Mittwoch, 15. März 2017

5 Minuten Ruhm - Purim 2017




Das war also Purim 2017.

Ich falle ja immer ein bisschen in ein Loch wenn ich das Mädchen komplett ausgestattet und mit jeder Naht und jeder Haarsträhne perfekt (oder beinahe perfekt) sitzend in der Schule abgegeben habe. Meist sammle ich auf dem Weg dahin ein paar Komplimente ein und dann ist es für mich auch schon gelaufen. Ein klassischer Antiklimax nach all der detailversessenen Vorbereitung für diesen großen Tag. (Ja, ich habe am Ende den Köcher natürlich auch noch bestickt. Vorne und hinten. *rotwerd*)  Wie gut, dass man auf Facebook auch ein bisschen Lob einheimsen kann :)

In der Schule gibt es am Purimfest nur Remmidemmi, lustige Spiele und irre Mengen an Süßigkeiten, um 11 Uhr ist Schluss, denn dann sollen alle schnell nach Hause, damit sie es pünktlich zur Parade schaffen. Das ist jedes Jahr so, heuer aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass unsere Klasse die Schule repräsentieren durfte.

Als wir - pünktlich, natürlich! - ankamen (den Hund schmuggelten wir im Rucksack ein) war allerdings noch tote Hose. Kaum eine Menschenseele an den Absperrungen längs der breiten Hauptstraße zu sehen, auf der die Parade vorbeiziehen sollte.

Wir standen uns also die Beine in den Bauch, warteten und warteten noch ein bisschen länger, bis endlich Bewegung in das Geschehen kam und die Darbietungen eine nach der anderen erstaunlich geordnet an uns vorbeizogen. Die Parade steht immer unter einem bestimmten Motto, diesmal "Träume" und jede Schule der Stadt hatte sich dazu etwas ausgedacht. Dazwischen liefen Vereine, Jugendgruppen und viele aufblasbare Riesenfiguren mit.




Einige Interpretationen des Traum-Themas fand selbst ich Zynikerin ziemlich beeindruckend: Als "Mein Zukunftstraum" war eine Klasse als Doktoranden und Professoren verkleidet, eine ganze Herde Schäfchen gab es zu zählen, paradierende Sterne in Gold, schmelzende Uhren à la Dali ("Nimm dir Zeit zu träumen!") und als krönender Abschluss "Der Zauberer von Oz" mit je einer Klasse Löwen, Blechmännern und Vogelscheuchen.






Die religiösen Schulen hielten sich an biblische Motive wie "Josephs Träume", "Jakobs Himmelsleiter", und der ewige Traum vom Messias.




Unsere Klasse veranstaltete eine Pyjamaparty: Die Kinder trugen einheitliche Schlafanzüge und Schlafmützen und liefen hinter einem geschmückten Himmelbett her. Jeder hatte ein großes Kissen dabei und streute bunte Federn in die Menge. Der Gatte lief als Begleitperson tapfer mit und machte in seinem Herrenschlafanzug eine gute Figur :)








Das Purimfest auf der Farm hat es ein paar Tage später leider verregnet. Zwar fanden die Reitveranstaltungen trotzdem statt, aber die vielen liebevoll ausgedachten Aktivitäten fielen ins Wasser. Zwei unverdrossene kostümierte Pferde konnte man immerhin im Stall beobachten:



Ansonsten haben wir dieses lange Wochenende viel mit Oma und Opa unternommen, die heute leider schon wieder zurück nach Hause geflogen sind.

Schön war's :)



Kommentare:

  1. Wie schön! Ich mag, wie unterschiedlich das Thema interpretiert wurde.
    Liebe Grüße,
    Sabrina

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  2. Hut ab und Kotau vor diesem Engagement! Da steckt in jeder Gruppe viel Organisation und Herzblut vieler Beteiligter drin - ich weiß das zu würdigen.
    Und so traurg der Abschied vom Familienbesuch war, ab jetzt könnt ihr euch auf das nächste Treffen freuen. ;-)
    Viele Grüße,
    Karin

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  3. Was für ein buntes Treiben! Wie schön, das die Kinder im Zentrum stehen. Da stecken so manche Stunden an Vorbereitungen in jedem Kostüm, das weiß ich wohl... Ein prächtiges Wetter hattet ihr auch (hierzulande muss in der Regel ja der Wollpullover unters "Häs" passen...)
    Liebe Grüße
    Andrea

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