Samstag, 14. Januar 2017

Frostige Ferien - Winter in Deutschland




[WinterFakt: Ich vermisse den Schnee in Israel. Ja, ich weiß, dass ich das Thema Schnee romantisiere, aber das ändert nichts an dieser Sehnsucht.]
Ok, unsere Chanukkaferien waren nicht das weiße Winterwunderland, das wir uns insgeheim gewünscht hatten, aber wir haben trotzdem so viel Winter für uns rausgezogen, wie wir irgendwie konnten.

Wir sind mit Swiss über frostige verschneite Berge nach Deutschland geflogen. 


Wir haben an unserm allerersten Tag leckere Maultaschen in der Brühe gegessen, bei einem besinnlichen Weihnachtsliedersingen mitgemacht, Glühwein getrunken und am Ende des Tages sogar unsere Koffer aus Zürich nachgeliefert bekommen ;-)  
[WinterFakt: Glühwein gehört für mich zum Winter dazu. Selbst wenn ich ihn bei 30° auf dem Adventsbasar in Jerusalem trinken muss.]
Wir, also hauptsächlich das Mädchen, haben an Heiligabend einen wunderschön bunten Weihnachtsbaum mit echten Kerzen geschmückt. 

Wir waren zum last-minute Shopping bei H&M und haben die Deko im Kaufhaus bewundert und sogar ein Selfie in einer Christbaumkugel gemacht. 😊
[WinterFakt: Ich mag Winterklamotten an mir lieber als luftige Sommerkleidung und muss mich immer beherrschen, mich nicht zu sehr mit warmer Kleidung einzudecken, denn in Israel braucht man wirklich nur eine sehr übersichtliche Wintergarderobe.]   


Wir waren in der Kirche meiner Kindheit, haben dort unter anderem einem tollen Chor gelauscht und danach einen gemütlichen Abend mit meinen Eltern und meiner Tante verbracht. (Bescherung war natürlich auch, ich sag nur neuer Kindle ♡)

Wir waren am ersten Weihnachtstag im beinahe menschenleeren Stuttgart zum Eislaufen (lies: Oma und Mädchen waren Eislaufen, Opa und ich haben nur zugeschaut, fotografiert und kluge Kommentare abgegeben), haben den riesigen Chanukkaleuchter am Neuen Schloss bestaunt und auf der verlassenen Königsstraße Schaufenstershopping gemacht.
[WinterFakt: Schlittschuhfahren war noch nie so richtig mein Ding. Beim Wintersporttag in der Schule habe ich mich immer für Skifahren entschieden. Skifahren vermisse ich in Israel schrecklich.]

Wir haben Currywurst und Pommes gegessen, dazu heißen Punsch getrunken und abends gab es lecker Raclette, so wie es sich im Winter gehört :)
[WinterFakt: Abgesehen von heißer Suppe und Eintöpfen gibt es in Israel keine klassischen "Winteressen". Fondue und Raclette kennt man in meinem israelischen Freundeskreis überhaupt nicht.]



Wir haben am zweiten Weihnachtstag meinen Geburtstag gefeiert - fast so wie in meiner Kindheit. Mit Fotos von mir im Schlafanzug am Geschenketisch und gemütlichem Abhängen.
[WinterFakt: Weil ich im Winter und dann auch noch an Weihnachten Geburtstag habe, wenn alle Welt anderweitig verplant ist, wurde mein Kindergeburtstag immer im Sommer gefeiert. Ich hatte also zweimal im Jahr Geburtstag und fand das eine klasse Regelung.]
Wir waren Schnee suchen im Allgäu. Gar nicht so einfach, wenn auch in höheren Lagen die Landschaft, abgesehen von künstlich beschneiten Hangstreifen für die Wintersportler, braungrün statt fluffig weiß ist. Rodeln mit "Poporutscher" geht aber zum Glück auch auf wenig Schnee und in Grasgehren konnte man schließlich fast in Winterwunderlandstimmung kommen.



Wir haben erkannt, dass die kleine Zypernhündin eigentlich ein Schneehase ist - so viel Spaß hatte sie beim Toben, nachdem sie sich mit dieser komischen weißen "Wiese" angefreundet hatte.
[WinterFakt: Kälte ist für mich schwer auszuhalten, ich bin eine richtige Frostbeule. Früher beim Skifahren habe ich zwar auch bei Schnee und Sturm gute Miene zum bösen Spiel gemacht, aber bei Sonne und blauem Himmel war's immer viel schöner, als mit dicker Schneebrille und Schal bis über die Nase.]
Wir haben Jagertee getrunken und Kässpatzen gegessen und ich bin lange quatschend bei lieben Freunden versackt und habe dort sogar von einem witzigen Brauch gehört, den ich noch gar nicht kannte "Christbaum loben" 😊



Wir haben viele alte Filme gesehen (Sissi 1, 2 und 3 und jetzt werde ich diese Geister nicht mehr los, weil das Mädchen dauernd Sissi sehen will *ächz*), Mini Rummy gespielt und viel gekniffelt. 
[WinterFakt: Dieses "Einigeln" mag ich am Winter sehr. Wenn es draußen garstig und kalt ist, hat man sozusagen einen Freibrief, faul und gemütlich zu Hause zu bleiben.]
Wir sind zum Jahreswechsel zu meiner Schwester gefahren, wo uns noch frostigeres Wetter, aber auch kein Schnee, dafür liebe Menschen und leckeres Essen erwarteten.
[WinterFakt: Im Winter halte ich oft dankbar inne und besinne mich darauf, dass es nicht selbstverständlich ist, ein Dach über dem Kopf und ein warmes Bett zu haben.]
Wir haben Eisblumen bestaunt, mit Eisschollen gespielt und mit eiskalten Händen winterfellflauschige Pferde gestreichelt.


[WinterFakt: Ich würde zu gerne einmal einen Ausritt durch ein frisch verschneites Winterwunderland machen. Schön dick eingemummelt natürlich.]
Wir improvisierten aus Styropor einen Chanukkaleuchter für das 8. Licht, das 2016 auf Silvester fiel, machten einen kleinen Fackellauf bevor wir die Kinder ins Bett steckten und beobachten schließlich hinter dem sicheren Schlafzimmerfenster das beeindruckende Feuerwerk der Nachbarn.




An Neujahr hieß es dann leider nach knapp 10 Tagen schon wieder Abschied nehmen, gerade noch vor Einbruch der Kältewelle, die ganz Deutschland immer noch fest im Griff hat. Ich bin nicht mal sicher, ob ich richtig traurig sein soll, dass wir den "richtigen" Winter verpasst haben. Ja, der Schnee wäre sicher toll gewesen, aber die vielen grau verhangenen eiskalten Wintertage, die es doch auch gibt, hätten uns sicher nicht mehr Freude gemacht, als die schönen Tage in unserer Ferienwoche.

Schön war's, danke liebe Familie! 💜


// Astrid hat auf ihrem Blog eine Lanze für den Winter gebrochen. Da reihe ich mich mit diesem Beitrag gerne noch ein. //

Kommentare:

  1. Das ist ja schön, dass du mitgemacht und um deine ganz besonders spannende Geschichte rund um den Winter bereichert hast! Danke und ein gutes Neues Jahr 2017!
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Ich vergaß: meine Glückwünsche zum Geburtstag! Steinböcke müssen zusammenhalten!😄

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    2. Liebe Astrid, danke für deinen Kommentar und die guten Wünsche! Ich sehe gerade, dass ich am Ende ganz vergessen habe, den Link zu dir einzufügen, das hole ich direkt nach.

      Viele Grüße,
      Hadassa

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  2. Das klingt nach schönen, heimeligen Tagen bei deiner Familie in der alten Heimat.
    Ich bin ja nicht so der Winterfreund, wie ich auch schon öfter erwähnt habe. Nun ist hier, am Niederrhein auch noch viel seltener Schnee, als dort im Süden.
    Selbst das Tief Egon hat uns in den letzten Tagen keinen Schnee beschert. Ich konnte es gar nicht glauben, als ich gestern früh die Gardine zur Seite schob und alles grau in grau war. Ich war nicht bös drum.

    Also, ich würde euren israelischen Winter genießen..., aber wie dunschon schriebst..., was man nicht hat verklärt man ein wenig.
    Habt ein schönes Wochenende und LG,
    Monika

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    1. Am liebsten wäre es mir ja, wenn ich meine Lebenszeit nach dem Rosinenprinzip auf die Jahreszeiten verteilen könnte. Weihnachten/Januar 2-3 Wochen in der winterlichen Heimat, Frühling und Herbst in Israel und im heißen Sommer 2 Monate in Deutschland. Das wäre schön.

      Ganz liebe Grüße,
      Hadassa

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  3. Yeah.. das hört sich doch nach einem schönen Heimaturlaub an. Ich könnte auf den Winter ja getrost verzichten. Aber hier im Ruhrpott stellt er sich auch zumeist grau, nieselig und um die 0 Grad dar - also nicht so richtig schön. Verschneite, romantische Berlandschaften, ja das wäre was. Zumindest denke ich das. Mein letzter Winterurlaub ist ca. 25 Jahre her, gg....
    LG Haydee

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    1. Es war wunderbar  <3

      Wie gesagt, ich romantisiere den Winter mit jedem Jahr, das ich ohne "echten" Winter verbringe, mehr und blende die langen Wochen und Monate des grauen, nasskalten Ekelwetters elegant aus. Denn auch in Süddeutschland ist nicht ununterbrochen weißes Winterwunderland. :) Aber in die Berge solltest du im Winter schon mal wieder fahren, das ist doch sehr, sehr schön.

      Ganz liebe Grüße,
      Hadassa

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  4. So eine Reise aus dem Warmen in den Winter ist doch wunderbar. Danke für Deine interessante Einblicke mit den schönen Bildern.
    Deine Beschreibungen erinnerten mit an den Schüleraustausch meiner Tochter - ein halbes Jahr Neuseeland incl. Weihnachten mit frischem Erdbeerkuchen am Strand. Käme mir einfach seeeehr komisch vor.
    Liebe Grüße vom verschneiten Bodenseeufer und nochmals liebe nachträgliche Geburtstagsgrüße
    Andrea

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    1. Danke Andrea, es freut mich sehr, dass mein Wintereinblick euch interessiert hat :)

      Weihnachten mitten im Sommer ist mir allerdings auch immer noch sehr fremd. Wir müssen wohl mal zu dieser Jahreszeit in des Gatten Heimat, um diese Erfahrungslücke zu schließen...

      Viele liebe Grüße,
      Hadassa

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  5. Also EINE Person in deinem israelischen Freundeskreis kennt (und liebt) sowohl Fondue als auch Raclette. Die kommt aber ursprünglich aus einem Käseland und zählt deshalb vielleicht nicht ;-)

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  6. Liebe Hadassa,
    da hast Du ja mit dem richtigen Winterfeeling etwas Pech gehabt, mittlerweile ist er ja da, der Winter, in Bonn aber z.B. direkt am Rhein liegt auch kein Schnee, bei uns hier oben zum Glück schon. Sonst wäre ich wieder enttäuscht: es ist kalt, aber kein Schnee. Ich mag Schnee. Und auch den Winter.
    Deine Schilderung des Winters finde ich sehr interessant, da wird mir erst mal bewusst, was doch alles zum Winter gehört, ich denke da immer an Schnee, aber es gehört ja doch viel mehr dazu.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Genau das haben wir dieses Jahr eben auch gemerkt. Winter ist nicht nur Schnee ^^

      Aber ein bisschen genervt hat es mich doch, dass der große Wintereinbruch kam, kaum dass wir wieder hier aufgeschlagen sind. Eigentlich sogar schon vor dem Abflug - wir hatten eine geschlagene Stunde Verspätung wegen Eis auf Startbahn und Tragflächen... meh...

      Liebe Grüße,
      Hadassa

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  7. Jetzt ist's richtig kalt in und um Stuttgart. Wirklich schade für Dich und Deine Tochter so knapp die schönen weißen, kalten Momente hier verpasst zu haben. Vielleicht tröstet es Dich, dass Du zumindest pünktlich aus dem Feinstaub gekommen bist. Seit Montag ist wieder Feinstaubalarm.
    Danke für Deine Gedanken zum Winter. Ich mag ihn nicht, so wie er allgemein in deutschen Städten und Großraum zu erleben ist. Doch so wie jetzt, etwas Schnee rundherum, die Straßen befahrbar, als Fußgänger warm eingemummelt auf geräumten Wegen sicher unterwegs, klirrend kalt, ist es super.
    Liebe Grüße,
    Karin

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  8. Nach Instagram nun auch hier in Besuch. Ich komme wieder öfter. Ich verspreche es liebe Hadassa.

    Ganz liebe Grüsse an Dich
    Susi

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