Samstag, 28. Mai 2016

Samstagsfragmente #44 - Schnapszahl :)



Heute


waren wir zum Frühstück im Greenhouse Café. Es ist eines der ältesten in dieser Gegend und befand sich bis vor einem guten Jahr eingewachsen mitten in einer Gärtnerei, ich hatte hier schon einmal Bilder gezeigt. Irgendwelche ärgerlichen Auflagen für Gewerbetreibende im Industriegebiet führten nach jahrelangem Tauziehen dazu, dass das Greenhouse diesen besonderen Standort aufgeben und in die Stadt ziehen musste. Seit etwa einem Jahr wird es nun in einem ruhigen Vorort betrieben und ist immer noch gut besucht. Eine schlichte, aber außergewöhnliche Inneneinrichtung mit skandinavischem Touch erinnert an die gute alte Zeit im Grünen und Essen und Service haben durch den Umzug nichts von ihrer Qualität eingebüßt. Der Kaffee ist in weitem Umkreis der beste.

Die Woche


Erfreulichkeiten


  1. Elton John, wenn schon nicht im Publikum, dann wenigstens in der Radioübertragung live aus Tel Aviv gehört. Das Konzert war fast zwei Stunden lang und hatte alle geliebten Songs. 
  2. Sandalen für das Mädchen gefunden (das ist in diesem Alter gar nicht mehr so einfach). 
  3. Einigen Spaß mit Kollegen gehabt. 
  4. Der Gatte und das Mädchen waren zusammen aus und haben es sehr genossen. 
  5. Angenehm frisches Wetter mit ein bisschen Regen - das gibt es Ende Mai wirklich selten. 




Erlesenes


Der Turm beschäftigt mich weiterhin. Ich bin jetzt aber immerhin schon über die Hälfte. 


Foto der Woche


Es gibt beinahe nichts, was auf Instagram so einen Instant-Erfolg erzielt, wie ein Sonnenuntergangsfoto. Die überwältigende Reaktion innerhalb kürzester Zeit auf mein Foto von gestern Abend, hat mich dann aber doch etwas erstaunt.



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Webfragmente


Bei Lesen.net gibt es den neuen Kindle-Oasis zu gewinnen! Den hätte ich ja auch gerne. (Gewinnspiel)

Herzlich lachen musste ich diese Woche über die Anleitung, wie man seinem Kleinkind einen Toast zubereitet - wie gut, dass wir darüber hinaus sind! (Video)

Der bald 100-jährige Dr. Heimlich hat zum ersten Mal das Heimlich-Manöver anwenden können und damit einer Frau in seinem Pflegeheim das Leben gerettet. (Artikel)

Und wenn ich mal wieder einen Badeanzug brauche, werde ich mir wohl so einen importieren müssen: Star Trek TNG Badeanzüge (Englisch)


Wie verbringt ihr das (lange) Wochenende?


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.// 





Freitag, 27. Mai 2016

11 Fragen an Auswanderer - 11 Questions for Expats

Arad, Negev Desert, Israel

Ich habe ein Stöckchen von Karen aus Turku aufgesammelt - 11 Fragen an ausgewanderte Blogger, da muss ich ja mitmachen!

[e] As some people (you know who you are) have expressed a desire to get more English content on my blog and this article is kind of asking for a multi-language version, I've answered the questions in English as well as German. For everyone's enjoyment, or so I hope :) 


-1-

Warum bist du in dem Land, in dem du gerade bist?

Das war eine krasse, aber durchaus bewusste Entscheidung: Ich wollte in Israel leben. Schon bei meinem ersten Besuch hier, hatte ich dieses eindeutige Gefühl, im "richtigen" Land zu sein. Ein Gefühl, dass während meiner ersten Monate im Land und im Ulpan stärker geworden ist. Als später der Gatte auftauchte, war das für mich eine Bestätigung, dass ich hier getrost Wurzeln schlagen kann.

[e] How did you end up in the country you're living in right now?

It was a daring but very conscious decision: I wanted to live in Israel. Even during my first visit I had a strong sense of belonging which became more apparent through my first years in the land and in Ulpan (Hebrew language program). When my husband entered the stage it was just another confirmation to make my permanent home here.


-2-

Kannst du dir vorstellen wieder in dein Heimatland zurückzukehren?

Grundsätzlich ja, wenn die Umstände es erfordern würden. Ich glaube aber, dass es mir gar nicht leicht fallen würde, mich in Deutschland wieder so einzugliedern, dass ich mich richtig wohlfühlen würde. Die Direktheit der Menschen, die flachen Hierarchien in Betrieben, die vielen Sonnentage, das Essen - das alles würde mir sehr fehlen. Ich bin einfach nicht mehr 100% Deutsche, so wie ich nie 100% Israelin sein werde, ein Los, das alle Expats teilen. Von meiner Familie, meiner Tochter, die keine andere Heimat kennt, ganz zu schweigen.


Alpenveilchen im Frühjahr / Cyclamen in the spring

[e] Can you imagine to go back to your home country? 

Yes, theoretically, if I had to. I think however, that adjusting back to the German way of life wouldn't be easy as I've come to appreciate the Israeli straightforwardness, the informal less-hierarchy work culture, the many sunny days, the food - a lot! I just am not 100% German anymore as I won't ever be 100% Israeli, something every expat has to deal with I guess. Not to mention my family, especially my daughter who was born and raised here. 

-3-

Welches Ziel verfolgst du mit deinem Blog?

Bloggen ist für mich ein tolles Mittel, meinen Alltag zu sortieren und in irgendeiner Form festzuhalten. Ich blogge in diesem Format jetzt seit 2012 und merke, dass ich mich oft und gerne ins Archiv klicke und mich freue, wenn ich mich dadurch an besondere oder weniger besondere Dinge unseres Lebens erinnern kann. Familie und Freunde in der Ferne lesen gerne mit, was hier so los ist und sind dadurch immer einigermaßen auf dem Laufenden.

Darüberhinaus verfolge ich ganz klar das Ziel, das "normale" israelische Leben abzubilden und der deutschsprachigen Welt ein wenig zugänglicher zu machen.

[e] What's the purpose of your blog? 

A blog is great for sorting and documenting all the little things that happen in life. I've been blogging on this blog since 2012 and browsing through the archive always brings back fond memories from years past. Family and friends that are not living close by appreciate it as a means to stay in touch with our lives and stay up to date. 

Apart from that I'm also blogging to open a window into Israeli life and show the world that in spite of the conflict most people here are mainly just leading very "normal" suburban lives. 


-4-

Welche Dinge über dein neues Land verstehen Deutsche irgendwie immer falsch?

Ich bin immer wieder sehr erstaunt, wie hartnäckig sich die Vorstellung hält, dass man in Israel ständig um sein Leben bangen muss. Viele Leute mit denen ich spreche, könnten sich nicht vorstellen, hier Urlaub zu machen (auf keinen Fall mit Kindern) und fragen mich, wie ich mit dem Sicherheitsrisiko umgehe. Nun muss man dazu natürlich sagen, dass man in dieser Hinsicht mit der Zeit zwangsläufig ein bisschen abstumpft, wenn man in Israel lebt, aber ich habe auch in meiner Anfangszeit hier schnell gemerkt, dass sich der Konflikt im Alltag gut ausblenden lässt und man sozusagen "daran vorbei" leben kann. Ziemlich gut sogar. Schwierigkeiten haben viele Deutsche und andere Nicht-Israelis auch damit, dass wir in Israel nicht einfach Frieden mit den Palästinensern machen. Dazu kann ich nur sagen: It's complicated. So sehr es mich frustriert.

[e] What do people always get wrong about your country?

It always surprises me that in the minds of people that have never been to Israel, you are constantly risking your life in this country. I keep hearing how people cannot imagine to travel to Israel (never with kids anyway!), and then ask me how I cope with the security risk. Well, over time you do develop (if you like it or not) sort of a "so what?"-mentality living here, but even during my first year in Israel I realised how easy it really is to push the conflict aside and just arrange your life around it. Works great for most Israelis. The other thing a lot of Germans and other non-Israelis cannot seem to understand is why we don't simply make peace with the Palestinians. To which I can only say: It's complicated. Even though it frustrates me no end. 


-5-

Was sind drei Orte in deinem Land, an die du Touristen mitnehmen würdest? 

Tel Aviv - Der Carmel Markt ist definitiv einen ausgiebigen Besuch wert. Und Florentin, das alternative In-Viertel der Stadt, das sich sehr gemausert hat, seit wir dort wohnten. Eine Graffiti-Tour, zum Beispiel mit Guy Sharett, lohnt sich hier sehr. Danach an den Strand. Oder zum Abendspaziergang nach Jaffa. Ist ja alles in der Nähe.

Ein Gedi - Übernachten im Kibbutz-Hotel mit botanischem Garten, Wasserfälle im nahe gelegenen Naturpark und ein schönes Strandbad am Toten Meer ist gleich gegenüber. Einer meiner liebsten Orte in Israel, seit ich das erste Mal hier war.

Jerusalem - Spazieren auf der alten Stadtmauer bis zur Westmauer und danach ab in die Altstadt in den bunten Basar. Zwischendurch Falafel oder Hummus essen.


Graffiti in Florentin, Tel Aviv

[e] Name three sites you would go visit with tourists in your country

Tel Aviv - The Carmel Market definitely deserves a visit. And Florentin, the hip alternative neighbourhood that has improved greatly since we moved away years ago. A guided graffiti tour with Guy Sharett is highly recommended, then go to the beach. Or take a walk in Old Jaffa, everything is just around the corner here. 

Ein Gedi - Stay the night in the Kibbutz Hotel with their beautiful botanical garden. Go waterfall hiking in the nature reserve next door and visit the Dead Sea Spa and Beach which is just across the road. One of my most favourite places in Israel. 

Jerusalem - Do the Ramparts Walk starting from Jaffa Gate all the way to the Western Wall where you can admire the most holy site of Judaism and get a good view of the Dome of the Rock. Then get lost in the hustle and bustle of the vibrant and colourful Old City bazaar.  

-6-

Auf was in deinem neuen Land könntest du gar nicht mehr verzichten? 

Den ganzjährigen Sonnenschein.


Tel Aviver Hafen im Dezember / Tel Aviv Harbour in December

[e] Is there anything you couldn't do without if you had to move elsewhere? 

Sunshine all year long. 


-7-

Was kochst du zuhause? 

Was mir gerade in den Sinn kommt und wofür ich Zutaten im Haus habe. Ich koche spontan, wenig nach Plan und saisonal mit Bio-Gemüse frisch vom Bauern. Gerichte, die ich noch aus der Kindheit kenne (Kartoffel-Gratin, Nudeln mit Soße, Pizza), aber auch vieles, was ich erst hier richtig kennengelernt habe, wie Couscous, Ptitim oder ganzes Huhn. Ich würde sagen, dass ich überwiegend "westlich" koche, aber ich kann auch jemenitisches "S'chug" und Hummus.

[e] How do you cook at home? 

As the mood strikes depending on the ingredients I have on hand. I cook spontaneously without pre-meditated meal-plans using fresh seasonal produce from our organic farmer. Sometimes meals I know from my own childhood (potato gratin, pasta, pizza) but also food I've only come to appreciate here like couscous, 'ptitim' and whole chicken. I'd say my cooking style is mainly Western but I can also whip up yemenite "S'chug" and Hummus. 

-8-

Was war für dich der schwierigste Teil der Auswanderung? 

Die Bürokratie rund um die Einbürgerung. Und zu akzeptieren, dass in Israel das Familienverständnis ein ganz anderes ist, als in Deutschland. Nicht besser oder schlechter, aber sehr anders. Das gab am Anfang unserer Beziehung ziemliche Reibungspunkte, heute ist es ein bisschen entspannter.

Dass es nicht immer ganz einfach ist, so weit weg von seiner Herkunftsfamilie zu sein, habe ich erst richtig gemerkt, als ich das erste Enkelkind für meine Eltern auf die Welt brachte. Aber wir sehen sie ja zum Glück sehr oft. Gut, dass Israel nicht in Südamerika ist oder so.


Mandelblüte / Almond Blossom

[e] Which part of your expatriation did you find especially difficult? 

The bureaucracy around my application for residency and later citizenship. While I'm sure it's very similar in different countries, it's an ordeal I wouldn't wish on anyone. Also, the sense of family is very different than in Germany. Not better or worse, just very different, which lead to quite a bit of friction in the beginning of our journey together. 

I only came to realise how difficult it really is to be far away from home, when I gave my parents their first grandchild. I would've loved to have them closer to us during the early years, but we do see them a lot - thank God, Israel is not in South America or the Far East.    


-9-

Was würdest du Leuten, die in dein Land auswandern wollen, sagen? 

Überlegt es euch gut. Planlos nach Israel zu stolpern, geht ganz oft schief, bei mir ist es zum Glück glimpflich ausgegangen, aber easy war es nicht. Die Lebenshaltungskosten sind horrend, was einem erst mit der Zeit so richtig klar wird, wenn man nicht mehr ganz jung und blauäugig ist. Oder wie ein alter Spruch besagt:
Wie kann man in Israel ein kleines Vermögen machen?
Indem man mit einem großen Vermögen einwandert. 
Oh, und auch das: Zieht auf keinen Fall nach Israel, weil ihr euch durch euren israelischen Freund unter Druck gesetzt fühlt. Wenn man sich im Ausland, womöglich im Urlaub, kennenlernt ist immer alles schnuckelig-romantisch und die Idee, gemeinsam in Israel zu leben, klingt ganz großartig. Ich habe leider genug traurige Geschichten gehört, um euch versichern zu können: Kommt nur, wenn ihr euch 1000%ig sicher seid, dass Israel das Richtig für EUCH ist, nicht (nur) für euren Partner.



[e] What advice would you give to people that are planning to immigrate to your country? 

That they should think it through very well before making any decisions. Stumbling into Israel with no real plan usually doesn't end well and even if my story worked out okay it hasn't been easy. The cost of living is extremely high in Israel which you don't realise in the beginning when you're young and think you can take on the whole world. Or to say it with an old joke:
How to make a small fortune in Israel?
By immigrating with a big fortune. 
Oh and one more: Never come because you feel pressured by an Israeli boyfriend you met abroad when everything was lovey-dovey and the idea to live together in Israel seemed like a dream come true. I've seen enough sad stories over the years, believe me: You want to be 1000% sure that moving to Israel is the right thing for YOU and not only for your spouse. 

-10-

Ohne welches Essen könntest du gar nicht mehr leben? 

Falafel. Hummus. Richtig guter Cappuccino.


Hummus

[e] Which food you couldn't survive without anymore? 

Falafel. Hummus. Cappuccino, the real, good kind. 

-11-

Was ist das Beste daran zu wohnen, wo du wohnst? 

Die Menschen. Israelisches Frühstück. Das Wetter.

Und dass man theoretisch morgens den Sonnenaufgang in Massada beobachten, dann schnell ein Selfie im Toten Meer machen, mittags die Altstadt in Jerusalem erkunden und später den Tag am Strand in Tel Aviv ausklingen lassen kann, weil alles in Israel so nah beieinander ist.

[e] What's the best part of living in your country?

The people. Israeli Breakfast. The Weather. 

And the fact that you can watch the sunrise in Massada, take a selfie in the Dead Sea, explore the Old City of Jerusalem and chill into the sunset on the beach in Tel Aviv - all in one day. 



Ein Gedi, Dead Sea

Ich lasse das Stöckchen mal hier, vielleicht mag ja noch jemand das Thema aufgreifen.

[e] Fellow expats, please feel free to grab the questions and answer them on your blog as well. 


Sonntag, 22. Mai 2016

Samstagsfragmente #43 - Entchen und Eidechsen




Gestern


war es ziemlich heiß bei uns. Eine trockene Wüstenhitze, die heute noch intensiver geworden ist. (Im Moment sitze ich in der Reithalle, wo man die Deckensprinkler angeworfen hat, damit es wenigstens etwas erträglicher wird. Künstliches Tropenklima schlägt Wüstenwind in diesem Fall.)

Hätten wir uns nicht mit Freunden im Park verabredet, wären wir gestern wohl daheim geblieben, so aber verbrachten wir nette zwei Stunden auf einem Schattenplatz im Grünen. Wir Erwachsenen hatten einiges 'to catch up on' und die Kinder durften Enten und Fische beobachten. 

Am Abend raffte ich mich auf und fuhr nach Tel Aviv zu einer Demo gegen die aktuellen politischen Entwicklungen. Die Resonanz war leider etwas ernüchternd, aber vielleicht war die Planung einfach zu kurzfristig. Kommendes Wochenende soll wieder demonstriert werden. Immerhin etwas, man kommt sich ja zunehmend hilflos vor, so als Bürger.



Die Woche


Erfreulichkeiten



  1. Zu Gast auf der Hochzeit einer lieben Freundin gewesen.
  2. Eine Eidechse aus nächster Nähe fotografiert, das ist mir so noch nie gelungen. 
  3. Erfahren, dass dieses Jahr Lag BaOmer in Mädchens Klasse nicht begangen wird! Kein Lagerfeuer mit Formaldehyd- und Lackdämpfen, kein schwitzendes Rumstehen auf staubigem Brachland, immer darauf bedacht, dass kein Kind ins Feuer läuft, kein Rauchgestank in der Wohnung am Tag danach - es ist einfach herrlich!  
  4. Gemerkt, dass ich schon einige Wochen ohne zu frösteln nachts in kurzen Shorts Gassi gehen kann - so lässig :)
  5. Den Hausdrachen (Gecko) mal wieder im Treppenhaus getroffen. 



Erlesenes


Ich habe eine kleine Leseflaute... Die Hitze, die lustigen Serienabende mit dem Gatten, die vielen Dinge, die man im Internet ständig nachrecherchieren muss ... ich fühle mich ganz mies, denn ich habe auf keines meiner SUB-Bücher so richtig Lust im Moment.

Ein bisschen weitergekommen bin ich lediglich mit Der Turm, der mir wirklich gut gefällt, aber sich mit seinen knapp 1000 Seiten nicht so flockig runterlesen lässt. Ich hatte ihn erst als Hörbuch angefangen, das war aber gekürzt und blieb dauernd stecken im Onleihe-App, dann als Hardcover aus der Goethe-Bibliothek, das mir so unhandlich war, und jetzt als eBook, auch aus der Onleihe. Damit will ich es jetzt endlich schaffen. 

Vor ein paar Tagen habe ich für die Klassiker-Challenge Virginia Woolf:  A Room of one's own angefangen und bin gespannt, wie sich das entwickelt.


Foto der Woche


Auf oben erwähnter Hochzeit wurde eine geniale Idee umgesetzt, die ich sonst noch nirgendwo gesehen habe: ein 'Marktstand' mit frischen Blumen, die für die Gäste zu individuellem Haarschmuck verarbeitet wurden - auf Haarreifen, Kämmen und für die Herren auf Wunsch auch zum Anstecken, wunderbar! So hatte nach dem Stehempfang die Mehrheit der weiblichen Gäste frische Blumen im Haar, das Mädchen und ich natürlich auch :)

Das gefiel auch meinen Insta-Freunden:



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Webfragmente


In England, wo es Arbeitgeber geben soll, die ihren Mitarbeiterinnen hochhackige Schuhe vorschreiben, haben ein paar Kerle selbst Stilettos getestet, sehr witzig. (Video)

Ein Rattenvideo hat mich begeistert und ein bisschen gegruselt - Douglas Adams lässt grüßen (Video)

Mal wieder ein Bericht über die Arbeit der Organisation "Save a Child's Heart" - diesmal nicht in Israel sondern in Tansania mit den dortigen Ärzten. Artikel und Video (Englisch)

Und zum heutigen 157. Geburtstag von Conan Doyle ein Sherlock-Zitat (aus der BBC-Serie):
Sherlock: „Das liegt doch auf der Hand. Nicht?“
Dr. Watson: „Also für mich keineswegs!“
Sherlock: „Oh Gott! Wie ist das mit so komischen kleinen Gehirnen? Das muss doch langweilig sein.“


Eine schöne Woche euch allen !



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.// 





Freitag, 20. Mai 2016

Israel und der ESC - mit richtig viel Musik drin :)

Fragt man Israelis, die bereits in den 1970er und 80er Jahren hier gelebt haben, was sie vom ESC halten, bekommen diese häufig ein bisschen feuchte Augen. Hach ja, heißt es dann, damals sei Israel ja noch eine richtige Größe gewesen bei diesem Wettbewerb. Damals, als Israel noch ein Jahr nach dem anderen den ESC gewonnen hat... Das waren noch Zeiten!

Israel hat was?


Ja, es stimmt tatsächlich, ich habe das in den letzten Tagen mal alles ein bisschen ausführlicher "recherchiert", oder wie man das heutzutage sonst nennt, wenn man sich zu nachtschlafender Zeit im Internet vom Hundertsten ins Tausendste klickt. Dabei hatte ich wiederholt einen "das kenn ich doch!"-Moment, denn es stellt sich heraus, dass alle israelischen Beiträge bekannte Hits sind, die bis heute gern im Radio, auf Festen und Schulzeremonien gespielt werden. Ich lasse euch mal an meinen Erkenntnissen teilhaben, dann kommt wenigstens was produktives dabei rum. 

Seit wann und warum eigentlich?


Der ESC hat in Israel eine jahrzehntelange Tradition. Seit 1973 sind israelische Musiker regelmäßig am Start, obwohl es in den letzten Jahren nicht immer bis zum Finale reicht. Teilnehmen darf Israel, das ja weder geographisch noch politisch zu Europa gehört, weil die israelische Rundfunkanstalt (IBA) Mitglied der Europäischen Rundfunkunion ist, die den ESC ausrichtet.

Als erste Israelin ging 1973 Ilanit an den Start und wurde mit ihrem Lied Ey-Sham ("Irgendwo") aus dem Stand Vierte. Das Orchester dirigierte die Komponistin des Liedes, Nurit Hirsch, als zweite Frau in der Geschichte des ESC überhaupt. Nurit Hirsch komponierte dieses und einige weitere Lieder für den ESC und trat mehrfach als Dirigentin auf.





In den Jahren darauf schnitt Israel eher mittelmäßig ab, mit nur zwei weiteren Platzierungen in den Top 10 - was hat es also mit der begeisterten Nostalgie mancher Israelis auf sich?


Die goldenen Jahre


1978 begannen die großen Jahre für Israel beim ESC mit Izhar Cohens Siegerlied A-Ba-Ni-Bi. 



1979 wurde der Contest beim Titelverteidiger hier in Jerusalem ausgetragen und Israel gewann direkt ein zweites Mal: Gali Atari und ihre Band Milk & Honey begeisterten Europa mit "Hallelujah", einem Lied, das auf eine unaufdringliche Art musikalisch so wundervoll ist, dass mein Gatte nie müde wird, es zu hören. (Weswegen er auch im Moment nicht wie sonst manchmal stöhnend in einer Ecke sitzt, weil er meine Blogrecherchemusik nicht mehr hören kann.)

Leider ist das Video, das ich ursprünglich in diesem Artikel hatte, auf YouTube nicht mehr verfügbar, denn darauf sah man sehr schön, dass die landestypischen Einspieler zwischen den Auftritten schon immer irgend etwas zwischen kurios, sinnlos und charmant waren...




Ein zweites Mal konnte sich Israel die Austragung in so kurzem Abstand nicht leisten, weswegen 1980 der ESC relativ kurzfristig in Den Haag ausgerichtet werden musste und dann gleich ganz ohne Israel, denn das Datum kollidierte mit dem Gefallenengedenktag.

Nach einem ordentlichen siebten Platz wurden Avi Toledano ("Hora") und Ofra Haza ("Hi") 1982 und 1983 jeweils Zweite. Ofra Haza gelang nach diesem Auftritt der internationale Durchbruch mit ihrem Lied und man möchte sich noch heute schwarzärgern, dass sie den Titel am Ende nicht holen konnte - 7 Punkte hätten gefehlt - sieben!

Große Momente ab 1990


Nachdem die späten 1980er eher mäßig für Israel gelaufen waren, konnte 1991 das Duo Datz mit "Kan" ("Hier") in Rom an den früheren Erfolgen kratzen und landete auf einem respektablen 3. Platz bei 22 teilnehmenden Ländern. Als ich dieses Lied gerade anspielte, hatte ich wieder so einen Moment, denn ausgerechnet heute hat die Klasse des Mädchens auf dem Schulfest einen Tanz mit dieser Hintergrundmusik aufgeführt. Dauerhafte Hits, die israelischen ESC-Lieder, ich sagte es ja bereits. Dass Moshe Datz schon einmal beim ESC war, hätte ich nie gedacht, denn ich kenne ihn nur als Entertainer auf Kinderfesten, bei denen er mit dem Schaf Shoshana auftritt. (Hier zum Beispiel im Fernsehen mit seinem ESC-Hit....)

Erster wurde Israel nur noch ein einziges Mal, als 1998 Dana International mit "Diva" in Birmingham den Titel holte. 2011 trat sie noch einmal an, konnte sich aber leider nicht für das Finale qualifizieren. Zum 60. Jubiläum des ESC performte sie 2015 ihren Siegersong noch einmal als Ehrengast für die BBC. Noch glamoröser.





Der ESC und ich 


Ich verfolge den ESC erst seit ich in Israel lebe einigermaßen regelmäßig. Ok, Guildo Horn und Stefan Raab habe ich auch gesehen, aber abgesehen von diesen Spaßauftritten hatte die Show für mich immer eher ein angestaubtes Oma-Image, weswegen ich sehr erstaunt war, als mich Israelis meines Alters aufklärten, was das hier für einen Stellenwert hat*.

An den letzten großen israelischen Erfolg 2005 erinnere ich mich noch sehr deutlich und er macht mir heute noch Gänsehaut, so mächtig sang uns Shiri Maimon seinerzeit mit "HaSheket sheNishar" ("Die Stille, die bleibt") auf Platz 4. Seitdem ist der Contest zunehmend unübersichtlicher und undurchsichtiger geworden, und es lässt sich wohl nicht leugnen, dass Israel bei den Zuschauervotings aus politischen Gründen ziemlich abgestraft wird, denn einige Lieder der letzten Jahre hätten musikalisch gesehen besser abschneiden müssen. Besonders enttäuscht war ich 2009 über den 16. Platz von Noa und Mira Awad, die einen leidenschaftlichen Appell für den Frieden in Hebräisch, Arabisch und Englisch vortrugen: "There must be another way". 

Danach gab es noch einen 14. Platz und dann erstmal vier Jahre nichts, weil es kein Israeli bis ins Finale schaffte.

2015 konnte sich der 16-jährige Nadav Guedj mit "Golden Boy" qualifizieren und schaffte es sogar in die Top 10. In Israel wurde der coole Partysong sofort zum Hit und im Radio rauf- und runter gespielt. Man kann ihn aber auch super mitsingen :)


Und dieses Jahr?


Letzten Samstag war ich ziemlich zuversichtlich, dass "unser" Beitrag wieder ordentliche Chancen hat, denn Hovi Star trat stimmgewaltig mit einer eingängigen Powerballade auf, die für den ESC wie gemacht schien. Die deutschen Juroren sahen das auch so und bewerteten "Made of Stars" mit 12 Punkten. (Damit hat sich Deutschland in Israel 12 richtig fette Sympathiepunkte gesichert, übrigens!). Die Zuschauerwertung drückte ihn anschließend leider wieder ins untere Mittelfeld.





Ich habe mir ja geschworen, dass nächstes Jahr nicht mehr Eurovision geschaut wird. Oder wenigstens nicht bis zum bitteren Ende. Das ist immer so frustrierend und zieht sich so ewig lange in die Nacht. Mal sehen, wie ich 2017 dazu stehe, am Ende hocke ich doch wieder vor der Kiste und fiebere mit :)


Wie ist das bei euch? Seht ihr den ESC? Kennt ihr ihn womöglich noch von früher? War damals alles besser? Und warum kriegt Deutschland eigentlich nichts mehr gebacken in Sachen Eurovision?

Sagt mal....




* Über 10 Jahre später hat sich das ein bisschen geändert, weil Israel es in den letzten Jahren einfach nicht mehr richtig reißen kann. Aber viele schalten trotzdem immer wieder ein und sei es nur, um sich hinterher zu ärgern (so wie ich).

Donnerstag, 19. Mai 2016

#BloggerAlphabet - Individualität und Journalismus



Zugegeben, hätte ich nicht die Frist für Individualität verpasst, wäre mir die Verknüpfung der beiden Reizwörter für I und J wie Journalismus nicht wirklich in den Sinn gekommen. Aber als ich ein bisschen darüber nachgedacht hatte, fand ich dann doch, dass man daraus was stricken kann. Also lasst euch ruhig mal darauf ein :)

Als ich vor sechs Jahren meinen ersten Blogbeitrag verfasste, hatte ich nicht dieses Lifestyle-Gemischtwarenladen-Konzept im Sinn, nach dem ich die Fragmente heute zusammen puzzle. Vielmehr war ich davon überzeugt, dass die Welt unbedingt noch eine deutschsprachige Bloggerin braucht, die einigermaßen ordentlich recherchiert und semi-journalistisch über das aktuelle Geschehen in Israel berichtet. Vorbilder gibt es für solche Blogs genug, eines der besten wird leider seit einiger Zeit nicht mehr aktualisiert, dafür twittert LilaR jetzt. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls dachte ich mir das damals so und habe dann ziemlich schnell gemerkt, dass das nicht wirklich das ist, was ich machen will. Zu deprimierend, zu trocken, zu wenig aus dem "normalen" Leben, womit ich bei der Individualität wäre. Was nicht heißt, dass ich, wenn ich mal über das aktuelle Tagesgeschehen hier blogge oder über ein anderes Sachthema, diese Artikel nicht sauber recherchiere. Da habe ich einen ziemlich hohen Anspruch an mich und verbringe mitunter Stunden mit der Suche nach guten Quellen, um alles wasserdicht zu unterlegen. Das gilt auch für Reiseberichte und überhaupt alles was ich hier so zu Papier bringe, geschludert wird nicht.

Soviel zum Journalismus, jetzt aber wirklich zur Individualität:

Naiverweise dachte ich am Anfang, dass allein die Tatsache, dass ich als blonde Deutsche in Israel lebe, als Killermerkmal in Sachen Individualität genügen würde, das halbe Internet als treue Leser hierher zu locken. Das hat leider so nicht funktioniert, weswegen ich zusätzlich zu diesem Alleinstellungsmerkmal, an einem individuellen Bloggesicht arbeiten muss, so wie alle anderen Kollegen auch.

Ich mag Blogs, denen man sofort abspürt, das dahinter eine ganz eigene Person steckt. Blogs, die das gewisse Etwas haben, Details und Nuancen, die nur diesem Blog alleine gehören und die es dadurch einzigartig machen. Einen individuellen Touch eben. Das heißt nicht, dass man den gesunden Bloggerverstand über Bord werfen soll. Es nützt keinem Leser, wenn ihn - total individuell - zwischen neongrüner Flimmerschrift auf dunkelblauem Hintergrund Feen anblinken, oder wenn der Font so außergewöhnlich ist, das er kaum noch zu entziffern ist, womöglich in Kleinbuchstaben, ohne Zeilenabstand, wenn man sich dieses Blog dann als Leser nur merkt, weil man dorthin ganz sicher nicht mehr zum Lesen zurückkommen möchte. Nein, es macht viel mehr Sinn, gewisse Regeln einzuhalten (darüber habe ich bei Design schon mal ein paar Worte verloren), und im Rahmen derer einen individuellen Stil zu entwickeln, der nicht zu aufdringlich ist und dennoch Wiedererkennungswert hat.

Das gilt auch für die Inhalte. Ich habe mich, nachdem ich von Israel-Blog auf Gemischtwaren-Blog umgeschaltet hatte, begeistert auf allerlei Linkparties, Bloggerthemen und Paraden gestürzt. Gebasteltes am Mittwoch, Lückentexte am Freitag, Lieblingsbücher am Sonntag, Regalselfie am Donnerstag, ihr kennt das..

Ich finde diese Bloggerparties auch wirklich nett, weil sie regelmäßig Content generieren, der dann von ziemlich vielen Leuten gesehen wird, weil im Idealfall die teilnehmenden Blogger auch mal bei ihren neuen Nachbarn vorbeischauen und so auf einen aufmerksam werden. Zudem hänge ich sehr an Strukturen, und eine vorgeplante Woche mit bereits vorgegebenen Content-Slots, die man nur noch zu füllen braucht, ist für mich sehr verlockend. Aber letztlich ist es nicht das, was ich für mein Blog möchte, jedenfalls nicht überwiegend, weil mir darunter zu sehr die Individualität leidet. Ich merke das, wenn ich über Feedly meine abonnierten Blogs durchblättere: An manchen Tagen haben eine ganze Reihe Blogartikel die gleiche Überschrift und ich achte gar nicht mehr darauf, wer jetzt wirklich hinter dem dritten "Fahrrad am Freitag"-Post steht. Versteht ihr?



Was andere Blogger zum Thema Individualität und Journalismus zu sagen haben, könnt ihr hier und hier nachlesen. Das nächste Thema lautet wie Kommentare und gilt ab dem 23. Mai.


// 52 Wochen – 26 Buchstaben – 26 Themen. Alle zwei Wochen stellt Anne auf neontrauma.de ein neues Stichwort in den Raum, das mit dem Bloggen verknüpft ist. //



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Sonntag, 15. Mai 2016

Samstagsfragmente #42 - Entschleunigung und zelebrierter Pomp



Gestern 



war ich wie jedes Jahr so blöd, das ESC-Finale bis zum bitteren Ende durchzuhalten, weswegen ich heute kaum aus den Augen schauen kann. Und wofür? Um zu sehen, dass die mittelmäßigsten Darbietungen am Ende doch wieder viel mehr Punkte kriegen, als sie verdienen? Nee, nee, nächstes Jahr tue ich mir das nicht mehr an. So. Fein war aber, dass die Australierin verdient den zweiten Platz holen konnte. Und die schwedische Show war richtig cool mit einigen humorigen Einlagen, zum Beispiel die Formel für einen erfolgreichen ESC-Song (Ansehen!) Als die Übertragung schon dem Ende entgegen ging und ich eigentlich schon fast hätte schlafen können, fiel zu allem Überfluss der Strom aus und damit unsere Ventilatoren - mitten in einer Hitzewelle an der 40°-Grenze. Leider passiert es häufiger, dass die Stromversorgung lokal immer wieder zusammenbricht, wenn es so heiß ist, weil dann praktisch jeder Haushalt in Israel durchgängig nicht nur Ventilatoren, sondern die Klimaanlage laufen lässt. Aber das Wissen über diese Schwachstelle macht es in so einer heiß-klebrigen Nacht natürlich nicht besser. *schwitz*

Ich hoffe schwer, dass ich das Mädchen dazu kriege, später einen kleinen Mittagsschlaf zu machen, denn heute Abend sind wir auf einer Hochzeit eingeladen, da möchte ich ungern ein nöliges Kind mitnehmen.  

Abgesehen von der Hitze, war das Wochenende sehr entspannt und vor allem richtig lang, weil es durch den Unabhängigkeitstag bereits am Mittwoch begann. Über den Feiertag habe ich die Woche schon ausführlich im Rahmen der "12 von 12" berichtet. Am Freitag besuchten wir einen netten kleinen Bio-Bauernmarkt in Abu Gosh, wo wir ein bisschen Gemüse und einen sündhaft guten Käse kauften und uns in einem lauschigen Schatteneck eine steinofenfrische Pizza teilten.  


Luisa b'Gan, Abu Gosh
Bauernmarkt
Schattenplatz

Gestern war es schon so heiß, dass es unklug gewesen wäre, große Unternehmungen im Freien zu machen und so ließen wir uns hauptsächlich zu Hause hängen. Ich probierte aus Lust und Laune allerlei Leckereien in der Küche aus (das passiert mir manchmal) und das Mädchen war zu einem Pfadfindertreffen eingeladen, das Lust auf eine regelmäßige Teilnahme ab der vierten Klasse machen soll.


Pasta, Basilikum, Tomaten und Käse
Blaubeermuffins
Hugo ohne Sekt 

Die Woche 


Erfreulichkeiten 


  • kurz war die Woche! Ich habe tatsächlich nur zwei Tage gearbeitet, was für ein Luxus! 
  • das Hundeding hat ein Buch gefressen, aber so, dass ich die wichtigen Seiten wieder zusammenkleben konnte 
  • zweimal so effektiv Pilates gemacht, dass die tiefen Bauchmuskeln noch zwei Tage später daran erinnern *autsch*
  • mit dem Mädchen einer meiner Lieblingsbeschäftigungen von früher nachgegangen: "Malen nach Zahlen" :) 
  • bei einer der Reitmuttis zum Kaffee eingeladen worden. In deren Moshav-Zuhause - ein erfrischender Kontrast zu unserem Stadtleben


Erlesenes 


The Rosie Project von Graeme Simsion wollte ich schon lange lesen. Ich weiß überhaupt nicht, warum ich damit so lange gewartet habe. Es ist herzerfrischend, witzig, spannend und hat in Don einen Anti-Helden, den man einfach liebgewinnen muss. Absolute Empfehlung an alle, die es noch nicht gelesen haben. 


Foto der Woche 


Zum Gedenktag trägt man in Israel als Symbol die "Red Everlasting"-Blume, die auf Hebräisch "Dam HaMakkabim" - Blut der Makkabäer heißt. Mein Foto einer dieser Blumen von unserem letzten Auflug hat diese Woche am meisten Herzen generiert:



Webfragmente 


In einer gemeinsamen Zeremonie verschiedener Organisation für Dialog und gegen die andauernde Gewalt des Konflikts, haben Israelis und Palästinenser am Gedenktag gemeinsam derer gedacht, die sie während der jahrzehntelangen gewalttätigen Auseinandersetzungen verloren haben. (Artikel) Bassem und Rami, beide Väter, die eine Tochter verloren haben, sind prominente Figuren dieser wichtigen Inititative geworden. (Video-Interview)

Eine der Traditionen zum Unabhängigkeitstag sind Formationsflüge der Air Force über ganz Israel hinweg. Auf YouTube gibt es ein 360°-Video aus einem der Cockpits (auf dem Handy noch intuitiver zu bedienen), das so beschaulich und nett aussieht, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wie ruckelig es auf so einem Flug abgeht. Ein Fotograf für Times of Israel hat einen Erfahrungsbericht geschrieben. (Englisch mit tollen Fotos)

Ich mag mir gerne raffiniert ausgetüftelte Dominobahnen anschauen und Murmelbahnen haben auf mich etwas unheimlich beruhigendes. Dieses Video, das Murmeln und Kettenreaktionen a là Dominos verbindet fand ich sehr schön anzusehen.

Rezept für die Blueberry-Maple-Muffins aus dem Foto oben. Ich habe die Buttermenge nicht genau abgemessen und dadurch wohl ein etwas trockeneres Ergebnis erzielt, das in der Konsistenz eher an Scones erinnert.



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.// 


Donnerstag, 12. Mai 2016

#12von12 im Mai - an dem ich die beste Guacamole ever gemacht habe und am Ende selbst auslöffeln musste

Israel, 12. Mai 2016 - 68. Unabhängigkeitstag nach jüdischem Kalender. 

Wäsche und Kaffeetasse in patriotischen Farben :)

Wir hatten einen echt guten Plan für das obligatorische Barbecue dieses Jahr. Mit guten Bekannten, hier um die Ecke, ich hatte schon Fleisch für die bewährten grünen Spieße eingelegt, Bio-Avocados und Zutaten für Bruschetta und Blaubeercupcakes im Haus.

Alles war gut. (Und ich freute mich sogar darauf)

Heute morgen um neun dann ein Telefonanruf der Gastgeberin: Ihr Boiler sei geplatzt, das ganze Haus unter Wasser, sie können das Fest nicht bei sich veranstalten und müssen erstmal schauen, ob sie überhaupt den Strom wieder anschließen können. Verstehen wir, klar. Konkrete Hilfe wollten sie nicht, aber ihre Tochter, eine Freundin unserer, durften wir erstmal bei uns aufnehmen. Später wollte man weiter sehen.

Ich backte also trotzdem die geplanten Cupcakes und machte die Guacamole in der Hoffnung, dass sich doch noch was ergibt. Als sich gegen Mittag abzeichnete, dass aus dem gemeinsamen Grillen wohl nichts mehr wird, war es leider schon zu spät, sich noch irgendwo anders unkompliziert anzuhängen. Irgendwie war auch die Luft raus.

Blaubeercupcakes, marinierte Grillspieße, Guacamole aus perfekten Avocados

Inzwischen waren die Mädchen zur Freundin umgezogen, die größte Überschwemmung war wohl gebannt, und der Gatte und ich hätten daheim eigentlich ganz gemütlich sein können, stattdessen stellten wir fest, dass wir doch ziemlich trübsinnig darüber sind, wie das alles gelaufen ist heute. Wohl auch, weil uns noch die undankbare Aufgabe bevorstand, unser Fleisch durchzugrillen, damit es nicht schlecht wird. Dabei hatte ich mittlerweile einen Gutteil der Guacamole mit Tortilla-Chips verdrückt und gar keinen Hunger mehr. Meh.

Aber es half ja alles nichts, und so trabte der Gatte einen Sack Kohlen kaufen und warf auf dem Balkon tapfer den Grill an. Ich holte derweil das Mädchen ab und bekam auch von ihr noch mal die volle Breitseite Frust darüber zu spüren, dass wir nicht 'richtig' gegrillt haben. (Grillen am Unabhängigkeitstag ist exorbitant). 

Um wenigstens ein klein wenig Festtagsstimmung bei uns aufkommen zu lassen, deckte ich auf dem Balkon schön den Tisch und tischte für uns drei auf. Weißwein stand schon kühl, zum Nachtisch hatten wir - wie es die Tradition will - gegrillte Marshmallows. So wurde es dann doch noch ganz nett. 



Auf dich, Israel.



Das waren also meine 12 von 12 heute. Was bei den anderen heute so abgegangen ist, gehe ich gleich mal nachsehen.


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Mittwoch, 11. Mai 2016

Israel - 68 Fun Facts

In diesen Minuten geht der Gedenktag für Israels gefallene Soldaten und Terroropfer in den 68. Unabhängigkeitstag über. Die offizielle Zeremonie vom Herzl-Berg in Jerusalem wird im Fernsehen und als Livestream übertragen.

Das Außenministerium hat dieses Jahr einen kurzen Video-Clip mit 68. Fakten - erstaunliche, unglaubliche und kuriose - über Israel ins Netz gestellt. Locker, positiv ohne Pathos. Gefällt mir gut.

Happy Birthday unserem Land !





An dieser Stelle bringe ich mal wieder an, dass ich gerne spezifische Fragen und Themenwünsche über Israel im Blog aufgreife, wenn ihr sie mir mitteilt. Es müssen ja nicht gerade 68 sein :)

Sonntag, 8. Mai 2016

10 Things to do in Cyprus



When we first decided to go on vacation in Cyprus in 2011 we didn't know much about it other than that it is close to home (the flight from Israel takes 45 minutes tops) and that it has beaches. We stayed in a seaside resort on the East Coast close to Ayia Napa, and divided our time between the beach, the pool, the coffee shops and the beachwear kiosks. Fun holiday, especially since our girl was very little at the time, but really only one of many aspects the mediterranean island state has to offer. If you're more of the 'explorer' type like me and want to make most of your stay, I recommend you choose an accommodation around Lemesos or even further to the West and rent a car to comfortably travel all over the place. Yes, driving on the left side of the road takes a bit of getting used to, but according to our experience, the Cypriots tend to be patient with tourists and traffic isn't usually very heavy anyway.

So without further ado, here's my shortlist of things to do in Cyprus. The best part is: Even if you don't manage to squeeze them all in one trip, you can always come back for more :)

1. Stay in a village instead of hotel 


When choosing this year's accommodation we didn't really know that not staying in a hotel is a 'Thing' but apparently it is. In Cyprus the locals call it Agrotourism and it's supposed to be a more authentic, sustainable option than your typical seaside resort. My husband was looking for a change from the full-service-scheduled-meals-pool-and-sunburn-routine so the Village Houses in Skarinou sounded like a good option. Well, it turned out to be the best choice we could've made and after this relaxed, simple and slow-paced experience we won't be able to do hotels ever again, I'm afraid. Having said that, there are plenty of good and reasonable hotel options and package deals if that's your preference. BookCyprus.com is a good place to start looking.


Skarinou is around 30 minutes from Larnaca or Lemesos.




2. Hike on a nature trail, Troodos


High up in the mountains, in a surprisingly dense and leafy forest as mediterranean forests go, starts an enchanted nature trail following a cool mountain stream down to one of the biggest water falls of Cyprus. You can either park at the bottom of the trail at the trout farm Psilo Dendro and just hike up to visit the Caledonia Fall for pictures. Or park at the top and hike the whole trail down to the village of Platres (around 3km) where you can catch a taxi back up to collect your car. That's the preferred option if you're not looking for a big challenge or have young kids with you as the trail is downhill all the way and you'll cross the stream plenty of times via little wood bridges and strewn rocks which is a lot of fun. There is also a bus once a day from Platres that takes up hikers to the beginning of the trail, ask at the Tourist Information for details. If you're hiking early in the year don't forget to take a sweater or jacket, the mountain air is quite chilly and the water freezing. Also look out for butterflies and wild flowers, Cyprus is beautiful in the spring.

Platres is around 50 minutes by car from Lemesos, the trail starts 8km up the road to Troodos, follow the signs.


water games
tiny blue butterfly

(Hiking is also great in the Akamas. Have a look at some of my pictures from the Aphrodite trail we walked last year here)


3. Wine Museum and Tasting


The Wine Museum in Erimi, just outside of Lemesos, is well worth a visit if you're interested in wine and the history of wine making in Cyprus. Who knew that Cyprus wine was considered one of the best in Europe in the Middle Ages? The museum is not big but nicely laid out and well maintained. We were lucky to be the only guests, so Maria the local ticketing lady and guide took a lot of time to explain and chat with us. There are different entry fees depending on whether you want to only see the museum or combine the tour with a wine tasting of the special museum wines which is also done in a tasteful and professional way. We had more sightseeing planned on that day otherwise we might have stayed for a coffee or two in the shady museum courtyard - time well spent and lovely experience overall!

For the full wine experience hop on the Cyprus Wine Route passing through Erimi and follow it into the hills and through the villages below Troodos. There are plenty of Boutique wineries that offer tastings.

The Cyprus Wine Museum is 20 minutes from Lemesos

Cat on (antique?) jug
Wine Tasting

4. Pay a visit to the monks


Drive up to Stavrovouni Monastery - the view is amazing. If you're female your journey ends at a strong wooden gate way below the actual fortress-like building as Stavrovouni has a strict 'men only' policy which to this day is enforced with no exceptions. If you're male and appropriately dressed however, you are welcome to visit the monks during their opening hours (check beforehand!) and admire the frescos. Females can visit a chapel outside the gates of the monastery in the meantime and enjoy the fresh breeze on the mountain.

If you prefer a place without gender restrictions there are plenty of other options in Cyprus - we were impressed by Ayios Neophytos, an ancient monastery hewn into the rock by a hermit monk in the 12th century.

Stavrovouni is around 45 minutes from Larnaca or Lemesos
Ayios Neophytos is around 20 minutes from Paphos


Ayios Neophytos
Stavrovouni Chapel

5. The Old, the Sea and the Fancy


Lemesos (Limassol) has come a long way since I first visited almost 13 years ago. What used to be a sleepy industrial harbour city with an old town centre has been done up into a sophisticated tourist magnet and makes for a cool day trip location:

Drop your car somewhere close to the medieval castle - there are metered parking spots alongside the main roads or use one of the car parks. Walk into the pedestrian zone around the castle and step in for a visit. It doesn't take long but is a nice glimpse into the history of Cyprus. Also, the view over Lemesos is pretty cool and there are a couple of 'secret' walkways children will enjoy.

Afterwards, stroll through the narrow streets, grab an ice cream and do some window shopping. Make your way to the promenade and onto one of the wooden piers to admire the ocean giants anchored out on the sea. Turn right and continue towards the new marina where you will feel like in Disneyland. It's renovated and done up so nicely it doesn't seem 'real' anymore and looking at the bright white buildings almost hurts on a sunny day. Fancy as it may be, you can still find original fishing boats alongside expensive yachts in the marina and the occasional fisherman. This is a great place to grab lunch. If you can agree on a restaurant that is: There's such a variety of international and local restaurants that it's not easy to choose and it might take a while until everyone is happy. If you care for a more authentic experience you could also just walk back to the old city and eat in one of the taverns there.

Lemesos is around 45-50 minutes from Larnaca or Paphos. 



(For more of my Lemesos pictures click here)

6. Stroll through a picturesque mountain village


Driving into the mountains upcountry makes for rewarding green mountain views in the spring. Plenty of small villages are nestled into the lush hills around Troodos (many with wineries, see #3) and invite for a stroll through narrow alleys and side streets. The most beautiful ones are done up to accommodate tourists obviously, but it didn't bother me that much when visiting Omodos as I could still feel and easily imagine the underlying original character of the village. We spent a pleasant couple of hours there, even though initially we only thought of stopping there en route to Laneia supposedly the "most photogenic" village of them all (according to Lonely Planet). Maybe one of you could visit Laneia for me and let me know if it truly is that beautiful?

Closer to Larnaca is Lefkara, a village famous for its original needlecraft art. We visited years ago and I don't really remember much other than the multitude of little craft shops at every corner.


Omodos and Laneia are around 30 minutes from Lemesos. 
Lefkara is around 40 minutes from Larnaca or Lemesos. 




7. Tombs of the Kings, Paphos



Actually, no real kings were ever buried in the ancient tombs of Paphos. However, the grave chambers in the necropolis which, due to its magnitude has become a UNESCO World Heritage Site, are so magnificent that they would have been fit for royal burials. You can easily spend half a day or more walking between the different tombs and grave chambers taking your time to explore all the morbid crawl spaces and just enjoy the flowers, fresh sea breeze and lush greenery in this gigantic 'archeologic fun park'.

Paphos and the Tombs of the Kings are around 50 minutes from Lemesos.

Tomb fit for a king
flowers on graves

(More of my pictures from the tombs can be found here)


8. Take a selfie with a baby donkey 


There are lots of donkey farms in Cyprus but not all of them are equally well looked after. The Golden Donkey Farm in Skarinou is, so if you're in the area, especially with kids, plan a visit. They take a small admission fee which is very reasonable for what you get: the place is huge with over 100 friendly donkeys and other farm animals to watch, pet and feed (riding is possible at an extra cost). When we went they had adorable baby donkeys ♡
 
There's a small wax museum on the premises showing all the different traditional professions of Cyprus and one of the oldest olive trees on the island. (Honestly I haven't seen one so massive even in Israel!).

The farm shop sells their own produce like olive oil and donkey milk products (soap, chocolate, cosmetics) which make for more unique souvenirs and gifts than the standard tourist fare.

In the evenings the farm hosts events so you might want to inquire beforehand if they have something going on that interests you.

Golden Donkey Farm is in Skarinou around 30 minutes from Larnaca or Lemesos.


newborn donkey
aaaaaaaw! 

9. Traditional Meze in a Taverna 


A Meze is a famous traditional meal in Cyprus where you get served tables full of an amazing variety of small dishes. Naturally, you'll want to taste and sample all of them until in the end you realise you can hardly pull yourself out of your chair anymore. 

As Meze is such a big hype you'll see it on offer literally everywhere but don't fall into a tourist trap. Instead ask the locals and go with their recommendation. Cypriots like good food and don't tolerate mediocre service so trust their judgment. 

We've only ever had one 'real' Meze, actually, on our very first Cyprus trip, when we were travelling as a couple. The local lady at the hotel pointed us to a place that we never would've found on our own as it was located in a side street in Lefkosia and looked rather unassuming. We sat outside on plastic chairs and had a meal fit for kings. They even included a dessert Meze with mainly fresh fruit - amazing! 


10. Go to the beach! 


(Even if you're like me and don't care much for beaches).

After all, Cyprus is surrounded by water and boasts excellent water quality at all its beaches.

One of the most famous stretches is the supposed birthplace of Aphrodite - Petra tou Romiou - which with its impressive rock formation makes for a great photo location especially before sunset. It's a rough pebble beach that can get a bit crowded because all the tour groups stop there for pictures.

Much less frequented (and that's an understatement) is Lara Bay way up in the Akamas nature reserve North of Paphos that can only be reached by dirt road. Rough and wild, it is a hatching place for sea turtles and a very rewarding location if you're up for the adventure to navigate bumps and potholes to get there.

Cyprus' East Coast is famous for its relaxing seaside resorts and long sandy beaches. Very touristy but possibly the most beautiful stretch over there is Fig Tree Bay in Protaras not far from the party capital Ayia Napa. Oh, and if you're in that area anyway and traveling with kids you might want to join a Pirate Cruise with Captain Jack Sparrow on the Black Pearl in Ayia Napa. So much fun!


Petra tou Romiou is around 30 minutes from Lemesos or Paphos 
Lara Beach is around an hour's drive from Paphos. Consider a 4x4 drive if you plan to explore the Akamas, it's worth it!  
Fig Tree Bay is 50 minutes from Larnaca and 20 minutes from Ayia Napa

Petra tou Romiou

Lara bay

Have you been to Cyprus?  What is your favourite spot? 






Liebe regelmäßige Leser,

dieser Artikel erscheint auf Englisch, weil sich nach mehreren Zypernurlauben bei meinen Freunden und Bekannten im Internet und Reallife die Anfragen nach diesem schönen Urlaubsland häufen. Die meisten dieser Leute können leider kein Deutsch, weswegen ich entschieden habe, diesen Artikel ausnahmsweise auf Englisch zu veröffentlichen. Als Referenz sozusagen, falls mal wieder einer nach Zypern fragt. Ich habe länger überlegt, ob ich ihn zweisprachig anbiete, mich dann aber dagegen entschieden, weil er dadurch sehr unübersichtlich und lang geworden wäre.

Vielen Dank für euer Verständnis und herzliche Grüße,
Hadassa