Donnerstag, 25. Februar 2016

Tschüß, du Held meiner Kindheit

Gestern Vormittag stürzte ein lieber Kollege in mein Büro: "Weißt du, wer gerade gestorben ist? Peter Lustig! Den kennst du doch, oder?"

Natürlich kenne ich Peter Lustig, und kurz wird es mir richtig eng in der Brust. Mein Kollege und ich sehen uns betroffen an und stellen übereinstimmend fest, was für ein Fixpunkt Peter Lustig für unsere Generation war, die in den 1980er Jahren ihre ersten Fernseherfahrungen machen durfte. "Löwenzahn" war, neben der "Sendung mit der Maus", das Kinderprogramm, das wir alle sehen durften, weil es lehrreich und auch für unsere Eltern ohne Langeweile auszuhalten war. Es war quasi Familienfernsehen, an dessen Ende immer allen klar war, was man zu tun hatte: "Abschalten!" nämlich, also raus gehen, Dinge entdecken, Maschinen bauen, die Natur erforschen und all die anderen Dinge, die Peter selbst so gerne tat. Heute wäre so eine erzieherische Ansage bei dem Überfluss an pädagogisch wertvollen und weniger wertvollen Kinderprogrammen wohl undenkbar.

Mein Opa, der ein richtiger Technikfuchs war und schon damals einen Videorecorder besaß, hatte eine große Sammlung aufgenommener Löwenzahn-Folgen, die wir fast unbegrenzt sehen durften, wenn wir dort zu Besuch waren. Mit dem frechen Pumuckl und der ungezogenen Pippi Langstrumpf konnten sich Oma und Opa nämlich gar nicht anfreunden, und Peter war zwar schusselig, aber immer auf eine freundliche Art, außerdem (s.o.) lehrreich. Peter ging also immer, und so könnte ich auf Anhieb eine ganze Liste von Folgen aufzählen an die ich mich bis heute deutlich erinnere.

Dank Internet kann ich das geballte Wissen aus "Löwenzahn" auch meinem Mädchen zugänglich machen. Fritz Fuchs, der schon vor einigen Jahren in Peter Lustigs Bauwagen eingezogen war, ist aus heutiger Kindersicht zwar cooler, die alten Folgen schauen wir trotzdem immer wieder gerne zusammen an. Und es ist einfach toll, dass man zu fast jedem Thema eine passende Löwenzahn-Folge aus dem Ärmel schütteln kann. Das hat uns schon oft geholfen, knifflige Kinderfragen zu entschlüsseln.

Ja, er hat mich geprägt, der latzhosentragende Welterklärer mit der Nickelbrille, der für seinen Beitrag zur Allgemeinbildung sogar das Bundesverdienstkreuz erhielt. Obwohl er sich nicht als Schauspieler verstand, war er vor der Kamera ein Profi, der es 30 Jahre lang immer wieder schaffte, ein Millionenpublikum in seinen Bann zu ziehen. Berühmtheit war nie sein Ding, er lebte zurückgezogen und ließ nur wenig über sein Privatleben bekannt werden, der Erfolg blieb ihm selbst unerklärlich. Ein Mensch, dem man abspürte, dass er gerne tut, was er tut und seine Begeisterung darüber mit anderen teilen möchte.

Ich bin ein Glückspilz. Ich darf alles tun, was ich schon als Kind tun wollte. 
- Peter Lustig


Mit Peter Lustig ist einer der ganz Großen gegangen. 


ZDF/Christiane Pausch


Lange Löwenzahn-Nacht am 28. Februar. Für alle, die mit Peter Lustig groß geworden sind. //



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Kommentare:

  1. peter war toll....ich glaube wirklich jedes kind der 8ßger in deutschland hat ihn gekannt..

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    1. Ja, das glaube ich auch :)

      Danke für deinen Besuch bei mir und liebe Grüße nach München,
      Hadassa

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