Samstag, 20. Mai 2017

Samstagsfragmente #88 - trocken aber nicht ganz trist


Heute


haben wir mal wieder eine kleine Runde auf dem Hügel gedreht. Dort ist inzwischen das schöne Grün einer trockenen Steppe gewichen, Disteln und Dornen locken aber immer noch Bienen und Schmetterlinge an. Das Exemplar oben klammerte sich an der Distel fest, um nicht vom Wind davon geblasen zu werden (noch mehr Distelfotos habe ich vorhin auf Instagram eingestellt).

Außerdem ist Schlangen-Saison! Der Gatte hat heute ein großes Exemplar fliehen sehen, ich konnte nur nur noch ein Geraschel im Gesträuch hören. Obwohl nicht alle Schlangen in Israel giftig sind, sollte man in dieser Zeit unbedingt auf den Wegen bleiben und lange Hosen sowie festes Schuhwerk tragen. Mein 12tel Blick ist zur Zeit gar nicht zugänglich, wenn ich diese Regel befolgen will (und das will ich, vor allem, wenn ich alleine unterwegs bin, denn der Hund würde im Ernstfall nicht den Notarzt rufen.. 😉), deshalb habe ich Ende April das Foto aus einem etwas anderen Winkel geschossen. Mal sehen, wie es in 10 Tagen aussieht, wenn der Maiblick ansteht.




Die Woche


Erfreulichkeiten


  • ein bisschen Regen! Sehr, sehr unverhofft, nachdem wir schon wieder knapp 40° hatten 
  • in der Schule soll ein kleiner Chor zustande kommen, das Mädchen übt eifrig für's Vorsingen
  • ein Kompliment für einen Artikel bekommen, den ich auf Englisch geschrieben habe 
  • ganz friedlich mit dem Mädchen auf eine Englischarbeit gelernt 
  • mich erfolgreich vor einem Schulausflug gedrückt und stattdessen den Gatten geschickt 

Erlesenes 


The Circle von Dave Eggers hat mich emotional so gestresst, dass ich es am Ende weglegen und das letzte Kapitel mit einem Tag Abstand lesen musste. Dabei fand ich die Idee und Handlung nicht mal so bahnbrechend, aber die ständige Netzaktivität der Charaktere war so nervenaufreibend geschildert, dass ich beinahe alle meine Accounts stillgelegt hätte. Spannendes Buch, das ein paar Jahre nach seiner Veröffentlichung noch ein bisschen mehr Realität geworden ist.

Aktuell lese ich von Margaret Atwood den Auftakt einer dystopischen Trilogie - Oryx and Crake. Wirft viele herausfordernde Fragen auf und ist ungemütlich zu lesen, so wie es sich für das Genre gehört.

Parallel dazu habe ich meinen ersten Krimi von Peter James angefangen. Der Gatte hat von ihm schon einige mit Begeisterung gelesen und ich muss sagen, dass mich Dead simple (Deutsch:"Stirb ewig") gleich auf den ersten Seiten ziemlich eingesaugt hat.

Foto der Woche


Strandbilder sind immer gut:

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// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //




Sonntag, 14. Mai 2017

Samstagsfragmente #87 - Essen und entspannen

Tel Aviv, vom Uni-Campus aus


Gestern


haben der Gatte und ich richtig ausspannen können. Beziehungsweise, wie man bei uns in der Familie sagt - "abschlaffen". Das Mädchen war fast den ganzen Tag mit den Pfadfindern unterwegs, es war phasenweise drückend heiß, da hatten wir keine großen Ambitionen für Unternehmungen. Den Abend verbrachte ich bei einem meiner Frauenabende und bekam dort das beste Lammfleisch aufgetischt, das ich je gegessen habe (ich bin nämlich eigentlich kein Lammfan): Es war so zart, dass es beinahe auf der Zunge zerging, wirklich lecker. Dazu gefüllte Zucchini und Auberginen, Salate, Hummus und zum Nachtisch Baklava und Kanafeh, wenn ich das so rekapituliere wundert mich fast, dass keine von uns anschließend die Treppe runtergerollt ist :)

Die Woche

Erfreulichkeiten


  • mit der Arabischlehrerin spontan eine Modeveranstaltung (u.a. mit den wunderschönen israelisch-palästinensischen Designerkleidern von Two Neighbors) besucht und dort - unverhofft - eine frühere Bekanntschaft erneuert
  • einen wichtigen ehrenamtlichen Termin gut hinter mich gebracht 
  • verschiedene Lösungen in Sachen Sommercamps für das Mädchen beginnen sich abzuzeichnen (und ich habe jetzt schon wieder ein paar graue Haare mehr, wie jedes Jahr) 
  • Lag baOmer an uns vorbei ziehen lassen, ohne selbst involviert zu sein - yeah! 
  • das zweite Eltern-Lehrer-Kind-Gespräch des Jahres ist gut verlaufen, unglaublich, dass die vierte Klasse jetzt fast schon rum ist

Erlesenes 


Eine Kindle-Leiche habe ich diese Woche gelesen - Death in the Tunnel von Miles Burton ist ein klassischer englischer Krimi in der Machart von Agatha Christie und co. Am Ende werden die Bösen gehängt (wie es sich gehört, O-Ton).

Aktuell lese ich The Circle von Dave Eggers. Das hatte ich schon länger auf meiner Wunschliste und habe es neulich im 2nd-Hand Buchladen entdeckt. Sehr, sehr ungemütlich zu lesen, aber es packt mich nicht ganz so, wie ich es erwartet hätte.

Foto der Woche


Ein Nicht-Selfie von mir wurde diese Woche gemocht:

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Webfragmente


Die israelische Autorin Mirna Funk lebt abwechselnd in Berlin und Israel. In einem Artikel beschreibt sie die Unterschiede in der Gesellschaft in Bezug auf Kinder. Liest sich ein bisschen traurig insgesamt. Zeit-Artikel

Das niedlichste Video auf Facebook diese Woche war eine Schar Entenküken, die eins nach dem anderen mutig der Mama hinterher in einen See hopsen (Video)

Und das witzigste der freundliche Tigermann, der den großen Fehler macht, seine Gefährtin aufwecken zu wollen (Video)


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Freitag, 12. Mai 2017

#12von12 - alles neu macht der Mai :)

Nein, damit ist nicht gemeint, dass ich jetzt wieder wie wild anfangen werde zu bloggen oder gar den Blog komplett neu aufziehe. Nein, ich habe lediglich für die heutigen 12 von 12 (die kann ich einfach nicht auslassen, dazu hänge ich zu sehr an dieser monatlichen "Tagesschau"), nun endlich einmal die Story-Funktion auf Instagram ausprobiert habe. Eigentlich bin ich mit meinem Instagram als digitale schicke Fotosammlung sehr zufrieden und habe meist nicht das Bedürfnis, ganz schnöde Schnappschüsse aus meinem Alltag zu zeigen, aber für die 12 von 12 könnte sie sich ganz gut eignen, dachte ich...

1 - Kaffee zum Aufwachen. Da der Gatte über Nacht außer Haus war und für eine Person die große Kaffeekanne nicht wirklich lohnt, heute nur Instantplörre
2 - das Hundeding kuschelt noch ein bisschen....



3 - ... dann geht es auf die Gassirunde an diesen spannenden Sträuchern vorbei. Blüten in zwei Farben, die sind mir bisher noch nie aufgefallen
4 - die Wochenendausgabe der "Haaretz". Der Gatte hat sie abonniert, mir sind die Artikel auf Hebräisch meist zu anstrengend, ich lese die Online-Ausgabe auf Englisch  (Aber die Karikaturen schaue ich mir immer mit Vergnügen an, hehe)




5 - beim Wochenendeinkauf mit einem über 90-jährigen heute, hatte ich richtig Spaß. Noch zur britischen Mandatszeit geboren und in Jerusalem aufgewachsen, hat der Mann einen reichen Geschichte(n)schatz
6 - anschließend habe ich das Mädchen ins Auto gesetzt und bin mit ihr in den Zoo gefahren. Da ich aus kurzfristiger Verpeiltheit die richtige Ausfahrt verpasst hatte, mussten wir lange an einer Ampel anstehen



7 - umso schöner, dass man im Zoo ganz ohne Scherereien einfach die Jahreskarte zücken und auch mal kurz vor Torschluss gehen kann, wenn kaum noch jemand dort unterwegs ist
8 - Junggiraffe! (Sekunden vorher hat sie sich versucht, mit dem schwarzen Stab zu massieren)



9 - die Wüstenfüchse bekommen bald ein neues Gehege, darauf freuen wir uns auch schon, nicht nur die Füchse
10 - Zuhause wartet mein eigener Wocheneinkauf schon vor der Tür, wegräumen werde ich ihn später



11 - inzwischen ist nämlich der Gatte zurück und es gibt ordentlichen Kaffee, zum Lesen habe ich aber nicht wirklich Zeit, denn unser Abendessen kocht sich ja leider nicht alleine
12 - gegen halb Sieben steht die Sonne schon tief, sogar das Hundeding wirft einen langen Schatten




Das war ein guter Tag - und bei euch?



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Samstag, 6. Mai 2017

Samstagsfragmente #86 - Blau-weiße Woche



Heute


war ein schöner Shabbat. Vormittags haben wir uns nach Jerusalem aufgemacht, wo die blau-weißen Fähnchen vom Yom HaAtzamut noch die Straßen schmücken. Später waren wir bei lieben Freunden eingeladen, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt mexikanische "Mole-Soße" serviert bekam. Mei, ist das lecker, extra scharfe Gewürzsoße auf Schokoladenbasis - dass das wunderbar mit einem herzhaften Gericht zusammen geht, hätte ich vorher auch nicht geglaubt.


Die Woche


war wieder schön kurz, denn der Unabhängigkeitstag fiel auf Dienstag, blöd nur, dass man sich an diese Routine gewöhnt und dann später nur schwer wieder in den normalen Rhythmus findet.

Erfreulichkeiten


  • das Mädchen war pünktlich zum Feiertag wieder fit
  • entspannt mit der Familie gegrillt - das Mädchen und ich patriotisch in blau-weißem Partneroutfit inklusive Nagellack
  • jemanden eine Freude machen können 
  • Falafel gegessen
  • ehrenamtlich als Schülerlotsin fungiert und alle sicher über die Straße gebracht

Erlesenes 


Das achte Leben (für Brilka) von Nina Haratischwili habe ich Anfang der Woche satt und zufrieden zuklappen können. Eines der emotional schwierigeren Bücher der letzten Jahre für mich, aber toll geschrieben und ein gigantischer Erzählbogen, den die Autorin meisterhaft gesponnen und trotzdem zu jeder Zeit alle Fäden fest zusammengehalten hat.

Am 2. Mai ist A Court of Wings and Ruin von Sarah Maas auf meinen Kindle geflattert und hat mir viele spannende Stunden und ein bisschen Lesekater beschert, obwohl er mich letztlich nicht so sehr überzeugen konnte, wie der Vorgänger in der Trilogie.

Foto der Woche


Eine echte Biene lässt sich von Dornen nicht abschrecken...

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Webfragmente


viel auf Englisch diesmal, aber damit kommt ihr klar, oder?

Tivola bringt eine kostenlose Deutschlern-App für arabische Kinder auf den Markt (Artikel)

Eine ultra-orthodoxe Frau hätte ihr erstes Kind am liebsten erst nach dem Justin Bieber-Konzert auf die Welt gebracht, aber daraus wurde nichts... (Englisch)

Heineken-Werbung ermutigt zur Überbrückung von Vorurteilen (mit Video im Artikel)

Ein Papa twittert Auszüge aus alltäglichen Gesprächen mit seinen Töchtern - sehr komisch :) (Englisch)


Hattet ihr auch eine schöne Woche? 


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Montag, 1. Mai 2017

 [Buch] Kira Minttu: Me, without words

Der Nachfolger von Keep on Dreaming ist da!

Wie alle Kira Minttu Fans, habe ich mich sehr gefreut zu hören, dass ihr Erstling kein Einzelband bleiben wird. Heute kommt Teil 2 der Stay Tuned-Reihe auf eure Lesegeräte, geplant sind derzeit sechs Bände, denn Kira hat noch jede Menge Ideen für Geschichten im Umfeld ihrer Helden, die erzählt werden wollen. Me, without words spielt zeitlich kurz nach den Ereignissen in Keep on Dreaming und stellt Katinkas beste Freundin Juli in den Mittelpunkt.

(Sehen die beiden Cover nicht wahnsinnig schick zusammen aus?)



Julis Zuhause ist nicht mehr der warme, geborgene Ort, den sie von früher kennt. Die Stille zwischen ihren Eltern und die gezwungen aufrecht erhaltene Fassade normaler Zwischenmenschlichkeit setzt ihr immer mehr zu und sie fürchtet, dass die heile Familienwelt ihrer Kindheit unwiderruflich verloren ist. Ihre Freunde bemerken Julis Zerrissenheit nicht und wenn sie doch nachfragen, wie es ihr geht, fehlen Juli oft die Worte auszudrücken, wie es wirklich in ihr aussieht. Sogar ihre Beziehung zu Levin ist kompliziert geworden, denn die einstige Unbeschwertheit wird von ihrer ernsten Stimmung gedämpft und Juli fühlt, dass Levin einen Schritt weiter gehen möchte, zu dem sie sich nicht bereit fühlt. Als ein undurchsichtiger Junge in ihr Gefühlschaos tritt, dessen Absichten sie nicht einschätzen kann, lässt sich Juli auf etwas ein, das sie schon bald nicht mehr kontrollieren kann..

***

Für mich zeichnet sich Kira Minttu vor allem durch ihr schriftstellerisches Talent aus, die Gefühlswelt ihrer Charaktere so auf Papier zu bringen, dass man sich als Leser mit ihnen identifizieren kann. Julis Schmerz und ihr Unvermögen, ihn in Worte zu fassen, wirkte auf mich so authentisch, weil ich ihm nachspüren konnte, obwohl ich längst keine 16 mehr bin. Wie schon in ihrem ersten Roman baut sie von Anfang an eine Grundspannung auf, der ich mich nicht entziehen konnte. Dabei kommt Me, without words ohne den Glitzereffekt der Rockmusikbranche aus und setzt anfangs komplett auf emotionalen und psychologischen Suspense. Über weite Strecken konnte ich, wie Juli, Situationen nicht richtig einschätzen und wartete angespannt darauf, was wohl als nächstes passieren würde. 

Nur wer eine klassische Fortsetzung zu Keep on Dreaming erwartet hat, könnte möglicherweise zunächst ein wenig enttäuscht sein, denn Me, without words ist anders aufgebaut und dreht sich explizit um Juli, während die Hauptpersonen und Ereignisse aus Keep on eher in den Hintergrund rücken. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem nervenzerreißenden realistischen Beziehungsdrama belohnt, das man kaum aus der Hand legen kann. 


"Me, without words" ist ab sofort als Kindle eBook für 3,99 Euro erhältlich. Als Klappbroschur wird es, wie alle anderen Ink Rebels in Kürze im Amrun-Verlag erscheinen, kann aber auch bereits im Buchhandel vorbestellt werden. Eine ausführliche PDF-Leseprobe gibt es hier

Vielen Dank Kira, dass ich deine Geschichten immer wieder vor allen anderen lesen darf 💙

Apropos... Wenn ihr zeitnah informiert werden wollt, an was Kira gerade arbeitet, folgt ihr einfach auf Facebook - "stay tuned" :) 

Sonntag, 30. April 2017

Samstagsfragmente #85 - Sonntag statt Samstag



Heute


ist schon Sonntag und ich hüte mal wieder mein krankes Mädchen, das sich scheinbar irgendeinen Magen-Darm-Virus eingefangen hat (ich bin aber guter Dinge, dass es mich nicht erwischen wird..). Es ist ja sehr rücksichtsvoll von ihr, dass sie sich dafür meinen freien Tag ausgesucht hat und ich nicht extra der Arbeit fernbleiben muss. An der Stelle ist es vielleicht interessant zu erwähnen, dass die Schonkost im Hause Fragmentage aus Ginger Ale und Salzbrezeln besteht, seit ich von amerikanischen Freunden gelernt habe, dass Ginger Ale bei Magen-Darm besser sein soll als Cola. Überhaupt finde ich spannend, dass es in jeder Familie und jedem Land da ein bisschen andere Präferenzen gibt, Placebos sind diese Getränke ja letztlich beide.

Die Woche


war eine bunte Tüte interessanter Dinge:

Erfreulichkeiten


  • den Dokumentarfilm "Pray the Devil back to hell" über Leymah Gbowee und die liberische Frauenbewegung für den Frieden gesehen. Ich hatte ja auch ihr Buch gelesen.  
  • das Screening des Films fand im privaten Rahmen statt und wurde durch die hiesige "Grassroots" Bewegung "Women Wage Peace" organisiert. Es hat mich sehr ermutigt mehr über deren Arbeit zu erfahren.  
  • von einer alten Freundin und deren Familie gehört 
  • der Ausgang des ersten Wahlgangs in Frankreich hat mich natürlich auch erfreut 
  • ebenso die Nachricht, dass es wieder ein Sommerprogramm in der Schule geben soll

Erlesenes 


Mein Ehrgeiz: "Das achte Leben (für Brilka)" die Tage endlich mal fertig lesen. Den Wälzer.


Foto der Woche


eine Pusteblume

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Webfragmente


Bewegend: Prayer of the mothers (Musikvideo Women Wage Peace)

Gute Laune: Ein tanzender Vater mit seinem Sohn (Video)

Dirty Dancing Tourismus: In Virginia kann man bei Kellerman's, bzw. in dem Resort, das als Kulisse diente, heute Fanurlaub machen. (Artikel)

Interessanter Artikel mit blödem Titel über die Probleme des deutschen Schulsystems, ähnliches kann ich im israelischen auch beobachten. (Artikel)



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Samstag, 22. April 2017

Samstagsfragmente #84 - bye, bye Blogstress



Heute


habe ich beschlossen, mit dem Blog kürzer zu treten, denn ich merke, dass ich ein bisschen müde geworden bin in letzter Zeit und es mich zunehmend stresst, wenn ich es nicht schaffe, regelmäßig zu veröffentlichen, weil das Leben mich halt gerade mal wieder anderweitig fordert. Das ist ungut, denn das Blog sollte ja eigentlich ein kreativer Ausgleich sein und kein zusätzlicher Stressfaktor. Daher werde ich in nächster Zeit nur noch die Samstagsfragmente regelmäßig hier lassen und ansonsten ohne Druck eher sporadisch veröffentlichen. Wenn ich ehrlich bin, läuft es eigentlich schon eine ganze Weile mehr oder weniger so, aber ich habe das Gefühl, dass ein klarer Schnitt für mich wichtig ist. Der Bericht aus Nazareth kommt aber auf jeden Fall noch und die Rezension des neuen Ink Rebels von Kira Minttu auch (erscheint am 1. Mai), danach werde ich erstmal sehen, was die Zukunft so bringt, in Sachen Blog und Schreiben im Allgemeinen.

Danke, dass ihr hier immer wieder reinschaut und kommentiert 💙


Die Woche


fing für mich erst am Mittwoch an und war entsprechend erfreulich kurz, denn nach einem langen Wochenende quält es sich ja immer so ein bisschen, wieder in den Alltag reinzukommen...

Erfreulichkeiten



  • die Pessachwoche gut hinter uns gebracht
  • nur zwei Tage arbeiten müssen 
  • ein schönes Treffen mit der Frauengruppe gehabt 
  • den Amazon-Kundenservice mal wieder geherzt
  • mit dem Mädchen "Sissi die junge Kaiserin" gekuckt und endlich mal eine Strichliste darüber geführt, wie oft das Wort "Majestät" tatsächlich fällt*                


Erlesenes 


Heute habe ich zwischendurch die Märchenvorlage zu die "Die Schöne und das Biest" von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont gelesen. Das kannte ich in der Originalversion tatsächlich noch nicht, ich habe also gewissermaßen eine Bildungslücke geschlossen.

Ansonsten bin ich weiterhin in Georgien mit "Das achte Leben (für Brilka)".


Foto der Woche


Blümchen aus Nazareth waren gerne gesehen diese Woche...


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Webfragmente


Die Reaktion der Journalistin Corinna Milborn auf Felix Baumgartner war eins meiner Wochenhighlights: Facebook-Video

Ein israelisches Tänzerpaar stellt Hebefiguren auf den Kopf: Dance Magazine

Ein Kochbuch, das von Holocaustüberlebenden und israelischen Spitzenköchen erarbeitet wurde, ist als bestes Kochbuch der Welt nominiert worden: Artikel (Englisch)



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*139 Mal

Samstag, 15. April 2017

Samstagsfragmente #83 - Nett in Nazareth :)



Heute 


vergnügen wir uns im schönen Nazareth, weswegen ich hier nur noch ganz schnell vor dem Einschlafen die Samstagsfragmente hin werfen kann, es war ein ausgefüllter Tag. Ein ausführlicher Bericht dieser kurzen Städtereise kommt aber noch, versprochen!


Die Woche 


war Pessach mit nur anderthalb Arbeitstagen - da gibt es gar nichts zu meckern :)

Erfreulichkeiten 


  • einen tollen Sederabend erlebt
  • mit dem Mädchen und zwei besten Freundinnen noch mal Beauty and the Beast gesehen (diesmal im Originalton und natürlich viel besser)
  • die Ausstellungseröffnung eines lieben Künstlerfreundes besucht
  • ein paar Tage Urlaub 
  • unverhofft altes Geburtstagsgeld gefunden (ich dachte, das passiert immer nur den anderen...) und gleich in Sandalen für das Mädchen investiert

Erlesenes 


Erlesenes... naja... ich musste unbedingt schnell Sarah J. Maas re-readen (nennt es "Escapism"), aber danach geht es dann gleich weiter in Das achte Leben (für Brilka) von Nino Haratischwili


Foto der Woche 


Blumen kann ich...


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Webfragmente 


Die Fotosammlung aus Yad Vashem von Pessachfeiern vor, während und nach des Holocausts habe ich vielleicht schon mal gezeigt? Holocaust passover

Der israelische Botschafter in Deutschland über Antisemitismus und Fremdenhass: Yacov Hadas-Handelsmann, Die Welt

Ein Modelabel bringt israelische und palästinensische Schneiderinnen zusammen: Two Neighbors (Englisch)


Das war's also für heute... nennt es einen kleinen Ostergruß aus Nazareth - mehr kommt die Tage ♡


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Mittwoch, 12. April 2017

#12von12 im April - Pessachwoche

Nach dem ersten Pessachfeiertag gestern bin ich heute ganz tapfer ins Büro getrabt. In der Woche zwischen den Feiertagen nehmen viele frei, die Kinder haben ja eh Ferien, und in den letzten Jahren waren wir in dieser Zeit immer in Zypern im Urlaub. Dieses Jahr wäre ich gerne nach Italien gefahren, aber der Gatte kam sehr lange nicht in die Pötte und wenn es um Pessach geht muss man sehr vorausschauend planen, um überhaupt bezahlbare Flüge zu finden. Irgendwann war es dann zu spät und wir entschieden, dieses Jahr Pessach im Land zu bleiben.

Ich trabte also ins Büro, auf den Straßen war nur sehr wenig los und selbst busy Tel Aviv wirkt eher verschlafen. In der Lobby unseres Gebäudes, in der normalerweise munterer Cafébetrieb herrscht, steht eine verwaiste Theke, die Espressomaschine hat ausgezischt und die Stühle sind - ganz untypisch für Israel - ordentlich auf die Tischchen gestapelt. Das Café bleibt für die ganze Woche geschlossen. Keine Backwaren, kein Business. Würden sie sich nicht an die Vorschriften der jüdischen Speisegesetze halten und in dieser Woche wie gewohnt ihre Brote, Croissants und Kekse zum Kaffee verkaufen, wäre ihr Koscherzertifikat schneller weg, als ich "Matza" sagen kann und sie würden Kunden verlieren.

Im Büro sehen wir das nicht so eng, jeder macht in der Pessachzeit was er will, mein Gemüsereis und der Apfel gehen aber als pessachkoscher durch ;) Da die meisten Kollegen nicht arbeiten, wirken die Flure gegen Nachmittag seltsam gespenstisch und am Ende bin ich fast ein bisschen erleichtert, dass ich die Tür hinter mir zuziehen kann.




Auch draußen ist die Stimmung heute seltsam. Es ist bewölkt und windig, aber nicht wirklich kalt, stickig und grau. Gestern war schöner. Ich gehe zur Bushaltestelle und steige in einen Bus, der mich zur Verwandschaft bringen wird, wo der Gatte und das Mädchen auf mich warten.



Nachdem ich aus dem zuckeligen Bus aussteige, passiere ich noch einige Hinterhöfe, wie wir sie in unserem sterilen Vorort so gar nicht kennen (Graffiti!) und laufe bei der Schwägerin ein, als sie gerade ein leckeres kleines Essen gemacht hat. Läuft. Nur den Wein dazu hätte ich mir lieber gespart, Alkohol vertrage ich kaum noch, das muss das Alter sein. Hmpf.

Zu guter Letzt hätte ich heute eigentlich ganz viel aus "Das achte Leben" lesen wollen (gefällt mir sehr!) und bin stattdessen wieder mal in den Night Court abgetaucht. Aber schließlich kommt Teil 3 der Reihe schon in drei Wochen raus, ein kleines "was bisher geschah..." ist also absolut legitim ;-)




Und bei euch so?


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Sonntag, 9. April 2017

Matzen backen

wäre für meine Zwischentraditionensammlung schön gewesen, weswegen ich mich vor etwa zwei Wochen sehr gefreut habe zu hören, dass in unserer Stadt in der Woche vor Pessach eine mobile Matzenbäckerei ihre Öfen anfeuert. Auf Facebook wusste man, wo genau das stattfinden soll, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten. Doch als ich mich heute an meinem freien Tag mit dem Mädchen aufmachte, echt pessachkoschere Matzen selber zu backen, stellten wir zu unserer Enttäuschung fest, dass die Aktivität kurzfristig umziehen musste. In einen Kibbutz außerhalb der Stadt, der wiederum so religiös geprägt ist, dass er dann doch ein bisschen außerhalb meiner persönlichen Komfortzone liegt.

Spannend hätte ich das Ganze aber schon gefunden, denn der Prozess der Matzenbäckerei ist, wie so vieles im Judentum, streng reglementiert. Matzen sind ja flache, staubtrockene Teigplatten, die auf den ersten Biss ein bisschen an Knäckebrot erinnern. Da während der Pessachwoche kein Brot und auch sonst keine "gesäuerten" Lebensmittel verzehrt werden dürfen - Ashkenasische Juden verzichten außerdem auf Hülsenfrüchte und Reis - sind diese "ungesäuerten Brote" ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das mit herzhaften oder süßen Aufstrichen und zu den Mahlezeiten verzehrt wird. Bei der Herstellung der Matzen sind viele Regeln zu beachten, die alle zusammen sicherstellen sollen, dass der Teig auf keinen Fall "aufgeht", also säuert, bevor er fertig gebacken ist. In der strengsten religiösen Auslegung geht das sogar so weit, dass das Korn ab dem Zeitpunkt der Ernte bis zum Zeitpunkt der Verarbeitung zu Matzen, der sogenannten "Matza Shmurah" überwacht wird, um ganz sicher zu gehen, dass es zu keiner Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt wurde.

Handgemachte Matza (Quelle: Yonina)
Bei der Herstellung läuft die Uhr ab dem Zeitpunkt zu dem das Wasser mit dem Mehl in Kontakt kommt und verknetet wird. Ab da bleiben dem Bäcker bis zu 18 Minuten, den Teig zu kneten, in kleinen Portionen hauchdünn auszurollen, mit einem speziellen Teigroller das Lochmuster in den Fladen zu stanzen und den Teig in einem sehr heißen Ofen zu einer harten, trockenen Matze zu verbacken. Natürlich werden heutzutage die meisten Matzen in Fabriken produziert (in New York im Traditionsunternehmen "Streit's" zum Beispiel (charmantes Video)), aber viele Familien möchten für den Sederabend eine handgemachte Matza Shmura, die natürlich, wenn man sich einmal klargemacht hat, unter welchen Mühen sie entsteht, gleich noch einmal ganz anders schmeckt.

Tja, bei uns wird das dieses Jahr mit den selbst gebackenen Matzen wohl leider nichts mehr. Aber immerhin werden wir ein besonderes Seder erleben, dabei sahen wir uns in unserer Vorstellung schon trübsinning alleine vor der Familienpackung Matzen sitzen, denn dieses Jahr war mit der Pessachplanung irgendwo von vornherein der Wurm drin. Eine Woche vor Pessach, als ich schon kurz davor war, verzweifelt ins Netz zu rufen, ob uns nicht doch jemand aufnehmen kann ("will work for food" oder so..), erhielt ich eine Nachricht von Bekannten aus dem tiefen Süden, ob wir wohl noch nichts vor hätten? Es sei ja ohne Frage sehr kurzfristig und sicher wären wir längst verplant, aber falls nicht würde man sich riesig freuen, wenn wir kommen könnten. Das sind dann so die Momente, die mich wirklich anrühren und in denen ich ganz sicher bin, dass in unserem Leben nichts zufällig passiert.

Heute Abend geht's los, mit allem, was die Tradition zu bieten hat, wir sind sehr gespannt.

Samstag, 1. April 2017

Samstagsfragmente #82 - Fast Ferien...

samstags im Museum - fast wie Eislaufen


Heute 



ist etwas ganz erstaunliches passiert. Wir waren in Jerusalem mit einer alten Familienfreundin verabredet, weil die Hilfe mit der modernen Technik brauchte. Für das Mädchen hatten wir ein Kartenspiel zur Beschäftigung dabei, aber als die Gastgebern vorschlug, wir könnten doch in der Zwischenzeit ins Museum gleich um die Ecke gehen und ich sofort abwinkte, weil wir dort ja nun schon vor zwei Wochen waren, war ausgerechnet das Mädchen sofort begeistert bei der Sache. Das Kind ist mir manchmal schon unheimlich mit seinen Reifeschüben. Jedenfalls machten wir uns schnell auf die Socken, denn viel Zeit hatten wir nicht, mit dem Ziel Archäologieabteilung. Letztes Mal haben wir uns dort ja nur die Mumie angeschaut, heute fingen wir systematisch bei den allerersten Spuren menschlichen Lebens im Nahen Osten an (Neandertaler und Steinzeitmenschen und so..) und tasteten uns bis ins byzantinische Reich vor. Kurioserweise kommt einem jenes am Ende eines solchen Rundgangs richtiggehend modern vor und ich ertappte mich dabei, wie ich dem Mädchen munter erkläre - "schau mal, das hier ist noch gar nicht so lange her....." (tja, plus-minus 2000 Jahre.. *hust*)



Die Woche 



war die letzte vor den langen Pessachferien, gestern war der letzte Schultag. Die Schule beging ihn traditionell mit einem gemeinsamen Sedermahl auf dem Schulhof. Seit einigen Jahren gehört zu dieser Tradition auch, dass die Viertklässler zu "Echad mi Yodea?" einem der Lieder aus der Seder-Liturgie, einen Tanz vorführen.

Das Lied hat 13 Strophen, die immer länger werden:

- Wer weiß eins?
- Eins weiß ich!
- Ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

- Wer weiß zwei?
- Zwei weiß ich!
- Zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

- Wer weiß drei?
- Drei weiß ich!
- Drei Stammesväter, zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott - im Himmel und auf Erden

und so weiter bis zur dreizehnten Strophe:

- Wer weiß dreizehn? 
- Dreizehn weiß ich!
- Dreizehn göttliche Attribute, zwölf Stämme, elf Sterne in Josefs Traum, zehn Gebote, neun Schwangerschaftsmonate, acht Tage zur Beschneidung, sieben Wochentage, sechs Ordnungen der Mischna, fünf Bücher Mose, vier Stammesmütter, drei Stammesväter, zwei Gesetzestafeln, ein Gott ist unser Gott. 

Der Schultanz ist an eine Choreographie von Ohad Naharin angelehnt, die 2000 erstmals von der Batsheva Dance Academy aufgeführt worden ist, auf YouTube gibt es viele Videos dazu (hier zum Beispiel). 

Erfreulichkeiten 



  • die Ferienbetreuung ist geregelt
  • ich war auf dem Hügel spazieren
  • Qualitätszeit mit dem Mädchen gehabt
  • als Familie Moana im Heimkino gesehen (so ein toller Mädchen stark machender Film!)
  • meine Eltern feiern heute ihren 40. Hochzeitstag - Glückwunsch! <3 


Erlesenes 


Ich habe Red Rising noch mal eine Chance gegeben und werde es wohl fertig lesen. Reißt mich aber nach wie vor nicht vom Hocker.

Das achte Leben (für Brilka) von Nino Haratischwili habe ich begonnen. Da es über 1200 Seiten hat wird es mich wohl eine Weile beschäftigen.


Foto der Woche 


Hügelblümchen...


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Webfragmente 



Der WWF hat einen Spendenaufruf zum Schutz der Einhörner gestartet. Fand ich vergnüglich und sehr gut gemacht. (Rettet die Einhörner!)

Ich bin an einem cleveren Browserspiel hängen geblieben. Ein bisschen im Siedler-Stil, aber vollkommen textbasiert ohne niedliche Animationen - http://adarkroom.doublespeakgames.com/ (Auf der App gefällt es mir noch besser)

7 typisch deutsche Gesichtsausdrücke hat die Deutsche Welle untersucht.

Und eine Karte von London, die aus Literaturcharakteren der Stadt zusammen gesetzt ist, habe ich auch gefunden (klick)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Donnerstag, 30. März 2017

#12telBlick 2017 - Kaktus und Mandelbäumchen (März)

Wieder geht ein Monat zu Ende, wieder treffen wir uns an meinem Jahresbaum.

Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert, auf den zweiten Blick sieht man sehr deutlich, was hier in den letzten vier Wochen passiert ist: das Grün ist derart ins Kraut geschossen, dass die Pfade schmal geworden sind und ich mich durch hüfthohe Steppe kämpfen muss, um überhaupt an die Fotostelle zu kommen.



Pollen fliegen, ich bin ein bisschen schniefig, kein Wunder, es blühen immer noch verschiedenste Blumen und das wild wogende Getreide ist - scheinbar aus dem Nichts - aufgetaucht.




Auf der lauschigen Bank unter dem Baum lässt es sich normalerweise gut sitzen, zur Zeit ist die Bank allerdings unter dem Gestrüpp kaum zu sehen.



Pfade zum Baum finden..




Eine Ecke weiter findet auf dem Hügel gerade eine archäologische Ausgrabung statt. Ich bin nicht sicher, nach was genau gescharrt wird, ich werde aber versuchen, das bis zum nächsten 12tel-Blick herauszufinden.




Dass es hier noch einiges zu finden gibt, glaube ich gleich. Auf dem Hügel sind schon einige historische Entdeckungen gemacht worden und erst kürzlich hat die Stadtverwaltung eine ganze Reihe erklärende Tafeln erneuert.


Alle Blicke des Jahres sammle ich hier.

// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //

Samstag, 25. März 2017

Samstagsfragmente #81 - Mikroskopieren und Musik

Baumwollfaser unter dem Mikroskop

Heute


haben wir erstmal bis nach 10 Uhr gemütlich ausgeschlafen und uns dann fast den ganzen Tag mit dem neuen Mikroskop beschäftigt. Wir hatten uns im Auftrag von den Großeltern ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und am Ende zu einem Junior-Modell von Bresser entschieden, was wohl eine gute Entscheidung war: Fliegenbeine, Zwiebelhäutchen, Blütenblätter, Wollfasern und vieles andere mehr wurde ausgiebig bestaunt und mit der Mikroskopkamera teilweise auch auf den Laptop gesendet. Ein sehr cooles neues Spielzeug, an dem auch Mama viel Spaß haben kann *grins*

Später haben wir noch einen Spaziergang auf unseren Hügel gemacht, auf dem in den letzten Wochen das Grün derart wild ins Kraut geschossen ist, dass man viele Pfade zur Zeit gar nicht erkennen kann und sich teilweise durch hüfthohe Gräser schlagen muss :)

Außerdem hat der Gatte entdeckt, dass bei Apple Music bereits der komplette Soundtrack von Beauty and the Beast zu hören ist, ein Ohrenschmaus.


die Woche


Erfreulichkeiten

  1. das Mädchen ist 10 Jahre alt geworden 
  2. und die verschiedenen Geburtstagsfeiern sind alle gut verlaufen 
  3. als Nebeneffekt der Party in den Genuss des neuen Beauty and the Beast Kinofilms gekommen und entdeckt, dass "Matthew Crawley" die männliche Hauptrolle hat! 
  4. einer Freundin helfen können 
  5. Pilates macht zur Zeit richtig Freude

Erlesenes


diese Woche kam ich kaum zum Lesen, aber ich habe Child 44 von Tom Rob Smith angefangen. Ein harter Thriller aus der Sowjetunion der 1950er Jahre, ich finde es sehr spannend, aber auch nicht einfach.

Foto der Woche


das Kind im Museum 💜


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Webfragmente


Ein witziges Musikvideo von Shlomo Artzi von 1975 in dem er für einen Eurovisions Contest auf Deutsch singt: Video

Ein kluger Artikel über integrative Bildung von jüdischen und arabischen Kindern in Israel - ich bin da ja eine große Befürworterin: (Englisch)

Und noch zwei von Beauty and the Beast: Trailer in hebräischer Synchro , Offizielles Musikvideo mit Ballszene


Habt einen schönen Sonntag :)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //



Freitag, 24. März 2017

Eine Woche voller Geburtstage - 10!



Der Mädchengeburtstag ist vor ein paar Stunden ehrenwert zu Ende gegangen.

Mit 10 kann man...
  1. sich schon längst mit seinen Freundinnen auf WhatsApp über alles mögliche austauschen und verabreden
  2. auf YouTube Folgen von Serien suchen und finden, die man unbedingt noch sehen muss 
  3. die Haltung von Zootieren kritisch hinterfragen
  4. bei Konflikten zwischen Klassenkameraden vermitteln 
  5. mit dem eigenen Buskärtle durch die Stadt fahren 
  6. filigrane Schmuckstücke aus winzigen Perlen basteln
  7. sich schon ernsthafte Gedanken darüber machen, ob man später mal den Pflichtdienst in der Armee leisten oder doch lieber ein soziales Jahr machen will 
  8. freihändig ohne Zügel galoppieren 
  9. selber entscheiden, wie genau man die endlich erlaubten Ohrlöcher gemacht haben will 
  10. tolle Fotos von Blumen mit seinem Smartphone machen

Gefeiert wurde dieses wichtige Ereignis über mehrere Tage. Und bevor jetzt wer sagt, das wäre alles übertrieben: Find ich nicht. Wir haben nur dieses eine Wunder(kind), das dürfen wir einmal im Jahr schon ein bisschen ausgelassener feiern.

Am "richtigen" Geburtstag geht es bei uns wahrscheinlich sehr ähnlich zu wie in vielen Familien überall auf der Welt: Mama und Papa richten des Nachts einen Geburtstagstisch her und nach dem Aufwachen darf man Kerzen auspusten und Geschenke auspacken. Natürlich weiß man, dass das genau so passieren wird und deshalb kann man am Vorabend des großen Tages nur schlecht einschlafen und wacht schon im Morgengrauen wieder auf. :)

Unser Geburtstagstisch sieht jedes Jahr ein bisschen anders aus, je nachdem, was mir gerade so einfällt. Da die Blumenkästen auf dem Balkon just diese Woche wie verrückt blühen, bat ich den Gatten, ein bisschen Deko für mich zu pflücken. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass er die einzelnen Blümchen liebevoll handverlesen würde, aber das Ergebnis war wirklich hübsch.




Voluminöse Geschenkkartons hat man mit 10 nicht mehr so wirklich - die Playmobilära scheint zu Ende zu gehen (schnief) - und die Übersichtlichkeit des Päckchenstapels führte direkt zu etwas Frust am Geburtstagsmorgen, vor allem, weil das dringend gewünschte Mikroskop nicht dabei war. Dass sie das von Sabba und Savta ein paar Tage später bekommen würde, konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen und es war nicht ganz leicht für uns alle, den Frust und die Anspannung auszuhalten, denn man hat sich als Eltern ja auch über die kleinen, flachen Geschenke durchaus Gedanken gemacht. Nicht zu vergessen der ideelle Wert: Der Gatte hatte ein Gedicht für den Anlass geschrieben und ich wie jedes Jahr Stunden in die Gestaltung des persönlichen Fotobuches gesteckt. Blöd war auch, dass dieser Tag ein ganz normaler, öder Schultag war, aber das ließ sich halt nicht wirklich ändern.

Besser wurde es einen Tag später dadurch, dass bei den Pfadfindern eine kleine Feier ausgerichtet wurde, mit Krone, Kerzen und Keksen. Diese liebe Aufmerksamkeit wurde am Mittwoch noch von ihrer Tutorin getoppt, die sogar Luftballons und ein Geschenk für sie besorgt hatte. Wahrgenommen und geschätzt zu werden ist in diesem Alter so unheimlich wichtig, das merken wir in letzter Zeit immer häufiger.


Gestern dann stand die Party mit ihren Freundinnen an. Wir haben länger hin- und her überlegt, ob wir wieder einmal mit allen Mädels ihrer Klasse feiern sollen, uns dann aber dagegen entschieden und die Sause auf 10 inklusive Geburtstagskind beschränkt. Das Programm: Zuerst "Die Schöne und das Biest" im Kino sehen, danach Geschenke auspacken und Pizza für alle, zum Abschluss Kuchen - Ende.

Die Karten dafür hatten wir schon vor einer guten Woche besorgt, der Pizzamann wusste auch Bescheid, ich hätte mich also zurücklehnen können. Weil ich aber so bin, wie ich bin, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, der Sache doch noch einen persönlichen Touch anzuheften. Ich bereitete jedem Gast eine kleine Snacktüte fürs Kino vor und - das war wieder so eine Schnapsidee von mir - bastelte ein kleines Armband passend zum Film. Die Neuauflage des Märchengeburtstag in der Version 2.0 für große Mädels, sozusagen.

(Wirklich teuer waren daran nur die Kinokarten ...)



Die Party wurde ein voller Erfolg.

Der Film war grandios (klickt hier, falls ihr Lust auf den Trailer in hebräischem "Diwuw" habt), fast alle Mädels und sogar der Gatte mussten vor Rührung heulen, unser Mädchen war glücklich, die Gäste waren glücklich und mein waghalsiger Versuch, einen Geburtstagskuchen mit Fondant zu gestalten, klappte ebenfalls besser als gedacht.

Heute hieß es dann nur noch, die Familienfeier über die Bühne zu bringen. Unser Standardprogramm - Grillen auf dem Balkon - können der Gatte und ich mittlerweile schon echt gut, trotzdem ist es jedes Mal ein bisschen anstrengend, weil die Schwiegereltern meist so frühzeitig aufschlagen, dass man noch mitten in den Vorbereitungen steckt, wenn man eigentlich gar keinen Kopf für Small Talk oder gar tiefsinnige Gespräche hat. Und wenn die Kinder aneinander geraten, kann es in unserer kleinen Hütte auch mitunter recht eng werden. Heute waren aber alle gut drauf und haben die Gemeinschaft genossen. Jedenfalls soweit ich das beurteilen konnte.

Besonders toll fand es das Mädchen, dass wir es geschafft haben, sie mit der Familienparty zu überraschen. Mit ihr war eine Party samstags im Park abgesprochen, stattdessen haben wir die Familie schon am Freitagnachmittag zu uns bestellt, während sie noch bei den Pfadfindern war. Als sie nach Hause kam, gab es ein großes "Hallo!" - sie hatte wirklich keine Ahnung und war sehr begeistert. Auch über den Käsekuchen, den ich gebacken hatte, denn sie liebt Käsekuchen, rechnete aber nicht damit, einen zu bekommen, weil ich Erdbeertorte machen wollte. Auf die Idee, dass ich einfach einen Erdbeerkäsekuchen backen könnte, kam ich tatsächlich erst einen Tag vor der Feier.

Morgen ist Shabbat. Da mache ich nichts.





Sonntag, 19. März 2017

Samstagsfragmente #80 - Mittags im Museum









Gestern


haben wir den Nachmittag im Israel Museum in Jerusalem verbracht. Ich hatte das schon länger auf dem Zettel, weil dort aktuell eine Ausstellung über Jesus in der israelischen Kunst gezeigt wird (Behold the man - Jesus in Israeli Art), die mich sehr interessiert. Trotzdem war ich dann überrascht, wie viele Künstler sich tatsächlich mit diesem Mann, diesem Juden Jesus in ihrem Werk auseinandergesetzt haben und wie unterschiedlich sie sich diesem Thema angenähert haben. Ein wiederkehrendes Motiv ist Jesus im Zusammenhang mit dem Holocaust, eindrücklich ein Bild, in dem ein SS-Offizier Jesus vom Kreuz zerrt, um ihn einen Strom jüdischer Gefangener zu stoßen, ebenso die lebensgroße Darstellung eines ikonenartigen Jesusgesichtes auf einem nur abstrakt in den blauen Streifen der KZ-Kleidung dargestellten Körper. Aber auch ein Gemälde von Chagall, der - das war mir neu - Jesus oft aufgegriffen hat, eine Marmorstatue, die den jüdischen Jesus vor dem römischen Gericht zeigt und ein monumentales klassisches Gemälde des lehrenden Jesus in jüdisch-orthodoxem Gewand vor Zuhörern verschiedener Herkunft und Religion in der Synagoge von Kapernaum. Viel Anklage gegen die Kirche, gegen das Kreuz, das den Juden über die Jahrhunderte so oft zum Symbol des Unheils und Unrechts geworden ist, steckt in dieser Ausstellung, aber nicht nur. Mehrere Stunden kann man dort locker verbringen und über die Werke sinnieren, aber das Mädchen wollte noch die spannende Mumie sehen *grusel* und ich einige andere Ausstellungen wenigstens streifen.




Besonders haben es mir die farbenprächtigen Werke des Künstlers Otto Freundlich angetan, die derzeit ebenfalls in einer temporären Ausstellung gezeigt werden. Freundlich war ein Pionier der abstrakten Kunst, sein Werk wurde von den Nazis als "entartete Kunst" gebrandmarkt und zu großen Teilen zerstört bevor der Künstler selbst 1943 im KZ Majdanek hingerichtet wurde. In den großformatigen Gemälden hätte ich mich noch lange verlieren können. Die Werke, der mit ihm unter "The Shadow of Colour" ausgestellten Künstler, fand ich ebenfalls sehr faszinierend.

Otto Freundlich


Eine weitere temporäre Ausstellung ist ebenfalls auf ihre Art spannend und sehenswert: Unter dem Namen "No place like home" (gesponsert unter anderem von IKEA Israel) kann man Werke internationaler Künstler sehen, die von Alltagsgegenständen inspiriert ist. Die Galerie ist in verschiedene Räume aufgeteilt, der Besucher spaziert quasi durch eine Wohnung mit Eingang, Wohnzimmer Küche, Bad, Schlafzimmer, Garage etc... -  von überdimensionierten Löffeln und Gemüsereiben über ein verkehrtes Stockbett bis hin zu einem täuschend echt wirkenden Müllsack aus Bronze ist hier eine Bandbreite zeitgenössischer Kunst vertreten.


Wenn ich jetzt noch erwähne, dass neben dem dauerhaften Kunstbestand, den wir diesmal gar nicht angesehen haben, im Israel Museum auch die Qumran-Rollen gelagert und ausgestellt werden sowie eine ganze archäologische Abteilung israelischer Geschichte und mehrere Hallen über das jüdische Leben über Jahrhunderte und Landesgrenzen hinweg, könnt ihr euch vorstellen, dass man hier niemals alles an einem einzigen Tag ansehen kann.



die Woche

Erfreulichkeiten


viele tolle Dinge mit Oma und Opa unternommen:
  1. im Sachne schwimmen gewesen und belgische Waffel gegessen
  2. auf der Farm des Mädchens Reitkünste gewürdigt
  3. einen langjährigen Herzenswunsch erfüllt und Ohrlöcher stechen lassen (mit fast 10 und so...)
  4. kurz vor Feierabend den Zoo besucht und die Tiere mal ganz anders erlebt 
  5. die Planung für die diesjährige Mädchenparty größtenteils abgeschlossen 

Erlesenes


Dazwischen: Ich von Julya Rabinowich habe ich gern gelesen. Die Autorin, die selbst als Kind entwurzelt wurde, versetzt sich darin in ein junges Flüchtlingsmädchen, das seit etwa zwei Jahren mit seiner Familie in einer Unterkunft für Asylsuchende in Österreich lebt und zwischen dem Wunsch nach Integration und der Verpflichtung zu Tradition und Familie hin- und hergerissen ist.

Das Pubertier von Jan Weiler war wie erwartet witzig und hat mich erfrischt auflachen lassen, weil mich so viel an meine eigene Pubertät erinnert hat. Gleichzeitig hat es mich mit Grauen erfüllt, was da wohl bald alles auf uns zukommen wird, oh Schreck.

Foto der Woche


entspannte Zootiere am späten Nachmittag

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Jetzt geht es fix in die Geburtstagswoche des Mädchens. Marathon trifft es wohl eher, aber das wird auch alles echt schön, glaub ich.

Habt es gut :)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //