Sonntag, 31. Januar 2016

Samstagsfragmente #28 - Tiefsttemperaturen und Theater



Gestern


habe ich abends vollkommen vergessen, die Samstagsfragmente hier abzuliefern. Irgendwann war der Tag einfach zu Ende, mein Bett so gemütlich und am Ende bin ich auch noch auf der Suche nach dem ultimativen Purimkostüm, das "dieses Jahr gekauft sein soll, Mama!", im Internet versackt. Aber ein schöner Samstag war's. Am Vormittag gingen wir auf einen Spaziergang in den Hügeln in unserer Nähe mit allerlei interessanten Informationsstationen und Aktivitäten der israelischen Naturschutzgesellschaft. Das Wetter war dafür ganz ideal, Hund und Mensch hatten Freude daran, die Seele ein bisschen auszulüften und das Gesicht in die Sonne zu halten.

Die Woche


war nämlich nass und außergewöhnlich kalt für israelische Verhältnisse. Ich erinnere mich jedenfalls nicht, dass es jemals über mehrere Tage so kalt, grau und ungemütlich gewesen wäre. In Jerusalem gab es Temperaturen deutlich unter 0 Grad und sogar bei uns zeigte das Thermometer an einem Morgen 1 Grad an. Fröstel. Zum befürchteten Schneechaos kam es dann in Jerusalem aber doch nicht, sehr zum Frust der Kinder und zur Erleichterung der Eltern.


Erfreulichkeiten 



  1. Das Wochenhighlight war für mich ganz klar "Nathan der Weise" auf der Bühne des Jaffa Theaters. Das wohlbekannte und von mir immer wieder gerne zur Hand genommene Stück von Lessing wurde dort als szenische Lesung in drei Sprachen von Schauspielern aus Israel und Deutschland aufgeführt. Eine Originalversion mit Untertiteln sozusagen, denn parallel lief der hebräische Text auf einer Leinwand immer mit. Es war toll zu verfolgen, wie die Schauspieler in ihren jeweils eigenen Sprachen miteinander interagierten, nahtlos zwischen Hebräisch, Arabisch und Deutsch wechselten, je nachdem wer gerade an der Reihe war. Klar im Vorteil sind dabei natürlich Zuschauer, die den Text grundsätzlich kennen und mindestens zwei der Sprachen beherrschen, aber auch meine hebräischsprachige Freundin konnte dem Geschehen folgen und war ziemlich beeindruckt. 
  2. Das Prequel zum Theaterhighlight war das Treffen mit meiner begleitenden Freundin im trendigen Café Puaa im Herzen des Jaffaer Flohmarkts. Im Puaa, das eine bunte Mischung aus Leuten anzieht, steht die gesamte Inneneinrichtung jederzeit zum Verkauf, trotzdem wirkt alles in sich stimmig - ein Konzept zwischen Vintage und Kitsch. Empfehlenswert :) 
  3. Seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder mit dem Gatten auswärts gefrühstückt. 
  4. Entdeckt, dass die Preise für die ÖV-Monatskarten drastisch gesenkt worden sind. Ich musste dreimal nachhaken, ob das wirklich stimmt, so surreal wirkt das in diesem Land, in dem sonst alles immer nur teurer wird. 
  5. Die Kaltwetterfront scheint vorbei zu sein. Der Hund sonnt sich jedenfalls schon wieder mit Genuss auf den Fliesen in der Sonne. 




Erlesenes 


Gader Chaya von Dorit Rabinyan habe ich ausgelesen und bereits rezensiert.

Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson ist mir als (gekürztes) Hörbuch zugelaufen und unterhält mich bisher prächtig.


Webfragmente 


Schnee in Jerusalem - Video

Jüdischer Rap - Israel / New York - Musikvideo

Hebräische Wörter und Redewendungen, die nicht wörtlich übersetzbar sind - Auflistung (Englisch)

Juna vom Blog Irgendwie Jüdisch hat seit einiger Zeit einen Podcast. Diese Woche hat sie über das jüdische Neujahrsfest der Bäume "Tu B'Schwat" gesprochen - Podcast



// Einmal die Woche lädt Andrea auf ihrem Blog Karminrot zum Samstagsplausch ein. Da passen meine Samstagsfragmente ganz gut dazu.//


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Kommentare:

  1. Diese Aufführung von "Nathan der Weise" hätte mir bestimmt auch sehr gefallen! Lessing mag ich nämlich sehr.
    Was hat es Dein Hund gut! Hier regnet es heute ohne Unterlass.
    Liebe Grüße
    ANdrea

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    1. Das glaube ich auch, dass dir das gefallen hätte, es war wirklich besonders, obwohl oder gerade weil (?) es nur eine szenische Lesung war und dadurch total auf den Text reduziert.

      Ich wünsche euch trockeneres Wetter,
      Hadassa

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  2. Grüß Dich, Hadassa.
    Hund weiß um die kleinen aber steten Freuden des Alltags - die Fütterung des Raubtiers nicht zu vergessen.

    Zu "Neshama" kommt mir das arabische "ya allbi!" (in der Bedeutung "du, mein Herz")in den Sinn.

    bonté

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    1. Genau, "ya albi" trifft die Bedeutung auch ziemlich :)

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    2. Genau, "ya albi" trifft die Bedeutung auch ziemlich :)

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  3. Das Theater war bestimmt super. Ob ich mich allerdings durch das Stück gerettet hätte, glaube ich eher nicht.
    Irgendwie kann ich mir Schnee bei euch so gar nicht vorstellen. Aber wie du sagst, den Kindern hätte es gefallen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ein bisschen Sitzfleisch braucht so eine szenische Lesung schon.. aber da ich ein "Wortmensch" bin, fordert mir persönlich ein klassisches Konzert viel mehr ab ;)

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    2. Ein bisschen Sitzfleisch braucht so eine szenische Lesung schon.. aber da ich ein "Wortmensch" bin, fordert mir persönlich ein klassisches Konzert viel mehr ab ;)

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