Samstag, 26. November 2016

Samstagsfragmente #66 - Heiße Woche

Jaffa-Tor, Altstadt Jerusalem

Heute



ist eigentlich erst Freitag, aber ich dachte mir, ich nutze die Chance, einmal früh dran zu sein mit den Vorbereitungen für die Samstagsfragmente ....  Im Wohnzimmer werden noch Hausaufgaben gemacht und danach ist für das Mädchen höchste Zeit, schlafen zu gehen. Vorher haben wir ein gemütliches Shabbatessen genossen - Gulasch mit viel Wurzelgemüse und leckerer Soße - und im Kühlschrank wartet für morgen früh schon der vorbereitete Haferbrei, der dann nur noch gebacken werden muss. Das ist mein Lieblingswinterfrühstück und jetzt ist es endlich mal kalt, ok mindestens ungemütlich, genug dafür. Ein produktiver Freitag liegt hinter mir und dem Gatten, denn wir waren schon in aller Frühe bei IKEA. Unsere Boxspringbasis ist nämlich vor zwei Wochen unter dem Gatten zusammengebrochen, ein Bein hatte wohl Materialermüdung, und obwohl wir es übergangsweise mit einigen dicken Wörterbüchern stützen konnten, musste natürlich eine Alternative her. Nun hatte IKEA in der Zwischenzeit das Sortiment grundlegend geändert, weswegen die von mir letzte Woche gekauften Beine nicht mit unserem Rahmen kompatibel waren. Also mussten wir noch mal hin, diesmal schon darauf vorbereitet, ein neues Bett zu kaufen, als uns ein außergewöhnlich gut informierter IKEA-Mitarbeiter ein Zubehörteil in die Hand drückte, mit dem wir die neuen Beine doch noch an unser altes Boxspring montieren konnten. (Sollte ich irgendwann so berühmt werden, dass ich meine Memoiren schreiben muss, wird IKEA eine wichtige Nebenrolle spielen, so viel ist sicher). 

Geld gespart könnte man meinen, aber wo wir nun schon mal dort waren... Ihr kennt das. Jedenfalls hat der Gatte jetzt einen neuen Drehsessel für die Computerecke. Und das alles am Black Friday, an dem man ja eigentlich gar nichts kaufen soll, um sich der weltweiten Konsummanie entgegen zu stellen, aber so ist es nun.


Die Woche



fühlte sich beinahe apokalyptischen an mit verheerenden Bränden über das ganze Land verteilt. Der Großraum Jerusalem war betroffen, richtig beängstigende Ausmaße nahmen die Brände aber in der dicht besiedelten Hafenstadt Haifa an, wo ganze Stadtviertel evakuiert werden mussten. 70.000 Menschen wurden dort vorübergehend obdachlos. Inzwischen konnten zwar die meisten zurück in ihre Wohnungen, ganz ausgestanden ist die Krise aber noch nicht, denn der Regen lässt weiter auf sich warten. Schön zu sehen, war die Solidarität sowohl der umliegenden Länder, die kurzfristig Löschflugzeuge und Feuerwehrteams schickten, als auch der vielen Israelis, die mit praktischen Hilfsangeboten wie Übernachtungsmöglichkeiten vielen Mitbürgern helfen konnten. 

Erfreulichkeiten


  1. Star Trek auf Netflix entdeckt - u.a. alle Folgen mit Captain Picard ♡
  2. IKEA-Geschichte (s. oben)
  3. beim Hausarzt Rezepte angefordert und dankbar innegehalten, dass ich das in diesem Land ganz selbstverständlich tun kann
  4. Adventsmarkt in Jerusalem - Glühwein und Curry Wurst und Waffeln und Gestricktes ..
  5. angeregte Gespräche über Sauerteig gehabt

Erlesenes 



Balzac and the little Chinese seamstress von Dai Sije habe ich diese Woche für die Bücherkulturchallenge gelesen. Ein außergewöhnliches autobiographisch geprägtes Buch, das mich beeindruckt und berührt hat. 



Foto der Woche 



ein Nachzüglerfoto vom Toten Meer:


A photo posted by Hadassa Levy (@photo_fragment) on


Webfragmente 



Weihnachtswerbung (nicht Edeka)!

Mrs. Claus von Marks & Spencer
Mog's Christmas Calamity von Sainsbury
Ein Imam und ein Priester treffen sich zum Tee von Amazon


Denn während bei euch der Advent schon vor der Tür steht mit Deko, Besinnlichkeit, Plätzchen und co., muss ich hier ja die Weihnachtsstimmung eher suchen. Nur um den Stress beneide ich euch so gar nicht - spürt ihr den schon sehr?



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog 
Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Mittwoch, 23. November 2016

Mein Sauerteig ♡


Wie die Jungfrau zum Kinde bin ich vor einigen Monaten zu meinem ersten Sauerteig gekommen, jedenfalls wenn man die Hermannkuchen meiner Kindheit nicht mitzählt, die sind ja streng genommen auch eine Art Sauerteig. Alles fing damit an, dass eine Freundin für mehrere Wochen in den Urlaub fuhr und einen Babysitter für ihre Sauerteigkultur (Heb. Machmetzet, wörtlich "die sauer macht") suchte, denn, so ließ ich mich belehren, so ein Sauerteig muss alle paar Tage gefüttert und gerührt werden, sonst geht er ein. Wie sie ausgerechnet auf mich kam, kann ich nur vermuten, möglicherweise, weil ich in ihrem Bekanntenkreis die einzige bin, die annähernd in die Hippie-Öko-Ecke passt? Oder weil Deutsche hier in Israel allgemein als sehr zuverlässig, ordentlich und pünktlich (das bringt mich ja immer wieder zum Lachen!) wahrgenommen werden, wahrscheinlich hatte sie Sorge, dass ihre geschätzte Kultur in einem durchschnittlich stressigen israelischen Haushalt kippt, weil sie schlicht vergessen wird. Es ist ja eigentlich auch egal, denn Fräulein Machmetzet und ich wurden dicke Freundinnen, jedenfalls nach einigen Anlaufschwierigkeiten...

Die Anleitung meiner Freundin, zwischen Tür und Angel in mein Notizbüchlein gekritzelt, lautete folgendermaßen: 

Zum Füttern:
Alle 4-5 Tage 1 Becher Mehl und 3/4 Becher Wasser in die Kultur rühren. 
Zum Brot backen:
1 Becher Sauerteig, 3 Becher Mehl, 1,5 Becher Wasser, 2 TL Salz zusammenrühren
und in einer Silikonkastenform mindestens 6 Stunden gehen lassen. Danach etwa 45 min. backen. 

Weil ich nicht kapierte, dass die Sauerteigkultur zwar im Kühlschrank stehen, der angerührte Brotteig aber bei Zimmertemperatur gehen muss, wurden meine ersten Brote nicht wirklich brotartig. Außen sahen sie zwar aus wie Brot, aber innen blieben sie schwer und feucht. Da ich bisher nur Erfahrung mit Hefeteig gemacht hatte, wusste ich auch nicht, wie "richtig" gegangener Sauerteig aussehen muss. Ein weiterer Ausflug ins Internet brachte wertvolle Erkenntnisse und beim nächsten Mal sah mein Teig dann schon viel mehr aus wie der hier:




Außer Mehl, Wasser und Salz knete ich Sonnenblumenkerne und Leinsamen unter, mit Haferflocken und Kürbiskernen habe ich auch schon erfolgreich experimentiert. Nach einigen geglückten Versuchen habe ich die olle Silikonform in den Schrank verbannt und knete stattdessen den gegangenen Teig jetzt vor dem Backen noch einmal von Hand ordentlich durch. Je nach Tagesform von Fräulein Machmetzet muss ich nach Augenmaß Mehl zugeben, damit ich einen stabilen Leib formen kann. Den stecke ich in den kalten Backofen, stelle ihn auf 200°C und den Timer auf 60 Minuten, so wird das Brot für uns perfekt. Besonders toll finde ich, dass es sich so gut schneiden lässt, das war bei meinen früheren Brotbackversuchen mit Hefeteig nämlich immer das Hauptproblem: Die Brote krümelten beim Schneiden und taugten dem Gatten nicht für seine geliebten belegten Brote.





I ❤ Miss Machmetzet  


Wie sieht es bei euch aus? Backt ihr Brot selbst? Wenn ja, wie? 

Montag, 21. November 2016

Samstagsfragmente #65 - Shabbat mit Salz



am Samstag 




war ich am Toten Meer mit meiner israelisch-palästinensische Frauengruppe. Die Gemeinschaft gibt mir immer wieder Hoffnung, dass nicht alles verloren ist in diesem Konflikt und dass man, wenn man versucht, den anderen nicht durch die Problembrille zu sehen, echte Zwischenmenschlichkeit und wertvolle Freundschaften finden kann. Das Tote Meer ist zwar nicht mein allerliebster Ort in Israel, es ist mir tatsächlich zu leblos und trist, aber ich habe mich diesmal doch dazu durchgerungen, der salzigen Brühe nach Jahren mal wieder eine Chance zu geben und mich treiben zu lassen. Faszinierend daran: Wenn man sich nicht gleich abtrocknet, sondern das Wasser auf der Haut verdunsten lässt, kann man kurze Zeit später eine dünne, aber hartnäckige Salzschicht vom Körper kratzen.







Die Woche 


war im Büro sehr intensiv, das Jahresende naht mit Riesenschritten, diese Wochen sind für uns in der Buchhaltung immer Stress pur. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass wir Kolleginnen so ein gutes Miteinander haben und es eigentlich immer schaffen, uns gegenseitig aus dem Frustsumpf zu ziehen. 


Erfreulichkeiten


  1. Nach über 10 Jahren mal wieder meinen Körper im Toten Meer eingeweicht.
  2. Mit dem Bus in die Wüste und danach auch heil wieder zurück gekommen.
  3. Gute Gespräche mit weisen Freundinnen gehabt.
  4. Ein leckeres Weißbier getrunken.
  5. Eine schöne, zweckmäßige Brotbox für mein Sauerteigbrot erstanden.


Erlesenes


Faye Kellermann: Und da war Finsternis hat mich am Ende nicht restlos überzeugen können. Toll geschildert und dadurch gerade aus aktuellem Anlass mehr als gruselig war das im Roman gezeichnete Stimmungsbild in München Ende der 1920er Jahre. 


Balzac and the little Chinese seamstress von Dai Sijie lese ich für die Bücherkultur-Challenge und es gefällt mir sehr gut. Es spielt in Maos China in den 70er Jahren - einem Kapitel der jüngeren Geschichte, von dem ich nur wenig weiß. Schrecklich und poetisch. 



Foto der Woche


Salzablagerungen am Toten Meer - Strand 


Webfragmente


Kennt ihr die Biden-Obama-Witze schon?  Die haben mich letzte Woche immer wieder herzlich zum Lachen gebracht. Spiegel

Chutzpi hat Fotos der Wüstenfüchse auf ihrem Blog gezeigt. 

Meine liebe Freundin Kira hat für die Ink Rebels eine Hörprobe zu ihrem in Kürze erscheinenden Roman "Keep on dreaming" aufgenommen - so charmant! Hörprobe 

Entzückt habe ich heute entdeckt, dass der Kindle Paperwhite diese Woche im Super-Sonderangebot für 79,99 Euro ist. Ich habe meinen Paperwhite jetzt seit fast 4 Jahren und kann ihn nur wärmstens empfehlen :) 



Puh, spät bin ich dran mit diesen "Samstagsfragmenten". Ich hoffe sehr, dass ich es bald schaffe, mich wieder regelmäßiger hier sehen zu lassen.... 



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Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Sonntag, 13. November 2016

#12von12 im "Wah, schon November?!"

Der 12. November fiel bei uns gestern auf einen Ausflug in den Zoo. Da waren wir ja neulich erst, aber da gab es die niedlichen Wüstenfuchswelpen noch nicht, die sich mit dem Smartphone-Knipsding leider  nicht gut fotografieren ließen. Aber vielleicht zeigt Chutzpi die Tage mal ein paar ihrer Profifotos, dann verlinke ich :)


1. Wer will denn heute überhaupt aufstehen? 



2.-6. von links im Uhrzeigersinn: Bougainvillea am Zootor - Zebrakind im Bambuswald - abgeräumter Picknicktisch - einer von 17 wilden Fledermauskästen - Hängeblume am Gorillagehege




7.-11. im Uhrzeigersinn: Afrikanische Elefanten - Silberrücken in der Ferne - afrikanische Pinguine - Schimpansen zur Mittagszeit - Infotafel Gorillas




12. gegen 16:00 steht die Sonne schon so tief, dass wir Afrika "Tschüß" sagen müssen :) 





// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Samstag, 12. November 2016

Samstagsfragmente #64 - I was with her ...


Heute 



war 12v12, aber die Fotos muss ich noch in Ruhe sortieren. Wir haben unser neues Jahresabo genutzt, um mit Familie Chutzpi in den Zoo zu gehen. Es war stimmungsmäßig auch nötig, denn...


Die Woche 



... war für mich nicht leicht. Ich habe praktisch jede freie Minute online verbracht und schaffe es immer noch nicht, mich von all den Analysen, klugen Blogbeiträgen und aufgebrachten Diskussionen zur Wahl in den USA zu lösen. Ich habe riesigen Redebedarf und wälze so viele Gedanken, dass mir der Kopf raucht. Da kann man sich jetzt fragen, warum sich eine Deutsche in Israel an einer Wahlentscheidung am anderen Ende der Welt so aufreiben kann, ich habe mich das auch schon gefragt!, aber so ist es nun. Ich schiebe es auf die Globalisierung der Medien, die uns wichtige Informationen der Weltpolitik geradezu aufzwingen, und darauf, dass mir die USA und die Menschen dort sehr am Herzen liegen. In den letzten Monaten habe ich unzählige Artikel und Meinungen gelesen und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass ich Hillary für eine Kandidatin halte, die ich guten Gewissens wählen würde. Emailaffäre hin oder her.

Als ich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit CNN auf dem Macbook und meinem fiebernden Mädchen neben mir im Bett lag und die allerersten Ergebnisse reinkamen, war ich noch überzeugt, dass sie es schaffen wird. Dem Mädchen, das immer mal wieder wach wurde, erklärte ich in dieser Nacht das Wahlsystem in den USA und steckte sie mit meiner Begeisterung darüber an, dass wohl zum ersten Mal in der Geschichte dieses riesigen Landes eine Frau zur Präsidentin gewählt wird. Eine Frau, die für eine Politik steht, in der alle Menschen gleich behandelt werden, Mädchen und Frauen die gleichen Chancen im Leben haben wie Männer und die dafür sorgen will, das sich irgendwann alle Amerikaner eine Krankenversicherung leisten können.

In den frühen Morgenstunden wurde die Hoffnung immer leiser, die Kommentatoren bei CNN gedämpfter in ihren Prognosen, und als ich gegen 5:00 beim besten Willen nicht mehr länger wachbleiben konnte, schlief ich mit bösen Vorahnungen ein. Der Morgen brachte die endgültige Ernüchterung und auf einmal war ich sehr froh, dass ich mit dem kranken Mädchen zu Hause bleiben musste, denn auf der Arbeit hätte ich wahrscheinlich nichts auf die Reihe bekommen. Ich war derart fassungslos und enttäuscht, schlimmer war es nicht mal letztes Jahr bei den Knessetwahlen. Was mich daran auf einem persönlichen Level besonders enttäuscht hat, sind die vielen Frauen, die für Trump gewählt haben und die Wählerstimmen der christlich-evangelikalen Wähler. Während sie sich gerne als moralische Instanz sehen, wenn es beispielsweise um den Schutz ungeborenen Lebens geht, haben sie dieses Mal mit großer Mehrheit einen Kandidaten unterstützt, der nichts der christlichen Werte verkörpert, die sie propagieren.

Aber es hilft ja nichts. Jetzt hoffe ich, dass es Trump entgegen seiner "Versprechen" nicht schafft, Obamas politisches Erbe komplett in die Tonne zu kippen.


Erfreulichkeiten


  1. mal wieder das schokoladige Blumenbrioche gebacken und auf Insta sogar einen Kommentar von Steve Owens persönlich dafür kassiert :)
  2. das Mädchen ist wieder fit 
  3. der Vermieter hat ein paar kleine Reparaturen gemacht
  4. das Schulfest ist gut verlaufen und mein Standdienst hat sogar ein bisschen Spaß gemacht 
  5. online nach dem Wahldisaster in den USA gut aufgefangen worden

Erlesenes


Und da war Finsternis von Faye Kellermann liest sich spannend. Ich habe früher von ihr mehrere Titel aus der Decker/Lazarus-Reihe verschlungen und hatte ganz vergesse, wie gern ich sie lese.

The devil wears Prada dümpelt so vor sich hin. Der Gatte und ich haben den Film aber mal wieder angesehen ;)

Foto der Woche






Webfragmente


Ich habe tatsächlich nicht nur miese Dinge im Web gefunden diese Woche: 

Im Zoo gibt es junge Wüstenfüchse - soooo süß! (Video)

Eine jüdische Familie hat in Berlin einen jungen syrischen Flüchtling "adoptiert" (Video)

Die Sicherheitsnadel wird zum Symbol der Solidarität und Zivilcourage gegen Gewalt (Englisch)

Frau Merkel hat ein fantastisches Statement zum Wahlsieg Trumps abgegeben. (Womöglich werde ich nächstes Jahr zum CDU-Wähler, wenn sie noch mal antritt...)



Wie war eure Woche?  Habt ihr die Wahl in den USA verfolgt? Tangiert euch das? 



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Samstag, 5. November 2016

Samstagsfragmente #63 - scheuende Pferde und scharfe Messer


Heute


hatten der Gatte und ich mal wieder sturmfrei, denn das Mädchen war auf einem Ausflug mit Freunden - herrliches in den Tag hinein leben für uns. Ich habe ein Brot und frische Frühstücksmuffins gebacken (die friere ich ein), etwas im Kinderzimmer aufgeräumt, dann waren wir auf einen Sprung in Jerusalem, ausgeruht haben wir uns auch, beziehungsweise gelesen, und abends haben wir allesamt den schönen Heidi-Film auf iTunes angesehen. Der ist nämlich neulich erst in Israel angelaufen und sie war nach ihrem Kinobesuch mit Saba und Savta so begeistert, dass wir uns den unbedingt auch noch einmal ansehen mussten - diesmal auf Deutsch und Schweizerdeutsch :)


Die Woche


Erfreulichkeiten


  1. Den ersten richtig fetten Regen gehabt und nicht mal nass geworden. 
  2. Das Mädchen hat einen heftigen Sturz vom Pferd heil überstanden ...
  3. ... und der Gatte einen kleinen Unfall mit dem neuen sauscharfen Brotmesser. (Und zwar direkt nachdem er mich gewarnt hatte, doch bitte sehr vorsichtig damit zu sein, damit ICH mich nicht schneide) 
  4. Nach Monaten den Crockpot aus der Kammer geholt, schließlich ist jetzt Winter, und ein sehr leckeres Abendessen damit gekocht. 
  5. Vorab den zweiten Ink Rebel lesen dürfen, der übrigens schon für Kindle vorbestellbar ist! Meine Rezension kommt zum Erscheinungstermin :)


Erlesenes


Die Stadt der wilden Götter von Isabel Allende ist mir untergekommen, weil ich ein Buch für die Südamerika-Kategorie einer meiner Lesechallenges suchte. Ich wusste gar nicht, dass Allende auch Jugendbücher geschrieben hat und ich mag den Schreibstil sehr. Die Story steigt auch richtig spannend ein, wird allerdings ab der Hälfte ein bisschen krude - mein Ding ist es jedenfalls nicht. Ich bin aber trotzdem gespannt, wie es ausgeht.

The devil wears Prada von Lauren Weisberger habe ich neulich aus einer Laune heraus im Second-Hand-Buchladen mitgenommen, weil die Verfilmung mit Meryl Streep und Anne Hathaway einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist. Der Roman liest sich ok, alles stehen und liegen lassen würde ich dafür aber nicht.


Foto der Woche


mal wieder Palmen.. diesmal aus Jerusalem :)


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Webfragmente


Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, bei der ich nach dem Abitur einen Freiwilligendienst in den Niederlanden absolviert habe, sucht für 2017/18 dringend noch Langzeitfreiwillige. Die Bewerbungsfrist wurde gerade bis Ende November verlängert, also falls ihr jemanden kennt .... (Infos)

Ich glaube, ich hatte hier schon mal von der Australierin erzählt, die abgelegte Modepuppen abschminkt und ihnen ein neues natürlich-kindliches Aussehen verpasst, oder? Inzwischen ist sie so bekannt, dass die kleine Gruppe Puppen, die sie einmal im Monat auf Etsy anbietet innerhalb von Minuten in alle Welt verkauft werden. Die Puppen sind aber auch einfach toll: Tree Change Dolls Fotogalerie - Vorher/Nachher (Facebook)

Kennt ihr noch die Bilderbücher von Richard Scarry? Ich hatte "Mein allerschönstes Buch von Tafel, Schwamm und Kreide" und habe es heiß und innig geliebt. Erfreut habe ich diese Woche einen Artikel gelesen, dass die Bücher über die Jahre liebevoll an die gesellschaftlichen Veränderungen angepasst wurden. (Englisch)


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Donnerstag, 3. November 2016

Stimmungsaufheller im Jahresabo




Neulich an Simchat Torah, dem zweiten Sukkot-Feiertag, war bei uns nach einem Monat voller Feiertage irgendwie die Luft raus: Wir wussten nicht, was wir mit dem Tag anfangen sollten, hatten keine Lust auf nichts, stattdessen alle drei schon morgens richtig schlechte Laune.


Während ich also an jenem ätzenden Morgen meinen Kaffee trinke, stiere ich in mein MacBook und klicke mich durch die Angebote unserer Kreditkarten, ohne so genau zu wissen, was ich eigentlich suche, und will schon ernüchtert aufgeben, als mir ein 1+1 Ticketdeal des Safariparks ins Auge springt. "Toll!", denke ich, im Zoo waren wir schon ewig (lies: mindestens ein halbes Jahr) nicht mehr, und als ich dann auch noch sehe, dass es dort heute sogar eine Sonderführung gibt, ist für mich die Sache klar. Das Mädchen freut sich spontan, der Gatte ist weniger begeistert. Er fürchtet einen Massenandrang, lässt sich aber zähneknirschend überzeugen mitzukommen als ich ihm drohe, zur Not auch ohne ihn zu fahren.

Eine knappe Stunde später fahren wir in den großen Afrikabereich des Safariparks ein. Der Andrang hält sich augenscheinlich Grenzen und als wir einen Moment später eine Nashornmama mit ihrem Jungen im Schlepptau sehen breiten sich erste Glücksgefühle im Auto aus.

Auf dem weitläufigen Gelände können sich Zebras, Nashörner, Gazellen, Antilopen, Nilpferde, Strauße und andere Tiere der afrikanischen Savanne frei bewegen und vom Auto aus beobachtet werden. Füttern und Aussteigen streng verboten, obwohl es natürlich immer irgendwelche Idioten gibt , die es trotzdem tun. 

Nur die Löwen haben einen ganz eigenen Bereich, der mit Hochsicherheitsschleusen an der Ein- und Ausfahrt geschützt ist. Dort fühle ich mich irrationalerweise jedes Mal wieder an Jurassic Park erinnert, dabei taugt der Umweg nicht wirklich für "Thrills". Die Löwenfamilie liegt nämlich meist gut versteckt im hohen Gras irgendwo im Schatten und ist vom Auto aus kaum zu erkennen.

Im Zoobereich begeistern wir uns über die Fledermäuse, die wir das erste Mal sehen, bestaunen das Wolfsrudel beim Mittagschlaf und schauen lange zwei kleinen Äffchen zu, die sich durch ihr neu renoviertes Gehege jagen und um einen alten Socken streiten. Gute Laune pur.





Später lassen wir uns von einem jungen Zoomitarbeiter, der sogar echte (!) Felle und Schädelknochen als Anschauungsmaterial dabei hat, die Flora und Fauna in den verschiedenen Klimazonen Afrikas erklären. An einem anderen Stand lernen wir, dass israelische Raubvögel in Aufzuchtprogrammen ein Gipsei bebrüten, damit sie nicht aus Versehen ihr kostbares echtes Ei verlieren -spannend! 

Einen Stand weiter lässt sich das Mädchen eine zünftige Körperbemalung verpassen, inspiriert von der Bemalung australischer Ureinwohner. Ein ausgestopftes Känguru darf gestreichelt werden, aber nicht am Kopf (!), weil das Präparat schon bessere Tage gesehen hat und bereits ziemlich abgeschabt aussieht.

Das Highlight unseres Besuches ist dieses Mal aber ganz klar die Führung im Krankenhaus. Dort werden neben den Zootieren verletzte Wildtiere aus ganz Israel behandelt und wir hören viele Geschichten aus dem Alltag des Krankenhauses - manche tragisch, aber viele mit Happy End. Wichtiges Fazit: Wildtiere gehören nicht in den eigenen Garten, auch dann nicht, wenn man meint, ihnen damit helfen zu können, das geht nämlich meist gründlich schief.

In einem großen Bogen an den Giraffen, Elefanten, Riesenschildkröten und dem neuen Gehege des Sumatratigers vorbei erreichen wir schließlich wieder den Eingangsbereich. An unsere schlechte Stimmung vom Morgen können wir uns nicht mal mehr vage erinnern. Und weil dieser Effekt immer eintritt, wenn wir uns zu einem Besuch in den Zoo aufraffen, erneuern wir kurzerhand unsere Jahreskarte. Beim nächsten Besuch kommen wir dann aber wohl eher zur Stimmungsprophylaxe, man muss ja nicht jedes Mal auf so einen schlechte-Laune-Tag warten...