Donnerstag, 31. März 2016

#Auslese März

Irgendwie kriege ich es in letzter Zeit nicht so richtig hin mit den regelmäßigen Rezensionen, daher versuche ich mich mal an einer kleinen Rückschau auf meinen Lesemärz. 

Jeffrey Eugenides: Middlesex


Middlesex war das erste Buch, das ich diesen Monat ausgelesen habe, wenn auch nach zweitem Anlauf. Die episch angelegte Familiengeschichte griechischer Einwanderer in die USA über drei Generationen hat mich fasziniert. Allwissende Erzählerin ist die intersexuelle Calliope, die noch darum kämpft, ihren Platz im Leben zu finden. Besonders spannend waren für mich das erste und letzte Drittel dieses großen Romans, weswegen ich wohl auch beim ersten Lesen in der Mitte steckengeblieben bin.


Michael Ende: Momo


Bei der öden Hausarbeit und unterwegs höre ich seit einiger Zeit gerne Hörbücher über Audible oder die Onleihe des Goethe Instituts. Diese Bücher plane ich nicht groß, sondern entscheide relativ spontan, was ich mir gerade auf die Ohren nehmen will. Momo hat mich berührt und gefesselt, denn ich hatte daran zwar aus der Kindheit lebhafte Erinnerungen, viele Details und die tiefer liegende Philosophie haben sich mir aber noch einmal ganz neu erschlossen.

Daniel Glattauer: Geschenkt


Von Daniel Glattauer habe ich letztes Jahr beinahe manisch Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen mehr oder minder in einem Rutsch durchgehört. Geschenkt - die unglaubliche Geschichte eines erfolglosen Journalisten, der durch eine anonyme Spendenserie ungewollt ins Rampenlicht rückt und mit der Zeit sogar den Respekt seines pubertierenden Sohnes gewinnen kann, fand ich ebenfalls sehr unterhaltsam. Ich denke aber, man muss Glattauers speziellen Humor, die Wortspielchen und Kalauer mögen, sonst kann es leicht nervig werden.



Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon


Das Leben eines Altphilologen, der in Bern als ein von Kollegium und Schülern geschätzter Lehrer tätig ist, gerät durch eine Zufallsbegegnung aus den Fugen. Er lässt alles hinter sich und bricht nach Lissabon auf, wo er den Spuren eines unbekannten Schriftstellers folgt, dessen philosophische Gedanken ihn aufwühlen und dazu bringen, immer tiefer in dessen Umfeld und Vergangenheit einzutauchen. Das Tempo dieses Romans ist wechselhaft: Mal wollte ich unbedingt ganz schnell wissen, was hinter der nächsten Wegbiegung auf Merciers gutmütigen Helden wartet, mal musste ich mir Zeit lassen, einer der philosophischen Ideen zu folgen - der Nachtzug braucht Muße, man kann ihn nicht zwischendurch lesen und man muss bereit sein, sich darauf einzulassen. Für mich hat es offenbar gerade gepasst, denn ich habe diesen Roman wirklich gemocht.



Sara Gruen: Water for elephants


Ein junger Mann verliert während der Weltwirtschaftskrise in Amerika seine Eltern in einem Verkehrsunfall. Mittellos und ohne Perspektive verlässt er seine Heimat und landet durch Zufall in einem Wanderzirkus, in dem er sich fortan verdingt. Doch allzu schnell erkennt er die dunklen Schatten hinter der bunten Glitzerkulisse: Intrigen, Ausbeutung und Tierquälerei sind an der Tagesordnung, und als er sich in eine schöne Artistin verliebt, bringt er sich selbst in Lebensgefahr. Wasser für die Elefanten ist ein spannender Roman, den ich atemlos gelesen habe, denn er gibt faszinierende Einblicke in die Zirkuskultur einer längst vergangenen Zeit. Schön fand ich, dass die Geschichte von der Hauptperson Jacob in Rückblenden erzählt wird: Der über 90-jährige Zirkusveteran lebt im Pflegeheim freudlos von Tag zu Tag, bis draußen ein Zirkus seine Zelte aufschlägt und eine Kette von Erinnerungen auslöst.






Im April werde ich erstmal ein paar angefangene Bücher auslesen, dann warten auf dem Stapel für die nächste Zeit A Thousand Splendid Suns, The Talented Mr. Ripley, Das Paradies der Damen und Die Herrlichkeit des Lebens

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