Donnerstag, 31. Dezember 2015

Tschüß 2015....

Wie im letzten Jahr, hier wieder mein kleiner Jahresrückblick auf 2015...



Januar


2015 begann in Israel ziemlich frostig mit einer Kältewelle, wie man sie hier nur selten erlebt. Der Samstagsausflug fiel über mehrere Wochen buchstäblich ins Wasser und wir hielten uns warm.

Die Befreiung von Auschwitz hat sich zum 70. Mal gejährt, das ging nicht ganz spurlos an mir vorüber.

Gerade noch im Januar machten wir uns dann doch noch auf einen Ausflug an der Küste auf. So viel schneeweißen Ginster habe ich noch nie in derart beeindruckender Blüte erlebt.

Virtuell war ich auf einem meiner Lieblingsfotoblogs Holunder zu Gast und habe mich von Andrea ausfragen lassen.

Außerdem ist im Januar meine Leserlieblingsbücherchallenge gestartet mit Elif Shafak: Der Bastard von Istanbul (Lesehighlight!) und der 12tel-Blick auf meinem Hügel.

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Februar

Auch im Februar ging es winterlich weiter, aber nicht ganz so dramatisch, wie Anfang Januar.

Mein großes Highlight in diesem Monat war die Jerusalemer Buchmesse, deren Eröffnung ich mit einer lieben Freundin besuchen konnte. Sehr beeindruckt war ich in diesem Zusammenhang von einem Treffen mit der Autorin Jennifer Teege, die vor einem vollen Saal israelischer Juden aus ihrem autobiographischen Buch über ihren Großvater, den brutalen KFZ-Kommandanten Amon Göth, las.

Ein Erfolgserlebnis à la "pinnst du noch oder machst du schon?" hatte ich mit einem Backprojekt in der Küche. Das Blumenbrioche mit Nutella ist mir schon so oft im Internet begegnet und wirklich nicht dramatisch nachzubacken. Ehrlich!

Mit der Geschichte von Mohammad und Kay habe ich mich im Februar an "Blogs gegen Hass" beteiligt.

Lesehighlight Februar: Jennifer Teege: Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen


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März


März war crazy. Purim, Geburtstag, Kindergeburtstag, Wahlen und Reiterhoffest. Ächz. Intensiv, aber gut und vor allem hat sich mal wieder gezeigt, Mama kann alles, wenn sie es sich nur in den Kopf setzt. Auch Einhörner.

Zwischendurch habe ich meine Freundin in Tansania über ihr Leben und ihre Ökolodge ausgefragt. Das ist einer der Artikel, die mich selbst im letzten Jahr am meisten begeistert haben und der dann gefühlt gar nicht richtig wahrgenommen wurde. Dabei lohnt sich der virtuelle Ausflug in den tansanischen Busch wirklich sehr. Hier gehts lang.

Lesehighlight März: Ursula Poznanski: Stimmen


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April

Anfang April war Pessach bei uns zu Hause mit der ganzen Familie, das war stressig, aber am Ende sind alle zufrieden (und satt!) abgezogen. Nachlese

Nahtlos im Anschluss eine Woche Zypern (Paphos), darüber habe ich ja sehr ausführlich berichtet in mehreren Beiträgen.. Wir mögen Zypern.

In der #Schreibzeit habe ich mir Gedanken über den israelischen Holocausttag gemacht, beziehungsweise, wie er auf mich als Deutsche in Israel wirkt.

Lesehighlight April: Sue Monk Kidd: The Invention of Wings


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Mai

Im Mai war Alltag. So scheint es mir jedenfalls wenn ich die Einträge durchblättere. Es gab eine kleine Hitzewelle, sonst war nicht wirklich viel los. Als Fortsetzung des Samstagskaffees gingen im Mai meine ersten Samstagsfragmente an den Start. Außerdem wurde dieses Blog heimlich, still und leise 5 Jahre alt. Das hat mich in einer emotionalen Phase ein bisschen kalt erwischt.

Lesehighlight Mai: Die Hörbücher von Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer - echt jetzt!


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Juni

Im Juni ist die Urgroßtante des Gattens verstorben, die für ihn immer eine wichtige Bezugsperson war. Sie ist noch oft in unseren Gedanken. Ebenfalls im Juni habe ich für die #Schreibzeit einen langen Beitrag über "das Glück der Erde" geschrieben und mir in den Kopf gesetzt, dass wir nach London fahren müssen.

Lesehighlight Juni: Helene Hanff: 84, Charing Cross Road


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Juli

Im Juli sind in Israel schon Sommerferien. Das heißt, wir mussten das Mädchen ein wenig hin- und her jonglieren, von Ferienprogramm zu Ferienprogramm, mir ist das immer alles sehr stressig. Aber irgendwann ging auch der Juli vorbei und wir konnten in den Urlaub abdüsen.

Lesehighlight Juli: Stephen King: Finders Keepers


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August

"Ländle" - London - Salzburg - Allgäu - Jordanien, so viele Länder habe ich in so kurzer Zeit noch nie gestreift. Über Salzburg wollte ich eigentlich schon ewig was schreiben, aber ich komme einfach nicht dazu. Irgendwann hole ich die Fotos aber sicher aus der Schublade. Der August war insgesamt eine tolle Pause in einem auch beruflich sehr intensiven Jahr. Allein die grünen Wiesen im Allgäu sind immer eine Erholung für die Sinne.

Lesehighlight August: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe


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September

Der September war von Tatendrang geprägt, wieder im Land zu sein. Ich habe Urlaubsfotos gesichtet und verbloggt (siehe oben), Balkonschrott aufgemöbelt und Babytragen an Flüchtlinge verschickt. Zwischendurch hatten wir ein paar Tage lang richtig Mühe mit einem fiesen Sandsturm, der das ganze Land mit einer ekligen orangenen Staubschicht überzogen hatte. Ein Ausflug in die Wüstenstadt Arad war ein außergewöhnlicher Programmpunkt, ebenso zwei Tage in Nazareth.

Lesehighlight September: Susanna Kearsley: Mariana


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Oktober

Oktober war ein deprimierender Monat, denn er war von täglichen Gewaltmeldungen geprägt. Das Leben wurde natürlich trotz allem ganz normal gelebt, aber die Stimmung war im ganzen Land ziemlich mies. Inmitten des Chaos hatte ich unerwartet einen Tag voll schöner Begegnungen bei der Kunstausstellungseröffnung in Umm el-Fahem.

Unsere Ausflugsgruppe ist im Oktober, wie vieles in Israel "nach den Feiertagen", ebenfalls wieder an den Start gegangen mit einer herausfordernden Wanderung am Gilboa.

Lesehighlight Oktober: Jose Saramago: Blindness


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November

Im November wurde ich auf ein Wochenende an den See Genezareth eingeladen, das war wunderbar, abgesehen davon ist der Monat ziemlich schnell an mir vorbei gerast, denn ein weiterer Zeitfresser ist hinzu gekommen: Ich lerne eine neue, aber nicht wirklich fremde, Sprache, mit Vokabeln lernen, Hausaufgaben und allem was dazu gehört.

Lesehighlight November: Robert Galbraith: Career of Evil


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Dezember


In der stressigsten Zeit in meinem Jahr habe ich mich auf Instagram mit Fees Adventschallenge auf die Suche nach dem israelischen Weihnachtsspirit gemacht. Und eine ganz neue Welt entdeckt. Willkommen im Land der Parallelgesellschaften.

Über Chanukka waren Oma und Opa hier zu Besuch und wir haben einige schöne Dinge unternommen. Eine gute Woche war das. Weihnachten mit Freunden und Silvester heute auf dem Sofa mit dem Gatten gemütlich. Feuerwerk gibt es hier eh nicht.

Lesehighlight Dezember: Benjamin Alire Saenz: Aristotle and Dante


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Insgesamt kann ich gar nicht meckern über dieses Jahr. Es war stressig, es war intensiv, es ist an mir vorbei gerast, wie kein anderes zuvor, aber schlecht war es nicht. Ein bisschen entschleunigter darf 2016 werden und ein bisschen hoffnungsvoller, was die politische Lage hier betrifft, aber in der Familie darf gerne alles so bleiben wie es ist.




Statistisch gesehen:


2015 habe ich....

... auf dem Blog 167 Beiträge veröffentlicht. Das ist weniger als 2014, aber immer noch im Schnitt drei Beiträge die Woche, also fast jeden zweiten Tag. Mehr wird es wohl 2016 nicht werden, schätze ich, aber das ist ok.

.... rund 500 Kommentare von euch bekommen. Danke, dass ihr mich lest und immer wieder ermutigt.

.... sechs Beiträge für die #Schreibzeit von Bine veröffentlicht. Sich zu einem bestimmten Thema Gedanken zu machen und diese in Worte zu fassen gefällt mir und ich hoffe, auch im nächsten Jahr wieder ab und an mitmischen zu können.

.... 80 Bücher gelesen (aber ich zähle noch!)

.... auf Instagram fast jeden Tag Fotos hergezeigt. Mittlerweise habe ich über 300 Follower, das finde ich schön :)

.... wurde einer meiner allerersten Beiträge Was sind Juden? am allermeisten angeklickt, gefolgt von meinem Anti-Disney-Märchengeburtstag und dem aufgeräumten Kinderzimmer. Der beliebteste Beitrag von diesem Jahr waren die 12-von-12 vom April



Und euer Jahr so? 




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Dienstag, 29. Dezember 2015

12tel-Blick mit Palme - Abschlussbild

Und so geht es langsam zu Ende, dieses Jahr 2015, und ich bin bei meinem letzten 12tel-Blick angelangt. Der Hügel ist in den letzten Monaten grün geworden, manche Mandelbäume blühen, die Anemonen noch nicht und die Palme steht immer noch da, wo sie das ganze Jahr über gestanden hat.

Ich fand es spannend, den Hügel durch die Jahreszeiten hindurch zu beobachten und zu sehen, wie sich die israelische Natur im Laufe des Jahres verändert. Wo doch mein Gatte immer behauptet, in Israel gäbe es keine Jahreszeiten und alles sähe immer gleich aus. Ha!

Alle 12 Blicke könnt ihr hier sehen.




Liebe Tabea, danke für dieses schöne Projekt, das mich Monat für Monat auf den Hügel gelockt und herausgefordert hat.


// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //



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Sonntag, 27. Dezember 2015

Samstagsfragmente #23



Gestern


war mein Geburtstag, war Ausflugstag. Manche mögen das ungewöhnlich finden, dass man an seinem Geburtstag nichts besseres zu tun hat, als mit einer Gruppe lauter Israelis und einer ganzen Kinderhorde durch die Landschaft zu stiefeln, ich kann daran nichts schlechtes finden, denn allein das satte Grün und die frische israelische Winterluft sind für mich eine reine Wohltat. Besonders schön war nur, dass wir nicht weit fahren mussten und daher ausschlafen konnten, denn der Tell Gezer ist quasi gleich bei uns um die Ecke.

Dafür weiß er viele spannende Geschichten zu erzählen, aus den Jahrtausenden seiner Besiedelung. Unsere Wanderführerin, die praktischerweise auch begeisterte Archäologin ist, brachte uns die wichtigsten Funde nahe, zum Beispiel eine uralte Tempelanlage, die fast ein bisschen an Stonehenge erinnert, die Überreste eines kanaanitischen Stadttores aus Lehmziegeln, ein Wassersystem aus der Bronzezeit und einen landwirtschaftlichen Kalender in hebräischer Schrift aus dem 10. Jahrhundert vor Christus.

Faszinierend.

Wir haben unter strahlend blauem Himmel im saftig grünen Gras in einem Schutthaufen uralter Tonscherben gewühlt und gelernt, welche Scherben für die Archäologie besonders interessant, ein bisschen interessant und uninteressant sind. Außerdem erklärte uns Adwa, dass Scherben, die bereits einmal gesichtet und katalogisiert wurden, oft wieder an den Ort ihrer Herkunft gebracht werden, wenn feststeht, dass sie nur einzelne Fragmente sind und daher nicht zur Restaurierung zu gebrauchen. Mit nach Hause nehmen darf man sie trotzdem nicht, aber nach Herzenslust darin wühlen, nach interessanten Teilen suchen und puzzeln schon.

Nach dem Ausflug ging es fix weiter nach Tel Aviv, das Mädchen bei den Großeltern abladen und dann ins Kino. Star Wars - und das an meinem Geburtstag! Ziemlich ungeplant, aber dafür umso besser und ein richtig großes Highlight in diesem Jahr. Der Film ist so toll, dass ich ihn eigentlich direkt noch mal anschauen könnte.

Die Woche


Erfreulichkeiten 


1. Einen wunderschönen Geburtstagssegen vom Mädchen bekommen.

2. Den Heiligen Abend mit lieben Freunden, einem guten Essen und einem stimmungsvollen Kirchgang in Jerusalem verbracht.

3. Die Geschenke bei den Freunden vergessen, daher am ersten Weihnachtstag nochmal hingefahren und gleich wieder versackt.

4. Vanillekipferl gebacken.

5. In Tel Aviv im Programmkino gewesen und Kurzfilme deutscher und israelischer Regisseure angeschaut.

Erlesenes 


Aristotle and Dante von Benjamin Alire Sáenz hat mich berührt, ein wirklich gutes Jugendbuch.


Nathan der Weise von Ephraim Lessing lese ich im Moment auch, nicht zum ersten Mal, aber immer wieder gerne. 


Webfragmente 


Richard C. Schneider, ein Urgestein der deutschen Nahostberichterstattung, wird versetzt. Juna schreibt warum die Versetzung ein Fehler ist

Die Geschichte über das Weihnachtswunder einer jüdischen Familie während des Holocausts. (Englisch)

Und die Prenzlschwäbin zu Weihnachten :)



Die Samstagsfragmente schicke ich noch ganz schnell zu Karminrot :) 



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Zur Heiligen Nacht...

Wir leben in einer verrückten Welt in diesen Tagen und Wochen. In einer Welt, in der es so scheint, als würde alles vor die Hunde gehen. Als wäre es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir es schaffen, uns gegenseitig vollständig zu vernichten, das menschliche Leben auf diesem Planeten unmöglich zu machen. In einer Welt, in der manche Israelis mir sagen, dass "meine" Merkel verrückt sei, so viele "Araber" in Deutschland aufzunehmen und dass Paris nur ein Vorgeschmack sei, auf das was auf Europa noch zukommen wird. Diese Europäer, so sagt man mir, würden schon noch sehen, was es heißt, ständigem Terror ausgesetzt zu sein. In einer Welt, in der manch christlicher Hardliner mit fast zufriedener Überzeugung das baldige Ende voraussagt, aber erst, nachdem alles noch viel schlimmer geworden ist, als das, was wir heute erleben. Einer Welt, in der es so viele Flüchtlinge gibt, wie niemals zuvor, in der dreißig Jahre nach LiveAid immer noch täglich viel zu viele Kinder verhungern, weil wir in der "ersten Welt" so komfortabel und fortschriftlich leben, wie nie zuvor. In einer Welt, in der nicht nur Kleidung zum Wegwerfen gekauft wird, die zuvor unter unmenschlichen Bedingungen irgendwo in Fernost produziert worden ist, von Mitmenschen, die sich von ihrem Lohn kaum ernähren können. In einer Welt, in der man vielleicht Präsident der Vereinigten Staaten werden kann, obwohl man zwar Geld hat, aber sonst nichts kann, außer gegen Fremde, Frauen, Juden und sogar Behinderte Stimmung zu machen. In einer Welt, in der sinnlos getötet und massakriert wird, in der Frauen und Mädchen in Massengräber geworfen werden, wenn sie für den Sexhandel nicht taugen und in einer Welt, in der wir Israelis es immer noch nicht geschafft haben, eine tragfähige Lösung für den Konflikt mit unseren Nachbarn zu finden. Eine Welt, in der 13-jährige mit Messern ausziehen um Zivilisten anzugreifen und in der wir unseren Schulabgängern Waffen in die Hand drücken, um sie den Status Quo bewachen zu lassen.

Ja, man kann schwermütig werden, wenn man das alles betrachtet und darüber nachsinnt, wie vieles schief läuft in dieser Welt, die uns anvertraut worden ist und wie wenig wir dafür tun, dass sie ein besserer Ort für alle werden kann.

Aber es ist auch eine Welt, in der Menschen sich aufmachen, etwas zu verbessern. Eine Welt, in der ganz normale Deutsche Flüchtlingen Unterkunft, Kleidung und Lebensmittel spenden. In der mit syrischen Kindern Weihnachtsplätzchen gebacken werden und freiwillige Helfer Sprachunterricht und Hilfe bei Behördengängen anbieten. Eine Welt, in der israelische Mütter Babytragen an die Flüchtlingsbrennpunkte schicken, damit den Eltern, die ihre Kinder schon so weit getragen haben, die Last vielleicht ein wenig leichter wird. Eine Welt, in der Juden und Palästinenser Geschäftsbeziehungen und Freundschaften bauen und in der viele laut bekennen, dass sie keine Feinde sein wollen, sondern für Dialog und Frieden einstehen. Eine Welt, in der einer der reichsten Männer auf dem Planeten entscheidet, sein Vermögen für Bildung und Chancengleichheit verfügbar zu machen, und eine Welt, in der ganz normale Amerikaner sich gegen Xenophobie und für interkulturelles Miteinander solidarisieren. Eine Welt in der Menschen sich über Religionsgrenzen die Hand reichen und erkennen, dass wir letztlich alle Wesen aus Fleisch und Blut sind. Eine Welt in der ich fest glaube, dass wir Menschen trotz allem noch einen Unterschied mit unseren Worten und Taten machen können. Das mag naiv sein, sogar gutmenschig, aber wenn ich diese minimale Hoffnung aus den Augen verliere, so fühle ich, gehe ich unter in dieser Welt. Daher will ich mich nicht auf das große Ganze konzentrieren, das so unüberwindlich schlecht scheint, sondern auf den kleinen Flecken Welt, den ich bewohne und in dem ich vielleicht ein kleines Licht sein kann. Nicht nur zu Weihnachten.

Frohes, gesegnetes Fest euch allen!


(Fotos aus der #AdventsABCFee - Foto-Challenge von Fee.)


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Samstag, 19. Dezember 2015

Samstagsfragmente #22



Heute


waren wir bei Sabba und Savta in Tel Aviv zum Mittagessen und haben bei der Gelegenheit gleich noch ein Chanukkageschenk für das Mädchen abgeholt, das zum Glück, obwohl es sich um ein Buch handelt, gut angenommen wurde.

Zuhause habe ich ein wenig Wäsche gemacht und den Herrn Nilsson durch die Wohnung geschickt.

Die Woche


ging rasant schnell vorbei. So schnell, dass es eigentlich kaum zu fassen ist. Unser Besuch ist am Dienstag zurück nach Deutschland geflogen und die restlichen Tage habe ich kaum mehr richtig wahrgenommen.
 

Erfreulichkeiten 


1. Ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk bekommen und mit dem Gatten ein bisschen geshoppt.

2. Die Planungen für den 24. Dezember festgezurrt, der dieses Jahr schönerweise ans Wochenende fällt, sodass wir auch ein bisschen was davon haben.

3. Das Mädchen hat eine kleine Reiterprüfung erfolgreich absolviert, Mama ist stolz.

4. Schnee in Jerusalem gesehen (auch wenn es nur welcher aus der Konserve war ;-) )

5. Auf den letzten Drücker, Amazon sei Dank, noch schnell Weihnachtsgeschenke für den Neffen und die Nichte organisiert. Puh. 

Erlesenes 


Ihr werdet es kaum glauben, aber ich komme dieser Tage praktisch nicht zum Lesen... 

Aristotle and Dante von Benjamin Alvirez Saenz habe ich jetzt endlich angefangen, während Middlesex - ich bin bei etwas über der Hälfte - sich doch ziemlich zieht und daher wohl erstmal eine Weile liegen bleibt. 

Webfragmente 

Mein Goodreads Jahresbericht: klick

A-Capella-Version des Star Wars Themas: klick

Die lustige Ansage nach der Landung eines ElAl-Flugs: klick



Die Samstagsfragmente schicke ich diese Woche wieder zu Karminrot :) 



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Samstag, 12. Dezember 2015

Samstagsfragmente #21




Heute


ist ein wunderbarer israelischer Wintertag und da wir ja gerade lieben Besuch von Oma und Opa haben nutzten wir ihn für einen kleinen Ausflug nach Tel Aviv ans Meer. Der stillgelegte Hafen ist bei israelischen Familien und Pärchen ein beliebtes Ziel am Shabbat (ich hatte schon mal einige Fotos gezeigt) und so war natürlich einiges los. Das Mädchen hatte Spaß mit ihren Inlinern während wir in der warmen Sonne flanierten und auf das glitzernde Meer schauten. Einrn Kaffee in die Hand und leckerste Browniekekse vom Chocolatier Max Brenner dazu - mehr brauchte es heute nicht zum Glücklichsein.

Die Woche


war ebenfalls ausgefüllt und schön. Am Dienstag führten wir die Geburtstagsoma zum Frühstück aus und fuhren danach gen Norden nach Sachne, einem Nationalpark mit warmen Thermalwasserbecken zum Schwimmen. Viele Israelis sind sich einig, dass es der schönste Ort in Israel überhaupt ist und ich wollte dort schon immer mal hin, kam bisher aber nie dazu, weil es am Wochenende wohl häufig sehr überlaufen ist. Im Winter unter der Woche weniger, weswegen wir den Ort fast für uns hatten und wirklich ungestört schwimmen konnten. Bei etwa 20 Grad Luft- und 28 Grad Wassertemperatur ein echter Traum :)




Das zweite Ausflugshighlight der Woche war Haifa, die große Küstenstadt im Norden, in der das Zusammenleben zwischen Juden und Arabern so gut funktioniert wie in keiner anderen Stadt in Israel. Wir besuchten die Eröffnung einer Kunstinstallation, hörten einem Konzert von Dudu Tassa mit einem Gastauftritt der Haifaer Sängerin Nasrin Kadri zu und aßen in einem unheimlich atmosphärischen kleinen Restaurant am Fuße der Bahai-Gärten ein leckeres Abendessen. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde dieses Stadtviertel zu einem weihnachtlichen Wunderland mit unzähligen Lichtern und einem gigantischen Weihnachtsbaum am Ende der Straße.



(sonstige) Erfreulichkeiten 


1. Mädchens Zähne sind in Ordnung. Bei der Kontrolle vor einem halben Jahr hieß es, sie hat möglicherweise ein Loch, das war diesmal nicht mehr zu finden. Puh. 

2. Außerdem hatte das Mädchen einen guten Test in Sachkunde und eine schöne Reitstunde, nachdem sie ein paar Mal nicht so gut mit dem jeweils zugeteilten Pferd ausgekommen war.

3. Im Büro ist trotz Stress eine gute Atmosphäre, das ist richtig viel wert.

4. Endlich, endlich im Kino gewesen und Mockingjay, Teil 2 angesehen. War gut.

5. Glühwein und Waffeln bei einer Adventsfeier abgestaubt.


Erlesenes 


Middlesex von Jeffrey Eugenides gefällt inzwischen richtig gut, obwohl es sich teilweise etwas zieht. 


Webfragmente 


An Chanukka geht es primär um Licht. Licht, das während der Weihe des zweiten jüdischen Tempels wundersam viel länger gebrannt hat, als Lampenöl vorhanden war, Licht, das die Dunkelheit vertreibt, Licht, das Hoffnung und Frieden bringt. Entsprechend voll waren meine sozialen Netzwerke von positiven Botschaften, da ist sicher für jeden was dabei :)


- ein Klassiker von Peter, Paul and Mary: Light one Candle (der Text ist hier nachzulesen)

- In Jerusalem wurde an einem Abend von einer Jüdin und einer Muslimin gemeinsam der jüdische Chanukkaleuchter entzündet (Bilder)....

... während in Berlin syrische und jüdische Kinder gemeinsam den großen Leuchter am Brandenburger Tor entzündet haben (English) ....

.... und der König von Bahrain eine Chanukka-Zeremonie abgehalten hat. In einem Land, in dem die jüdische Gemeinde nur mehr etwa 50 Mitglieder zählt. (English)

- Jüdische Neueinwanderer fahren 8 Tage durch Israel und singen ein humorvolles Loblied auf ihre Einwanderung





Die Samstagsfragmente schicke ich diese Woche wieder zu Karminrot :) 



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Samstag, 5. Dezember 2015

Samstagsfragmente #20



Heute


ist bei uns der bisher kälteste Tag dieses Winters, und so passt es uns sehr gut in den Kram, dass wir nichts weiter vorhaben und uns gemütlich einkuscheln können. Gestern habe ich mein Federbett aufgerüstet, ein Kirschkernkissen an die kalten Füße gesteckt und mollig warm geschlafen wie ein Stein. (Bevor jetzt einer fragt, wie viel Minusgrade wir denn aktuell haben und sich dann totlacht, wenn ich sage, dass es tagsüber immer noch um die 15+ sind, sei an dieser Stelle noch mal erklärend erwähnt, dass israelische Wohnungen im Winter schrecklich ungemütlich sind, weil die kalten Fliesenböden und die miese bis nicht vorhandene Isolation der Wände und Fenster kein heimeliges Klima zulassen.)

Zum Frühstück hat der Gatte sich ausgetobt und eine authentische Aruchat Boker Israelit mit Omelette aus verschiedenen Käsesorten, Salaten und Brötchen aufgetischt. Dazu natürlich Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen, da braucht man dann erstmal stundenlang nichts mehr. Jetzt sitze ich mit Laptop und Hund auf dem Sofa unter einer meiner vielen Fleecedecken (Fleecedecken kann man nie genug haben, das findet auch das Hundeding) und tippe mich blogtechnisch so langsam wieder in Schwung. Wird schon...

Für die #AdventsABCFee-Aktion auf Instagram habe ich heute ein bisschen in Erinnerungen von früheren Weihnachtsfesten gekramt. Bei uns ist es jedes Jahr wieder ein bisschen eine Wundertüte, wie und wo wir das Fest begehen, weil es Weihnachten in der jüdisch-israelischen Welt ja gar nicht gibt. Mein erster 24. Dezember in Tel Aviv, ich war grade mal einen knappen Monat im Land und kannte noch kaum jemanden, war ein ganz ordinärer Werktag. Vormittags hatte ich Hebräisch im Ulpan und am Abend wäre ich an diesem besonders nasskalten, regnerischen Wintertag ganz sicher schrecklich trübsinnig geworden, hätte eine liebe Freundin aus Österreich mich nicht zu einem festlichen Abendessen bei sich eingeladen. Daran werde ich mich wohl immer dankbar erinnern.

Als wir jungverheiratet waren und als das Mädchen noch klein war, sind wir Weihnachten oft in meine Heimat gefahren, eine schöne Tradition, die leider schwieriger geworden ist, seit wir an die Schulferien gebunden sind, die selten mit Weihnachten zusammenfallen. Einmal haben uns Oma und Opa an Weihnachten besucht und vorletztes Jahr waren wir bei Freunden, die so unglaublich sind, dass sie für das Mädchen aus einem israelischen Nadelgewächs sogar einen Weihnachtsbaum für sie improvisiert haben. Dieses Jahr wissen wir's noch nicht, dabei wäre es sträflich, nichts zu tun, wenn der 24. schon direkt an's Wochenende fällt, aber mal sehen...


Die Woche


Erfreulichkeiten 



1. Wieder eine stressige Woche im Jahresendcountdown überstanden

2. Einen Leihcomputer bekommen und auch noch ein Laptop, was für ein Luxus!

3. Mit der besten Freundin bei IKEA gewesen und das Stinktier aus der diesjährigen Unicef-Aktion mit nach Hause gebracht

4. Die geplant einzige und daher beste Sufgania des Jahres gegessen, fluffig mit Crémefüllung, Schokoladenüberzug und Sahnehäubchen. Morgen zünden wir das erste Chanukkalicht an

5. Die ersten Weihnachtsplätzchen mit dem Mädchen gebacken


Erlesenes 



Career of Evil von Robert Galbraith fertig gehört - so gut! Falls ihr in die Serie um Cormoran Strike noch nicht eingestiegen seid, macht das unbedingt. Der Originaltext ist als Hörbuch noch mal so gut, weil Robert Glenister als Vorleser einfach genial ist. 

Middlesex von Jeffrey Eugenides angefangen.

Lockdown von Tarah Benner, Band 4 einer weiteren Jugenddistopy, angefangen. 

Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944 , mein Leserlieblingsbuch November. 


Webfragmente 



So geht interreligiöser Dialog: Die neue Torahrolle der Gemeinde Marburg wird von einem Imam mitvollendet. Video

Ein Plädoyer gegen Hausaufgaben, das ich voll unterschreiben kann.

Der Israeli Lior Sperandeo hat ein starkes Video über die Flüchtlinge von Lesbos gedreht.



Und bei euch so?  Hat euch der Vorweihnachtsstress schon im Griff? Oder genießt ihr noch den Advent? 





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Freitag, 4. Dezember 2015

[Buch] Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944 #LLBC


Ich melde mich mal tentativ zurück, denn obwohl unser "richtiger" Computer immer noch in Reparatur ist, habe ich jetzt wenigstens ein Übergangsgerät und kann dann vielleicht endlich meine Schreibaktivitäten hier allmählich wieder aufnehmen.

Anfangen werde ich mit dem Novemberbeitrag zur Lesechallenge. Leider habe ich es nicht mehr geschafft, mein Leserlieblingsbuch fertig zu lesen, aber ich kann trotzdem schon einen Eindruck dazu hierlassen. Vorgeschlagen wurde mir Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944 von Sommerwind, und ich muss sagen, dass ich schon ein bisschen schmunzeln musste über diesen etwas kuriosen Lesetipp.


Das Büchlein ist aber ein wirklich charmantes Dokument aus einer Zeit, die wir alle nur zu gut aus den Geschichtsbüchern kennen, aber - zumindest ich - nicht so sehr aus der Perspektive der Alliierten.

Ich finde es besonders vor dem Aspekt interessant, dass damals gemeinhin angenommen wurde, das deutsche Volk sei im Kern aggressiv und kriegerisch veranlagt und man müsse sehr streng mit diesen Deutschen umgehen, um sie auf einen "besseren" Weg zu führen.

Klammer auf Spannend, so im Rückblick, denn eigentlich ist Deutschland doch ein wunderbares Beispiel dafür, dass sich Politik ändern und bessern kann, daran denke ich gerade in letzter Zeit so oft, wenn ich zum Beispiel höre, dass manche Kulturen oder Länder die Gewalt und den Krieg einfach im Blut haben und nie demokratische Werte lernen werden. Klammer zu

Danach bleibt nur noch ein Buch auf meinem Leserlieblingsbücherstapel übrig. Es wird "Aristotle and Dante discover the secrets of the Universe" sein. Ich freu mich schon drauf.

Was habt ihr im November gelesen? Und welches Buch steht euch noch für den Dezember bevor? 






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