Samstag, 17. September 2016

Samstagsfragmente #58 - Chillen und Child Sharing

Hausaufgaben

Heute


war das Mädchen in Jerusalem im Israel Museum und hat uns Eltern entspannt zurück gelassen. Wir wollten eigentlich letzte Woche schon gehen, aber das ist - wie oft - daran gescheitert, dass das Mädchen überhaupt keine Lust hatte, als einziges Kind mit den öden Eltern durch ein Museum zu ziehen. Eine Freundin von ihr hat ein ähnliches Problem, weswegen wir hocherfreut, aber nicht richtig überrascht waren, als heute aus dieser Richtung ein Anruf kam. Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns die Kinder gegenseitig für gemeinsame Samstagsaktivitäten ausleihen - eine klassische Win-Win-Situation :)

Vorher musste sie aber noch schnell ihre Hausaufgaben in "Tanach" machen. Letztes Jahr hatten sie nur "Torah", also die 5 Bücher Mose, ab diesem Jahr steigen sie weiter in die jüdischen Schriften ein, die dem Urtext für das christliche alte Testament entsprechen. Der Text bleibt dabei unberührt in seiner althebräischen Urform, denn das Judentum sieht für die Heiligen Schriften keine vereinfachte Übersetzung in modernes Hebräisch vor. Das ist für Grundschüler natürlich ziemlich heavy und ich bezweifle insgeheim auch ein wenig den Sinn, schon Acht- und Neunjährige mit derart sperrigen Texten arbeiten zu lassen, aber wir leben nun mal im Land des Buches und da ist das eben so. Womöglich liegt es an mir, aber ich komme mir immer ziemlich beschränkt vor, wenn ich bei den Aufgaben helfen soll, weswegen ich mich meistens davor drücke. Jedenfalls wenn ich es auch auf den Gatten schieben kann.

Die Woche


5 Erfreulichkeiten


  1. lecker bei einer Familienfreundin gegessen und einen gemütlichen Freitagabend verbracht
  2. die ersten dunkelroten Granatäpfel genossen  
  3. zum Ende einer hektischen Arbeitswoche in Downtown Tel Aviv mit netten Kollegen bei einem Bierchen versackt  
  4. außer der Reihe mit dem Gatten auf einen Kaffee getroffen
  5. die Vorräte in der Küche mit einem Großeinkauf zum ersten Mal nach den Ferien wieder so gefüllt, dass auch für spontan ausgedachte Mahlzeiten immer genug Grundlagen da sind. Das beruhigt mich ungemein, denn an einer richtigen Wochenplanung scheitere ich immer wieder


Erlesenes


Das Paradies der Damen von Émile Zola war ein erstaunlicher "leichter" Klassiker :)

The Widow von Fiona Barton, ein Hörbuchfund in des Gatten Audible-Bibliothek, dagegen richtig harte Kost. Ein Psychothriller in der Machart von Gone GirlThe Girl on the train und What she knew - vielleicht sollte ich mal genauer nachspüren, warum der Gatte diese Sort kaputter Ehethriller so faszinierend findet.. obwohl... vielleicht besser nicht. Sonst kann ich womöglich nachts nicht mehr ruhig schlafen ;-)  (Auf Deutsch ist Die Witwe bei rororo erschienen)

Jetzt lese ich einen 2nd-Hand-Fund: Five quarters of the orange von Joanne Harris. Ich hab mit Frankreich nicht sooo viel am Hut und deswegen auch Chocolat von ihr nicht gelesen, aber ich lasse mich jetzt mal darauf ein. (Ursprünglich auf Deutsch im Ullstein-Verlag erschienen)


Foto der Woche


die oben erwähnten Granatäpfel, vom Biobauern :)



Webfragmente


In Japan kann man in einem Bücherregal übernachten - im "Book and Bed Hostel" :)  (Video)

Kersten Augustin schreibt in der Zeit einen offenen Brief an Ingvar und beklagt, dass er mit IKEA nicht mehr so richtig viel anfangen kann. (Artikel)

Im "Nahost ganz nah"-Videoblog der ARD gab es diese Woche ein Interview mit Dorit Rabinyan. (Vorsicht Spoiler, wer das Buch noch lesen will!) (Video)

Christiane Amanpour von der CNN zerlegt in einem bissigen Video-Kommentar die unfairen Versuche, Hillary Clinton wegen ihres kurzzeitigen krankheitsbedingten Ausfalls zu diskreditieren. (Englisch)


Was sagt ihr zum amerikanischen Präsidentschaftsrennen? Verfolgt ihr das?


// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Kommentare:

  1. Die Lektüre meines lieben Gatten verwundert mich auch immer, da ich mir aus Kriminalromanen nicht wirklich etwas mache. Da würden wir in Japan wohl in unterschiedlichen Bücherregalen nächtigen.
    Oje, zum amerikanischen Wahlkampf hat ja sogar das große Lockenmädchen schon eine Meinung... Ich habe das Gefühl, dort kann man nur das kleinere Übel wählen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. jetzt habe ich den IKEA-Artikel auch gelesen. Mir ist es so ähnlich gegangen, als ich den neuen Katalog durchgeblättert habe. Ich wollte doch eigentlich nur nach einer Kommode gucken und keine Lebensberatung einholen...
      Liebe Grüße
      Andrea

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    2. Ja, da ist sicher was dran. Ich habe den neuen Katalog noch gar nicht gesehen und gehe auch davon aus, dass der israelische ein bisschen anders aufgemacht sein wird, als der deutsche. Aber dieses zwanghafte "wir verkaufen jetzt ein Lebensgefühl", das früher einfach so entstanden ist, weil eine ganze Generation das im Zusammenhang mit IKEA von sich aus gefühlt hat, befremdet mich schon auch. :)

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  2. Sich Kinder auszuleihen ist doch auch super. So kann man sich dann mal entspannen.
    Ich frage mich auch oft, was und warum unsere Kinder mit schwerer Kost in der Schule gequält wurden. Naja, bei uns ist das erst mal erledigt.
    Der IKEA Artikel ist klasse. Und recht hat er!
    Hab noch einen schönen Sonntag,
    Andrea

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    1. Genau, ich finde eh, dass heute in der Grundschule viel zu viel gefordert wird, von dem man dann im Ergebnis aber nicht mehr sieht, als früher. Meh.
      Eine schöne Woche dir,
      Hadassa

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  3. Der Ikea Artikel ist super. Kinder ausleihen. . Ja das machen wir auch ;-)
    Liebe grüße Marnie

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    1. Danke für deinen Besuch :) Kinder ausleihen ist ein ganz tolles Patent. Allerdings haben hier in Israel die meisten Familie so viele eigene Kinder, dass kein akuter Bedarf besteht. Deshalb sind wir so froh über diese Freundin :)

      Viele Grüße,
      Hadassa

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  4. Der Ikea Artikel ist super. Kinder ausleihen. . Ja das machen wir auch ;-)
    Liebe grüße Marnie

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  5. Guten Morgen,
    Danke, dass du uns wieder an deiner Woche teilhaben lässt. Ich muss gestehen, dass ich mit Bibeltexten in keiner Sprache was anfangen kann, von daher wären Hausaufgaben begleiten in diesem Fach eine Qual für mich. Ich würde das auch jemand anderem überlassen.
    LG unf einen schönen Sonntag
    Yvonne

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  6. Sali, Hadassa.
    Mein Kommentar von Gestern hängt wohl wieder in irgendeinem Zwischenfach. Ach, die Tücken der Kommunikation.

    bonté

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    1. Das ist aber doch seltsam!!!

      Hier ist er, ich habe ihn in mein Postfach als "veröffentlicht" geliefert bekommen und aufmerksam gelesen:

      RoM:

      Latha math, Hadassa.
      Mit einer gleichaltrigen Freundin läßt sich so ein Museum gleich leichter "unsicher machen", denke ich. Zumal Kinder einen völlig anderen Blick auf Ausstellungsstücke pflegen. Museen sind jedenfalls ein guter Einblick in das, was die Kultur den Menschen bedeuted. Schätze, die junge Dame wird wie ein Füllhorn zurückgekehrt sein - oder hundemüde... ;.)

      Ich vermute jetzt einmal ins Blaue hinein, daß sich an den Schulen Isreals der Religionsunterricht nicht "abwählen" läßt. Als Nichtglaubender hatte ich an meinen Schulen die Möglichkeit einer Freistunde oder einfach so dem Unterricht jeweils beizuwohnen. Hat mir nicht geschadet zuzuhören, aber auch keinerlei "Erleuchtung" verpaßt; irgendwie ist trotz der Religionenskepsis in mir, ein guter Mensch aus mir geworden. Denke ich.

      Ah - quasi ein Rendevouz mit Deinem Mann. Durchweg romantisch!

      Nun kenne ich lediglich die Lasse Hallström-Version von "Chocolat", die allerdings - trotz Juliette Binoche - nichts weiteres bei mir bewirken mochte. Allerdings können Bücher euch eine vollkommen ander Welt beherbergen. :-)

      Das Rennen um die Wohnadresse "White House" steht natürlich auf meiner Agenda er Interessen. Nicht zuletzt, weil der Republikanischen Partei ein Präsidentschaftskandidat "passiert ist", der bar jeder Qualifikationen für irgendein vertrauenswürdiges Amt ist. Allein mit Selbstdarstellung & Handauflegen wird sich kein Problemfeld der Welt einschränken lassen.
      Scheint aber noch keiner dem Kandidaten noch seinen Anhängern gesteckt zu haben.

      Dir einen angenehmen Herbst noch!

      bonte


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    2. ...in der Regel futtert der jeweilige Post meine Zeilen. Bis dato 2x erschien der Kommentar jetzt nicht nach dem Abschicken - kam allerdings bei Dir an. Strange. :-)
      Allerdings bestätigte mir ein Textfeld, daß der Beitrag angekommen sei.
      Manchmal ist die moderne Technik etwas für Dr. Strange... ;-)

      bonté

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