Mittwoch, 12. Oktober 2016

#12von12 im Oktober - an dem ein kleiner roter Hund die Welt nicht mehr verstanden hat

Heute war Jom Kippur. Der höchste Feiertag im jüdischen Jahr und der Tag, der sich wohl am deutlichsten von den Traditionen, mit denen ich im guten alten Deutschland aufgewachsen bin, abhebt. Ein Tag, an dem sehr viele, auch säkulare Israelis, für 24 Stunden fasten, beten und um Vergebung für die Sünden des vergangenen Jahres bitten. Der Straßen- und sogar der Flugverkehr kommt an diesem Tag komplett zum Erliegen, israelische Fernseh- und Radiosender gehen auf Sendepause, das Land wird gespenstisch still, oder? Nein, denn während Jom Kippur für die Erwachsenen ein ernster Tag sein sollte, machen die Kinder daraus ein fröhliches Straßenfest - mit ihren Fahrrädern, Rollern, Inlinern, Dreirädern und Skateboards bevölkern sie lärmend die Straßen und Kreuzungen, Jugendliche fahren oft kilometerweit die leeren Autobahnen entlang.

Die Eltern harren derweil bangend aus, ob sie wohl alle gesund und munter wieder zurück kommen, denn bei so viel nicht-motorisiertem Verkehr kommt es natürlich auch zum einen oder anderen Zusammenstoß. Bei uns nicht, zum Glück. Gestern Abend und heute Morgen hängte sich das Mädchen an die Radtour mit einer Freundin und deren Vater an und wollte später nur noch für eine Stunde mit den Inlinern vor's Haus, danach bastelte sie lieber mit einer Freundin in der klimatisierten Wohnung.

Der Gatte und ich haben das Haus heute kaum verlassen. Ihn hat eine böse Erkältung erwischt und ich verschanze mich an Jom Kippur am liebsten zu Hause, wenn wir schon nicht weg fahren, wie in den letzten Jahren...

12 Fotos habe ich gemacht und dabei gemerkt, dass unsere Sally-Maus doch ein wenig verwirrt war, über die Geschehnisse. Hunde haben so feine Antennen für Änderungen in der Routine, das überrascht mich immer wieder.


1. Was'n los? 


2. Blick vom Balkon 


3. Gammeln zwischen Bett...


4.  ... und Sofa


5. zweite Runde 


6. so kommen die Inliner auch mal zu ihrem Recht 


7. an der Ampel 


8. schön in der Spur bleiben 


9. ein bisschen das Blog füttern  


10. Fahrräder ohne Ende


11. wo kommen die bloß alle her? 


12. und wieder auf's Sofa*




*was ich da gerade auf dem Schirm habe erkläre ich später... morgen oder so.



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //

Kommentare:

  1. Ja, Hunde lieben ihre Routinen. Bei den Fotos der leeren Straßen und Fahrräder steigen mir plötzlich Kindheitserinnerungen an die Ölkrise herauf, die autofreien Tage und die leeren Autobahnen.
    Irgendwie gefallen mir da die fröhlichen Kinder und die in sich gekehrten Eltern in Israel aber besser.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Huch, habe ich hier etwa gar nicht geantwortet? Mist, ich war mir ganz sicher... Meine Eltern erzählen auch immer gern von den autofreien Sonntagen während der Ölkrise, das muss ähnlich ausgesehen haben.

      VG,
      Hadassa

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