Samstag, 5. März 2016

Samstagsfragmente #32 - Hochzeit hausgemacht


Heute


bläht ein angenehmer Wind die Vorhänge an der Balkontür auf, der Himmel ist blau, die Sonne scheint und wir sitzen zu Hause, weil der Gatte immer noch nicht wieder ganz fit ist. Richtig Spaß hätte man im Freien aber wahrscheinlich ohnehin nicht, weil die schönen Ausflugsziele an so einem Tag natürlich rettungslos überlaufen sind...


Die Woche 


haben wir eine ganz besondere Hochzeit erlebt, die völlig anders ablief, als man es sonst in Israel kennt. Diese Vermählung fand nämlich mitten im Wald statt und war so zauberhaft ausgedacht, dass man sich fast ins Auenland oder einen romantisch-verklärten Mittelaltertraum versetzt fühlte. Das Wetter war ideal, was gut war, denn es gab, wie bei vielen israelischen Outdooraktivitäten keinen Plan B. Wozu auch? Es regnet doch ohnehin fast nie... In diesem Fall ging der Optimismus allerdings nur haarscharf an der Katastrophe vorbei, denn einen Tag zuvor war es noch nasskalt, regnerisch und grau.

Besonders außergewöhnlich war an dieser Hochzeit, dass das Brautpaar mit Hilfe von Freunden und Familie das ganze Event in Eigenregie auf die Beine gestellt hat. Von der liebevoll gebastelten Deko (Fotorahmen und Blumengebinde in Bäumen, Mobiles, Girlanden und Tischschmuck, etc..) über die selbst angeschleppten Tische und Stühle bis hin zu einer großen Waldentmüllungsaktion im Morgengrauen vor der Zeremonie. Selbst das Essen kam nicht vom Caterer, sondern war nach ihren Vorstellungen hausgemacht - ein Riesenstress für alle Beteiligten natürlich - aber am Ende stand wirklich ein ganz außergewöhnliches Ereignis, an das man sich noch lange erinnern wird.

Mazal tov !



Erfreulichkeiten


1. die Hochzeit (s.o.)

2. ohne größeren Kampf zwei Paar schöne Schuhe für das Mädchen erstanden 

3. (bisher) nicht krank geworden, obwohl es in meinem Umfeld von Viren- und Bakterienschleudern nur so wimmelt zur Zeit

4. Fenster geputzt und endlich einen Reminder eingerichtet, der mich zweimal im Jahr dazu anhält... alle sechs Monate sollte doch reichen, oder?

5. in einen Konversationskurs Arabisch eingestiegen



Erlesenes


Momo von Michael Ende habe ich diese Woche auf den Ohren und werde es wohl heute noch fertig hören. Es steht auf der Liste der Gegenwartsliteratur, die ich gerade allmählich abarbeite, und ich habe mich gefragt, ob ich das Buch wirklich jemals gelesen oder nur den Film gesehen habe. Ich bin mir immer noch nicht sicher, aber ich genieße das Hörbuch sehr.

Middlesex von Jeffrey Eugenides habe ich tatsächlich ausgelesen. (Bitte Trommelwirbel!) Das letzte Drittel las sich am Ende total schnell, spannend und ich hatte Mühe, es aus der Hand zu legen. Mein Fazit: Ein großer Roman, der den Pulitzer sicher mehr als verdient hat, aber mir war der Mittelteil einfach insgesamt ein bisschen zu breit angelegt und dadurch stellenweise langatmig. Aber so ist das ja mitunter mit großer Literatur *duck*

Als nächstes werde ich mir Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier vornehmen, nachdem es mir hier einige so warm empfohlen haben.


Webfragmente 


In einem Tierheim in den USA lesen Kinder traumatisierten Hunden Geschichten vor. (Artikel)

Kunst auf dem Keks, verrückt! (Video)

Bei der Handarbeit habe ich mir neulich fast die ganze erste Staffel von Outlander (nach Diana Gabaldons Bestseller) reingezogen. Der Titelsong ist ganz wunderbar und macht Fernweg nach den Highlands. (Video)



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.//





Follow on Bloglovin


Kommentare:

  1. Ha! Trommelwirbel für den Eugenides!

    AntwortenLöschen
  2. Das sieht wirklich nach einer Elfenhochzeit im Wald aus. Was blüht denn da so fein?
    Therapeutisches Lesen, gleich doppelt wirksam... Was für eine tolle Idee. Wenn ich es aussuchen dürfte, würde ich lieber vorlesen, als den Keks bemalen. Verzieren ist so gar nicht meins, viiiiel zu ungeduldig.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das sind wilde Alpenveilchen, so viele sieht man selten auf einmal :)

      Ich hätte für so filigranes Verziere auch keinen Nerv, aber ich bewundere das Handwerk, das dahinter steckt .

      Ein schönes Wochenende für dich weiterhin,
      Hadassa

      Löschen
  3. Der Nachtzug war auch manchmal langatmig.
    Middelsex wollte ich auch noch lesen. Irgendwann!
    Das war bestimmt mal eine tolle Hochzeit gewesen.
    Liebe Grüße und hoffentlich reicht zweimal im Jahr...
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. das muss reichen, Andrea ;)

      Der Nachtzug liest sich aber schon mal sehr schön an, ich glaube, den werde ich mögen.

      LG,
      Hadassa

      Löschen