Montag, 29. Februar 2016

Sommerliches Salzburg - aus der Fotokiste

Salzburg vom Mönchsberg aus gesehen

Wie ich höre, ist es in der Heimat gerade wieder winterlicher geworden, und da dachte ich mir so, kramst du doch mal die Fotos von Salzburg aus der Kiste, die du nach dem letzten Sommerurlaub nicht mehr losgeworden bist. So ein Spaziergang durch das gleißend sonnige Salzburg kommt bei trübem Februarwetter doch sicher gut, oder?

In die "Mozartstadt" aufgemacht haben wir uns im August 2015, weil der Gatte so ein großer Musikliebhaber ist (Mama hat immer sehr gute Einfälle, wie man den israelischen Schwiegersohn, der sich doch sonst womöglich langweilt, bei Laune halten könnte...). Zugegeben ist es ein bisschen sportlich, das als Tagesausflug durchzuziehen, denn immerhin sind es auf der einfachen Strecke rund drei Stunden Fahrt. Eher spontan haben wir daher auf beiden Strecken eine längere Pause am Chiemsee eingelegt, der an diesem heißen Tag auch einfach nur wunderschön war.

Als Ausgangspunkt in Salzburg ist das riesengroße Parkhaus im Zentrum toll. Die tief in das Felsgestein des Mönchsberges gehauene katakombenartige Anlage ist beinahe eine Sehenswürdigkeit für sich ist, und der Ausgang liegt direkt an der Pferdeschwemme am Karajan-Platz, also wirklich zentral.


Pferdeschwemme

Besonders aufgefallen sind mir sofort die leuchtenden Farben der alten Salzburger Stadthäuser und die vielen bunten Ladenschilder. Überhaupt haben mir die Gebäude an diesem Ausflug am besten gefallen, aber das ist ja nichts Neues bei mir.


Universitätsplatz


Unseren Spaziergang durch die Altstadt beginnen wir am Universitätsplatz. Die dortige  Kollegienkirche hätte ich spontan für den berühmten Dom gehalten, doch weit gefehlt ...

Durch einige enge Gässchen geht es zügig zum Mozarthaus, das der Gatte mit dem Mädchen und der Oma besichtigt. Mir ist das Innere weniger wichtig, ein Foto der Fassade reicht, schon um zu dokumentieren, dass in Salzburg Mozarts Geist Tür an Tür mit H&M lebt...


am Mozarthaus

In einem lauschigen Hinterhof um die Ecke des Mozarthauses machen wir anschließend Mittagspause. Ich bin überrascht, dass wir so nah an dieser überlaufen Sehenswürdigkeit einen Tisch und dann auch noch relativ günstig etwas zu essen bekommen. Kaiserschmarrn ist in Österreich natürlich Pflicht!


Kaierschmarrn


Nach dem Essen lassen wir uns weiter durch die malerischen Gassen in Richtung Dom treiben. In der Salzburger Altstadt gibt es tolle Fotogelegenheiten wirklich an jeder Ecke, man muss sich richtig zusammen reißen, nicht alle paar Meter stehen zu bleiben und den Rest der Familie mit der ewigen Knipserei zu nerven.


Innenhof
St. Blasius
Kiosk Tomaselli





Am Residenzplatz warten die Fiaker auf Kundschaft, was beim Pferdemädchen zu großem Verdruss führt, weil wir entscheiden, dass das nicht drin ist. Es gibt Grenzen, und über 40 Euro für 20 Minuten in der prallen Sonne durch die Altstadt kutschieren ist für mich so eine Grenze. Der Ärger des Mädchens verfliegt leider nur allmählich, und so gerät der Besuch im Dom weniger freudig als gedacht. Aber höchst imposant ist der und die prunkvolle Barockdecke ein atemberaubendes Gesamtkunstwerk.


Michalerkirche
barocke Deckenmalerei im Dom
Kollegienkirche

Die Engelsgeduld des Papas und ein leckeres Eis aus der Hand versöhnen das Mädchen letztlich, und auf dem Rückweg durch die Altstadt ist sie wieder guter Dinge und bestaunt all die spannenden Dinge, die es in den vielen kleinen Läden zu kaufen gibt. 

Zum Abschluss geht es mit dem Aufzug auf den Mönchsberg, wo wir die tolle Aussicht über Salzburg genießen und hinüber zur Festung schauen, die wir diesmal nicht besichtigen werden. Gerne wäre ich den schattigen Waldweg entlang spaziert oder hätte das Museum der Moderne besucht, das hier oben seit 2004 auf rund 3000 Quadratmetern moderne Kunst ausstellt. Und als uns auf dem Weg zurück durch das Parkhaus schick gemachte Konzertgänger auf dem Weg zu den Salzburger Festspielen entgegen kommen, bekomme sogar ich fast Lust, eines Tages zu einem Konzert wieder zu kommen.

Wanderweg auf dem Mönchsberg

Ja, Salzburg ist eine Stadt, die mich wirklich überrascht hat, weil sie viel mehr zu bieten hat, als ich gedacht hätte. Oder gewagter formuliert: Es muss nicht immer Wien sein, wenn man traditionelle österreichische Stadtluft schnuppern will, ein kleiner Hopser über die Grenze genügt :)




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Samstag, 27. Februar 2016

Samstagsfragmente #31 - von Autos und Ameisen



Heute


schnupft und hustet es in unserer Familie. Das Mädchen hat am Donnerstag eine richtig fiese Erkältung mit Halsschmerzen eingeschleppt und diese offenbar an den Gatten weitergegeben. Bei mir ist bisher alles gut, ich hoffe, es bleibt so. Das wird uns aber nicht davon abhalten, später einen kleinen Besuch bei der Schwagerfamilie abzuhalten, denn unser Neffe wird am Montag in die Armee eingezogen. Ein aufregendes Ereignis, das aber natürlich auch mit gemischten Gefühlen gesehen wird, denn es bedeutet, dass er für die nächsten Jahre quasi dem Staat gehört und nur selten nach Hause kommen wird. 


Die Woche 


hat für uns mit der Hiobsbotschaft begonnen, dass unser Auto leider Schrott ist. Zahnriemen hin, Motor hin, und da das treue Auto schon ziemlich alt war und über 200.000 Kilometer hatte, wäre die Reparatur fast teurer als der Restwert geworden. Daher war eigentlich direkt klar, dass wir uns nach einer Alternative umsehen müssen, und zwar schnell, denn der Gatte ist auf das Auto angewiesen. Nun sind Autos in Israel beinahe so teuer wie Wohnungen, ok, ich übertreibe, aber sie sind wirklich horrend teuer, weil der Staat bei den Importsteuern richtig Kasse macht. Andererseits haben gute Modelle nur wenig Wertverlust, und für den privaten Gebrauchtwagenmarkt braucht man Zeit und eine Portion Glück, einen zuverlässigen bezahlbaren Wagen zu finden. Zeit, die wir nicht haben, weil einstweilen der winzige Mietwagen täglich Geld kostet. To cut a long story short: Wir sind zum Händler und haben, nach einem tiefen Griff in die Spardose, ein solides kleines Fahrzeug bestellt, das uns hoffentlich viele Jahre begleiten wird.


Erfreulichkeiten


1. Im Park Zeit gehabt, eine faszinierende Ameisenautobahn zu beobachten

2. Erfolgreich Arabisch für Anfänger absolviert, jetzt heißt es sprechen, sprechen, sprechen!

3. Fast die ganze Woche wundervolles Frühlingswetter mit tiefblauem Himmel gehabt

4. Ein schönes kreatives Projekt angefangen, das zur Zeit meine Abende ausfüllt, Details kommen später

5. Das Manuskript einer lieben Freundin zum Betalesen bekommen

Erlesenes


Mit The sweetness at the bottom of the pie von Alan Bradley bin ich durch und habe mich gut amüsiert. Allerdings nicht so sehr, dass ich jetzt unbedingt gleich Teil 2 der Serie in die Hand nehmen müsste.

Für die Bücherkultur-Challenge habe ich die Qual der Wahl, was ich als nächstes lesen soll. Ich schwanke zwischen Wasser für die Elefanten, Der talentierte Mr. Ripley und Nachtzug nach Lissabon - was sagt ihr?

Möglicherweise werde ich auch einen zweiten Versuch mit Middlesex starten, ich mag es einfach nicht, angefangene Bücher liegen zu lassen.. 


Webfragmente 



Ein Ausschnitt aus der letzten Sherlock-Folge in 7 verschiedenen Sprachen <3 (Video)

Juna schreibt darüber, wie individuell man Zionismus empfinden kann. Habe ich gerne gelesen, denn der Begriff ist in letzter Zeit ja zunehmend zu einem eher negativ belegten Schlagwort geworden.

BDS ist in aller Munde. Ich habe diese Woche zwei gute Artikel zum Thema gelesen, einen von Sally Abrams und einen von Bassem Eid (beide Englisch)

Zum Schluss ein Zuckerl, das ich gerade erst gefunden habe: Günstig in Schottland übernachten und dabei einen kleine Buchladen schmeißen, hach, das wär was für mich .... (Englisch)




// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.//





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Donnerstag, 25. Februar 2016

Tschüß, du Held meiner Kindheit

Gestern Vormittag stürzte ein lieber Kollege in mein Büro: "Weißt du, wer gerade gestorben ist? Peter Lustig! Den kennst du doch, oder?"

Natürlich kenne ich Peter Lustig, und kurz wird es mir richtig eng in der Brust. Mein Kollege und ich sehen uns betroffen an und stellen übereinstimmend fest, was für ein Fixpunkt Peter Lustig für unsere Generation war, die in den 1980er Jahren ihre ersten Fernseherfahrungen machen durfte. "Löwenzahn" war, neben der "Sendung mit der Maus", das Kinderprogramm, das wir alle sehen durften, weil es lehrreich und auch für unsere Eltern ohne Langeweile auszuhalten war. Es war quasi Familienfernsehen, an dessen Ende immer allen klar war, was man zu tun hatte: "Abschalten!" nämlich, also raus gehen, Dinge entdecken, Maschinen bauen, die Natur erforschen und all die anderen Dinge, die Peter selbst so gerne tat. Heute wäre so eine erzieherische Ansage bei dem Überfluss an pädagogisch wertvollen und weniger wertvollen Kinderprogrammen wohl undenkbar.

Mein Opa, der ein richtiger Technikfuchs war und schon damals einen Videorecorder besaß, hatte eine große Sammlung aufgenommener Löwenzahn-Folgen, die wir fast unbegrenzt sehen durften, wenn wir dort zu Besuch waren. Mit dem frechen Pumuckl und der ungezogenen Pippi Langstrumpf konnten sich Oma und Opa nämlich gar nicht anfreunden, und Peter war zwar schusselig, aber immer auf eine freundliche Art, außerdem (s.o.) lehrreich. Peter ging also immer, und so könnte ich auf Anhieb eine ganze Liste von Folgen aufzählen an die ich mich bis heute deutlich erinnere.

Dank Internet kann ich das geballte Wissen aus "Löwenzahn" auch meinem Mädchen zugänglich machen. Fritz Fuchs, der schon vor einigen Jahren in Peter Lustigs Bauwagen eingezogen war, ist aus heutiger Kindersicht zwar cooler, die alten Folgen schauen wir trotzdem immer wieder gerne zusammen an. Und es ist einfach toll, dass man zu fast jedem Thema eine passende Löwenzahn-Folge aus dem Ärmel schütteln kann. Das hat uns schon oft geholfen, knifflige Kinderfragen zu entschlüsseln.

Ja, er hat mich geprägt, der latzhosentragende Welterklärer mit der Nickelbrille, der für seinen Beitrag zur Allgemeinbildung sogar das Bundesverdienstkreuz erhielt. Obwohl er sich nicht als Schauspieler verstand, war er vor der Kamera ein Profi, der es 30 Jahre lang immer wieder schaffte, ein Millionenpublikum in seinen Bann zu ziehen. Berühmtheit war nie sein Ding, er lebte zurückgezogen und ließ nur wenig über sein Privatleben bekannt werden, der Erfolg blieb ihm selbst unerklärlich. Ein Mensch, dem man abspürte, dass er gerne tut, was er tut und seine Begeisterung darüber mit anderen teilen möchte.

Ich bin ein Glückspilz. Ich darf alles tun, was ich schon als Kind tun wollte. 
- Peter Lustig


Mit Peter Lustig ist einer der ganz Großen gegangen. 


ZDF/Christiane Pausch


Lange Löwenzahn-Nacht am 28. Februar. Für alle, die mit Peter Lustig groß geworden sind. //



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Montag, 22. Februar 2016

#BloggerAlphabet - D wie Design




Form follows function - so lässt sich das neue Thema im Bloggeralphabet  für mich in drei Worten zusammen fassen.

Sprich, ein Internetauftritt muss für mich in erster Linie gut funktionieren und erst in zweiter Linie gut aussehen, denn was nutzen mir die schönsten hochauflösenden Grafiken und Seitenelemente, wenn ich die Beiträge nicht flüssig lesen oder bequem durch die Kategorien navigieren kann? Ein paar grundsätzliche Dinge versuche ich daher zu berücksichtigen, wenn ich an meinem Blog schraube:

1. Hintergrund- und Textfarbe

Blogs oder Webseiten mit hellem Text auf dunklem Hintergrund strengen mich beim Lesen total an, was dazu führt, dass ich sie entweder gar nicht lese oder aber nur über mein Reader-App Feedly, das Inhalte in generischer Form ohne individuelles Design abbildet. Da ich weiß, dass es auch Menschen gibt, die bedingt durch Sehschwächen einen starken Kontrast zwischen Text und Hintergrund brauchen, erscheinen meine Texte in dunkelbrauner Schrift auf weißem Hintergrund.


2. Blogger-Template

Ich nutze eine der voreingestellten Vorlagen von Blogger und habe sie mir nach meinen eigenen Vorstellungen angepasst. Über Farben, Schriftart, Spaltenbreite, Navigationsleistendesign, etc. lässt sich auch aus einer einfachen Vorlage viel rausholen, und ich habe dennoch die Sicherheit, dass alles innerhalb der Blogger-Plattform kompatibel bleibt. So verlockend ich manches schicke Designer-Template auch finde, das Risiko, dass sie mein Blog träge machen könnten und möglicherweise nicht in jedem Browser oder auf mobilen Geräten gleich gut dargestellt werden, ist mir zu hoch.


3. Widgets - Weniger ist mehr 

Ich habe eine Schwäche für all diese praktischen Kästen, Grafiken und Animationen, die man sich in die Seitenleiste seines Blogs packen kann und muss mich immer beherrschen, zurückhaltend damit zu sein, um mein Blog nicht zu überfrachten. Auch hier gilt für mich: Funktional muss es sein. Ich nutze Widgets, die meinen Besuchern und damit meinem Blog dienen, also die Suchfunktion, das Archiv, beliebte Artikel, letzte Kommentare und Social Media Knöpfe. Erst weiter unten erlaube ich mir allerlei bunte "nice-to-have"s. In der mobilen Ansicht und in Feedreadern ist all der liebevoll gehätschelte Schnickschnack ohnehin nicht zu sehen.


4. Kontinuität / Wiedererkennung 

Veränderungen nehme ich an meinem Blogdesign nur selten und sparsam vor. Ich möchte, dass mich auch Leser, die einige Zeit nicht da waren, gleich an meinem bekannten Design wieder erkennen.


Trotz allem stellt sich mit der Zeit eine gewisse Betriebsblindheit ein, was das eigene Blogdesign betrifft, daher wäre ich erfreut über ein Feedback von euch. Fehlt euch was? Ist was zu viel? 



Was andere Blogger zum Thema Design zu sagen haben, könnt ihr hier nachlesen. Das nächste Thema lautet E wie Emails und gilt ab dem 29. Februar.

// 52 Wochen – 26 Buchstaben – 26 Themen. Alle zwei Wochen stellt Anne auf neontrauma.de ein neues Stichwort in den Raum, das mit dem Bloggen verknüpft ist. //



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Samstag, 20. Februar 2016

Samstagsfragmente #30 - -Blüten, Bücher und Begegnungen



Heute


war ich auf einem Begegnungstreffen israelischer und palästinensischer Frauen, das mich bewegt und ermutigt hat. Ich würde mir wünschen, dass daraus vielleicht einige Freundschaften entstehen könnten. Über die Herausforderungen, Kontakte zur anderen Seite des "Konflikts" zu knüpfen, schreibe ich demnächst mal einen etwas längeren Artikel, glaube ich. Während ich dort war, hat die Familie sich im Grünen mit unserer Wandergruppe vergnügt, ein besonders schöner Ausflug soll es gewesen sein. Mit vielen Blumen, glücklichen Hunden und tollem Essen. 


Die Woche 


ging wieder mal rasend schnell vorbei, und ich habe mit Schreck festgestellt, dass ich seit den letzten Samstagsfragmenten hier tatsächlich nichts mehr geschrieben habe.


Erfreulichkeiten


1. Teil 1 des Purimkostüms war diese Woche in der Post -

2. ebenso das Weihnachtspaket von meiner Schwester (das Warten hat sich aber absolut gelohnt s.o.) 

3. ein länger aufgeschobenes Projekt im Büro liegt endlich hinter uns (ok, so gut wie)

4. Die Aloe Vera blüht wieder in Tel Aviv und ich habe ein schönes Foto davon gemacht

5. Im Second Hand-Laden einen ganzen Stapel Bücher für die Leseliste Gegenwartsliteratur ergattert


Erlesenes


The sweetness at the bottom of the pie von Alan Bradley ist sehr unterhaltsam bisher


Webfragmente 


Harper Lee, die Autorin von "Wer die Nachtigall stört" ist tot. Goodreads hat eine Sammlung von Zitaten zusammengestellt. (Englisch)

Richard C. Schneider, langjähriger Nahostkorrespondent der ARD blickt auf seine Zeit in Israel zurück. (Zeit-Artikel)

Deutsche Kosenamen für Ausländer erklärt. Deutsche Welle (Englisch)

Ein Video über Jake Weidman, einer der wenigen wahren Künstler der Handschrift "Master Penman" der Welt zeigt seine Arbeit. Ich kann für so viel künstlerisches Detail ja durchaus Begeisterung aufbringen: Video (Englisch)





// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.//





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Samstag, 13. Februar 2016

Samstagsfragmente #29 - Purim und andere Planungen




Heute



ist es bei uns richtig frühlingshaft. Das Thermometer zeigt am frühen Nachmittag 20°, die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Nur dem Gatten ist es schon wieder zu warm. Aus dem Verkehrsfunk weiß ich, dass scheinbar kol HaOlam we Ischto heute in den Süden gefahren ist, um die Anemonenblüte zu bewundern. Wir haben das vor Jahren einmal gemacht und seither nie wieder - im Gänsemarsch zwischen Buggies, heulenden Kleinkindern und lärmenden Machos über einen Trampelpfad traben ist nicht so unseres. Außerdem haben wir ja direkt vor der Haustür unseren grünen Hügel, das reicht mir an wildem Geblüh.

Stattdessen vergnügt sich das Mädchen auf einem Kindergeburtstag, während wir gerade von einer kleinen Ausfahrt in das nähere Umland zurück sind, wo wir uns ab und an nach günstigeren Wohnalternativen umsehen. Das machen wir besser allein, denn schon der entfernte Gedanke, von Schule und Freundinnen wegziehen zu müssen, verursacht beim Mädchen große innere Unruhe. Gar nicht so einfach.

Jetzt haue ich mich gleich wieder aufs Sofa und lese noch ein wenig. 


Die Woche 


umfasst diesmal eigentlich zwei Wochen, weil ich letzten Samstag buchstäblich verschlafen habe, die Fragmente einzustellen.

Erfreulichkeiten


1. Das diesjährige Purimkostüm ist wohl geregelt, jetzt muss nur noch die Post aus Europa rechtzeitig liefern. 

2. Sommerflüge eingetütet. Nein, das ist nicht verrückt, sondern vorausschauend. Im August ist die Flugsituation aus und nach Israel katastrophal, wer sich nicht frühzeitig kümmert zahlt doppelt für miese Verbindungen oder findet gar nichts mehr. 

3. Ein schönes Hercule Poirot - Computerspiel vom Gatten bekommen und schon fast gelöst.

4. Letztens beim Kochen den Daumen glücklicherweise nur an- und nicht abgehackt. IKEA-Messer sind richtig gut.

5. Die Geburtstagsparty für dieses Jahr steht quasi. Über einen Monat vorher und sie wird mich diesmal kaum stressen. Details folgen. 


Erlesenes


Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson habe ich schon letzte Woche zu Ende gehört und mich wunderbar unterhalten. Ich hatte ja das gekürzte Hörbuch aber nicht den Eindruck, dass mir Inhalt fehlt.

The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson steht auf der Liste für Klassiker, die ich gerade ablese. Es war interessant, diese so vielfach zitierte und in Literatur und Kultur aufgegriffene Geschichte einmal im Original zu lesen. 

Diese Woche habe ich mir ein Wohlfühlbuch von Bev Pettersen  gegönnt und sofort verschlungen. Sie siedelt ihre Geschichtem im professionellen Pferdesportmilieu an, von dem sie richtig Ahnung hat, und lässt dort Romanzen entstehen, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen und - natürlich - immer gut ausgehen.


Webfragmente 


Ritterschlag! Mein kleiner Hack hat es zu IKEA-Hackers geschafft. (SAMLA Spielboxen)

Ein Poetry Slam von RebellComedy hat mich berührt. (Hinter uns mein Land)

Schimpfworte generieren nach William Shakespeare. Probier's doch mal aus, du "schreckliche Kröte"!  (Englisch)

Die Schule meiner Tochter hat mich diese Woche mit riesigen bunten Blumenkästen in allen Gängen begeistert, auf Instagram habe ich zwei Fotos gezeigt. Gebastelt wurden die Blumen von 6. Klässlern aus leeren Plastikflaschen, eine Anleitung dazu gibt es zum Beispiel hier. (Englisch)



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Freitag, 12. Februar 2016

[12von12] - Februar 2016

Heute hatte ich einen produktiven Vormittag mit vielfältigen Fotogelegenheiten. Blöderweise ist mir mal wieder erst mittags eingefallen, dass 12 von 12 ist, und so seht ihr an dieser Stelle kein Foto aus dem Spielzeugladen, wo wir zwischen meterweise Purimkram nach einem Geschenk suchen mussten, kein Foto aus dem Klamottenoutlet und kein Foto vom Wocheneinkauf im Supermarkt. 

Zurück Zuhause habe ich das Geschenk verpackt, Wäsche ab- und aufgehängt, Nagellackreste entfernt und neuen aufgetragen und zwischendurch eine kleine Pause mit "Earl Grey - hot" und dem Kindle genossen. 


In der späten Nachmittagssonne machten der Gatte und ich einen Spaziergang auf unserem Hügel und davon gibt es noch wesentlich mehr als 12 Fotos :)

Wahnsinn,  dieses satte Grün !




Und bei euch so?


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Dienstag, 9. Februar 2016

Kompromiss

Der Gatte hat einen Weichspülerkomplex. 

In seiner Erinnerung hatten früher alle israelischen Kinder einen ganz eigenen, ganz besonderen Duft an ihren Kleidern. Außer ihm. Israelis lieben nämlich, damals wie heute, Weichspüler und setzen das Zeug großzügig ein. So großzügig, dass Kleidung, die wir für das Mädchen von Bekannten vererbt bekommen, noch zahllose Wäschen später danach "duftet". Des Gatten Mama war, wie ich, schon immer gegen Weichspüler - zu teuer, zu umweltbelastend, zu künstlich - und er erzählt mir, dass er noch während seiner Armeezeit die anderen Jungs beneidet hat, wenn die nach dem Wochenende mit einem Sack frisch gewaschener (natürlich weichgespülter!) Kleidung zurück zum Dienst kamen.

Nun sieht er natürlich ein, beziehungsweise erkläre ich es ihm jederzeit gerne noch mal, warum mir kein Weichspüler ins Haus kommt. Da bin ich eigen. Trotzdem erwische ich ihn ab und an, wie er mit sehnsüchtigem Blick an liegen gelassenen Pullis von Besuchskindern schnüffelt.

Ebenfalls sehr wichtig sind ihm unsere Böden. "Sponga" nennt man es auf Neuhebräisch wenn mit viel Wasser und Seife die Fliesen erst geschrubbt und später nass abgezogen werden. Bei uns ist der Gatte dafür zuständig, dass die Böden sauber sind, und so darf er auch entscheiden, welches Putzmittel dafür gekauft wird. Eine Zeitlang hatten wir ein ökologisches, das inzwischen leider wieder aus unserem Supermarkt verschwunden ist. Dafür habe ich neulich eine geradezu geniale Alternative entdeckt:

Ein Fußbodenreiniger mit Weichspülerduft.


Ich will ja nicht wissen, was man da in der Fabrik gepanscht hat, denn das Zeug sieht aus wie Weichspüler und kommt in einer Flasche und mit einem Etikett daher, das Weichspülern täuschend ähnlich sieht, aber sei's drum. Mit irgendwas muss er ja wischen, und so riechen wenigstens unsere Fliesen nach frisch gewaschener Wäsche, wenn es die Wäsche schon nicht tut :) 





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Montag, 8. Februar 2016

#BloggerAlphabet - C wie Code



Code heißt das heutige Stichwort beim Bloggeralphabet. Mich faszinieren Programmiersprachen sehr, obwohl es bei mir leider nie über HTML und ein bisschen CSS hinaus gereicht hat. Immerhin: Vor einigen Jahren, als ich während der Elternzeit ein kleines Gewerbe hatte, habe ich meine Internetseite ganz allein aufgezogen. Mit statischen HTML-Seiten, die ich anfangs auf dem ganz gewöhnlichen Windows-Notepad "geschrieben" habe. Mein bester Freund war damals dieses Tutorial und das Vorhaben hat mich einiges an Nerven und durchgecodeten Nächten gekostet, aber die fertige Seite hat erstaunlich gut funktioniert. Klar war das Design eher simpel, aber mit schönen Fotos, eingebetteten Videos und übersichtlichem Text, dazu einer Startseite, die ich regelmäßig mit neuen Inhalten gefüllt habe, konnte ich damit alle wesentlichen Informationen transportieren. Mit Hilfe einer anderen Anleitung aus dem Internet habe ich es sogar geschafft, mir einen virtuellen Server und eine lokale Entwicklungsplattform auf meinem PC einzurichten, und konnte so mit den Seiten experimentieren, bevor sie "live" gingen.

Heute würde ich keinen derartigen Aufwand mehr betreiben, sondern auf ein Content Management System zurückgreifen, Wordpress hätte für meine damaligen Ansprüche wahrscheinlich schon gereicht, aber ich will diese Erfahrung auch nicht missen. HTML hat sich dadurch nämlich richtig gut bei mir eingenistet und kommt mir immer mal wieder zugute, etwa wenn ich ein bisschen am Blog schrauben will. Viel schraube ich ganz bewusst nicht, weil ich Blogspot für grundsätzlich stabil, browserübergreifend sowie für mobile Endgeräte optimiert halte, und daran nichts "verstellen" will, aber manchmal hilft es doch, wenn ich den Quellcode anschauen und einigermaßen nachvollziehen kann.

(Grün vor Neid über die tollen indviduellen Oberflächen mancher Blogger bin ich trotzdem manchmal. Ok, oft. Jedenfalls wenn sie auf allen (mobilen) Browsern funktionieren, was bei Eigenbauauftritten leider nicht immer der Fall ist.)



Was andere Blogger zum Thema Code zu sagen haben, könnt ihr hier nachlesen. Das nächste Thema lautet D wie Design und gilt ab dem 15. Februar.


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Freitag, 5. Februar 2016

[Buch] Ray Bradbury: Fahrenheit 451

Ich habe kürzlich begonnen, mich durch eine Liste bedeutender Weltliteratur zu lesen. 100 Werke der Gegenwart und 50 Klassiker, die man gelesen haben sollte. Etwa die Hälfte davon habe ich in meinem Bücherleben schon gelesen, den Rest werde ich jetzt ein bisschen aktiver angehen.

Eingestiegen bin ich mit Fahrenheit 451 von Ray Bradbury, einem Titel, den ich schon länger im Visier hatte, weil er zu den ganz frühen Dystopien gehört, also rund ein halbes Jahrhundert vor dem großen Boom des Genres in der Jugendliteratur.


Fahrenheit 451Fahrenheit 451 by Ray Bradbury
My rating: 4 of 5 stars

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist der Konsum und Besitz von Büchern verboten, stattdessen sorgen deckenhohe Fernsehbildschirme dafür, die Bürger rund um die Uhr mit personalisierten, aber stupiden, Realityprogrammen zu beschallen. Die Feuerwehr, so wie wir sie kennen, ist obsolet geworden, denn Gebäude werden aus nicht entflammbaren Baustoffen gebaut, Hausbrände gehören also der Vergangenheit an. Die neue Funktion der Feuerwehr ist es, verbotene Bücher zu verbrennen und die Besitzer ihrer gerechten Strafe zuzuführen. In dieser neuen Zeit ist Bradburys Hauptperson Guy Montag als Feuerwehrmann tätig. Er mag seine Arbeit und hätte sie wohl nie ernsthaft hinterfragt, hätte er nicht eines Abends seine junge Nachbarin getroffen, die höchst verstörende Ansichten zum Leben hat.

Fahrenheit 451 ist 1953 erschienen, liest sich dafür aber sehr flüssig weg. Mich hat besonders erstaunt und auch ein bisschen schockiert, wie scharfsinnig Bradbury den kulturellen Verfall der Gesellschaft, insbesondere in Bezug auf den TV-Konsum, schon vor über 60 Jahren vorausgesehen hat. Durch Montag konfrontiert er die Leser mit vielen philosophischen Gedanken und Fragen, die ich nicht beim ersten Lesen gänzlich durchdringen und aufnehmen konnte. Ich werde Fahrenheit also noch ein- oder mehrmals lesen müssen. Die Merkmale der totalitären Gesellschaft, wie sie für dystopische Romane charakteristisch ist, sind deutlich erkennbar, aber werden nicht in Einzelheiten ausgeführt. Das fand ich persönlich ein wenig enttäuschend, weil mich an diesem Genre die Beschreibung der Welt und des Alltags in der Gesellschaft immer mit am meisten interessiert.


Im Ramen der oben erwähnten Bücherkulturchallenge hat Franzi eine Leserunde zu Fahrenheit 451 durchgeführt. Ihre und weitere Rezensionen findet ihr auf ihrem Blog.



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Montag, 1. Februar 2016

#BloggerAlphabet - B wie Bloggertreffen



Im zweiten Teil des Blogger-Alphabets möchte Anne gerne unsere Gedanken zu Bloggertreffen hören. Das wird für mich ein kurzer Beitrag, denn ich bin tatsächlich noch nie auf einem Bloggertreffen gewesen. Zwar gibt es auch in Israel Blogger, die, soweit ich weiß, sogar Treffen organisieren, aber ich fühle mich ihnen nicht wirklich verbunden. Mein Publikum, meine Themen und nicht zuletzt meine Blogsprache sind andere, ich fühle mich der deutsch- und englischsprachigen Bloggerszene näher. Die ist aber geographisch so weit weg, dass ich kaum ernsthaft über die Teilnahme an einem Bloggertreffen nachdenken kann. (Aber man soll niemals nie sagen, ich hätte zum Beispiel auch nie gedacht, dass ich die Leute aus meiner Elterncommunity je treffen würde und dann wurden manche ziemlich beste Freundinnen!)

Ziemlich oft treffe ich mich mit Chutzpi, aber da wir schon vor der Bloggerei befreundet waren, täten wir das auch ohne Blogzusammenhang, das gilt also eher nicht. Aber ich denke ganz oft, dass es schon nett wäre, manche Bloggerkolleginnen mal "in Echt" zu sehen und falls sich da mal was ergibt, etwa weil man zufällig gerade in der gleichen Gegend ist, ich wäre sofort dabei :)

Was andere Blogger zum Thema Bloggertreffen zu sagen haben, könnt ihr hier nachlesen. Das nächste Thema lautet C wie Code und gilt schon ab heute, 1. Februar.


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