Samstag, 30. April 2016

Zypern 2016 oder wie wir beinahe unseren Rückflug verpasst hätten (Samstagsfragmente #40)



Heute


genießen wir den letzten Ferientag. Mich gähnen ein großer Wäscheberg (immerhin schon gewaschen und getrocknet) und die letzten unverräumten Kofferinhalte an. Da werde ich heute noch was unternehmen müssen, damit es wieder richtig wohnlich wird hier.


Die Woche 


Wer mich auf Instagram oder Facebook verfolgt, wird es schon mitbekommen haben: Dieses Jahr haben wir die Pessachwoche bereits zum vierten Mal auf Zypern verbracht. Und es wird wahrscheinlich nicht der letzte Urlaub gewesen sein, denn mit jedem Besuch gewinnen wir die Insel ein bisschen lieber, und in Larnaka landen fühlt sich fast schon ein bisschen an, wie nach Hause kommen. Wie in früheren Jahren, haben wir uns auch diesmal mit meinen Eltern dort getroffen, allerdings nicht in einem der üblichen Touristenhotels, sondern in Skarinou, einem verschlafenen Dorf zwischen Larnaka und Lemesos.

Von weitem wirkt Skarinou nicht besonders attraktiv. Es hat keinen Meerblick und die Gegend scheint vom Tourismus weitgehend unbeeindruckt. Im Ortskern, direkt neben der Dorfkirche, verbirgt sich aber ein Juwel von einer Ferienanlage: Skarinou Village Houses - authentische zypriotische Steinhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die in den letzten Jahren als nachhaltige Apartments für Touristen hergerichtet wurden.

Die Einrichtung wirkt fast wie aus einem Heimatmuseum - ursprünglicher Steinfußboden, hohe Decken mit Stroh oder grobem Putz im Gebälk, Bettgestelle aus Metall, Wäscheschränke aus dunklem Holz, massive Fensterläden und Türen. Dazu ein blitzsauberes Bad mit Dusche, aus der rund um die Uhr kochend heißes Wasser kommt, und eine kleine Küchenzeile, in der man zwar keine Mehrgangmenüs kochen, aber durchaus über die Runden kommen kann. Maria, die gute Seele der Anlage, wohnt direkt nebenan und half uns gerne aus, wann immer etwas fehlte.




Klimaanlage und Fernseher gibt es auch, wurden von uns aber nicht benutzt, denn die dicken Steinwände hielten im April das Apartment angenehm kühl und am Abend saßen wir nach dem Essen lieber draußen zum kniffeln, statt vor dem Fernseher. Besonders schön sind nämlich die lauschigen Sitzecken im Freien. Die üppige, liebevoll gepflegte Bepflanzung sorgt für Schatten und Farbe, reife Mispelfrüchte hingen im Überfluss direkt über dem Frühstückstisch, ein paar Schritte weiter konnten wir Zitronen direkt vom Baum pflücken. Der Swimming Pool im Innenhof gehörte uns praktisch ganz allein, denn außer uns waren diese Woche nur noch wenige andere Urlauber zu Gast.




Über unsere Unternehmungen in dieser Woche erzähle ich die Tage noch Näheres, aber ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass die Tage wie im Flug vergingen. So hätten wir am Ende tatsächlich beinahe unseren Flug nach Hause verpasst und das kam so...

Fest davon überzeugt, dass unser Rückflug Freitagnacht geht und wir den ganzen Freitag noch ausspannen können, kamen wir am Donnerstag erst am Abend von einem Tagesausflug zurück. Der Gatte ging im Büro vorbei, um zu fragen, bis wann wir am Freitag auschecken müssen. Als er wenig später schwer verwirrt mit der Nachricht zurück kam, wir seien nur bis einschließlich Donnerstag gebucht, waren wir fest überzeugt, es mit einem Buchungsfehler des Reisebüros zu tun zu haben, denn unser Flug ging ja erst Freitagnacht. Glücklicherweise war unser Zimmer noch für eine weitere Nacht verfügbar, und wir hatten schon den Geldbeutel in der Hand, als meine Mutter vorschlug, zur Sicherheit doch noch einmal die Flugdaten zu überprüfen. Woraufhin mir kurz die Gesichtszüge entgleisten, als ich feststellte, dass unser Flieger tatsächlich am Freitag, aber nicht spät in der Nacht, sondern bereits kurz nach Mitternacht, also in wenigen Stunden, starten sollte. Das ist mir tatsächlich in all den Jahren der Fliegerei noch nie passiert und es wird mir noch eine ganze Weile nachhängen, obwohl letztlich ja alles gut ausgegangen ist. Wir hatten noch Zeit für eine Abschlussrunde im Pool, ein gemütliches Abendessen, zum Packen und waren schließlich immer noch viel zu früh am Flughafen für einen traurigen Abschied vor der Zeit.



Erfreulichkeiten


Viel mehr als fünf, alle erlebt auf Zypern :)

Erlesenes


Zurück nach Tara von Kate Alcott hat mir Mama mitgebracht und es war ideal als Urlaubslektüre. Der Roman spielt in den späten 1930er Jahren am Rande der Filmproduktion von "Gone with the Wind" und ist für Fans (wie mich) total nett zu lesen. 

Eigentlich wollte ich im Urlaub Soldier, den dritten Teil in der Talon-Serie von Julie Kagawa lesen, aber meine Kindle-Vorbestellung kam erst mit einem guten Tag Verspätung an und da hatte ich dann schon mit einem Indie-Fantasy-Roman angefangen, der mich bisher aber nicht wirklich überzeugt:

Call off the Search von  schien mir interessant und hätte sich schnell weglesen sollen. Stattdessen quält es sich ziemlich, vielleicht weil ich Romane, die zu offensichtlich für ein bestimmtes Thema "missionieren", in diesem Fall Veganismus, tendenziell anstrengend und aufdringlich finde. 


Webfragmente 


Patricia hat auf Das Nuf ihre Sicht über das Für und Wieder von Kinderfotos im Internet ausformuliert. Lohnt sich und gibt neuen Nachdenkstoff.

Eine argentinische Krebshilfeorganisation hat eine Videoanleitung zur Brustkrebsvorsorge veröffentlicht. Weil weibliche Brustwarzen in den sozialen Medien nicht gezeigt werden dürfen und rigoros gelöscht werden, mussten sie kreativ werden... (Video)

Ich bin kein Zuckerberg-Hasser :) Im Gegenteil, seine "privaten" Fotos finde ich immer wieder sehr witzig, diesmal Suchbilder mit dem Familienhund.


Wie war eure Woche? Ich habe am Rande mitbekommen, dass es in Deutschland eher kühl war?



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.//





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Kommentare:

  1. Ups, so schnell und spontan aus dem letzten Ferientag gerissen... Das war aber dann ein abrupter Abschied. Wie schön, dass ihr wenigstens eine wunderbare Zeit zusammen hattet!
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. ja, ein bisschen abrupt war's. aber besser, als den flug zu verpassen, das wäre richtig blöd ausgegangen....

      liebe grüße,
      hadassa

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  2. Was für ein Glück, dass ihr es auf den letzten Drücker noch gemerkt habt,wann euer Abflug ging.
    Deine Schilderung von der Anlage auf Zypern, und der Insel ansich, hören sich sehr vielversprechend an.
    Vielleicht sollten wir Santorini mal untreu werden. ;-)
    Ich werde gespannt deinen Reisebericht verfolgen.
    LG, Monika

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    1. ich kann ja nicht mit santorini vergleichen, aber ich finde schon, dass zypern sehr charmante ecken hat, doch. :)

      liebe grüße,
      hadassa

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  3. Welch eine Vorstellung, den Flug zu verpassen. Zypern war immer noch nicht unser Ziel. Aber mit deinen Beschreibungen machst du mir richtig Lust auf eine kleine Reise.
    Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende und das die Wäscheberge sich einfach alleine auflösen.
    Andrea

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    1. *lach* die Wäscheberge sind versorgt, nicht von alleine, aber mit vereinten Kräften :)

      Das mit dem Flug hätte richtig doof ausgehen können, wie gut, dass nicht !

      Liebe Grüße und eine bessere Woche als die letzte,
      Hadassa

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