Samstag, 29. August 2015

Rückmeldung und Vorschau :)

Falls mich jemand vermisst hat, wovon ich natürlich ausgehe, hier ein kurzes Lebenszeichen von mir. Nach fast einem Monat durch-die-Welt-Geflatter (4.5 Länder in 30 Tagen..) bin ich nun wieder in Israel und werde auch erstmal hier bleiben.

Allerorten ist natürlich einiges liegengeblieben, was ich jetzt nach und nach aufarbeiten werde. Der Gatte ist zwar schon etwas länger wieder hier, hat aber nicht wirklich viel geregelt gekriegt und so habe ich heute erstmal etwas geräumt, gewaschen, geputzt und den Roboter durch die Wohnung geschickt. Außerdem geht nächste Woche die Schule wieder los und im Büro stapelt sich sicher auch so einiges. 

Da wird das Blog leider noch ein bisschen hinten anstehen müssen, aber ich verspreche euch, dass es hier bald wieder was zu lesen geben wird. Mein Fotospeicher platzt schließlich aus allen Nähten.   
Mit der Londonreise habe ich ja schon begonnen (hier und hier) aber auch sonst gibt es einiges zu erzählen aus diesem August. Wer mir auf Instagram folgt, hat bestimmt schon das eine oder andere entdeckt und sich gewundert, wo das alles noch hinführen soll mit dieser Länderhopperei :) 

Für die Nicht-Instas hier ein paar Teaserfotos: 


Bis bald also... 

Freitag, 21. August 2015

London, Tag 2: Streik - Southwark - Sightseeing mit den "Locals"

am Streikmorgen
Nach unserem ersten ausgefüllten Tag in London, verbringen wir eine richtig gute Nacht in kuscheligen Hotelbetten. (Trotz englischen Bettdecken). Wir schlafen etwas länger als geplant und wollen es ruhig angehen lassen, schließlich streikt die Tube und der Berufsverkehr unter unserem Fenster brummt wie verrückt.

Im Frühstücksraum wird uns von zwei Hotelmitarbeitern in blütenweißen Hemden und gestärkten Schürzen ein echt englisches Frühstück serviert. Mit Tea oder Coffee, Orangensaft, frischer Grapefruit, Toast - natürlich - und Orangenmarmelade. Das Mädchen bekommt eine Kinderportion, die so groß ist, dass wahrscheinlich manch Erwachsener Mühe gehabt hätte, sie zu verdrücken.

Der Gatte macht uns noch schnell ein paar Sandwiches zum Mitnehmen, Käse, Baguettes und Wurst gibt es bei Tesco 24h am Tag zu erschwinglichen Preisen an jeder Ecke. 

Original English Breakfast


So gestärkt mit Stadtplan und Oystercards ausgestattet, machen wir uns alsbald auf den Weg zur Bushaltestelle, wo wir erstmal ziemlich lange auf eine bestimmte Buslinie warten, die einfach nicht kommen will, während ein Bus nach dem anderen der Linien 188 und 168 an uns vorbei schaukelt, bis wir feststellen, dass wir auch ganz einfach einen von denen nehmen können, um unserem Ziel ziemlich nahe zu kommen. Wir ärgern uns also kurz über unsere eigene Blödheit, steigen dann flugs in den Doppeldecker Richtung Waterloo und ergattern sogar einen Platz ganz vorne mit bester Aussicht auf Londons Straßen. 


Doppeldeckerfahren hat auch was

Stockend geht es quer durch die Innenstadt über die Themse bis zum Waterloo-Bahnhof, wo wir aussteigen und uns auf den Weg Richtung Tate Modern machen.  

Spaziergang durch Southwark


So eine gemütliche Bummelei durch das "echte" bürgerliche London hat ihren ganz eigenen Charme und die kleinen Gässchen und Querstraßen hätten wir glatt verpasst, wären wir underground gefahren. So hatte der Tube-Streik am Ende auch sein Gutes. Der Windmill Walk mit seinen identischen Reihenhäusern, der Konditorei an der Ecke, den quietschbunten Türen und mittendrin dem Pub "The King's Arms" hat es uns besonders angetan.


mit bunten Türen
so viel zu sehen...
alte Gässchen
The King's Arms

Tate Modern - Surrealisten / Pop Art


Im Tate Modern angekommen sind wir erstmal überwältigt von der Größe des berühmten Kunstmuseums. Der Eintritt in die gigantische Sammlung ist frei (ebenso in viele andere staatliche Museen in London wie British Museum, National History Museum, National Gallery u.a.) und so lassen wir es uns nicht nehmen, wenigstens kurz an der Kunst zu schnuppern.

Tate Modern 

Foto: Gatte

Mehr als ein kurzer Gang durch die Pop Art-Galerie und ein Besuch bei den Surrealisten ist zeitlich nicht drin, aber auch dafür hat es sich schon gelohnt.


Georg Baselitz
Andy Warhol
Roy Lichtenstein


An der Themse lang zu Shakespeare's Globe


Raus aus der Tate finden wir uns an der Themse Promenade wieder, wo es sich herrlich an allerlei Straßenkünstlern vorbeiflanieren lässt.


Seifenblasenartist
"Bobbies"

Wenige Schritte weiter ist schon Shakespeare's Globe, genau wie er damals ausgesehen haben muss, als der Barde selbst dort Theater machte. Führungen gibt es meist nur vormittags, da nachmittags und abends echter Theaterbetrieb stattfindet. Stehplatzkarten kosten erschwingliche 5 Pfund, durch das "Groundling Gate" am Seiteneingang kommt man abends direkt in den Hof vor der Bühne. Es hätte mich schon sehr gereizt, hier ein Stück von Shakespeare auf der Bühne zu sehen, aber dafür muss ich wohl eines Tages ohne Kind wiederkommen. Vor Jahren habe ich in Stratford-upon-Avon Hamlet im Theater gesehen und war sehr beeindruckt, wie toll muss das Theatererlebnis da erst im Globe sein?


Shakespeare's Globe

Groundling Gate

Hier in dieser Ecke der Stadt sieht alles aus, wie im Europapark, die Gebäude wirken wie aus Pappmaché und alles ist so strahlend sauber und gepflegt, als wäre es gar nicht echt. Wir spazieren an einem Nachbau von Sir Francis Drake's Segelschiff vorbei, einigen malerischen Pubs und an dem Eingang in die Gewölbe des gruseligen Clink Gefängnisses, das man natürlich auch besichtigen kann, wenn man denn will. Überhaupt kann man hier an jeder Ecke irgendetwas besichtigen, aber wir wollen jetzt schnell weiter zum Borough Market, das Mädchen nölt schon, wir seien bereits viel zu viel gelaufen heute und muss dringend aufgetankt werden. 

Borough Market


Den farbenprächtige Lebensmittelmarkt unter der London Bridge hat mir eine Freundin sehr dringend ans Herz gelegt, als sie hörte, dass wir nach London wollen. Ein goldwerter Tipp, denn hier gibt es so viel zu sehen, riechen und schmecken, dass man sich wohl mehrere Tage lang durch all die internationalen Leckereien fressen könnte, ohne dass es jemals langweilig wird. Von Eiscreme aus Ziegenmilch, über kalt gebrauten Kaffee aus Äthiopien bis hin zur deutschen Bratwurst ist alles dabei. Wir lassen uns einen sehr feinen italienischen Cappuccino schmecken, das Mädchen bekommt Eistee und darf am Nachbarstand Brownies probieren. Lecker!


Kaffee
Riesencookies
Törtchen
Foccaccia
Brot
Cupcakes
Pralinen
Torten
Auf Wiedersehen

Southwark Cathedral und The Shard


Unmittelbar neben dem Markt erhebt sich die über 1000 Jahre alte Southwark Cathedral, die wir - da wir nun schon mal da sind - ebenfalls besuchen. Der Eintritt ist frei und das Bauwerk zwar kleiner als Westminster Abbey aber ebenfalls ziemlich beeindruckend mit seiner alten gotischen Struktur und den wunderschönen Glasfenstern. Im Hof ist gerade ein Bastelnachmittag für Kinder, bei dem das Mädchen einen Wasserspeier aus Ton anfertigen darf. Eine kleine Ruheoase in diesem intensiven sonnigen Tag.

Cool und trendy
trifft auf alt und ehrwürdig

Inzwischen ist es 14:00 und wir sollten uns langsam auf den Rückweg machen, denn eine alte Bekannte hat auf Facebook gesehen, dass wir in London sind und uns spontan zu sich eingeladen. Am London Bridge Bahnhof direkt am Fuße des Shard warten wir auf den Bus. 

Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns an dem neuen Londoner Wahrzeichen, das sich ungefragt in jedes Panoramafoto drängt, schon fast satt gesehen, aber es sieht aus dieser nahen Perspektive schon sehr imposant aus. Für etwa 25 Pfund pro Nase kann man hoch auf eine Aussichtsplattform fahren und hat dort angeblich die allerbeste Aussicht über die Stadt. Höher, weiter, besser eben...


neuestes Wahrzeichen 
auch imposant von unten

Unser Bus ist diesmal kein Doppeldecker und schon voll als wir einsteigen. Es ist heiß und stickig, der Verkehr stockend und so quält sich die Fahrt zurück nach Bloomsbury ziemlich. Von der Haltestelle sind es noch etwa 15 Minuten zu Fuß zum Hotel, die wir versuchen zu genießen, obwohl unsere Freundin wohl schon wartet. Blöder Tube-Streik! 


öfter mal die Gebäude ansehen und fotografieren


Russell Hotel 
ehrwürdiges Haus am Platz




Litte Venice und Paddington


Letzten Endes kommen wir aber doch noch, leicht außer Atem am Russell Square an und steigen direkt in das klimatisierte Auto unserer Freundin um. Die Fahrt geht ans gefühlt andere Ende der Stadt, nach Little Venice, wo der neue Paddington Bär-Film gedreht wurde, den das Mädchen und ich lieben. Unsere Freunde, die erst am Morgen aus dem Urlaub gelandet und ziemlich gejetlagged sind, bewirten uns zuerst mit Kaffee und selbstgebackenem Brombeerkuchen und führen uns dann an die Originalschauplätze des Films, an der Villa des Paddington-Autors Michael Bond und unterwegs auch an Alan Turings Geburtshaus vorbei. Unterwegs bestaunen wir die hübschen Hausboote auf dem Kanal und lernen, dass das berühmte St. Mary-Krankenhaus, in dem all die "Royal Babies" zur Welt kommen, ganz in der Nähe ist und dass die Bahnsteigszene im Paddington-Film morgens um 4:00 gedreht werden musste, weil sonst immer zu viele Menschen am Bahnhof sind. Sightseeing mit "Locals" ist doch am besten! 

Das Highlight unserer kleinen Walking Tour für das Mädchen ist eindeutig der Besuch im Paddington-Laden am Bahnhof, wo sie sich einen Bären als Andenken aussuchen darf. 

(Hätten wir gewusst, wie viel Merchandise hier angeboten wird, wir hätten uns möglicherweise nicht darauf eingelassen, denn das Kind war von der Auswahl vollkommen überfordert und brauchte eine halbe Ewigkeit, sich für den perfekten Bären zu entscheiden.)


Bahnhofsuhr Paddington

genau hier kam der Bär an :) 

Nach einem sehr leckeren Abendessen bei unseren Freunden (ich kann immer noch nicht richtig fassen, wie fantastisch sie uns so spontan bewirtet und bespaßt haben), sitzen wir noch länger gemütlich beisammen und können uns nur schwer wieder gen Hotel aufraffen. Dort angekommen duschen wir ausgiebig im - ich muss es noch mal betonen - blitzsauberen Etagenbad und gehen dann bald ins Bett. 

Während Mann und Mädchen schnell einschlafen, liege ich noch lange wach und frage mich, wie wohl das Sightseeing-Programm des nächsten Tages klappen wird. Ich habe viel geplant und plötzlich Bedenken, ob alles so klappen wird, wie gedacht....

Paddington




Weiterlesen:

London, Tag 1 - Stuttgart - Horley - London !
London, Tag 3 - Sightseeing extreme


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Montag, 17. August 2015

[Buch] Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe


Baba Dunjas letzte LiebeBaba Dunjas letzte Liebe by Alina Bronsky
My rating: 5 of 5 stars

Die hochbetagte Baba Dunja hat sich vor Jahren entschieden, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches, läge das Dorf nicht in der Todeszone eines verunglückten Kernkraftreaktors. Die ganze Gegend ist radioaktiv verstrahlt, keiner darf sich hier dauerhaft aufhalten, geschweige denn ansiedeln, doch die kleine Dorfgemeinschaft von Tschernowo kümmert sich nicht um Vorschriften. Die Bewohner sind alle alt, manche krank und wollen nichts weiter, als ihr Leben in der Heimat zu Ende leben. Baba Dunja, die von den anderen als eine Art Bürgermeisterin angesehen wird, baut Gemüse in ihrem Garten an und versorgt sich weitgehend selbst. Die beschwerliche Fahrt in die nächste Stadt nimmt sie nur selten auf sich, um Post abzuholen, ihre Rente abzuheben und das Nötigste einzukaufen. Es ist ein idyllisches Leben, doch dann tauchen Fremde auf und bringen die Gemeinschaft in Gefahr.

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An den Super-GAU von Tschernobyl werde ich mich wohl mein Leben lang als die größte Katastrophe meiner Kindheit erinnern und noch heute läuft es mir kalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke, wie nachhaltig uns das damals auch in Deutschland traumatisiert hat. Als ich vor einigen Jahren eine Reportage über Tschernobylheimkehrer las, faszinierten und gruselten mich die Schicksale der Menschen gleichermaßen, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand freiwillig in dieser geradezu postapokalyptischen Realität lebt.

Auf Alina Bronskys neuen Roman war ich daher besonders gespannt und setzte hohe Erwartungen in ihre Erzählkunst. Ich wurde nicht enttäuscht, denn sie schafft es mit scharfsinnigem Wortwitz und dabei unheimlich einfühlsam, auf engstem Seitenraum diese unwirkliche Welt entstehen zu lassen und jedem einzelnen der greisen Heimkehrer ein Gesicht zu geben. Es fiel mir nicht leicht, das kleine Bändchen am Ende zuzuklappen und Tschernowo zurückzulassen, so liebens- und lebenswert war mir die kleine Dorfgemeinschaft geworden.

Vielen Dank an den KiWi-Verlag für das Leseexemplar!


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Samstag, 15. August 2015

Stuttgart - Horley - London !

Wir waren also in London und sind noch ganz bedazzled von all den Eindrücken und Erfahrungen, die wir sammeln konnten. Ich werde sie aufdröseln und in mehrere Beiträge packen, sonst sprengt es mir noch das Blog :)

Los ging es am frühen Abend mit einem EasyJet-Flug von Stuttgart nach Gatwick, der völlig reibungslos ablief, anders als unser Flug aus Israel über Istanbul, aber das ist wieder eine andere Geschichte (um es mit einem Bekannten zu sagen "Turkish Airlines" ist klasse, wenn alles glatt geht..."). In England angekommen mieteten wir uns in der Castle Lodge in Horley ein, einem kuscheligen Londoner Vorort. Echt Englisch mit vielen Pubs, Oxfam-Shop und liebevoll gepflegten Gärten. Zum Abendessen wollten wir dann auch eigentlich stilvoll in einem Pub einkehren, was uns zu dieser Stunde mit dem Mädchen aber leider verwehrt wurde. Letztlich blieben wir dann bei Fish&Chips hängen, auch typisch Englisch :)

Foto: Gatte
Castle Lodge
Horley

Am nächsten Morgen standen wir zeitig auf, nahmen ein leckeres leichtes Frühstück ein und machten uns auf Richtung Bahnhof. Fahrkarten nach London hatte ich im Internet bestellt und musste sie nur noch aus dem Automaten ziehen. Klappte super, ebenso die gemütliche Fahrt durch die Londoner Randbezirke nach London Victoria. (Mit einer "normalen" Bahnlinie übrigens, der schillernde Gatwick-Express hätte rund dreimal so viel gekostet und wäre kaum schneller gewesen).

In der Innenstadt angekommen holten wir fix unsere vorbestellten Oyster-Cards für die öffentlichen Verkehrsmittel in London ab. Ok, fix ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, nächstes Mal würde ich sie mir wohl doch lieber vorab zuschicken lassen, um längeres Anstehen zu vermeiden. Aber die Queue war sehr vorbildlich britisch!

Mit den Oysters in der Hand ging es im Anschluss direkt weiter zum Buckingham Palast zur Wachablösung der bärenfellbemützten Garde. Gefühlt eine Million Touristen mit Selfiesticks warteten schon am Tor, als wir, später als empfohlen, dort eintrudelten und so konnte nur das Mädchen auf Papas Schultern wirklich sehen, was im Hof vor sich ging. Den Abmarsch der Truppe zu Blasmusik bekamen wir dann aber immerhin aus nächster Nähe zu sehen und zwei Polizeipferde
dazu.

Buckingham Palace
Foto: Gatte
die eben abgelöste Wache


Vom Palast ging es über die Straße weiter in den Green Park, wo wir uns erstmal ein wenig im Gras ausruhen und die Seele in London ankommen lassen wollten. Der Vormittag war doch etwas hektisch gewesen und außerdem hatte ich die Nachricht von einem unmittelbar bevorstehenden Tube-Streik noch nicht verdaut, der unsere, nein, meine Pläne ziemlich durcheinander brachte. Während das satte Grün des Parks und die leise wispernden Laubbäume beruhigend auf mich einwirkten und das Mädchen an einem Wasserbrunnen spielte, drang langsam zu mir durch, dass wir es einfach so nehmen müssen, wie es kommt und trotzdem alles gut wird.

Green Park
Foto: Gatte
Durch den Green Park, am Ritz und vielen edlen Geschäften vorbei, spazierten wir gemütlich bis zum Piccadilly Circus, wo wir ein paar obligatorische Fotos machten (wirklich viel zu sehen ist da eigentlich sonst auch nicht) und dann in die Piccadilly Line gen Norden stiegen.


Fortnum and Mason

Piccadilly Circus
Ausstieg Russel Square. Das Celtic Hotelliegt gleich um die Ecke, ein altes Londoner Stadthaus mit Kronleuchtern und steilen, teppichbezogenen Stiegen, auf denen wir bis ins Obergeschoss klettern mussten. Unser Dreibettzimmer war luftig und hell, mit zwei Ohrensesseln vor einem ehemaligen Kamin, Tisch, Schrank und Waschbecken. Wir hatten uns für die preisgünstigste Variante mit Toiletten und Duschen auf dem Gang entschieden und es nicht bereut. Die modernen Gemeinschaftsnassräume waren immer penibel sauber und andere Gäste haben wir nur im Frühstücksraum zu Gesicht bekommen.

Celtic Hotel




Fast fiel es uns ein wenig schwer, gleich wieder aufzubrechen, aber wir hatten Karten für das London Eye und inzwischen auch richtig Hunger. Also wieder in die Tube eingestiegen (die Oyster-Karten haben ein Tageslimit, das heißt, ab drei Fahrten pro Tag in Zone 1 und 2 wird die Karte nicht weiterbelastet) und nach Westminster gefahren.

Dort bekamen wir bei Subway ein erschwingliches und einigermaßen gesundes Mittagessen bevor wir rüber zum London Eye pilgerten. Das höchste Riesenrad Europas war auch an diesem eher bewölkten Nachmittag ein Publikumsmagnet und wir freuten uns daher sehr, dass wir uns an der Überholspur anstellen durften (danke Mama und Papa <3). Die halbstündige Rundfahrt in der gläsernen Gondel ist schon ein atemberaubendes Erlebnis und erlaubt einen tollen Blick auf die Londoner Skyline und Innenstadt, die man so vom Boden aus nicht hat. Das Mädchen war lediglich etwas verwirrt darüber, dass sich das Rad so langsam dreht - Riesenrad war für sie bisher immer mit einer eher schnellen Jahrmarktsattraktion verknüpft.


v.l.: Houses of Parliament - Westminster Bridge - Big Ben - Westminster Abbey

Wieder unten angekommen stellten wir mit einem Blick auf die Uhr fest, dass wir es gerade noch zum Abendgebet in der Westminster Abbey schaffen könnten. Wir überquerten also die Westminster Bridge, marschierten am Big Ben vorbei und ergatterten sogar noch Sitzplätze in der königlichen Kathedrale. Inzwischen war es nach 5 und wir konnten ein bisschen runterschalten nach diesem intensiven Tag. Der Gatte freute sich besonders darüber, die Orgel hören zu dürfen, denn für Kirchenmusik hat er eine besondere Leidenschaft.


Frontportal Westminster Abbey


Nach dem Gottesdienst mussten wir langsam an die Rückkehr ins Hotel denken, denn der Tube-Streik sollte bereits um 18:30 in Kraft treten und wir wollten ungern auf halber Strecke stranden. So spazierten wir nur noch einmal durch Westminster, vorbei an den Houses of Parlament und nahmen dann die U-Bahn zurück zum Russel Square.

Houses of Parliament


Big Ben, im Hintergrund London Eye


gerade rechtzeitig...

Am Abend beschlossen wir, es noch einmal im Pub zu versuchen und spazierten durch den Park am Russel Square, ein Stück durch Bloomsbury (dabei fühlte ich mich Helene Hanff sehr nahe), vorbei am britischen Museum zum "Plough".

Dort gibt es sehr leckeres typisches Pub-Essen (wir aßen Fish and Chips, Pastetchen, Erbsen und kleine Hamburger) dazu lauwarmes Ale. Leider hatten wir nämlich vollkommen verdrängt, dass die britischen Ales nicht kühl und nicht spritzig sind, sonst hätten wir wohl etwas anderes gewählt für diesen lauen Sommerabend. Aber eine authentische Erfahrung war das wohl auch und satt und zufrieden traten wir schließlich den Rückweg an.




Quelle: The Plough



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