Samstag, 22. April 2017

Samstagsfragmente #84 - bye, bye Blogstress



Heute


habe ich beschlossen, mit dem Blog kürzer zu treten, denn ich merke, dass ich ein bisschen müde geworden bin in letzter Zeit und es mich zunehmend stresst, wenn ich es nicht schaffe, regelmäßig zu veröffentlichen, weil das Leben mich halt gerade mal wieder anderweitig fordert. Das ist ungut, denn das Blog sollte ja eigentlich ein kreativer Ausgleich sein und kein zusätzlicher Stressfaktor. Daher werde ich in nächster Zeit nur noch die Samstagsfragmente regelmäßig hier lassen und ansonsten ohne Druck eher sporadisch veröffentlichen. Wenn ich ehrlich bin, läuft es eigentlich schon eine ganze Weile mehr oder weniger so, aber ich habe das Gefühl, dass ein klarer Schnitt für mich wichtig ist. Der Bericht aus Nazareth kommt aber auf jeden Fall noch und die Rezension des neuen Ink Rebels von Kira Minttu auch (erscheint am 1. Mai), danach werde ich erstmal sehen, was die Zukunft so bringt, in Sachen Blog und Schreiben im Allgemeinen.

Danke, dass ihr hier immer wieder reinschaut und kommentiert 💙


Die Woche


fing für mich erst am Mittwoch an und war entsprechend erfreulich kurz, denn nach einem langen Wochenende quält es sich ja immer so ein bisschen, wieder in den Alltag reinzukommen...

Erfreulichkeiten



  • die Pessachwoche gut hinter uns gebracht
  • nur zwei Tage arbeiten müssen 
  • ein schönes Treffen mit der Frauengruppe gehabt 
  • den Amazon-Kundenservice mal wieder geherzt
  • mit dem Mädchen "Sissi die junge Kaiserin" gekuckt und endlich mal eine Strichliste darüber geführt, wie oft das Wort "Majestät" tatsächlich fällt*                


Erlesenes 


Heute habe ich zwischendurch die Märchenvorlage zu die "Die Schöne und das Biest" von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont gelesen. Das kannte ich in der Originalversion tatsächlich noch nicht, ich habe also gewissermaßen eine Bildungslücke geschlossen.

Ansonsten bin ich weiterhin in Georgien mit "Das achte Leben (für Brilka)".


Foto der Woche


Blümchen aus Nazareth waren gerne gesehen diese Woche...


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Webfragmente


Die Reaktion der Journalistin Corinna Milborn auf Felix Baumgartner war eins meiner Wochenhighlights: Facebook-Video

Ein israelisches Tänzerpaar stellt Hebefiguren auf den Kopf: Dance Magazine

Ein Kochbuch, das von Holocaustüberlebenden und israelischen Spitzenköchen erarbeitet wurde, ist als bestes Kochbuch der Welt nominiert worden: Artikel (Englisch)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //



*139 Mal

Samstag, 15. April 2017

Samstagsfragmente #83 - Nett in Nazareth :)



Heute 


vergnügen wir uns im schönen Nazareth, weswegen ich hier nur noch ganz schnell vor dem Einschlafen die Samstagsfragmente hin werfen kann, es war ein ausgefüllter Tag. Ein ausführlicher Bericht dieser kurzen Städtereise kommt aber noch, versprochen!


Die Woche 


war Pessach mit nur anderthalb Arbeitstagen - da gibt es gar nichts zu meckern :)

Erfreulichkeiten 


  • einen tollen Sederabend erlebt
  • mit dem Mädchen und zwei besten Freundinnen noch mal Beauty and the Beast gesehen (diesmal im Originalton und natürlich viel besser)
  • die Ausstellungseröffnung eines lieben Künstlerfreundes besucht
  • ein paar Tage Urlaub 
  • unverhofft altes Geburtstagsgeld gefunden (ich dachte, das passiert immer nur den anderen...) und gleich in Sandalen für das Mädchen investiert

Erlesenes 


Erlesenes... naja... ich musste unbedingt schnell Sarah J. Maas re-readen (nennt es "Escapism"), aber danach geht es dann gleich weiter in Das achte Leben (für Brilka) von Nino Haratischwili


Foto der Woche 


Blumen kann ich...


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Webfragmente 


Die Fotosammlung aus Yad Vashem von Pessachfeiern vor, während und nach des Holocausts habe ich vielleicht schon mal gezeigt? Holocaust passover

Der israelische Botschafter in Deutschland über Antisemitismus und Fremdenhass: Yacov Hadas-Handelsmann, Die Welt

Ein Modelabel bringt israelische und palästinensische Schneiderinnen zusammen: Two Neighbors (Englisch)


Das war's also für heute... nennt es einen kleinen Ostergruß aus Nazareth - mehr kommt die Tage ♡


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //


Mittwoch, 12. April 2017

#12von12 im April - Pessachwoche

Nach dem ersten Pessachfeiertag gestern bin ich heute ganz tapfer ins Büro getrabt. In der Woche zwischen den Feiertagen nehmen viele frei, die Kinder haben ja eh Ferien, und in den letzten Jahren waren wir in dieser Zeit immer in Zypern im Urlaub. Dieses Jahr wäre ich gerne nach Italien gefahren, aber der Gatte kam sehr lange nicht in die Pötte und wenn es um Pessach geht muss man sehr vorausschauend planen, um überhaupt bezahlbare Flüge zu finden. Irgendwann war es dann zu spät und wir entschieden, dieses Jahr Pessach im Land zu bleiben.

Ich trabte also ins Büro, auf den Straßen war nur sehr wenig los und selbst busy Tel Aviv wirkt eher verschlafen. In der Lobby unseres Gebäudes, in der normalerweise munterer Cafébetrieb herrscht, steht eine verwaiste Theke, die Espressomaschine hat ausgezischt und die Stühle sind - ganz untypisch für Israel - ordentlich auf die Tischchen gestapelt. Das Café bleibt für die ganze Woche geschlossen. Keine Backwaren, kein Business. Würden sie sich nicht an die Vorschriften der jüdischen Speisegesetze halten und in dieser Woche wie gewohnt ihre Brote, Croissants und Kekse zum Kaffee verkaufen, wäre ihr Koscherzertifikat schneller weg, als ich "Matza" sagen kann und sie würden Kunden verlieren.

Im Büro sehen wir das nicht so eng, jeder macht in der Pessachzeit was er will, mein Gemüsereis und der Apfel gehen aber als pessachkoscher durch ;) Da die meisten Kollegen nicht arbeiten, wirken die Flure gegen Nachmittag seltsam gespenstisch und am Ende bin ich fast ein bisschen erleichtert, dass ich die Tür hinter mir zuziehen kann.




Auch draußen ist die Stimmung heute seltsam. Es ist bewölkt und windig, aber nicht wirklich kalt, stickig und grau. Gestern war schöner. Ich gehe zur Bushaltestelle und steige in einen Bus, der mich zur Verwandschaft bringen wird, wo der Gatte und das Mädchen auf mich warten.



Nachdem ich aus dem zuckeligen Bus aussteige, passiere ich noch einige Hinterhöfe, wie wir sie in unserem sterilen Vorort so gar nicht kennen (Graffiti!) und laufe bei der Schwägerin ein, als sie gerade ein leckeres kleines Essen gemacht hat. Läuft. Nur den Wein dazu hätte ich mir lieber gespart, Alkohol vertrage ich kaum noch, das muss das Alter sein. Hmpf.

Zu guter Letzt hätte ich heute eigentlich ganz viel aus "Das achte Leben" lesen wollen (gefällt mir sehr!) und bin stattdessen wieder mal in den Night Court abgetaucht. Aber schließlich kommt Teil 3 der Reihe schon in drei Wochen raus, ein kleines "was bisher geschah..." ist also absolut legitim ;-)




Und bei euch so?


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Sonntag, 9. April 2017

Matzen backen

wäre für meine Zwischentraditionensammlung schön gewesen, weswegen ich mich vor etwa zwei Wochen sehr gefreut habe zu hören, dass in unserer Stadt in der Woche vor Pessach eine mobile Matzenbäckerei ihre Öfen anfeuert. Auf Facebook wusste man, wo genau das stattfinden soll, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten. Doch als ich mich heute an meinem freien Tag mit dem Mädchen aufmachte, echt pessachkoschere Matzen selber zu backen, stellten wir zu unserer Enttäuschung fest, dass die Aktivität kurzfristig umziehen musste. In einen Kibbutz außerhalb der Stadt, der wiederum so religiös geprägt ist, dass er dann doch ein bisschen außerhalb meiner persönlichen Komfortzone liegt.

Spannend hätte ich das Ganze aber schon gefunden, denn der Prozess der Matzenbäckerei ist, wie so vieles im Judentum, streng reglementiert. Matzen sind ja flache, staubtrockene Teigplatten, die auf den ersten Biss ein bisschen an Knäckebrot erinnern. Da während der Pessachwoche kein Brot und auch sonst keine "gesäuerten" Lebensmittel verzehrt werden dürfen - Ashkenasische Juden verzichten außerdem auf Hülsenfrüchte und Reis - sind diese "ungesäuerten Brote" ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das mit herzhaften oder süßen Aufstrichen und zu den Mahlezeiten verzehrt wird. Bei der Herstellung der Matzen sind viele Regeln zu beachten, die alle zusammen sicherstellen sollen, dass der Teig auf keinen Fall "aufgeht", also säuert, bevor er fertig gebacken ist. In der strengsten religiösen Auslegung geht das sogar so weit, dass das Korn ab dem Zeitpunkt der Ernte bis zum Zeitpunkt der Verarbeitung zu Matzen, der sogenannten "Matza Shmurah" überwacht wird, um ganz sicher zu gehen, dass es zu keiner Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt wurde.

Handgemachte Matza (Quelle: Yonina)
Bei der Herstellung läuft die Uhr ab dem Zeitpunkt zu dem das Wasser mit dem Mehl in Kontakt kommt und verknetet wird. Ab da bleiben dem Bäcker bis zu 18 Minuten, den Teig zu kneten, in kleinen Portionen hauchdünn auszurollen, mit einem speziellen Teigroller das Lochmuster in den Fladen zu stanzen und den Teig in einem sehr heißen Ofen zu einer harten, trockenen Matze zu verbacken. Natürlich werden heutzutage die meisten Matzen in Fabriken produziert (in New York im Traditionsunternehmen "Streit's" zum Beispiel (charmantes Video)), aber viele Familien möchten für den Sederabend eine handgemachte Matza Shmura, die natürlich, wenn man sich einmal klargemacht hat, unter welchen Mühen sie entsteht, gleich noch einmal ganz anders schmeckt.

Tja, bei uns wird das dieses Jahr mit den selbst gebackenen Matzen wohl leider nichts mehr. Aber immerhin werden wir ein besonderes Seder erleben, dabei sahen wir uns in unserer Vorstellung schon trübsinning alleine vor der Familienpackung Matzen sitzen, denn dieses Jahr war mit der Pessachplanung irgendwo von vornherein der Wurm drin. Eine Woche vor Pessach, als ich schon kurz davor war, verzweifelt ins Netz zu rufen, ob uns nicht doch jemand aufnehmen kann ("will work for food" oder so..), erhielt ich eine Nachricht von Bekannten aus dem tiefen Süden, ob wir wohl noch nichts vor hätten? Es sei ja ohne Frage sehr kurzfristig und sicher wären wir längst verplant, aber falls nicht würde man sich riesig freuen, wenn wir kommen könnten. Das sind dann so die Momente, die mich wirklich anrühren und in denen ich ganz sicher bin, dass in unserem Leben nichts zufällig passiert.

Heute Abend geht's los, mit allem, was die Tradition zu bieten hat, wir sind sehr gespannt.

Samstag, 1. April 2017

Samstagsfragmente #82 - Fast Ferien...

samstags im Museum - fast wie Eislaufen


Heute 



ist etwas ganz erstaunliches passiert. Wir waren in Jerusalem mit einer alten Familienfreundin verabredet, weil die Hilfe mit der modernen Technik brauchte. Für das Mädchen hatten wir ein Kartenspiel zur Beschäftigung dabei, aber als die Gastgebern vorschlug, wir könnten doch in der Zwischenzeit ins Museum gleich um die Ecke gehen und ich sofort abwinkte, weil wir dort ja nun schon vor zwei Wochen waren, war ausgerechnet das Mädchen sofort begeistert bei der Sache. Das Kind ist mir manchmal schon unheimlich mit seinen Reifeschüben. Jedenfalls machten wir uns schnell auf die Socken, denn viel Zeit hatten wir nicht, mit dem Ziel Archäologieabteilung. Letztes Mal haben wir uns dort ja nur die Mumie angeschaut, heute fingen wir systematisch bei den allerersten Spuren menschlichen Lebens im Nahen Osten an (Neandertaler und Steinzeitmenschen und so..) und tasteten uns bis ins byzantinische Reich vor. Kurioserweise kommt einem jenes am Ende eines solchen Rundgangs richtiggehend modern vor und ich ertappte mich dabei, wie ich dem Mädchen munter erkläre - "schau mal, das hier ist noch gar nicht so lange her....." (tja, plus-minus 2000 Jahre.. *hust*)



Die Woche 



war die letzte vor den langen Pessachferien, gestern war der letzte Schultag. Die Schule beging ihn traditionell mit einem gemeinsamen Sedermahl auf dem Schulhof. Seit einigen Jahren gehört zu dieser Tradition auch, dass die Viertklässler zu "Echad mi Yodea?" einem der Lieder aus der Seder-Liturgie, einen Tanz vorführen.

Das Lied hat 13 Strophen, die immer länger werden:

- Wer weiß eins?
- Eins weiß ich!
- Ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

- Wer weiß zwei?
- Zwei weiß ich!
- Zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

- Wer weiß drei?
- Drei weiß ich!
- Drei Stammesväter, zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

und so weiter bis zur dreizehnten Strophe:

- Wer weiß dreizehn? 
- Dreizehn weiß ich!
- Dreizehn göttliche Attribute, zwölf Stämme, elf Sterne in Josefs Traum, zehn Gebote, neun Schwangerschaftsmonate, acht Tage zur Beschneidung, sieben Wochentage, sechs Ordnungen der Mischna, fünf Bücher Mose, vier Stammesmütter, drei Stammesväter, zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott. 

Der Schultanz ist an eine Choreographie von Ohad Naharin angelehnt, die 2000 erstmals von der Batsheva Dance Academy aufgeführt worden ist, auf YouTube gibt es viele Videos dazu (hier zum Beispiel). 

Erfreulichkeiten 



  • die Ferienbetreuung ist geregelt
  • ich war auf dem Hügel spazieren
  • Qualitätszeit mit dem Mädchen gehabt
  • als Familie Moana im Heimkino gesehen (so ein toller Mädchen stark machender Film!)
  • meine Eltern feiern heute ihren 40. Hochzeitstag - Glückwunsch! <3 


Erlesenes 


Ich habe Red Rising noch mal eine Chance gegeben und werde es wohl fertig lesen. Reißt mich aber nach wie vor nicht vom Hocker.

Das achte Leben (für Brilka) von Nino Haratischwili habe ich begonnen. Da es über 1200 Seiten hat wird es mich wohl eine Weile beschäftigen.


Foto der Woche 


Hügelblümchen...


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Webfragmente 



Der WWF hat einen Spendenaufruf zum Schutz der Einhörner gestartet. Fand ich vergnüglich und sehr gut gemacht. (Rettet die Einhörner!)

Ich bin an einem cleveren Browserspiel hängen geblieben. Ein bisschen im Siedler-Stil, aber vollkommen textbasiert ohne niedliche Animationen - http://adarkroom.doublespeakgames.com/ (Auf der App gefällt es mir noch besser)

7 typisch deutsche Gesichtsausdrücke hat die Deutsche Welle untersucht.

Und eine Karte von London, die aus Literaturcharakteren der Stadt zusammen gesetzt ist, habe ich auch gefunden (klick)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Donnerstag, 30. März 2017

#12telBlick 2017 - Kaktus und Mandelbäumchen (März)

Wieder geht ein Monat zu Ende, wieder treffen wir uns an meinem Jahresbaum.

Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert, auf den zweiten Blick sieht man sehr deutlich, was hier in den letzten vier Wochen passiert ist: das Grün ist derart ins Kraut geschossen, dass die Pfade schmal geworden sind und ich mich durch hüfthohe Steppe kämpfen muss, um überhaupt an die Fotostelle zu kommen.



Pollen fliegen, ich bin ein bisschen schniefig, kein Wunder, es blühen immer noch verschiedenste Blumen und das wild wogende Getreide ist - scheinbar aus dem Nichts - aufgetaucht.




Auf der lauschigen Bank unter dem Baum lässt es sich normalerweise gut sitzen, zur Zeit ist die Bank allerdings unter dem Gestrüpp kaum zu sehen.



Pfade zum Baum finden..




Eine Ecke weiter findet auf dem Hügel gerade eine archäologische Ausgrabung statt. Ich bin nicht sicher, nach was genau gescharrt wird, ich werde aber versuchen, das bis zum nächsten 12tel-Blick herauszufinden.




Dass es hier noch einiges zu finden gibt, glaube ich gleich. Auf dem Hügel sind schon einige historische Entdeckungen gemacht worden und erst kürzlich hat die Stadtverwaltung eine ganze Reihe erklärende Tafeln erneuert.


Alle Blicke des Jahres sammle ich hier.

// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //

Samstag, 25. März 2017

Samstagsfragmente #81 - Mikroskopieren und Musik

Baumwollfaser unter dem Mikroskop

Heute


haben wir erstmal bis nach 10 Uhr gemütlich ausgeschlafen und uns dann fast den ganzen Tag mit dem neuen Mikroskop beschäftigt. Wir hatten uns im Auftrag von den Großeltern ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und am Ende zu einem Junior-Modell von Bresser entschieden, was wohl eine gute Entscheidung war: Fliegenbeine, Zwiebelhäutchen, Blütenblätter, Wollfasern und vieles andere mehr wurde ausgiebig bestaunt und mit der Mikroskopkamera teilweise auch auf den Laptop gesendet. Ein sehr cooles neues Spielzeug, an dem auch Mama viel Spaß haben kann *grins*

Später haben wir noch einen Spaziergang auf unseren Hügel gemacht, auf dem in den letzten Wochen das Grün derart wild ins Kraut geschossen ist, dass man viele Pfade zur Zeit gar nicht erkennen kann und sich teilweise durch hüfthohe Gräser schlagen muss :)

Außerdem hat der Gatte entdeckt, dass bei Apple Music bereits der komplette Soundtrack von Beauty and the Beast zu hören ist, ein Ohrenschmaus.


die Woche


Erfreulichkeiten

  1. das Mädchen ist 10 Jahre alt geworden 
  2. und die verschiedenen Geburtstagsfeiern sind alle gut verlaufen 
  3. als Nebeneffekt der Party in den Genuss des neuen Beauty and the Beast Kinofilms gekommen und entdeckt, dass "Matthew Crawley" die männliche Hauptrolle hat! 
  4. einer Freundin helfen können 
  5. Pilates macht zur Zeit richtig Freude

Erlesenes


diese Woche kam ich kaum zum Lesen, aber ich habe Child 44 von Tom Rob Smith angefangen. Ein harter Thriller aus der Sowjetunion der 1950er Jahre, ich finde es sehr spannend, aber auch nicht einfach.

Foto der Woche


das Kind im Museum 💜


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Webfragmente


Ein witziges Musikvideo von Shlomo Artzi von 1975 in dem er für einen Eurovisions Contest auf Deutsch singt: Video

Ein kluger Artikel über integrative Bildung von jüdischen und arabischen Kindern in Israel - ich bin da ja eine große Befürworterin: (Englisch)

Und noch zwei von Beauty and the Beast: Trailer in hebräischer Synchro , Offizielles Musikvideo mit Ballszene


Habt einen schönen Sonntag :)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //



Freitag, 24. März 2017

Eine Woche voller Geburtstage - 10!



Der Mädchengeburtstag ist vor ein paar Stunden ehrenwert zu Ende gegangen.

Mit 10 kann man...
  1. sich schon längst mit seinen Freundinnen auf WhatsApp über alles mögliche austauschen und verabreden
  2. auf YouTube Folgen von Serien suchen und finden, die man unbedingt noch sehen muss 
  3. die Haltung von Zootieren kritisch hinterfragen
  4. bei Konflikten zwischen Klassenkameraden vermitteln 
  5. mit dem eigenen Buskärtle durch die Stadt fahren 
  6. filigrane Schmuckstücke aus winzigen Perlen basteln
  7. sich schon ernsthafte Gedanken darüber machen, ob man später mal den Pflichtdienst in der Armee leisten oder doch lieber ein soziales Jahr machen will 
  8. freihändig ohne Zügel galoppieren 
  9. selber entscheiden, wie genau man die endlich erlaubten Ohrlöcher gemacht haben will 
  10. tolle Fotos von Blumen mit seinem Smartphone machen

Gefeiert wurde dieses wichtige Ereignis über mehrere Tage. Und bevor jetzt wer sagt, das wäre alles übertrieben: Find ich nicht. Wir haben nur dieses eine Wunder(kind), das dürfen wir einmal im Jahr schon ein bisschen ausgelassener feiern.

Am "richtigen" Geburtstag geht es bei uns wahrscheinlich sehr ähnlich zu wie in vielen Familien überall auf der Welt: Mama und Papa richten des Nachts einen Geburtstagstisch her und nach dem Aufwachen darf man Kerzen auspusten und Geschenke auspacken. Natürlich weiß man, dass das genau so passieren wird und deshalb kann man am Vorabend des großen Tages nur schlecht einschlafen und wacht schon im Morgengrauen wieder auf. :)

Unser Geburtstagstisch sieht jedes Jahr ein bisschen anders aus, je nachdem, was mir gerade so einfällt. Da die Blumenkästen auf dem Balkon just diese Woche wie verrückt blühen, bat ich den Gatten, ein bisschen Deko für mich zu pflücken. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass er die einzelnen Blümchen liebevoll handverlesen würde, aber das Ergebnis war wirklich hübsch.




Voluminöse Geschenkkartons hat man mit 10 nicht mehr so wirklich - die Playmobilära scheint zu Ende zu gehen (schnief) - und die Übersichtlichkeit des Päckchenstapels führte direkt zu etwas Frust am Geburtstagsmorgen, vor allem, weil das dringend gewünschte Mikroskop nicht dabei war. Dass sie das von Sabba und Savta ein paar Tage später bekommen würde, konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen und es war nicht ganz leicht für uns alle, den Frust und die Anspannung auszuhalten, denn man hat sich als Eltern ja auch über die kleinen, flachen Geschenke durchaus Gedanken gemacht. Nicht zu vergessen der ideelle Wert: Der Gatte hatte ein Gedicht für den Anlass geschrieben und ich wie jedes Jahr Stunden in die Gestaltung des persönlichen Fotobuches gesteckt. Blöd war auch, dass dieser Tag ein ganz normaler, öder Schultag war, aber das ließ sich halt nicht wirklich ändern.

Besser wurde es einen Tag später dadurch, dass bei den Pfadfindern eine kleine Feier ausgerichtet wurde, mit Krone, Kerzen und Keksen. Diese liebe Aufmerksamkeit wurde am Mittwoch noch von ihrer Tutorin getoppt, die sogar Luftballons und ein Geschenk für sie besorgt hatte. Wahrgenommen und geschätzt zu werden ist in diesem Alter so unheimlich wichtig, das merken wir in letzter Zeit immer häufiger.


Gestern dann stand die Party mit ihren Freundinnen an. Wir haben länger hin- und her überlegt, ob wir wieder einmal mit allen Mädels ihrer Klasse feiern sollen, uns dann aber dagegen entschieden und die Sause auf 10 inklusive Geburtstagskind beschränkt. Das Programm: Zuerst "Die Schöne und das Biest" im Kino sehen, danach Geschenke auspacken und Pizza für alle, zum Abschluss Kuchen - Ende.

Die Karten dafür hatten wir schon vor einer guten Woche besorgt, der Pizzamann wusste auch Bescheid, ich hätte mich also zurücklehnen können. Weil ich aber so bin, wie ich bin, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, der Sache doch noch einen persönlichen Touch anzuheften. Ich bereitete jedem Gast eine kleine Snacktüte fürs Kino vor und - das war wieder so eine Schnapsidee von mir - bastelte ein kleines Armband passend zum Film. Die Neuauflage des Märchengeburtstag in der Version 2.0 für große Mädels, sozusagen.

(Wirklich teuer waren daran nur die Kinokarten ...)



Die Party wurde ein voller Erfolg.

Der Film war grandios (klickt hier, falls ihr Lust auf den Trailer in hebräischem "Diwuw" habt), fast alle Mädels und sogar der Gatte mussten vor Rührung heulen, unser Mädchen war glücklich, die Gäste waren glücklich und mein waghalsiger Versuch, einen Geburtstagskuchen mit Fondant zu gestalten, klappte ebenfalls besser als gedacht.

Heute hieß es dann nur noch, die Familienfeier über die Bühne zu bringen. Unser Standardprogramm - Grillen auf dem Balkon - können der Gatte und ich mittlerweile schon echt gut, trotzdem ist es jedes Mal ein bisschen anstrengend, weil die Schwiegereltern meist so frühzeitig aufschlagen, dass man noch mitten in den Vorbereitungen steckt, wenn man eigentlich gar keinen Kopf für Small Talk oder gar tiefsinnige Gespräche hat. Und wenn die Kinder aneinander geraten, kann es in unserer kleinen Hütte auch mitunter recht eng werden. Heute waren aber alle gut drauf und haben die Gemeinschaft genossen. Jedenfalls soweit ich das beurteilen konnte.

Besonders toll fand es das Mädchen, dass wir es geschafft haben, sie mit der Familienparty zu überraschen. Mit ihr war eine Party samstags im Park abgesprochen, stattdessen haben wir die Familie schon am Freitagnachmittag zu uns bestellt, während sie noch bei den Pfadfindern war. Als sie nach Hause kam, gab es ein großes "Hallo!" - sie hatte wirklich keine Ahnung und war sehr begeistert. Auch über den Käsekuchen, den ich gebacken hatte, denn sie liebt Käsekuchen, rechnete aber nicht damit, einen zu bekommen, weil ich Erdbeertorte machen wollte. Auf die Idee, dass ich einfach einen Erdbeerkäsekuchen backen könnte, kam ich tatsächlich erst einen Tag vor der Feier.

Morgen ist Shabbat. Da mache ich nichts.





Sonntag, 19. März 2017

Samstagsfragmente #80 - Mittags im Museum









Gestern


haben wir den Nachmittag im Israel Museum in Jerusalem verbracht. Ich hatte das schon länger auf dem Zettel, weil dort aktuell eine Ausstellung über Jesus in der israelischen Kunst gezeigt wird (Behold the man - Jesus in Israeli Art), die mich sehr interessiert. Trotzdem war ich dann überrascht, wie viele Künstler sich tatsächlich mit diesem Mann, diesem Juden Jesus in ihrem Werk auseinandergesetzt haben und wie unterschiedlich sie sich diesem Thema angenähert haben. Ein wiederkehrendes Motiv ist Jesus im Zusammenhang mit dem Holocaust, eindrücklich ein Bild, in dem ein SS-Offizier Jesus vom Kreuz zerrt, um ihn einen Strom jüdischer Gefangener zu stoßen, ebenso die lebensgroße Darstellung eines ikonenartigen Jesusgesichtes auf einem nur abstrakt in den blauen Streifen der KZ-Kleidung dargestellten Körper. Aber auch ein Gemälde von Chagall, der - das war mir neu - Jesus oft aufgegriffen hat, eine Marmorstatue, die den jüdischen Jesus vor dem römischen Gericht zeigt und ein monumentales klassisches Gemälde des lehrenden Jesus in jüdisch-orthodoxem Gewand vor Zuhörern verschiedener Herkunft und Religion in der Synagoge von Kapernaum. Viel Anklage gegen die Kirche, gegen das Kreuz, das den Juden über die Jahrhunderte so oft zum Symbol des Unheils und Unrechts geworden ist, steckt in dieser Ausstellung, aber nicht nur. Mehrere Stunden kann man dort locker verbringen und über die Werke sinnieren, aber das Mädchen wollte noch die spannende Mumie sehen *grusel* und ich einige andere Ausstellungen wenigstens streifen.




Besonders haben es mir die farbenprächtigen Werke des Künstlers Otto Freundlich angetan, die derzeit ebenfalls in einer temporären Ausstellung gezeigt werden. Freundlich war ein Pionier der abstrakten Kunst, sein Werk wurde von den Nazis als "entartete Kunst" gebrandmarkt und zu großen Teilen zerstört bevor der Künstler selbst 1943 im KZ Majdanek hingerichtet wurde. In den großformatigen Gemälden hätte ich mich noch lange verlieren können. Die Werke, der mit ihm unter "The Shadow of Colour" ausgestellten Künstler, fand ich ebenfalls sehr faszinierend.

Otto Freundlich


Eine weitere temporäre Ausstellung ist ebenfalls auf ihre Art spannend und sehenswert: Unter dem Namen "No place like home" (gesponsert unter anderem von IKEA Israel) kann man Werke internationaler Künstler sehen, die von Alltagsgegenständen inspiriert ist. Die Galerie ist in verschiedene Räume aufgeteilt, der Besucher spaziert quasi durch eine Wohnung mit Eingang, Wohnzimmer Küche, Bad, Schlafzimmer, Garage etc... -  von überdimensionierten Löffeln und Gemüsereiben über ein verkehrtes Stockbett bis hin zu einem täuschend echt wirkenden Müllsack aus Bronze ist hier eine Bandbreite zeitgenössischer Kunst vertreten.


Wenn ich jetzt noch erwähne, dass neben dem dauerhaften Kunstbestand, den wir diesmal gar nicht angesehen haben, im Israel Museum auch die Qumran-Rollen gelagert und ausgestellt werden sowie eine ganze archäologische Abteilung israelischer Geschichte und mehrere Hallen über das jüdische Leben über Jahrhunderte und Landesgrenzen hinweg, könnt ihr euch vorstellen, dass man hier niemals alles an einem einzigen Tag ansehen kann.



die Woche

Erfreulichkeiten


viele tolle Dinge mit Oma und Opa unternommen:
  1. im Sachne schwimmen gewesen und belgische Waffel gegessen
  2. auf der Farm des Mädchens Reitkünste gewürdigt
  3. einen langjährigen Herzenswunsch erfüllt und Ohrlöcher stechen lassen (mit fast 10 und so...)
  4. kurz vor Feierabend den Zoo besucht und die Tiere mal ganz anders erlebt 
  5. die Planung für die diesjährige Mädchenparty größtenteils abgeschlossen 

Erlesenes


Dazwischen: Ich von Julya Rabinowich habe ich gern gelesen. Die Autorin, die selbst als Kind entwurzelt wurde, versetzt sich darin in ein junges Flüchtlingsmädchen, das seit etwa zwei Jahren mit seiner Familie in einer Unterkunft für Asylsuchende in Österreich lebt und zwischen dem Wunsch nach Integration und der Verpflichtung zu Tradition und Familie hin- und hergerissen ist.

Das Pubertier von Jan Weiler war wie erwartet witzig und hat mich erfrischt auflachen lassen, weil mich so viel an meine eigene Pubertät erinnert hat. Gleichzeitig hat es mich mit Grauen erfüllt, was da wohl bald alles auf uns zukommen wird, oh Schreck.

Foto der Woche


entspannte Zootiere am späten Nachmittag

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Jetzt geht es fix in die Geburtstagswoche des Mädchens. Marathon trifft es wohl eher, aber das wird auch alles echt schön, glaub ich.

Habt es gut :)



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Mittwoch, 15. März 2017

5 Minuten Ruhm - Purim 2017




Das war also Purim 2017.

Ich falle ja immer ein bisschen in ein Loch wenn ich das Mädchen komplett ausgestattet und mit jeder Naht und jeder Haarsträhne perfekt (oder beinahe perfekt) sitzend in der Schule abgegeben habe. Meist sammle ich auf dem Weg dahin ein paar Komplimente ein und dann ist es für mich auch schon gelaufen. Ein klassischer Antiklimax nach all der detailversessenen Vorbereitung für diesen großen Tag. (Ja, ich habe am Ende den Köcher natürlich auch noch bestickt. Vorne und hinten. *rotwerd*)  Wie gut, dass man auf Facebook auch ein bisschen Lob einheimsen kann :)

In der Schule gibt es am Purimfest nur Remmidemmi, lustige Spiele und irre Mengen an Süßigkeiten, um 11 Uhr ist Schluss, denn dann sollen alle schnell nach Hause, damit sie es pünktlich zur Parade schaffen. Das ist jedes Jahr so, heuer aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass unsere Klasse die Schule repräsentieren durfte.

Als wir - pünktlich, natürlich! - ankamen (den Hund schmuggelten wir im Rucksack ein) war allerdings noch tote Hose. Kaum eine Menschenseele an den Absperrungen längs der breiten Hauptstraße zu sehen, auf der die Parade vorbeiziehen sollte.

Wir standen uns also die Beine in den Bauch, warteten und warteten noch ein bisschen länger, bis endlich Bewegung in das Geschehen kam und die Darbietungen eine nach der anderen erstaunlich geordnet an uns vorbeizogen. Die Parade steht immer unter einem bestimmten Motto, diesmal "Träume" und jede Schule der Stadt hatte sich dazu etwas ausgedacht. Dazwischen liefen Vereine, Jugendgruppen und viele aufblasbare Riesenfiguren mit.




Einige Interpretationen des Traum-Themas fand selbst ich Zynikerin ziemlich beeindruckend: Als "Mein Zukunftstraum" war eine Klasse als Doktoranden und Professoren verkleidet, eine ganze Herde Schäfchen gab es zu zählen, paradierende Sterne in Gold, schmelzende Uhren à la Dali ("Nimm dir Zeit zu träumen!") und als krönender Abschluss "Der Zauberer von Oz" mit je einer Klasse Löwen, Blechmännern und Vogelscheuchen.






Die religiösen Schulen hielten sich an biblische Motive wie "Josephs Träume", "Jakobs Himmelsleiter", und der ewige Traum vom Messias.




Unsere Klasse veranstaltete eine Pyjamaparty: Die Kinder trugen einheitliche Schlafanzüge und Schlafmützen und liefen hinter einem geschmückten Himmelbett her. Jeder hatte ein großes Kissen dabei und streute bunte Federn in die Menge. Der Gatte lief als Begleitperson tapfer mit und machte in seinem Herrenschlafanzug eine gute Figur :)








Das Purimfest auf der Farm hat es ein paar Tage später leider verregnet. Zwar fanden die Reitveranstaltungen trotzdem statt, aber die vielen liebevoll ausgedachten Aktivitäten fielen ins Wasser. Zwei unverdrossene kostümierte Pferde konnte man immerhin im Stall beobachten:



Ansonsten haben wir dieses lange Wochenende viel mit Oma und Opa unternommen, die heute leider schon wieder zurück nach Hause geflogen sind.

Schön war's :)



Montag, 13. März 2017

#12von12 im März - ein Tag im Norden

ja, ja, der 12. war schon gestern, aber ich war am Abend so müde, dass ich es nicht mehr geschafft habe, die Bilder hier einzustellen. Wir haben ja gerade Oma und Opa zu Gast, da liegen die Prioritäten ein bisschen anders, aber fotografiert habe ich und unser Ausflug hat uns zu so einem traumhaften Ort geführt, dass ich euch die Bilder auf keinen Fall vorenthalten möchte :)

Erstmal mussten wir ein bisschen Fressalien fürs Picknick einpacken.

1. Proviant
2. was gesundes ist auch dabei 

Dann hieß es, den ganzen Krempel und alle Insassen inklusive Hund in unseren Yaris packen und ab Richtung Norden. Seit einigen Jahren gibt es in Israel eine mautpflichtige Autobahn, die den Norden mit dem Süden verbindet, da geht das eigentlich ganz fix und es gibt einiges zu kucken, denn die Autobahn führt an einigen arabischen Städten und auch an der Westbank vorbei - hohe Minarette, goldene Kuppeln, interessant gebaute Wohnhäuser und dazwischen immer wieder üppiges Grün und blühende Hügel.

3. Frühling entlang der Strecke
4. Hund darf mit und freut sich

Etwa 90 Minuten dauerte die Fahrt, die uns wiederum dicht an die jordanische Grenze in die Nähe der historischen Stadt Beit Shean (Scythopolis in römischer Zeit und eine der bedeutendsten Städte der Dekapolis) führte, die wir uns diesmal aber nicht ansehen wollten. Unser Ziel heute war eines der schönsten Ausflugsziele in Israel überhaupt - das Sachne mit seinen natürlichen Wasserbecken, die ganzjährig angenehm warm sind. Ich glaube, ich hatte schon mal erwähnt, dass der Gatte sich lange Jahre geweigert hat, überhaupt dorthin zu fahren, weil es angeblich immer so überlaufen ist, dass es keinen Spaß macht (Israelis lieben Wasserattraktionen!). Das trifft in den langen Sommermonaten sicherlich zu, aber seit wir vor gut einem Jahr mit meinen Eltern mitten im Winter dort waren, sind wir so begeistert, dass wir es dieses Mal direkt wieder auf den Ausflugszettel genommen haben. Scheinbar ist es auch Mitte März für die meisten Israelis noch zu kalt, denn wir waren auch dieses Mal praktisch unter uns.

5. blaue Lagune?
6. Bergsee? 

Sogar der Opa ließ sich breitschlagen, ein wenig mit dem Mädchen zu schwimmen und selbst der Gatte konnte sich entspannen und an der friedlichen Atmosphäre erfreuen - Erfolg!


7. Wasserfall
8. Aussicht

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig finde ich ja die im Sachne heimischen Fische, die einen sofort anknabbern, sobald man nicht mehr in Bewegung ist, aber das Mädchen findet das total cool und eine Freundin von mir sagt immer, sie würde niemals teures Geld für hippe Fischpediküre bezahlen, wenn sie sie im Sachne umsonst bekommen kann :)

9. das bisschen Regen stört doch nicht...
10. Fische im klaren Wasser beobachten


Gegen Mittag zog der Himmel leider zu und es begann leicht zu regnen. Also packten wir lieber zusammen und suchten uns auf dem Heimweg ein Café für Kaffee und Süßkram. Die gigantische belgische Waffel geht beinahe als früher Geburtstagskuchen für das Mädchen durch. Zuckerschock! 💜



11. Belgische Waffel
12. Lecker Kaffee

Wieder Zuhause stellten wir fest, dass es auch hier ungemütlich geworden ist und ließen den Abend mit einem gemütlichen Filmabend ausklingen.

Wie war euer 12.? Ich schaue gleich mal, ob bei Caro inzwischen die Fotos auch da sind. Irgendwie beruhigend, dass auch sie es nicht jeden Monat am Stichtag schafft... ☺


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Samstag, 11. März 2017

Samstagsfragmente #79


Heute


waren wir draußen im Grünen ein bisschen wandern. Das Wetter - nicht heiß, etwas bewölkt mit einem frischen Wind - war ideal dafür und der Andrang hielt sich erfreulich in Grenzen.

Außerdem sind meine Eltern ein paar Tage zu Besuch und wollen so viel Frühling mitnehmen, wie es nur geht.

Heute Abend waren der Gatte und das Mädchen auf einer Purimparty, während ich bei meinem monatlichen Frauenabend war - Kostümierung erwünscht. Und weil ich keine Spielverderberin sein mag, wühlte ich kurzentschlossen ein uraltes 90er-Jahre Damenkostüm in Marineblau aus dem Schrank, schmierte mir knallroten Lippenstift ins Gesicht, band mir ein gelbes Halstuch um und machte einen auf Lufthansa-Flugbegleiterin. 

"Coffee or tea, anyone?"

die Woche


habe ich als produktiv und sinnvoll empfunden.  

Erfreulichkeiten


  1. Mama und Papa aka Oma und Oma sind gelandet
  2. Vorfreude auf ein paar schöne Tage mit der Familie
  3. Purim ist gut gelaufen (zur Parade schreibe ich noch was), das Mädchenkostüm war ein großer Erfolg 
  4. beim Pilates ein Erfolgserlebnis gehabt (vielleicht werde ich ja doch noch marginal gelenkig auf meine alten Tage)
  5. das Verkehrschaos in Tel Aviv nach der vorübergehenden Schließung eines wichtigen Bahnhofs (Großprojekt Stadtbahn) dauerte zum Glück nur 4 Tage an. 

Erlesenes


Zero von Marc Elsberg war wie erwartet spannend, fundiert mit Fakten unterfüttert und so nah an den heutigen virtuellen Realitäten, dass es für mich als Bürgerin des global vernetzten Dorfes auch ein bisschen ungemütlich zu lesen war.


Foto der Woche


die Mandelbäume blühen noch immer ...


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// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Mittwoch, 8. März 2017

[Buch] Franziska Fischer: Und irgendwo ich

Und irgendwo ichUnd irgendwo ich by Franziska Fischer
My rating: 4 of 5 stars

Lizzy und ihrer Schwester steht die Welt offen, denn mit ihrer Mutter leben sie mal hier, mal da und haben schon in jungen Jahren viele verschiedene Länder gesehen. Meist ziehen sie weiter, wenn sie sich gerade eingelebt haben, und so konnten die Mädchen nie lernen, was Heimat bedeutet. Als sie zurück nach Deutschland in ein verlassenes Haus ziehen, spürt Lizzy von Anfang an, dass diesmal alles anders ist. Das Haus löst etwas in ihr aus, das sie nicht zuordnen kann, fast scheint es ein Geheimnis zu verbergen, und dann ist da noch der stille Junge in ihrer Schule, der immer wieder in ihrem Alltag auftaucht.

***

"Und irgendwie ich" ist der vierte Ink Rebel, klar, dass ich ihn lesen musste, obwohl ich mir unter dem Titel anfangs nicht viel vorstellen konnte. Die Beschreibung von Lizzys Kindheit und der unsteten Weltenbummlerei hat mich beklemmt und stellenweise sogar an die Autobiographie "Schloss aus Glas" von Jeannette Walls erinnert. Da steckt gefühlsmäßig so viel drin, Sehnsucht, Heimweh, Einsamkeit, Verlust - das hat mich emotional mitgenommen. Franziska Fischers Stil ist leise und poetisch, das Tempo baut sich allmählich auf und hält dabei trotzdem von Anfang an einen Spannungsbogen, der es mir leicht gemacht hat, rein zu finden und dranzubleiben. Ein behutsamer Jugendroman mit einer starken Protagonistin, die sich trotz aller Schwierigkeiten den immer wieder veränderten Umständen in ihrem Leben und den damit einhergehenden sozialen Herausforderungen stellt. Habe ich gerne gelesen.

"Und irgendwo ich" ist für Kindle für 3,99 Euro zu haben, als Taschenbuch erscheint es in Kürze.



Weitere Ink Rebels:

Jennifer Benkau: Es war einmal Aleppo
Kira Minttu: Keep on dreaming
Julia K. Dibbern: Wenn ich dich nicht erfunden hätte