburtstagsmorgen, vor allem, weil das dringend gewünschte Mikroskop nicht dabei war. Dass sie das von Sabba und Savta ein paar Tage später bekommen würde, konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen und es war nicht ganz leicht für uns alle, den Frust und die Anspannung auszuhalten, denn man hat sich als Eltern ja auch über die kleinen, flachen Geschenke durchaus Gedanken gemacht. Nicht zu vergessen der ideelle Wert: Der Gatte hatte ein Gedicht für den Anlass geschrieben und ich wie jedes Jahr Stunden in die Gestaltung des persönlichen Fotobuches gesteckt. Blöd war auch, dass dieser Tag ein ganz normaler, öder Schultag war, aber das ließ sich halt nicht wirklich ändern.

Besser wurde es einen Tag später dadurch, dass bei den Pfadfindern eine kleine Feier ausgerichtet wurde, mit Krone, Kerzen und Keksen. Diese liebe Aufmerksamkeit wurde am Mittwoch noch von ihrer Tutorin getoppt, die sogar Luftballons und ein Geschenk für sie besorgt hatte. Wahrgenommen und geschätzt zu werden ist in diesem Alter so unheimlich wichtig, das merken wir in letzter Zeit immer häufiger.


Gestern dann stand die Party mit ihren Freundinnen an. Wir haben länger hin- und her überlegt, ob wir wieder einmal mit allen Mädels ihrer Klasse feiern sollen, uns dann aber dagegen entschieden und die Sause auf 10 inklusive Geburtstagskind beschränkt. Das Programm: Zuerst "Die Schöne und das Biest" im Kino sehen, danach Geschenke auspacken und Pizza für alle, zum Abschluss Kuchen - Ende.

Die Karten dafür hatten wir schon vor einer guten Woche besorgt, der Pizzamann wusste auch Bescheid, ich hätte mich also zurücklehnen können. Weil ich aber so bin, wie ich bin, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, der Sache doch noch einen persönlichen Touch anzuheften. Ich bereitete jedem Gast eine kleine Snacktüte fürs Kino vor und - das war wieder so eine Schnapsidee von mir - bastelte ein kleines Armband passend zum Film. Die Neuauflage des Märchengeburtstag in der Version 2.0 für große Mädels, sozusagen.

(Wirklich teuer waren daran nur die Kinokarten ...)



Die Party wurde ein voller Erfolg.

Der Film war grandios (klickt hier, falls ihr Lust auf den Trailer in hebräischem "Diwuw" habt), fast alle Mädels und sogar der Gatte mussten vor Rührung heulen, unser Mädchen war glücklich, die Gäste waren glücklich und mein waghalsiger Versuch, einen Geburtstagskuchen mit Fondant zu gestalten, klappte ebenfalls besser als gedacht.

Heute hieß es dann nur noch, die Familienfeier über die Bühne zu bringen. Unser Standardprogramm - Grillen auf dem Balkon - können der Gatte und ich mittlerweile schon echt gut, trotzdem ist es jedes Mal ein bisschen anstrengend, weil die Schwiegereltern meist so frühzeitig aufschlagen, dass man noch mitten in den Vorbereitungen steckt, wenn man eigentlich gar keinen Kopf für Small Talk oder gar tiefsinnige Gespräche hat. Und wenn die Kinder aneinander geraten, kann es in unserer kleinen Hütte auch mitunter recht eng werden. Heute waren aber alle gut drauf und haben die Gemeinschaft genossen. Jedenfalls soweit ich das beurteilen konnte.

Besonders toll fand es das Mädchen, dass wir es geschafft haben, sie mit der Familienparty zu überraschen. Mit ihr war eine Party samstags im Park abgesprochen, stattdessen haben wir die Familie schon am Freitagnachmittag zu uns bestellt, während sie noch bei den Pfadfindern war. Als sie nach Hause kam, gab es ein großes "Hallo!" - sie hatte wirklich keine Ahnung und war sehr begeistert. Auch über den Käsekuchen, den ich gebacken hatte, denn sie liebt Käsekuchen, rechnete aber nicht damit, einen zu bekommen, weil ich Erdbeertorte machen wollte. Auf die Idee, dass ich einfach einen Erdbeerkäsekuchen backen könnte, kam ich tatsächlich erst einen Tag vor der Feier.

Morgen ist Shabbat. Da mache ich nichts.





Kommentare:

  1. Was für ein herrlicher gelungener Geburtstag, extended. Und dass man als Eltern am Ende geschafft in den Seilen hängt, ist ja normal (ich fand früher auch einen Kindergeburtstag viel anstrengender, als an einem Schultag 40 SchülerInnen im Grundschulalter zu bändigen, ehrlich!).
    Deine Tochter war bestimmt auch überglücklich, oder?
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ja, sie ist sehr happy, wie alles gelaufen ist. Zum Kindergeburtstag: "Das war die tollste Party, die ich je hatte!" und zum Familienfest: "Wow, ihr habt echt eine Überraschungsparty gemacht!"

      Liebe Grüße,
      Hadassa

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  2. Ach ja, da kommen Erinnerungen zurück!
    Das mehrmalige Feiern, die Geheimniskrämerei um Geschenke, die später kommen, die Vorbereitungen der diversen Feiern, inkl. Bastelns (da hatte ich immer einen Ruf zu verlieren ;-), und das macht den Stress nicht kleiner).
    Auch wir haben mehrmals gefeiert, und das alles immer mitten in der Adventszeit, dann unser Sony hat am 9. Dezember Geburtstag.
    Einmal am Tag selbst mit den lieben Menschen (Oma, Freunden und Verwandten) vor Ort. War der Geburtstag dann kein Wochenende das gleiche Prozedere dann noch mal am Wochenende. Und schließlich dann noch den Kindergeburtstag, den ich so ab dem 8. Geburtstag auch aushäusig begangen habe.
    Den letzten Geburtstag, den er unter unserer Regie feiern wollte, war der 11.
    Und das war der allerentspannteste! Denn ich hatte ein feststehendes Riesenzelt auf einem sogenannten Jugendzeltplatz gemietet, nachedem wir ihn überredet hatten diesen Geburtstag erst im Sommer zu feiern. Dabei konnte er so viele Kinder einladen, wie er wollte. Es gab eine feste Küchenzeile, einen Sanitärtrakt und einen Aufenthaltsraum zum Frühstücken und für schlechtes Wetter.
    Der Zeltplatz war der reinste Abenteuerspielplatz, rundum eingezãunt, mit Möglichkeiten zum Grillen und Lagerfeuer zu machen.
    Die Logistig alles dorthin zu transportieren und zu regeln, wie alle Kinder dort hin und am nächsten Morgen wieder wegkamen, war eigentlich die einzige Herausforderung.
    Ansonsten war es ein Traum: 2o glückliche Kinder, Lagerfeuer mit Stockbrot, Grillen, eine kurze Nacht ;-) und am nächsten Morgen ein gemeinsames Frühstück...
    Alles, was wir an Spielen oder Aktionen noch in petto hatten, wurde nicht gebraucht, da unsere Stadtkinder glücklich waren, einfach mal herumstromern zu können...

    Oh da siehst du , was dein Bericht bei mir erzielt hat: Eine sentimentale Reise zurück...
    Danke dir dafür!!

    Und übrigens, schön habt ihr es eurer Tochter gemacht, und sie wird die ganze Mühe auch wirklich zu schätzen wissen...
    Vielleicht erst überüber...morgen, also bildlich gesprochen nach der Pubertät, aber das sind Momente, die sei nie vergisst.

    Ganz liebe Grüße, und ein nachträgliches Happy Birthday an das Geburtstagskind,

    Monika

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    1. Wie schön Monika, danke für diese Erinnerung! Das klingt nach einem wahnsinnig tollen Abenteuergeburtstag, der mich gleich wieder zurück nimmt in meine Kindheit zu den Zeltlagern mit der Jungschar *hach*

      Man sollte vielleicht öfter auch mal über alte Erinnerungen bloggen, was meinst du?

      Viele liebe Grüße,
      Hadassa

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  3. Wie schön, dass alles in der Woche so gut gelaufen ist und deine Tochter ihren Geburtstag so sehr genießen konnte.

    Und ich finde es überhaupt nicht ungewöhnlich, dass ihr mehrere "Feiern" hattet. So war es doch schon als wir klein waren. Es gab einen Termin mit der Verwandtschaft und einen mit den gleichaltrigen Kindern - alles andere wäre für alle Beteiligten unbefriedigend gewesen. Etwas viel finde ich es nur, wenn ich bei meiner Mutter sehe, dass sie ein halbes Dutzend Termine ansetzt, weil die Frauen aus dem Sportverein an dem einen Tag kommen und die eine Verwandtschaft am nächsten und dann noch die Verwandtschaft, die sich mit den anderen nicht versteht, an einem weiteren Tag und ... ;D

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    1. Ja, du hast Recht, das hatten wir früher auch schon. Dieses Jahr war es einfach so witzig, dass eine ganze Woche lang jeden Tag jemand anders das Mädchen auf seine Weise gefeiert hat. Das hatten wir in der Intensität noch nie. :) Und ich sehe das wie du, zig Sondertermine würde ich mir auch nicht antun wollen, aber vielleicht ist das für deine Mutter insgesamt entspannender so?

      Viele Grüße,
      Hadassa

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    2. Ich glaube nicht, dass das für meine Mutter so entspannter ist. Sie ist auf jeden Fall immer froh, wenn alle Termine geschafft sind. Ich wünschte mir, sie würde ihren Geburtstag mal so feiern, dass es ihr Freude bereitet, statt so wie sie denkt, dass es von ihr erwartet wird. Es wäre definitiv entspannter für sie, wenn sie einfach eine Woche Inselurlaub einlegen könnte - wo sie das Meer so liebt und so selten dahin fährt.

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    3. Oh, das ist tatsächlich schade. Dieses schwäbische (?) Pflichtgefühl wird man schwer los, hm?

      VG,
      Hadassa

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  4. Ach ja, die Kindergeburtstage und dann diejenigen danach bis zum 18ten - lass Dich nicht beirren und gönne Dir den Aufwand, wenn Du es magst. :D Ich war da nicht anders! Dadurch, dass meine Tochter ohne Speiseröhre geboren wurde ist der Tag der erfolgreichen OP auch ein Tag zum feiern. An ihrem eigentlichen Geburtstag muss ich noch nach über 30 Jahren die Zähne zusammen beißen. Deshalb habe ich mich oft so richtig ins Zeug für eine Feier gelegt um mich bloß nicht zu erinnern. Bei Sohnemann als Sommerkind musste ich immer improvisieren: Geburtstagsfeiern im Urlaub oder Feste mit Spontaneinladungen auf Spielplätzen, Grillplätzen oder sonst wo. Geht alles und wenn sich die Kinder noch nach Jahren daran erinnern, haben wir Eltern alles richtig gemacht.
    Meine liebste Erinnerung ist eine Strandfeier in Schweden. Der Sohnemann-Geburtstag nahte und was tun? Die Idee kam mir über Nacht. Die Kinder hatten die ganzen Urlaubstage Möwenfedern gesammelt, weil eben so viele herum lagen. Ohne Werkzeug und Werkraum der Schule musste ich auch sammeln: Muscheln und Steine mit ausreichend großem Loch für Schnüre. Der Vater der Kinder organisierte Wellpappe und Schnur. Am Tag X, nach dem Geburtstagsfrühstück, überraschte ich Sohnemann mit einem ausgeschnittenem Stück Wellpappe, in dessen Hohlräume die Federkiele super hineinzustecken waren. Am Ende hatte er damit eine Art Indianer-Kopfschmuck. Tochterkind fädelte sich eine Muschel-Schneckenkette und mit einem anderen Pappestreifen so etwas wie einen Hula-Rock. So tobten sie über den Strand und luden andere Kinder ein, sich auch so was zu bastel. Am Ende waren es fast 20 Kinder mit denen wir dann Hot Dogs essen gingen.
    Wieder viel u viel Text, sorry, ;-)
    Was ich eigentlich sagen wollte, die Snacktüte mit Armband ist klasse!
    Viele Grüße,
    KArin

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    1. Wie toll eure improvisierte Spontanparty für den Sohn - klasse Idee! Das sind die Dinge, an die man sich ein Leben lang erinnert. ♡

      Dass ihr bei eurer Tochter zweimal Geburtstag feiert kann ich dir nachfühlen, was für eine harte Zeit das für euch gewesen sein muss damals. *drück*

      Danke, dass du diese Erinnerungen mit mir geteilt hast.

      LG,
      Hadassa

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