Samstag, 27. August 2016

Samstagsfragmente #55 - Zurück zuhause (zeitweise)

Frühstück, Neighours Café

Heute


verbringen wir den ersten Shabbat wieder gemeinsam in Israel und haben nicht viel vor, außer gemütlich sein. Das ist auch gut so, denn morgen muss ich schon wieder meine Koffer packen und zu einer Fortbildung nach Griechenland aufbrechen.


Die Woche


Nachdem das Mädchen und ich, nach einem turbulenten, verspäteten Flug, Sonntagnacht aus unserem Deutschlandurlaub zurück waren, ging es für mich am Montag im Büro direkt wieder los. Was bin ich dankbar, dass wir einen großen Teil der Sommerferien bei meinen Eltern verbringen können und meine Mama sich immer liebevoll darum kümmert, dass wir mit Koffern voll frisch gewaschener Wäsche abfliegen - das ist wirklich unbezahlbar! Nur schade, dass wir nicht die ganzen Ferien im Ausland sein können, denn bis die Schule am 1. September wieder beginnt, müssen wir noch ein bisschen jonglieren, um sicherzustellen, dass das Mädchen gut aufgehoben ist und wir trotzdem unserer Arbeit nachgehen können. Montag hatte sich der Gatte frei genommen, der Gute, das hielt mir schon mal für meinen ersten Arbeitstag den Rücken frei, am Dienstag nahm er sie mit zu sich ins Büro, Mittwoch war sie bei ihrer Savta, Federmäppchen für die 4. Klasse (ist das zu glauben?) shoppen und "Pets" im Kino sehen und am Donnerstag kam sie mit mir. Eine Kollegin hatte ihre Kinder auch dabei, so konnten sie sich mit mitgebrachten Spielen ganz gut beschäftigen. Da in Israel alle Eltern vor ähnlichen Herausforderungen stehen, ist es nicht ungewöhnlich, und wird in der Gesellschaft auch allgemein gut akzeptiert, dass während der Ferienzeit Kinder ab und zu mit im Büro sitzen.

Lief also alles ziemlich gut, vor allem wenn man bedenkt, dass ich, wie das nach einem längeren Urlaub häufig so ist, ohnehin ziemlich ausgelastet war. Die Klimaumstellung - von angenehm-trockenen rund 20° auf eklig-feuchte 30° - tat ihr übriges und so war ich abends immer sehr froh, zuhause nur noch abhängen zu können. Ich habe mich in Deutschland (a bit late to the party, I know) mit Downton Abbey anfixen lassen und den Gatten umgehend angesteckt. Das Abendprogramm für die langen Wintermonate (haha) ist also gesichert.

Gestern haben wir die Schwiegermama zu einem Geburtstagsfrühstück in ihr Lieblingscafé ausgeführt, ein ganz charmantes unabhängiges Lokal, und geschlemmt wie die Könige. 

5 Erfreulichkeiten


1. gut in Israel gelandet und den Gatten wiedergesehen
2. einige gute Bücher gelesen (s.u.)
3. von der Lieblingsfreundin ein Ausmalbuch in Postkartengröße bekommen - so eines wollte ich immer schon mal haben!
4. die alternde Hundedame auf ein neues Futter umgestellt, das hoffentlich besser ankommt und besser zu kauen geht
5. die Schulsachen für das Mädchen alle geordnet, eingetütet, beschriftet und den Rucksack fit für den ersten Schultag gemacht

Erlesenes



"Wir sehen uns am Meer" von Dorit Rabinyan gelesen, geliebt und rezensiert.


"The White Tiger" von Aravind Adiga hat mich aufgewühlt und mitgenommen. Indien ist auch so ein Land, über das ich nur sehr wenig weiß, und ich war ziemlich schockiert, über die soziale Ungerechtigkeit und das Elend, das dort offenbar noch immer herrscht. Das Buch, das 2008 den Man Booker Price gewonnen hat, liest sich dann auch wie eine Abrechnung des Autors mit den Zuständen dort.

Ebenso kaum aus der Hand legen konnte ich "Nenn mich einfach Superheld" von Alina Bronsky. Die Geschichte des, nach einer Beißattacke durch einen Rottweiler bis zur Unkenntlichkeit entstellten, Marek hat mich berührt und - wider Erwarten - amüsiert. Alina schreibt wie immer bissig, sehr ehrlich und dennoch sehr emotional. Ich mag ihre Schreibe und die ungewöhnlichen Helden, die sie erschafft. (KiWi)

Foto der Woche


da ich letzte Woche nicht hier war und diese Woche nicht so viele berauschende Fotos fotografieren konnte, zeige ich euch das beste Foto von letzter Woche. Abendstimmung am Alpsee im Allgäu.


A photo posted by Hadassa Levy (@photo_fragment) on


Webfragmente


Ein Artikel über Neuschwanstein, das wir dieses Jahr auch besucht haben. Darüber schreibe ich noch separat. Wahnsinn, was für eine Faszination dieses Schloss auf so viele ausübt, wir konnten uns auch nicht davon entziehen.

Ein Jordanier hat in Rio die erste Medaille in der Geschichte des Königreichs geholt und ein kleines Städtchen in Israel - die Heimat seiner Großeltern - feiert ihn als Helden :)  (Englisch)

Und die israelische Judoka Yarden Gerbi (Bronze) versteigert ihr Namensschild für einen guten Zweck (Englisch)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu. //

Kommentare:

  1. Da bin ich ja gespannt, ob Du dich nicht noch vor den "Wintermonaten" zu "Downton Abbey" verleiten lässt. Du hast Glück, die letzte Staffel ist gerade (auf deutsch) als DVD erschienen. Unsereiner musste geduldig warten und englische Spoiler umschiffen...
    Viel Spaß bei der Fortbildung in Griechenland. Nicht die schlechteste Destination.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, wir schauen ja jetzt schon jeden Abend Downton Abbey - aber da wir erst in Staffel 2 sind, wird es bis in den Winter vorhalten, schätze ich :)

      Und mit der Fortbildung hast du schon Recht. Ich will mich auch gar nicht beschweren und hoffe einfach, dass es auch am Abend nett ist, wenn wir mit dem Pflichtprogramm jeweils durch sind.

      Liebe Grüße,
      Hadassa

      Löschen
  2. Wenn du hier geblieben wärst, dann hättest du trockene 35° im Schatten. Ob das besser ist?
    Deine Bücher hören sich spannend an. Den weißen Tiger hab ich mir notiert.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und etwas Spaß in Griechenland.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube tatsächlich, bzw. habe Erfahrungswerte, dass ich mit trockener Hitze besser klar komme, als mit hoher Luftfeuchtigkeit. 35° ohne Klimaanlagen ist aber schon auch sehr hart. Wie lange soll denn diese Hitzewelle anhalten?
      Griechenland wird bestimmt interessant, ich war noch nie und muss meine Erkundungen des Städtchens, wir fahren nach Thessaloniki, eben auf die Abendstunden verlegen. Dann ist es eh angenehmer vom Klima her, schätze ich :)

      Ganz liebe Grüße,
      Hadassa

      Löschen