Sonntag, 25. September 2016

Samstagsfragmente #59 - Hochzeit, Höhlen, Hipster

Regen? Eher noch nicht...

Gestern


waren wir in Tel Aviv unterwegs. Erst bei den Schwiegereltern zum Mittagessen, danach in der wahrscheinlich schicksten Wohnung der ganzen Stadt zum Kaffee. Und damit meine ich richtig stylisch, so wie man es aus Magazinen kennt, dabei aber unheimlich individualistisch und geschmackvoll. Also nicht die Sorte "Ich hol mir jetzt mal einen Innenarchitekten, lege richtig viel Geld hin und lass den mal meine Wohnung durchstylen", sondern ein gewachsener, eigener Stil. Ich weiß, dass der Bewohner dieses Schmuckstücks hier mitliest, deshalb kann ich es ja ruhig sagen: Der Besuch bei dir hat mich einigermaßen sprachlos zurück gelassen, mein Lieber, obwohl ich durchaus auf einiges gefasst war! (Danke noch mal für die Einladung)

Danach ging es zu Fuß weiter zu einem Beach-Berlin-Club-Event in unserem alten Kiez (hier hab ich mal über unsere erste Wohnung geschrieben), bei dem Kollegen von mir mitgewirkt haben. Auch ein typisches Tel Aviver Ding dieses Club-Restaurant in einer runtergekommen Seitenstraße mit Innenhof, der für das Event zu einem Urban Beach umfunktioniert worden war. Mit Kunstrasen, Palmen, Sand, lauter Musik und einem riesigen Planschbecken, das am späten Nachmittag noch voller Kleinkinder war, während die Hipster Crowd sich mit Drinks und Snacks schon mal auf das Abendprogramm einstimmten. Und nein, dieses Event war natürlich nicht als Familienfest ausgeschrieben oder beworben, trotzdem schien sich die eigentliche Zielgruppe nicht daran zu stören, dass sich Kinder und der eine oder andere Hund mit in das Gesamtflair mischten. Nach Einbruch der Dunkelheit waren ohnehin ziemlich schnell die Jüngsten (und Ältesten, der Gatte fühlte sich jedenfalls so!) von der Bildfläche verschwunden. Leider, leider konnten wir die kleinste Disco der Welt nicht mehr ausprobieren, da es damit technische Probleme gab, die wohl erst nach unserem Aufbruch behoben werden konnten.

Nach unserer Rückkehr aus Tel Aviv ging es dann aufs Sofa, ganz altersgerecht, wie es sich für gestandene Eltern gehört, zurück nach Downton Abbey. Staffel 3, letzte Folge. Ich glaube, ich kann nie wieder Downton sehen! Nie, nie wieder!


Die Woche


ging gefühlt noch schneller rum als sonst, weil sie voll gepackt war mit interessanten Ereignissen, so lässt sich's leben :)


Erfreulichkeiten


  1. Meir Shalev bei einem Autorentreff zugehört und gleich mal wieder eins seiner Bücher rausgekramt, das ich immer noch nicht gelesen habe. 
  2. Mit den Kollegen uralte Höhlen erkundet und leckere Weine verkostet
  3. Eine Hochzeit in wunderschöner Location besucht mit einer richtig romantischen Geschichte dazu *hach*
  4. Mit der Familie einen Kindheitsklassiker von mir angeschaut - iTunes macht's möglich :)
  5. den Elternabend überlebt 

Erlesenes


Before I go to sleep von S.J. Watson hat bei seinem Erscheinen vor 5 Jahren ziemlich Wirbel gemacht, aber ich hatte keine Gelegenheit es zu lesen. Der Gatte hat es in seiner Audible-Bibliothek und da ich gerade wieder gerne Hörbücher höre, habe ich es mir gerne auf die Ohren genommen. Richtig mitgerissen hat es mich aber nicht, und die Auflösung war mir ein bisschen sehr weit hergeholt.

Aus dem Leben einer Matratze bester Machart von Tim Krohn lag schon länger bei mir und ist mir beim Aufräumen heute wieder in die Hände gefallen. Da es nur geliehen ist und wohl mal wieder zu seiner Besitzerin zurück sollte, habe ich es dann mal schnell gelesen und ziemlich gemocht. Dabei fand ich den Titel etwas irreführend, denn humorig-witzig sind die Erinnerungen der Matratze eigentlich nicht.

Jetzt lese ich gerade Meir Shalev - Judiths Liebe und immer noch Five Quarters of the Orange von Joanne Harris, das mittlerweile etwas an Fahrt aufgenommen hat. Ein Herzensbuch wird es wohl trotzdem nicht.


Foto der Woche


Ein Archivfund von letztem Winter hat diese Woche am meisten Insta-Herzchen generiert :)





Webfragmente


Nice: Eine Reportage über die Hunde von Tel Aviv im Nahost ganz nah - Videoblog

Stark: Zum ersten Mal wird Israel sich mit einem Film in ausschließlich arabischer Sprache bei den Oscars bewerben. Der Film hat gleich sechs Preise beim israelischen Filmpreis "Ophir" gewonnen und setzt sich mit Frauen in der beduinischen Gesellschaft auseinander. Artikel (Englisch) / Trailer (Englische UT)

Allerliebst: Kleine Kinder und große Hunde (Fotostrecke)

Kurios: Die israelische Post liefert zu den Hochfeiertagen Briefe an Gott aus, während der israelische Bürger nach einer neuen Datenerhebung nur 30% der Post zeitnah (oder überhaupt) bekommt. (Englisch)


Puh, das hat jetzt eine Weile gedauert, diese Woche zu Papier zu bringen - läuft manchmal besser mit der Schreiberei. Wie war's bei euch? 



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Kommentare:

  1. Dein Hund ist wirklich herzallerliebst! Jaja, Oh ja, die dritte Staffel von Downton Abbey hatte es in sich... (ich habe die letzte nun hinter mir.)
    Die israelische Post imponiert mir. Aber jedenfalls ist jetzt klar, warum der Rest der Postsendungen vernachlässigt werden muss.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Danke :)

      Diese Kuriosität der israelischen Post finde ich schon auch witzig, aber es wäre doch wünschenswert, wenn das alltägliche Geschäft ebenso vorbildlich abgewickelt würde :)

      Staffel 4 von Downton hat aber auch schon heftig angefangen.

      Ganz viele Grüße,
      Hadassa

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  2. Yum tuv, Hadassa.
    Hoffe es hat inzwischen geregnet...

    Gott hat eine Briefadresse!?
    Interessant wird die Situation ja dann bei Einschreibebriefen. ;-)
    Wobei ich mich jetzt an den "Münchner in Himmel" erinnert fühle, der lieber im Wirtshaus einkehrt & die bayrische Regierung auf die "göttlichen Eingebungen" warten läßt.

    Mein musikalischer Tip noch - ein Clip der Dakh Daughters:

    https://www.youtube.com/watch?v=dlGjgIk3ha4

    bonte

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    1. nein, immer noch kein Regen... :( der kommt dann hoffentlich spätestens zum Laubhüttenfest.

      Die Geschichte mit den Briefen an Gott erinnert mich ja sehr an die Briefe an den Weihnachtsmann - Adresse Nordpol ;)

      Und das Musikvideo habe ich interessiert angehört, mein Geschmack ist es aber nicht so ganz, zu wenig harmonisch.

      Viele Grüße,
      Hadassa

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    2. ...mir geht dieses leicht Angeschrägte sehr ins Ohr; Punk/New Wave war die Musik meiner Jugend - deswegen. :-)

      bonté

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  3. Entschuldige, ich komme erst jetzt zum schreiben.
    Man deine Woche war aber auch voll. Manchmal kommt man sich auch wieder vor, wie 16. Die Quittung kommt später.
    Hab eine schöne Woche,
    Andrea

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    1. Ja, zur Zeit ist viel los ... und man steckt es wirklich nicht mehr so leicht weg *grins*

      LG,
      Hadassa

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