Dienstag, 28. Juni 2016

Unser Garten... (oder: Frauen und Fußball ?!!?!!)


... ist derzeit unser Stadtpark. Dort wird auf großer Leinwand die Europameisterschaft übertragen und das macht richtig viel Spaß, denn man trifft dort immer ein paar Freunde und Bekannte.

Jeder bringt eine Decke mit und dann lümmelt man sich auf dem Rasen und schaut nach Frankreich, während im Hintergrund langsam die Sonne untergeht und - vielleicht sogar - ein kühles Abendlüftchen über den Hang weht. Jeder hat was dabei - einer eine aufgeschnittene Wassermelone oder gemischte Obstschnitze, ein anderer Nüsse oder Popcorn, eine unterwegs abgeholte Pizza aus dem Karton - jeder darf von allen was haben, alle lästern gemeinsam über das Gequatsche der Kommentatoren und alle haben Spaß. Ein paar Bierchen kommen aus den Kühltaschen und werden gerecht in Plastikbecher aufgeteilt, dass alle was davon haben.

Die Kinder bringen natürlich auch einen Fußball mit, und wenn das Spiel zur Halbzeitpause etwas langweilig wird, verziehen sie sich und kicken lieber selbst. Nach dem 19:00-Spiel (hier ist ja alles eine Stunde später als in Mitteleuropa) bringt man die Kinder nach Hause und zieht um kurz vor 22:00 noch mal los. (Jedenfalls, wenn man dann immer noch nicht genug hat.) Herrlich entspannt ist das, man ist an der frischen Luft und alles für umsonst. Schönes Sommerentertainment Israel-Style.




Nicht ganz ohne Fallstricke allerdings, denn wenn man als Frau zu so einem 22:00-Spiel gehen will, muss man ein kleines bisschen Chutzpe mitbringen, wie ich heute erleben durfte. Ich hab's ja schon geahnt: Frauen und Fußball geht hierzulande scheinbar nicht wirklich zusammen. Ich weiß nicht so genau, woran das liegt, vielleicht daran, dass Israel es international beim Fußball zu nichts bringt? Oder daran, dass es in Israel doch noch mehr "echte" Machos gibt, als im zivilisierten Mitteleuropa? Ich hab dieses Rätsel noch nicht entschlüsseln können, aber als der Gatte letzte Woche in eine Herren-only WhatsApp-Gruppe zum "Rudelkucken" eingeladen wurde, musste ich herzlich lachen. Der hat nämlich mit Fußball ungefähr so viel am Hut, wie ich mit Kochsendungen - gar nichts. Ging dann aber doch aus Geselligkeit mit und fand es ganz nett, während ich mich zuhause grämte, dass ich nicht eingeladen worden war. Nun kann man sich bei den 19:00-Spielen noch recht unauffällig unter's Volk mischen, es sind ja Kinder und sogar vereinzelt ganze Familien dabei. Um 22:00 sieht das ganz anders aus, und als ich mich heute (auf Einladung immerhin, aber trotzdem) in die Herrenrunde drängte, fühlte ich mich wieder ein bisschen wie früher, als ich lieber mit den Jungs im Dreck wühlte, statt mit den Mädels feine Bastelarbeiten zu machen. Hm....  Dabei durfte ich mir dann ein ums andere Mal anhören, dass das eben so die Art Freizeitbeschäftigung ist, die Männer mögen, Bier trinken, Nüsschen knabbern und eben.. ja ... Fußball kucken. Können viele Frauen einfach nicht verstehen offenbar.

(Ich sei aber trotzdem jederzeit wieder willkommen. Wegen meiner guten deutschen Fußballwurzeln.)


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