Dienstag, 29. September 2015

[Buch] Susanna Kearsley: Mariana #LLBC

Im September habe ich für die Leserlieblingsbücherchallenge einen Zeitreiseroman gelesen. Vorgeschlagen wurde mir das Buch von Lara und gelesen habe ich es im Original auf Englisch.


MarianaMariana by Susanna Kearsley
My rating: 4 of 5 stars

Als Julia Beckett mit fünf Jahren zum ersten Mal zufällig an Greywethers vorbeikommt, spürt sie sofort eine besondere Verbindung zu diesem alten Haus, fast als wäre es ihres. Als sie Jahre später wieder darauf stößt und es ohne zu zögern kauft, kann sie sich diesen Impuls selbst nicht erklären, doch schon bald wird ihr klar, dass Greywethers für sie wirklich mehr ist als nur ein Haus: Es öffnet ihr nämlich ein Tor in die Vergangenheit, wo sie sich im Körper von Mariana, einer jungen Frau im 17. Jahrhundert wieder findet, deren Realität Julia sich schon bald nicht mehr entziehen will. Denn neben Intrigen, Pest und Gewalt, ist da auch diese große Liebesgeschichte, die sie erahnen, aber nicht fassen kann...

Mariana ist ein Wohlfühlbuch. Man taucht direkt ein in das gemächliche englische Dorfleben, am besten mit einer Tasse Tee und einem knisternden Feuer (wenn man nicht gerade unter der brütenden Sommerhitze leidet, so wie ich), und lässt sich mit Julia und Mariana einfach durch die Seiten treiben. Man rätselt, man schmunzelt, man bangt und hofft ein bisschen und hat am Ende - ich jedenfalls - ein großes Lächeln im Gesicht. Ja, so ging es mir mit diesem Lieblingsbuch. Ist es große Literatur? Nein. Ist es ein solider Historienroman? Nein. Hat es wirklich unvorhergesehene Wendungen? Nein.

Es ist was es ist: Eine schöne Geschichte für einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa.





@Challenge-Teilnehmerinnen: Was habt ihr im September gelesen? 



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Samstag, 26. September 2015

Samstagsfragmente #15


Heute 


haben wir eine liebe Freundin in der Wüste besucht. In Arad, einem kleinen Städtchen im Negev mit Aussicht aufs Tote Meer. Wir hatten uns länger nicht gesehen und so gab es einiges zu erzählen.

Außerdem hatten wir drei Hundedamen zu koordinieren, die sich noch nicht kannten und sich daher zunächst, um es euphemisch auszudrücken, eher skeptisch gegenüber standen.
Aber es wurde besser, und als wir schließlich mit dem kleinen Jeep unserer Freundin (sie am Steuer, ich mit unserem Hund auf dem Beifahrersitz, der Gatte und das Mädchen mit je einem mittelgroßen Hund halb auf dem Schoß auf der Rückbank) eine Runde über geröllige Rumpelwege drehten, war das zwar eine ziemliche Grenzerfahrung, aber es machte allen Spaß.

Und die Aussicht... erwähnte ich schon die Aussicht?

Hinter einer Biegung musste ich kurz aussteigen und eine Kamelherde fotografieren. Hätte ich gewusst, dass das direkt mit einem unmoralischen Angebot des hütenden jungen Beduinen verknüpft sein würde, hätte ich womöglich auf das Foto verzichtet. Obwohl.. eher nicht. :)


Die Woche


5 Erfreulichkeiten 


1. Wir hatten schon wieder einen freien Tag mitten in der Woche!

2. Den freien Tag haben wir für einen Miniurlaub in Nazareth genutzt. War sehr nett und möglicherweise muss ich davon die Tage noch ein paar Fotos einstellen.

3. Unmittelbar vor diesem Trip habe ich festgestellt, dass einer der Reifen an unserem Auto schlecht aussieht. Gerade noch rechtzeitig, um ihn vor dem Feiertag wechseln zu lassen. Eine Reifenpanne auf halbem Weg nach Nazareth wäre doch sehr nervig gewesen. 

4. Der Gatte und ich waren mal wieder nur zu zweit frühstücken. Frühstück und Service waren zwar nur mittelmäßig, aber wir haben uns wenigstens mal wieder Zeit dafür genommen.

5. Morgen beginnt schon wieder ein Feiertag. Diesmal das Laubhüttenfest und wir sind eingeladen, weswegen ich keinerlei Vorbereitungsstress hatte.  


Erlesenes


Under the Dome von Stephen King habe ich fertig. Krasse Geschichte.

Im Augenblick lese ich für die Leserlieblingsbücherchallenge den Zeitreiseroman Mariana. Gefällt mir bisher sehr gut :)

Webfragmente


Ihr habt sicher schon von Cat Content gehört, oder? Jene sinnfreien, aber dafür umso niedlicheren Beiträge, meist über Katzen, manchmal auch andere Tiere, die millionenfach geklickt werden, weil Menschen neben all dem Elend dieser Welt, gerne niedliche Dinge ansehen, sprechen auch mich immer wieder total an. Diese Woche gleich mehrmals:


  • Stachelschwein Teddy Bear frisst genüßlich einen Kürbis (Lautsprecher anschalten!): klick
  • Katze adoptiert vier Igelbabies: klick
  • Baby-Gürteltier spielt mit einem Ball: klick (und jetzt sagt mal im Ernst: wusstet ihr, wie Gürteltiere aussehen, geschweige denn, dass sie so niedlich sind?) 



Eine wundertolle Woche wünsche ich euch :)


// der Post geht auch diese Woche zu Frau Karminrots Samstagsplausch //




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Sonntag, 20. September 2015

From Israel with love.... Babytragen für Flüchtlinge

Während gefühlt die ganze Welt (ich auch) begeistert nach Deutschland schaut und sieht, wie kreativ, herzlich und engagiert dort die normale Bevölkerung ihren Beitrag zur Flüchtlingshilfe leistet, ist hier in Israel fast unbemerkt eine kleine Hilfsaktion gestartet, die in ihrer Schlichtheit so überwältigend ist, dass ich sie unbedingt hier erwähnen muss.

Angelehnt an das amerikanische Vorbild "Slings for Refugees" hat sich auf Facebook eine Gruppe israelischer Eltern gebildet, die gespendete Tragehilfen für Babies und Kleinkinder sammeln und über Freiwillige und IsraAID, eine israelische Hilfsorganisation, an Brennpunkten auf den Flüchtlingsrouten verteilen lassen. Da die Flüchtlinge mit Babies und kleinen Kindern oft lange Strecken zu Fuß zurücklegen müssen, sollen diese Tragen ihnen helfen, ihre Kinder auf der Flucht immer sicher und geborgen am Körper zu haben. Ich gestehe, ich empfand diese Aktion sofort als unheimlich lieb, aber auch ein bisschen naiv und wie einen Tropfen auf den heißen Stein. Ich kann aus meiner nüchternen deutschen Haut halt nicht wirklich raus.

Schnell musste ich aber einsehen, dass ich die israelische Durchsetzungskraft und Kreativität mal wieder unterschätzt habe: Kaum hatte ich mich nämlich in die Gruppe einladen lassen und überlegte noch, was ich sinnvollerweise aus meinem Fundus spenden könnte (in meinem früheren Leben war ich mal Trageberaterin und hatte immer noch ein paar Tragen im Keller, von denen ich mich nicht trennen konnte.. jetzt nicht mehr, wie schön!), da tauchten schon die ersten Fotos von strahlenden Eltern und ihren Babies auf, die im ungarischen Grenzgebiet von IsraAID-Freiwilligen Tragehilfen bekommen hatten.


Quelle: IsraAID

Quelle: IsraAID

Quelle: IsraAID

Ist das nicht einfach wunderbar?

Dieser Tage geht es in der Facebook-Gruppe Schlag auf Schlag, fast täglich werden Sammlungen verschickt oder mit Freiwilligen auf die Reise gebracht, und es finden sich immer mehr Eltern ein, die ebenfalls mitmachen wollen.

Heute hat ein freiwilliger Helfer auf Lesbos ein Bild von einem Ergo-Carrier eingestellt, der "meinem" gespendeten zum Verwechseln ähnlich sieht. Ob er es ist werde ich nie wissen können, aber es ist schon toll, wenn man so unmittelbar sieht, dass die praktische Hilfe genau dort ankommt, wo sie hin sollt.



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Freitag, 18. September 2015

Shabby Teak - Balkonmöbel refurbished

Unsere Wohnung hat - unbegreiflicherweise - vier Balkons, die wir das Jahr über hauptsächlich zum Wäschetrocknen nutzen, weil es in Israel meistens zu heiß ist, gemütlich draußen zu sitzen. Ab und an grillen wir auf dem hinteren Balkon und selten, vor allem im Frühjahr und Herbst, bewirten wir dort auch Gäste (und schleifen dafür Esstisch und Stühle nach draußen), aber so eine richtige Balkonkultur haben wir nicht. Vor allem jetzt in Richtung Herbst nervte es mich aber zunehmend, dass wir mangels Sitzgelegenheiten auf dem Balkon nicht mal dann gemütlich sein können, wenn wir es wollten, ohne gleich eine Riesenaktion daraus zu machen. Andererseits lohnt es sich nicht, in tolle Balkonmöbel zu investieren, die dann doch nur rumstehen und unter den hässlichen Klimabedingungen hier leiden.

Nun stehen auf dem Balkon schon ewig ein alter Holztisch und zwei klapprige Stühle, die alle schon wesentlich bessere Tage gesehen haben. Den Tisch haben wir vor Jahren bei IKEA als Computertisch gekauft, später grün gestrichen und bereits in der früheren Wohnung als Balkontisch genutzt. In den letzten Jahren haben wir ihn bei Wind und Wetter aber hauptsächlich sich selbst überlassen, weswegen er inzwischen reichlich abgeblättert und wackelig war, ebenso die Klappstühle. Als ich mir das schäbige "Ensemble" neulich so ansah kam mir die Idee, es doch mal mit einem neuen Anstrich zu versuchen. Also Farbe gekauft und frisch ans Werk.


Vorher:



Work in progress...



Nachher:



Ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, und wenn es jetzt vielleicht endlich ein bisschen kühler wird, können wir dort womöglich tatsächlich mal abends ein Glas Wein zusammen trinken oder am Wochenende den Morgenkaffee :)




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Sonntag, 13. September 2015

Israelische Musik zu Neujahr !

Jedes Jahr zum jüdischen Neujahrsfest werden im Radio zwei Hitparaden ausgestrahlt, in denen die besten israelischen Lieder des Jahres gekürt werden. Mein Stammsender ist Galgalatz, den man übrigens auch aus dem Ausland streamen kann, wenn man grade mal Sehnsucht nach Israel hat oder einfach mal ein bisschen reinhören will in die Alltagssprache und -musik hier. Wenn man das mal macht wird einem ziemlich schnell auffallen, dass neben internationalen Hits israelische Bands und Liedermacher sehr stark repräsentiert sind, und so kennt mein Ohr die Top 10 der israelischen Hitparade alle sehr gut, obwohl mir die meisten Namen spontan nichts sagen.

Habt ihr Lust, mal in die diesjährigen Lieblinge der Israelis reinzuhören? Ich finde sie zeigen einen schönen Querschnitt durch die musikalische Landschaft und auch den starken orientalischen Einfluss auf die Popmusik. 

(Anm.: Platz 5, Eyal Golan, habe ich bewusst ausgelassen. Aus Gründen.)



Platz 1



Eliad - "Süß wie Marley" // אליעד - מתוק כשמרלי



Platz 2



Cafe Shahor Hazak - "Alles wird gut" // קפה שחור חזק - יהיה בסדר


Platz 3



Nadav Guedj - Golden Boy - נדב גדג׳


Platz 4



Peer Tasi - Derech HaShalom // פאר טסי - דרך השלום




Platz 6



Nathan Goshen - "Rede mehr mit mir" // נתן גושן - דברי איתי יותר



Zum Schluss dann noch ein Klassiker zum neuen Jahr:

Refrain:
Wir werden schon sehen, wir werden schon sehen,
wie gut alles wird ..
im neuen Jahr, im neuen Jahr!



Ilan and Ilanit - "im nächsten Jahr" // אילן ואילנית - בשנה הבאה






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Samstagsfragmente #14



Heute 


konnten wir schön ausschlafen und haben dann gegen 10:00 das Mädchen bei ihrer Lieblingsfreundin abgeholt, bei der sie übernachtet hatte. Die Mädchen kennen sich, seit sie drei Jahre alt sind und halten diese Freundschaft am Leben, obwohl sie mittlerweile nicht mehr auf der gleichen Schule sind. Dort bekamen wir bei der Gelegenheit ein fürstliches Frühstück aufgetischt, mit selbst gemachten Brioches und allerlei anderen Leckereien. Gemütlich quatschend ging der Rest des Vormittags rasend schnell vorbei und auch der Nachmittag war insgesamt sehr entspannt, man spürt, dass eine Reihe Feiertage anstehen und es morgen nicht gleich wieder mit der normalen Arbeitswoche losgeht.

Die Woche


5 Erfreulichkeiten 


1. Das Pferdemädchen reitet seit dieser Woche nicht mehr im Einzelunterricht, sondern in einer kleinen Gruppe. Das war von Anfang an unser Ziel und ich bin froh, dass es jetzt geklappt hat. So toll und individuell Einzelunterricht auch ist, so wichtig finde ich die Gruppendynamik (abgesehen vom Preisunterschied).

2. Ich war handwerklich tätig und habe ein paar alte Möbel zu neuem Leben erweckt. 

3. Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr habe ich den Gatten zu einem Konzert begleitet. (Was bin ich stolz auf mich!) Dieses Mal beim Internationalen Festival der Kammermusik in Jerusalem und es hat mich tatsächlich beeindruckt. Besonders Bartók fand ich äußerst spannend, es wurde die Sonate für zwei Pianos und Percussion gegeben - faszinierend!

4. Apropos Musik: Das Mädchen hatte diese Woche seine erste Klavierstunde und ist sehr begeistert. Ich würde mich freuen, wenn sie eifrig dabei bleibt.

5. Der Sandsturm, der uns die ganze Woche so fest im Griff hatte, scheint endlich abzuziehen. Zwar ist es immer noch recht diesig, aber die Sonne kommt ab und an durch den Dunst und es ist insgesamt wesentlich weniger Sand in der Luft als Anfang der Woche. *hust*


Erlesenes


Mir scheint, ich werde noch so eine Art Stephen King - Fan auf meine alten Tage. Aktuell höre ich "Under the Dome" und bin ziemlich gefesselt.


Webfragmente


Ich habe diese Woche einiges im Web gefunden, wie immer bunt gemischt:

- ein Artikel über die Flüchtlingssituation in Jordanien: Die barmherzigen Nachbarn

- Shirana, einen jüdisch-arabischen Frauenchor aus Jaffa mit einer eigenen dreisprachigen Version des Lieds "I didn't raise up my boy to be a soldier"

- ein cooles Projekt, das aus weggeworfenen Wachskreiden was neues macht: The Crayon Initiative 

- mitten in der sandigen Hitze, durften wir im Pilates Weihnachtslieder hören. Ich finde das immer sehr witzig, dass diese Trainerin in ihrer Playlist "Klassiker" wie Wham! und Mariah Carey hat und völlig überrascht war, dass das Weihnachtslieder sind, die man in Ländern, in denen Weihnachten tatsächlich gefeiert wird, selten mitten im Jahr zu hören bekommt. Skurril also, aber süß, und da es bei euch sicher schon Weihnachtsgebäck zu kaufen gibt, teile ich mal eins davon hier: Rophelia- last Christmas


Eine wundertolle Woche wünsche ich euch :)


// der Post geht auch diese Woche zu Frau Karminrots Samstagsplausch //






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Freitag, 11. September 2015

Liebe Facebook-Folger ...

Ihr hättet ja ruhig mal *piep* machen und mich darauf aufmerksam machen können, dass ihr seit über einem Monat keine Blogbeiträge von mir mehr in eurer Timeline seht. Das ist mir nämlich gar nicht aufgefallen, weil ich so beschäftigt war und selbst kaum auf Facebook unterwegs. Außerdem war mir überhaupt nicht klar, dass manche von euch tatsächlich auf diese Links klicken, und ich muss euch an dieser Stelle mal sagen, dass mich diese Entdeckung doch ziemlich gefreut hat.

Ja.

Ihr habt euch gar nicht soooo viel verpasst. Ein paar Rezensionen, zwei sehr trockene 12tel-Blicke, einen langen, sehr persönlichen Beitrag zu Fees Blogparade "Mein Körper und ich", ein paar vereinzelte Samstagsfragmente und unsere Londonreise in drei sehr fotolastigen Reiseberichten:
1. Tag / 2. Tag / 3. Tag

Ab sofort ist aber alles wieder so eingestellt, dass meine Beiträge automatisch auf Facebook erscheinen. Falls nicht, gebt doch einfach Laut, dass ich überprüfen kann, woran das liegt, ja?

Und wo wir gerade dabei sind:

Euch und all meinen Lesern einen süßen jüdischen Neujahrsgruß -

danke, dass es euch gibt!







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Mittwoch, 9. September 2015

Sandig.

Tropische Luftfeuchtigkeit, Temperaturen weit über 30 Grad und dazu ein Sandsturm, wie ich ihn in all den Jahren hier noch nicht erlebt habe. Das Wetter in Israel ist dieser Tage wirklich eklig.  

Ein Satellitenbild von gestern zeigt eine gigantische beigefarbene Wolke, die über unserer ganzen Region wabert, und tatsächlich war die Luft tagsüber teilweise so dick, dass man kaum bis zum nächsten Gebäude schauen konnte. 

Wer es irgendwie einrichten kann, bleibt bei diesen Bedingungen im Haus, denn auch die Luftwerte sind extrem schlecht derzeit, doch selbst drinnen scheint es, als krieche der Sand in jede Ritze und im Freien hat man ohnehin das Gefühl, durch Sandpapier zu atmen. Wie sich das für Asthmatiker anfühlen muss, mag ich mir lieber gar nicht ausmalen und Menschen, die bei diesen Bedingungen draußen arbeiten müssen, etwa im Straßenbau, haben mein Mitgefühl. 

Regen, Regen, bitte komm' bald! 





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Dienstag, 8. September 2015

Samstagsfragmente #13



So, da der Alltag uns ja jetzt wieder fest im Griff hat, werde ich auch versuchen, meine samstäglichen Wochenfragmente wieder regelmäßig(er) hier zu veröffentlichen.


Heute 


haben wir mit dem Mädchen und einer Schulfreundin das Science Museum in Jerusalem besucht. Dort ist aktuell eine ganz besondere Musikausstellung aus Deutschland zu sehen mit riesengroßen Instrumenten aus Abwasserröhren, Metallschrott und anderen abenteuerlichen Materialien. Dazu jede Menge interaktive Stationen und Workshops zum Ausprobieren und selber Musik machen. Außerdem waren die übrigen Abteilungen des Museums natürlich auch geöffnet und so verbrachten wir schließlich geschlagene vier Stunden dort. (Wahrscheinlich wären wir auch noch länger geblieben, wenn das Museum nicht um 16:00 geschlossen hätte.)

Danach blieben wir bei der Klassenfreundin noch auf einen Eiskaffee und quatschten ein bisschen über die Schule, die ja am 1. September wieder begonnen hat. Was mich schon zu den Erfreulichkeiten bringt....

Die Woche


5 Erfreulichkeiten 


1. Das dritte Schuljahr hat sehr friedvoll begonnen. Die neue Klassenlehrerin und der, ebenfalls neue, sehr herzliche und familiäre Hort machen einen guten Eindruck auf uns, und das Beste: Das Mädchen wirkt hochmotiviert und ist eifrig bei der Sache. Die Lehrerin habe gesagt, sie würde ihnen "nie" viele Hausaufgaben aufgeben, das zieht bei den Kindern natürlich :) 

2. Wir mussten erstmal keine weiteren Schulutensilien anschaffen, weil wir alle Wünsche der Lehrerin aus unserem, noch vor dem Urlaub erstandenen, Fundus decken konnten. Es wäre mir etwas lästig gewesen, mich wegen ein oder zwei ganz speziellen Heften noch mal ins Schulbedarfsgewühl stürzen zu müssen. 

3. Ich habe es endlich geschafft, den letzten noch fälligen Blogbeitrag zu unserer Londonreise fertig zu stellen. Hier ist er. 

4. Im Büro hatte sich zwar einiges gestapelt, ein Monat ist sehr lang, um viel geduldiges Papier anzuhäufen, aber ich bin auf einem ganz guten Weg, den Berg abzutragen. (Natürlich während sich zeitgleich schon wieder neuer Kram stapelt. *schwitz*)

5. Kaum aus dem Urlaub zurück, haben wir schon wieder einen klitzekleinen Miniurlaub festgezurrt. Schließlich stehen die jüdischen Feiertage vor der Tür...


Erlesenes


Mein Leserlieblingsbuch für August habe ich diese Woche fertig gelesen, und jetzt probelese ich das Manuskript des Erstlingromans einer Freundin. Ein historisch angehauchtes Piratenabenteuer, sowas habe ich auch noch nie gelesen :)


Webfragmente

Video zur eingangs erwähnten Musikausstellung mit dem Macher Michael Bradke. Es gibt einen guten Eindruck über die verschiedenen Exponate und was man damit alles anstellen kann. Die Ausstellung ist weltweit ausleihbar, eventuell ist das ja für die eine oder andere von euch auch interessant :)







Eine wundertolle Woche wünsche ich euch :)


// Und weil heute bei Frau Brüllen Tagebuchblogging war und bei Frau Karminrot Samstagsplausch, schicke ich diesen Beitrag dort auch noch schnell vorbei...//






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Freitag, 4. September 2015

London, Tag 3 - Sightseeing extreme

Jetzt ist es schon einen Monat her, seit wir in den Flieger nach London gestartet sind und ich komme endlich dazu, meinen letzten Reisebericht zu schreiben. Aber da ich erst seit letzter Woche überhaupt wieder in Israel bin und es sich am heimischen Computer einfach am besten Fotos sortieren und bloggen lässt (ich besitze leider keinen Laptop), hat sich das alles ein bisschen verzögert. Die ersten beiden Einträge findet ihr hier und hier.

Für unseren dritten Tag hatten wir uns ein straffes Touristenprogramm zurecht gelegt. Im Nachhinein denke ich, dass es wahrscheinlich ein bisschen zu viel war, aber da wir nicht alle Tage nach London reisen können (leider), es für das Mädchen das erste Mal überhaupt war und der Gatte bei seinem einzigen Besuch vor Ewigkeiten wohl nicht wirklich Sightseeing gemacht hat, war ich fest entschlossen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wenigstens zu streifen.

Glücklicherweise ging die Tube nach dem lästigen Streik an diesem Morgen wieder wie gewohnt an den Start und so saßen wir direkt nach dem Frühstück in der Piccadilly-Line, ausgerüstet mit unseren Oyster-Cards und Sightseeing-Pässen, die uns heute überall freien Eintritt ermöglichen sollen. Touri-Flatrate sozusagen :)

1. Halt - Tower Hill 


Unser Tag beginnt im Tower of London, der kurz vor 10:00 noch relativ menschenleer ist. Wir sehen das Traitor's Gate, durch das Anne Boleyn seinerzeit als Gefangene in den Tower gebracht wurde und streifen ausgiebig durch den White Tower, der vollgestellt ist mit Rüstungen, Gewändern, Waffen und anderen Artefakten von Königen und Rittern - angesammelt im Lauf der Jahrhunderte. Für Kinder gibt es dort viel zu entdecken, anzufassen und auszutesten und dabei ist der White Tower nur ein Teil des riesigen Geländes. Vom White Tower aus geht es direkt weiter zum Schafott. Das Mädchen will das nämlich unbedingt besichtigen und ist fast etwas enttäuscht, dass man kein Blut und keine Skelette sehen kann. *grusel*

Da sind die Kronjuwelen doch ein wesentlich hübscherer Anblick, obwohl es einen als Instagrammer natürlich zwangsläufig wurmen muss, dass Fotografieren verboten ist in diesem gigantischen begehbaren Tresor mit den königlichen Insignien der englischen Monarchen in Panzerglasvitrinen. Auf Rollbändern schwebt man an dem ganzen Geschmeide vorbei, das so funkelt und glänzt, dass es fast künstlich wirkt. (Der Gatte ist sowieso überzeugt, dass die wirklich echten Juwelen nicht im Tower untergebracht sind, sondern nur Attrappen, aber lassen wir das..).

Als wir aus der schummrigen Glitzerwelt wieder hinaus ans Tageslicht kommen, nutzen wir die Chance, ein Foto mit einem der berühmten Yeomen-Wächter zu machen und ein Eis zu essen. Jener Wächter macht uns bei dieser Gelegenheit noch unvergleichlich britisch-freundlich darauf aufmerksam, dass wir den kleinen Roller des Mädchens eigentlich gar nicht mit auf das Gelände hätten nehmen dürfen. Aber, so versichert er uns, das sei ja überhaupt nicht unser Fehler, am Eingang hätte es bemerkt werden und verboten werden müssen, und das sollen wir einfach so erklären, sollten wir noch einmal deswegen gerügt werden.

Während der Gatte lieber ein kleines Päuschen auf einer Bank macht, nehmen das Mädchen und ich den Rundgang auf den Tower-Mauern in Angriff. Der zieht sich um das ganze Arreal herum und führt zwischendurch durch verschiedene Türme mit klingenden Namen (Salt Tower, Bloody Tower...) und spannenden Exponaten. Inzwischen sind so viele Leute unterwegs, dass es sich in den engen Wendeltreppen und Durchgängen immer wieder staut und so dauert diese "kleine" Runde länger als gedacht. Wieder zurück beim Gatten beobachten wir noch einen der berühmten Tower-Raben, der lautstark die Touristen ausschimpft, und nehmen dann Abschied von dieser faszinierenden Stätte britischer Geschichte.




Flussabwärts nach Greenwich


Direkt gegenüber ist der Tower Pier wo wir uns nach Greenwich einschiffen. Nach dem weitläufigen Tower-Gelände und dem herausfordernden Mauerspaziergang ist es angenehm, sich eine gute halbe Stunde lang einfach treiben zu lassen. Ein Führer spult per Megafon allerlei historische und neuzeitliche Fakten ab, aber man spürt, dass er diesen Monolog schon sehr oft genauso monoton runtergeleiert hat wie heute, und so schweifen unsere Gedanken schnell ab und ich konzentriere mich stattdessen darauf, gefühlt jeden Meter Küstenlinie fotografisch festzuhalten. Auf dem Fluss ist die Perspektive auf London nämlich wieder ganz anders, es geht vorbei an historischen Hafenanlagen, Yachthäfen und schließlich den modernen London Docklands und den Hochhäusern des Canary Wharfs. Dagegen scheint Greenwich aus der Zeit gefallen zu sein mit seiner baumbestandenen Promenade, dem Old Royal Naval College und den hoch aufragenden Segelmasten der neu restaurierten Cutty Sark.



Cutty Sark 


In Greenwich gelandet wirft das Mädchen - first things first ! -  aber erstmal ein paar Postkarten ein, genau so, wie sich das in England gehört.




Danach entern wir die Cutty Sark, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts als schnellster Teeklipper ihrer Zeit einen Namen gemacht hat. Seit den 1950er Jahren liegt sie als Museumsschiff in Greenwich. Nachdem sie 2007 vollständig ausgebrannt war, wurde sie 2012 komplett restauriert neu eröffnet. 


Foto: Gatte



Auf der Cutty Sark habe ich mich gefühlt, wie auf einem großen Abenteuerspielplatz. Das Konzept ist eindeutig auf Kinder (und solche, die sich ihr kindliches Gemüt bewahrt haben) ausgelegt: Am Eingang erhalten junge Besucher eine Entdeckerkarte, mit der sie kindgerecht und spielerisch durch die verschiedenen Decks geführt werden und auf der sie Prägestempel der einzelnen Bereiche sammeln können. Während die Kinder das Schiff hauptsächlich visuell entdecken, gibt es für Erwachsene viele interessante Fakten und Geschichten auf großen Infotafeln zu lesen. So war mir zum Beispiel überhaupt nicht klar, dass bis in das späte 18. Jahrhundert das heutige britische Nationalgetränk ein Luxus war, den sich nur die Reichen leisten konnten. Oder wie lang so eine Schiffsreise von Indien nach England damals dauerte. Kurzum: Hier hätte ich noch eine ganze Weile verweilen und weiter entdecken können. Ein absolutes Highlight unserer Reise.

Inzwischen ist es längst Mittagszeit und da wir keine Lust haben, in ein teures Restaurant hier am Pier zu sitzen, holen wir uns fix bei Boots ein paar Sandwiches (Tipp: die mit Ablaufdatum am selben Tag gibt es oft sehr günstig!) und Snacks und machen ein kleines Picknick mit Blick auf die Cutty Sark.

Eigentlich hatten wir geplant, in Greenwich auch zum Nullmeridian zu pilgern, so wie ich es seinerzeit auf einer Studienreise in der 12. Klasse erlebt hatte, aber ich hatte die Entfernungen nicht mehr richtig im Kopf und der Spaziergang durch weitläufige Parkanlagen auf den Hügel des Royal Observatory, nur um sagen zu können "wir waren da!", ist uns dann doch zu beschwerlich.

Unter der Themse durch


So drehen wir dann nur eine kleine Runde durch den Park des Naval College und suchen dann den Einstieg in den Fußgängertunnel zum anderen Flussufer. Die unterirdische Röhre verbindet Greenwich mit den London Docklands und darf von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Das Mädchen und ich wechseln uns beim Rollern ab und haben uns kaum an den Gedanken gewöhnt, dass wir unter einem der größten Flüsse Europas spazieren, als wir auch schon am anderen Ende ankommen.

Dort finden wir uns in einem weiteren hübschen grünen Park wieder und so setzen wir uns noch ein wenig an die Promenade und schauen rüber nach Greenwich. Ruhig und friedlich ist es hier, man glaubt kaum, dass London so nah ist, und ich bin froh, dass wir rausgefahren sind.






Mit der Docklands Light Railway geht es von hier aus wieder fix zurück ins Zentrum. Dieses überirdische Stadtbahnnetz läuft voll automatisch und verbindet die Außenbezirke mit dem Londoner Verkehrsnetz. Uns bringt die Bahn wieder an den Ausgangspunkt des heutigen Tages, denn jetzt wollen wir endlich die Tower Bridge besichtigen, die wir vorhin mit dem Schiff unterquert und von weitem schon tagelang bewundert haben.


Schwindelerregend: Tower Bridge Exhibition


Hier müssen wir heute zum ersten Mal geduldig einen Moment am Eingang anstehen und verstehen auch bald warum: Auf den Fußgängerbrücken hoch oben wurde letztes Jahr ein Glasboden installiert, durch den man den Verkehr auf und unter der Brücke beobachten kann. Als wir ihn betreten wollen, können wir zunächst vor lauter Volk überhaupt keinen Glasboden sehen und erkennen auch schnell warum: Die Brücke ist weg! Also nicht wirklich weg, aber hochgeklappt, um ein hochmastiges Segelschiff durchzulassen. Spannend, das aus der Vogelperspektive zu beobachten. Schwindelfrei sollte man aber wohl sein, so ganz "ohne" ist es nämlich nicht, da oben sozusagen in der Luft zu stehen und runterzuschauen. 




Natürlich ist auch die Aussicht aus den Fenstern der oberen Fußgängerbrücken gigantisch, aber wir haben inzwischen das Londoner Panorama so oft fotografiert, dass es uns fast nicht mehr richtig begeistert. Für die aufwändig gestaltete Multimediashow nehmen wir uns dann keine Zeit mehr - es scheint wirklich eine Grenze zu geben, wie viel Sightseeing der Mensch am Tag aufsaugen kann... 

Im Maschinenraum


Die Eintrittskarte zur Tower Bridge Exhibition erlaubt auch die Besichtigung des alten viktorianischen Maschinenraums. Die riesigen Dampfmaschinen sind beeindruckend unwirklich und sehen aus, als seien sie direkt einem wilden Steampunkabenteuer entsprungen. Wir spazieren einmal durch und versuchen uns vorzustellen, wie das hier wohl ausgesehen haben muss, als diese Monster noch in Betrieb waren. 






Noch 'n Schiff - HMS Belfast


Weil sie direkt neben der Brücke ankert und weil sie in unserem Sightseeingpass enthalten ist und weil der Gatte bei der Marine war und weil wir noch nicht genug haben von London, entscheiden wir uns, noch kurz einen kleinen Spaziergang auf der HMS Belfast zu machen. Wirklich aufnahmebereit für die irre Menge an Informationen, die man sich auch dort reinziehen könnte, sind wir nun alle nicht mehr, aber es ist dennoch spannend, das alte Kriegsschiff zu erkunden.

Lebensechte Figuren stellen das Leben an Deck nach und im Funkerraum müssen wir zweimal hinsehen, um zu realisieren, dass da ein echter Mensch sitzt und funkt. Hinterher haben wir herausgefunden, dass dahinter eine Gruppe von Amateurfunkern steckt, die das Equipment aus der Zeit des Zweiten Weltkrieg nutzt, aber erstmal wirkte es auf uns sehr surreal, plötzlich einen "echten" Menschen in dieser Museumskulisse zu sehen.

Die HMS Belfast ist sicher ein spannendes Ziel für Schulklassen und britische Familien für einen Tagesausflug. Im Rahmen einer dreitägigen Städtereise gibt es für den durchschnittlichen Londonbesucher wichtigere Ziele, wenn ihr mich fragt.


Foto: Gatte

Für nach dem Sightseeing habe ich mir in den Kopf gesetzt, in Covent Garden Pizza zu essen. Aber nicht in irgendeiner Pizzeria, nein, es muss eine ganz bestimmte Pizzeria sein, die auf unserem kostenlosen Stadtplan nämlich mit einem Sonderangebot inseriert. (Da bin ich ganz Schwäbin) Inzwischen müde und abgekämpft irren wir eine Weile kreuz und quer durch die Gegend, bis wir endlich die richtige Adresse finden. Natürlich nicht mitten im Geschehen, sondern in einer Seitenstraße, aber das Sonderangebot gilt und gut schmecken tut's auch. Außerdem ist das Mädchen mit dem Kinderspezialmenü hochzufrieden und das ist ja die Hauptsache, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Trotzdem habe ich mich hinterher ein bisschen geärgert, dass wir nicht auf die paar Kröten (nach all den Ausgaben wäre es darauf nun auch nicht mehr angekommen) gepfiffen, ein Restaurant mitten in Covent Garden gewählt und noch ein bisschen mehr von der Stimmung dort mitgenommen haben. Aber nun ja, wir waren am Ende tatsächlich ein wenig erschöpft und wollten wirklich nur noch essen, dann unser Gepäck im Hotel holen und zurück nach Horley. (Außerdem waren unsere Handies leer und wenn man nicht fotografieren kann, kann man es auch gleich lassen, gell?)

Die Rückkehr nach Horley wurde dann allerdings auch noch eine etwas ätzende Odyssee, denn der Pendlerzug ab Victoria Station war stickig und überfüllt, sodass wir mit unserem Gepäck eingekeilt stehen mussten, statt gemütlich vor uns hin zu dösen. Die letzte Nacht war dafür sehr gemütlich und der Transfer zum Flughafen Gatwick im Morgengrauen lief ebenfalls einwandfrei. Die Castle Lodge kann man für Gatwick-Reisende wirklich nur empfehlen.





Tja.. so ging unsere Londonreise zu Ende. Viel zu kurz war sie, eigentlich nur ein Appetithappen, aber womöglich kommen wir ja mal wieder. Es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken. Nächstes Mal allerdings mit weniger Sightseeingstress und mehr Zeit für die Parks und kleinen Gassen, die Kunst und das Theater, die Menschen und die Atmosphäre. Irgendwann...


Rückschau:

London, 1. Tag
London, 2. Tag


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Donnerstag, 3. September 2015

[Buch] Annemarie Selinko: Désirée #LLBC

Im August habe ich ein Lieblingsbuch von Christa gelesen, das auch gleichzeitig ein Lieblingsbuch meiner eigenen Jugendzeit ist.

DésiréeDésirée by Annemarie Selinko
My rating: 5 of 5 stars

In himmelblauer Leinenbindung stand es einst bei meiner Oma in der Nähe von Krieg und Frieden und Anna Karenina im Bücherregal, bis meine Mutter eines Tages meinte, das würde mir wahrscheinlich gefallen, ich solle es doch mal lesen. Wie alt ich da war, kann ich heute gar nicht mehr sagen, vielleicht 12 oder 13? Möglicherweise war es mein erster historischer Roman, von denen ich im Laufe der Zeit noch sehr viele lesen sollte, und er hat mich sofort in meinen Bann gezogen. Über die Jahre habe ich die Geschichte der Seidenhändlerstochter aus Marseille, die mitten in der französischen Revolution Napoleons erste Verlobte und später Königin von Schweden wurde, noch mehrmals gerne gelesen.

Leider scheint das himmelblaue Lieblingsbuch in irgendeinem Umzug verloren gegangen zu sein, ich konnte es jedenfalls weder in meinem, noch in Mamas Regal wieder finden und musste letztlich für die Challenge zu einer neuen Taschenbuchausgabe greifen. Der Inhalt hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht, diese Geschichte ist nämlich eigentlich viel zu fantastisch, um wahr zu sein, und überhaupt ist dieses Kapitel der europäischen Geschichte so dicht an Ereignissen und Verwicklungen, dass man manchmal kaum noch mitkommt. Mitunter haben mich die Schilderungen so gepackt, dass ich auf Wikipedia nachschlagen musste, um entweder ein wenig in der Geschichte "vorauszublättern" oder aber nachzusehen, ob sich das alles wirklich zugetragen hat, was Désirée in ihrem Tagebuch beschreibt. Ein Bonus der neuen Zeit, denn Wikipedia gab es in meiner Jugend noch nicht, weswegen ich in irgendeine Bibliothek hätte reisen und dort nachschlagen müssen. Außerdem habe ich mich mit 13 noch nicht wirklich für Weltgeschichte, Politik und Intrigen interessiert :)

Über das Privatleben der Hauptperson weiß Wikipedia natürlich auch keine intimen Details, weswegen davon auszugehen ist, dass vieles davon der Fantasie der Autorin entsprungen ist, aber insgesamt wirkt die Geschichte aus Sicht der Bürgerin Désirée Clary auf mich authentisch und überhaupt nicht kitschig, wie es historische Liebesromane so oft sind.

Interessant auch die Verlagsgeschichte zum Buch: Seit der Erstausgabe 1951 erscheint Désirée im KiWi-Verlag und wurde damals zum ersten großen Verkaufsschlager für den noch jungen Verlag. Aktuell sind eine Taschenbuch- und eine eBook-Ausgabe erhältlich.




@LLBC-Teilnehmer: Schreibt ihr mir wie immer in den Kommentaren, was ihr diesen Monat gelesen habt? 



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Dienstag, 1. September 2015

12tel Blick mit Palme - jetzt ein bisschen Regen...

Heute ist der erste September. Der Tag an dem in Israel traditionell die Schule wieder beginnt und dem alljährlich das Wunschdenken vorausgeht, ab September würde es weniger heiß. Das trifft auch wirklich oft zu, nur in diesem Jahr scheint der Sommer noch überhaupt nicht zum Rückzug bereit. Es ist zwar im Moment nicht so glühend heiß, wie Anfang August, aber die Luftfeuchtigkeit setzt uns sehr zu. Außerdem hat sich über die langen Sommermonate auf alles eine zähe Staubschicht gelegt, und unsere Straßen sehen aus wie ein Foto, über das man einen beigefarbenen Filter gelegt hat. Es wird höchste Zeit, dass hier alles mal so richtig abgewaschen wird. Aber auf den ersten Regen müssen wir wohl noch etwas warten, bisher sieht es eher so aus, als würde es noch mal wärmer. Auf "meinem" Hügel hat sich entsprechend wenig getan, und ich hatte dieses Mal noch weniger Lust hochzufahren, als noch im Juli.

Aber bald, bald kommt der Winter und dann wird alles wieder grün....




Alle Blicke könnt ihr hier ansehen.

// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //



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