Samstag, 9. April 2016

Samstagsfragmente #37 - Grauer Himmel, graues Meer



Heute


wollten wir eigentlich den ganzen Tag drinnen verbringen. Seit ein paar Tagen herrscht hier nämlich schon Chamsin, jenes ätzende Wüstenwetter, das jede Menge Sand aus dem Osten bringt und den Himmel beige-grau macht. Unerträglich heiß ist es dann, die Haut spannt vor Trockenheit und die Atemwege sind gereizt - teils fühlt man sich, als hätte man den Inhalt eines Staubsaugerbeutels inhaliert. Der Gatte ist ziemlich erkältet und hat daher den halben Vormittag im Bett verbracht, gut für ihn. Das Mädchen und ich haben ein bisschen gelesen, ein bisschen YouTube gekuckt und später einen Mittagsschlaf gemacht. Am späten Nachmittag machten wir uns doch noch auf, und zwar an den Strand. Dort war es schon nicht mehr ganz so heiß, von idealem Strandwetter mit blauem Himmel und blauer See aber trotzdem keine Spur, denn das Grau des Wassers am Horizont ging nahtlos in das Grau des Himmels über, gespenstische Endzeitstimmung pur. Der Gatte hat das Mädchen im Wasser fotografiert, das wirkt, als wäre sie gerade einem gruseligen Zombieszenario entstiegen. Inzwischen sind die Temperaturen ein wenig gefallen, es windet heftig und in der Ferne hört man es donnern. Vielleicht kommen wir ja noch in den Genuss von Regen, das wäre schön und würde die sandige Luft reinigen. Seufz.


Die Woche 


Erfreulichkeiten



1. ein durchweg ausgeglichenes Mädchen gehabt. Vielleicht weil wir beide einige Nachmittage zusammen auf dem Sofa verbracht haben (s. Punkt 2)

2. Kindheitserinnerungen aufgefrischt und mit dem Mädchen "Nesthäkchen" geschaut, ich war überrascht, wie sehr sie sich dafür begeistert hat, aber es zeigt, dass dieser Klassiker wirklich zeitlos ist

3. entgegen meiner ursprünglichen Pläne entschlossen, auch das diesjährige Pesach-Essen bei uns auszurichten. Das führe ich als Erfreulichkeit auf, um mich schon mal positiv darauf einzunorden

4. eine neue Mikrowelle kaufen müssen und an der Kasse rund 10 Euro Rabatt bekommen, von dem ich nichts wusste

5. das Mädchen mit einem Lieblingsbuch erfreuen können, auf das es schon sehr lange gewartet hat


Erlesenes



Michael Kumpfmüller: Die Herrlichkeit des Lebens bringt Kafkas letztes Lebensjahr in Romanform. Bereits an Tuberkulose erkrankt trifft der damals unbekannte Autor seine große Liebe Dora Diamant und beginnt ein gemeinsames Leben mit ihr. Hat mich berührt und mir ein Fenster zu Kafka eröffnet, der mir bisher als Mensch vollkommen fremd war.   

Gilly Macmillan: What she knew ist ein Hörbuch, das mir der Gatte empfohlen hat. Es erinnert in der Machart an "Gone Girl" und "The Girl on the Train" und scheint ok zu sein. Die Geschichte einer Mutter, deren kleiner Sohn eines Tages plötzlich verschwindet, ist aber nicht ohne. 




Beliebtestes Fotofragment



Mein erster Häkelteppich, der nach etwa fünf Anläufen endlich so fertig ist, dass man ihn herzeigen kann. Und wenn die Schwester jetzt nicht ganz laut "nein danke!" schreit, geht er demnächst auf die Reise zu meiner Nichte ;-)

Done! For some reason this new #crochet #ragrug didn't turn out round but rather hexagonish - any ideas how that happens? I stuck to the stitch count and even used a round marker... hm... (still #pretty though 😊) #craft #handmade #jersey #häkeln #gehäkelt #handgemacht

"Done! For some reason this new #crochet #ragrug didn't turn out round but rather hexagonish - any ideas how that happens? I stuck to the stitch count and..."

Webfragmente 



Die Papa-Tochter-Illustrationen der Künstlerin Snezhana Soosh aus der Ukraine haben mich diese Woche sehr berührt.

Herzlich lachen musste ich über dieses Video (Englisch). Es ist ein Ausschnitt aus der Serie "The Office" und zeigt einen Erste Hilfe Kurs im Büro. Ich dachte eigentlich immer, unsere seien schon ziemlich lustig, aber das toppt wirklich alles.

Immer wieder freue ich mich über die kleinen und großen Nachrichten der israelischen Organisation "Save a child's heart", die bereits Kinder aus über 50 Ländern nach Israel geholt hat, um lebensrettende Herzoperationen durchzuführen, die in deren Heimat nicht möglich sind. (Video) Manchmal werden dabei noch andere Träume wahr, wie für vier Mädchen aus Äthiopien, die für einen Tag Prinzesinnen werden durften. (Fotosammlung)




// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.//





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Kommentare:

  1. Diesen Wind möchte ich nicht haben. Berlin, bzw Deutschland wurde letzens auch vn Saharawinden heimgesucht, das merkt man dann bestimmt nicht so doll wie bei euch, aber beim radfahren hatte ich die ganze Zeit Sand in den Augen. Voll doof.
    Nesthäkchen habe ich mal als Kind gelesen. Ich muss mich mal erinnern...
    Deine Webfragmente finde ich immer wieder interessant. Da ist so einiges dabei.
    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag,
    Andrea

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    1. Nein, diesen sandigen Wind braucht wirklich keiner. Aber es scheint besser zu werden hier. Danke für deinen Besuch und deine Rückmeldung, es ist nicht immer leicht, interessante Links auszugraben.
      Liebe Grüße,
      Hadassa

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