Samstag, 10. Dezember 2016

Samstagsfragmente #68 - entschleunigtes Wochenende

Haustür in der Jerusalemer Altstadt, Christian Quarter

Heute 


waren wir wieder in der Jerusalemer Altstadt, diesmal mit einer Bestellung aus der Heimat: ein kleiner Schnitzengel aus Olivenholz, vorzugsweise aus Bethlehem, wird gewünscht. Derart typische Heiliges Land-Artikel finden sich weder in Tel Aviv, wo ich arbeite, noch in der homogen-jüdischen Kleinstadt in der ich wohne, aber wir hatten heute sowieso einen Termin in Jerusalem, das ließ sich ganz gut mit dieser Mission verbinden. Im ersten Laden wollte man mir für teures Geld ein absolut kitschiges Exemplar von einem pausbäckigen Engel, wahlweise mit Harfe oder Trompete, andrehen. "Good price lady, only 60 shekels, if you want I give it for 50!" - falls ihr schon mal hier gebummelt habt, kennt ihr das sicher. Eine Ecke weiter wurde ich dann aber fündig: Weniger gelackt und touristisch hochglanzpoliert, mehr schummrig-rummeliges Lädchen mit einem freundlichen älteren Gentlemen hinter dem Tresen, der mir für 35 Schekel gleich zwei Engelchen verkaufte. Noch ein bisschen die engen Gassen auf und ab spaziert und beobachtet, wie der gigantische Weihnachtsbaum geschmückt wird, von dem letztes Mal nur das Gerüst zu sehen war, danach ging es wieder nach Hause. Zu Hund und Hausaufgaben. Ich hasse es wenn das Mädchen über das Wochenende Hausaufgaben machen muss. Überhaupt hat sich an meiner negativen Grundhaltung gegenüber Hausaufgaben seit meiner eigenen Grundschulzeit nichts geändert. Bäh.


Weihnachtsbaum am "New Gate"


die Woche 


zur Zeit fliegt eine Woche wie die andere dahin. Kaum ist man sonntags gestartet, ist es auch schon wieder Donnerstag.... Ich komme kaum zum Luft holen, hoffentlich wird 2017 etwas geruhsamer.   


Erfreulichkeiten


  1. die ganze Woche wunderschönes Winterwetter gehabt
  2. leckere Pizza aus perfekt gelungenem Hefeteig gebacken (mit Hefeteig verbindet mich schon immer eine gewisse Hassliebe...)
  3. ein Treffen mit einer lange nicht gesehenen Freundin ausgemacht 
  4. beim gift-exchange letzten Samstag leckeren Tee aus London und eine tolle Elvis-Tasse gewonnen (wusstet ihr, dass es in Jerusalem ein Diner gibt, das Elvis gewidmet ist? Sogar mit überlebensgroßer Elvis-Statue davor?)
  5. nur noch 2 Wochen bis zu unserem Urlaub 🎄

Erlesenes 


Fremd von Ursula Poznanski und Arno Strobel wollte ich schon ewig lesen, denn von Poznanski muss ich ja eigentlich immer alles lesen. Als es kürzlich endlich in der hiesigen Bibliothek auftauchte, musste ich mich natürlich sofort darauf stürzen. Die beiden Autoren dieses Thrillers wechseln sich mit den Kapiteln und zwei Erzählperspektiven ab, das funktioniert erstaunlich gut und erzeugt einen überzeugenden Spannungsbogen. Die Auflösung fand ich dann allerdings ein wenig lau und es gab ein paar Logikbrüche, die mich genervt haben. Trotzdem lesenswert.

Jetzt freue ich mich auf ein weiteres Vorablesebuch der Ink Rebels. Diesmal ist es ein Young Adult-Roman, ich bin sehr gespannt :)

Foto der Woche


Fotos von Büchern gehen auf Instagram immer. Das Mitnehmbücherregal am Bahnhof hat diese Woche bei mir am meisten 💙 generiert:


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Webfragmente


Im Advent höre ich gerne Weihnachtslieder. Aus der Playlist mit Frank Sinatra und Dean Martin knödelt es besonders schön :)

Über der neuen Schmuckausgabe von Herr der Ringe habe ich diese Woche virtuell geschwelgt, aber nein, ich brauche Herr der Ringe nicht auf Deutsch im Regal.

Spaß hat mir auch ein Freitext auf der ZEIT über Weihnachtsplätzchen gemacht: Makronen! Meine Fresse!

Und zum Brüllen komisch fand ich das Video "Wenn Männer stillen würden" (Englisch)



Wie war eure Woche? 


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //


Kommentare:

  1. Durch die Altstadt würde ich auch gerne mal wandeln... Vielleicht irgendwann mal. Man darf sich auch nicht gleich vom ersten Händler einnehmen lassen.
    Ich guck mir jetzt dein Video an, damit ich auch lachen kann.
    Liebe Grüße Andrea

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    1. Das solltest du wirklich einmal tun! Auch im Rahmen einer kurzen Pilgerreise kann man viel sehen und Eindrücke sammeln :)

      Viele Grüße und einen guten Übergang ins neue Jahr,
      Hadassa

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  2. Ich gebe als Lehrerin natürlich auch Hausaufgaben auf, auch wenn ich sie nach wie vor nicht liebe :D
    Hausaufgaben als Schülerin machen zu müssen fand ich lästig. Meine Kinder anzuhalten ihre Hausaufgaben zu machen war kein positiver Stimmungsmacher. Doch nichts toppt Hausaufgabenkontrolle von SchülerInnen.
    Hausaufgaben hat sich der Teufel erdacht. ;-)

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    1. Wenn die Hausaufgaben dazu da sind, noch ein bisschen Übungen zu etwas am Vormittag gelernten zu machen, habe ich ja auch nichts dagegen. Aber oft fühlt es sich halt so an, als sei die Lehrerin morgens mit dem Stoff nicht durchgekommen und lagere ihn deshalb in die Hausaufgaben aus. Das finde ich eher kontraproduktiv vor allem bei Grundschülern :)

      Frohe Feiertage noch!
      Hadassa

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