Montag, 21. November 2016

Samstagsfragmente #65 - Shabbat mit Salz



am Samstag 




war ich am Toten Meer mit meiner israelisch-palästinensische Frauengruppe. Die Gemeinschaft gibt mir immer wieder Hoffnung, dass nicht alles verloren ist in diesem Konflikt und dass man, wenn man versucht, den anderen nicht durch die Problembrille zu sehen, echte Zwischenmenschlichkeit und wertvolle Freundschaften finden kann. Das Tote Meer ist zwar nicht mein allerliebster Ort in Israel, es ist mir tatsächlich zu leblos und trist, aber ich habe mich diesmal doch dazu durchgerungen, der salzigen Brühe nach Jahren mal wieder eine Chance zu geben und mich treiben zu lassen. Faszinierend daran: Wenn man sich nicht gleich abtrocknet, sondern das Wasser auf der Haut verdunsten lässt, kann man kurze Zeit später eine dünne, aber hartnäckige Salzschicht vom Körper kratzen.







Die Woche 


war im Büro sehr intensiv, das Jahresende naht mit Riesenschritten, diese Wochen sind für uns in der Buchhaltung immer Stress pur. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass wir Kolleginnen so ein gutes Miteinander haben und es eigentlich immer schaffen, uns gegenseitig aus dem Frustsumpf zu ziehen. 


Erfreulichkeiten


  1. Nach über 10 Jahren mal wieder meinen Körper im Toten Meer eingeweicht.
  2. Mit dem Bus in die Wüste und danach auch heil wieder zurück gekommen.
  3. Gute Gespräche mit weisen Freundinnen gehabt.
  4. Ein leckeres Weißbier getrunken.
  5. Eine schöne, zweckmäßige Brotbox für mein Sauerteigbrot erstanden.


Erlesenes


Faye Kellermann: Und da war Finsternis hat mich am Ende nicht restlos überzeugen können. Toll geschildert und dadurch gerade aus aktuellem Anlass mehr als gruselig war das im Roman gezeichnete Stimmungsbild in München Ende der 1920er Jahre. 


Balzac and the little Chinese seamstress von Dai Sijie lese ich für die Bücherkultur-Challenge und es gefällt mir sehr gut. Es spielt in Maos China in den 70er Jahren - einem Kapitel der jüngeren Geschichte, von dem ich nur wenig weiß. Schrecklich und poetisch. 



Foto der Woche


Salzablagerungen am Toten Meer - Strand 


Webfragmente


Kennt ihr die Biden-Obama-Witze schon?  Die haben mich letzte Woche immer wieder herzlich zum Lachen gebracht. Spiegel

Chutzpi hat Fotos der Wüstenfüchse auf ihrem Blog gezeigt. 

Meine liebe Freundin Kira hat für die Ink Rebels eine Hörprobe zu ihrem in Kürze erscheinenden Roman "Keep on dreaming" aufgenommen - so charmant! Hörprobe 

Entzückt habe ich heute entdeckt, dass der Kindle Paperwhite diese Woche im Super-Sonderangebot für 79,99 Euro ist. Ich habe meinen Paperwhite jetzt seit fast 4 Jahren und kann ihn nur wärmstens empfehlen :) 



Puh, spät bin ich dran mit diesen "Samstagsfragmenten". Ich hoffe sehr, dass ich es bald schaffe, mich wieder regelmäßiger hier sehen zu lassen.... 



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog 
Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Kommentare:

  1. Du bist wirklich spät dran.
    Das tote Meer würde mich echt mal interessieren.
    Hab eine schöne Woche.
    Andrea

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    1. Du musst dich ranhalten, wenn du es noch besuchen willst - das Tote Meer wird immer kleiner und wird womöglich irgendwann ganz verdunstet sein ;)

      LG,
      Hadassa

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  2. Danke für den Besuch auf unserem Blog.
    Jetzt schaue ich mir Deinen Blog an. Es ist toll, dass Du nicht vergisst, Erfreulichkeiten jeden Tag aufzulisten. Es ist nicht selbstverständlich an die schönen Dingen nochmals zu denken.
    Die Bilder von dem totem Meer sind so interessant für mich.
    Liebe Grüße
    Loretta

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    1. Danke Loretta! Ich bilde mir wirklich ein, dass es meine Grundstimmung hebt, jede Woche die Erfreulichkeiten aufzulisten, eigentlich sollte man jeden Tag daran denken, aber auch einmal die Woche ist (für mich) ein positives Innehalten und dankbar sein.

      Vielen Dank für deinen Besuch,
      Hadassa

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  3. Wo am toten Meer wart ihr denn? Ich war zweimal dort, beide male mit dem Bus von Jerusalem aus hingefahren. Das erste mal waren wir eine Station vor Ein Gedi. Landschaftlich war es dort extrem faszinierend und die Fahrt dorthin war sensationell, wie auf einem anderen Planeten und dann tut sich einem das "Meer" auf und man fährt tiefer und tiefer. Verrückt. Nur war es dort vollkommen verlassen, dort war keine Menschenseele, das war cool und gruselig zugleich. Das ganze Tote Meer nur für uns, das Wasser war so klar und der Boden von Salz überzogen. Dort gab es scheinbar auch mal Duschen und irgendeine Art von touristischer Infrastruktur, war aber alles geschlossen. Eine einsame Seele die wir dort trafen verkündete "This area is closed". Das war im März 2014.
    Dieses Jahr war ich mit meinen Eltern am toten Meer. Wir sind, auf Empfehlung von Freunden, in Kalia Beach ausgestiegen. Sicherlich war es sehr viel komfortabler, mit Duschen, Sonnenschutz, Getränke, Eis, etc. Aber es war schrecklich überfüllt, man durfte nur in einem kleinen, abgesperrten Bereich des Sees baden. Der "Meeresboden" war vollkommen schlammig, glitschig und überall taten sich Löcher auf, die man wegen der Schlammigkeit des Wassers nicht sehen konnte und in die reihenweise Leute reingefallen sind, sehr unangenehm, im Toten Meer auszurutschen.
    Also lange Rede, kurze Frage, wo am See wart ihr?

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    1. Wir waren in Ein Bokek. Strand und Wasser waren dort echt ok, weil total auf den Tourismus ausgerichtet. Für längeren Urlaub brauche ich das dort aber nicht - es ist nichts weiter als eine hässliche Hotelstadt, kein landschaftlicher Flair außer dem Toten Meer. Der geschlossene Strand war wahrscheinlich der Mineral Beach. Der soll einer der allertollsten überhaupt gewesen sein, aber leider wegen Sibklöchern geschlossen. In Kalia war ich selber noch nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass es dort voll wird. Vor allem am Wochenende, weil er auch aus Jerusalem und sogar Tel Aviv so gut erreichbar ist. Wenn ich stilvoll in der Gegend Urlaub machen wollte, würde ich immer das Ein Gedi Kibbutzhotel wählen. Das liegt abseits dem Touristenzirkus und ist traumhaft schön. Zum Strand muss man dann halt noch mal in den Bus einsteigen oder ein Taxi nehmen.
      LG,
      Hadassa

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    2. Ich werfe mal noch den Link für meinen Ein Gedi-Bericht von vor zwei Jahren hinterher: klick

      LG,
      Hadassa

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  4. Ich habe Deine Fotos vom Toten Meer schon bei Instagram bewundert. Jetzt stelle ich mir gerade vor, wie man sich dann überall das Salz abkratzt ;-))
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Lustige Vorstellung, oder? Eigentlich muss man duschen, um das richtig abzukriegen, aber es ist ein gutes natürliches Peeling :)

      LG,
      Hadassa

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  5. Bore da, Hadassa.
    Ist man/frau nicht wirklich von Mars-Landschaften fasziniert, bietet das tiefst gelegene Meer der Welt eigentlich nur den Reiz darin nicht Schwimmen können zu müssen. ;-)
    Vier Jahrzehnte her, dass ich zuletzt Meereluft in der Nase hatte.

    Den Menschen in seinem Gegenüber zu sehen & nicht die eigene Wirrnis aus Ismen, ist eine Fähigkeit, die viele Menschen bereits früh ablegen. Den Mensch im Menschen zu sehen, ist der wahre Reichtum dieser Welt.

    "Menschen halten sich gernst für besser als andere; auch wenn der einzige Unterschied darin besteht andere zu difamieren."
    (Myrelle Minotier)

    Woanders wird Totes Meer Salz für teuer Geld verkauft... ;-)

    Nur so nebenbei angemerkt - freue mich über jeden Deiner Posts, wann immer er auch online geht!

    "Share your kind words. Or at least read some."
    (Saoirse O'Boinor)

    bonte

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    1. "Schwimmen" kann man im Toten Meer eigentlich gar nicht, nur schweben, wenn man gegen die Triebkraft des Salzwassers angeht, kommt man nur in Stress :)

      Ich mag das Meer auch nicht so sehr, aber ich schaue es mir gerne an.

      VG,
      Hadassa

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