Donnerstag, 30. Juli 2015

Israel menschenleer ?

Wenn man dieser Tage in Israel am Flughafen die Menschenassen in der Abflughalle beobachtet, fragt man sich unweigerlich, ob überhaupt jemand über die Sommerferien hier bleibt und das Land am Laufen hält. Rund drei Millionen Reisende sollen im Juli und August durch den internationalen Ben Gurion-Flughafen geschleust werden, eine unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, dass Israel nur etwa 7 Millionen Einwohner hat. 
Andererseits ist Ben Gurion auch das einzige "Tor zur Welt" für uns, wer ins Ausland will, muss hier durch, und so sieht man Menschen in allen Farben, Formen und Größen - kleine Familien, große Familien, christliche Pilger, Jugendgruppen, Fernost-Backpacker, Israeltouristen, Männer mit Schläfenlocken und Männer mit Tattoos, Mädels mit Glitzerschmuck und bauchfreien Tops, Frauen mit Hijab und Frauen mit Perücken, Babies in Tragehilfen, kleine Kinder mit Stofftieren, größere Kinder mit Stickeralben, Teenies mit Tablets, Israeltouristen, Flipflopsträger, Lackschuhträger und ein paar Deutsche mit Wanderschuhen. :)

Mittwoch, 29. Juli 2015

[Buch] Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel #LLBC

Ich bin fast durch mit meinem Leserinnenlieblingsbuch für diesen Monat. Andrea Holunder hatte mir für die Challenge "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse empfohlen


Das GlasperlenspielDas Glasperlenspiel by Hermann Hesse
My rating: 4 of 5 stars

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...

Ich war sehr dankbar für die Gelegenheit, diesen deutschen Klassiker, dessen Titel und Cover der neueren Suhrkamp-Ausgabe mich schon lange reizen, endlich einmal zu lesen. Bisher habe ich nämlich nur Siddhartha gelesen, als Teenager aus Eigeninteresse, und leider nur wenig davon behalten, in der Schule ging Hesse hingegen vollkommen an mir vorbei. Scheinbar war er just als ich in der Oberstufe war gerade nicht im Lehrplan vorgesehen.

Als ich "Das Glasperlenspiel" jetzt zur Hand nahm, war ich also sehr gespannt darauf, denn ich hatte mich mit der Handlung bisher gar nicht auseinandergesetzt. Die Idee, die Vision einer gesellschaftlichen Utopie, in der die Künste und Wissenschaften einen Sonderstatus einnehmen und in der alles intellektuelle ineinander fließt und zu immer größerer Vollkommenheit strebt, finde ich faszinierend. Außerdem fand ich den Gedanken sehr spannend, einen Zukunftsroman zu lesen, der lange vor meiner Geburt und lange vor all den technologischen Errungenschaften der letzten Jahre entstanden ist. Hatte Hesse etwa ein wenig Science-Fiction einfließen lassen? Ich lese ja sehr gerne Jugendliteratur, die sich Gesellschaftsformen in der nahen oder ferneren Zukunft ausdenkt, Dystopien und postapokalyptische Romane werden ja in letzter Zeit geradezu inflationär auf den Markt geworfen. Dass Hesse schon damals in diese Richtung gedacht hat, fand ich dann doch zweifelhaft, aber auf jeden Fall war ich sehr gespannt. Wie gesagt.

"Das Glasperlenspiel" erzählt die Lebensgeschichte von Josef Knecht, einem Meister des Spiels und Zögling Kastiliens, jenes intellektuellen Ordens, dem in Hesses Gesellschaft ein ganz besonderer Stellenwert zukommt. Das "Glasperlenspiel" wenn ich das wenige, das im Roman erklärt wird, richtig verstanden habe, wird dort als hohe Kunst zelebriert, verschiedene intellektuelle Disziplinen der Wissenschaften und Künste zusammenwirken zu lassen. Es gilt als die höchste Kunst Kastiliens, nach der es sich zu streben lohnt und man merkt von Anfang an, dass hier nur die besten der Besten eine Chance haben, sich zu verwirklichen. Das Wesen des Spiels, das laut Knechts Biografen viel zu komplex ist, um es Laien zu erklären, bleibt dadurch leider sehr undurchsichtig, was ich schade fand.

Auch war mir persönlich der biografische Aufbau ein wenig zu sperrig, ich glaube, mir hätte Knechts wirklich erstaunliche Biografie als lebendige Geschichte im Stil eines historischen Romans besser gefallen. So blieben die Geschehnisse zum Teil ein wenig zu sachlich-distanziert für mich.

Abgesehen davon steckt "Das Glasperlenspiel" voller wertvoller Ideen und philosophischer Ansätze, über die es sich immer wieder nachzudenken lohnt. Sehr spannend fand ich auch die Schriften Knechts im Anhang, seine frühen Gedichten und die drei Lebensläufe, obwohl sie zunächst scheinbar mit der eigentlichen Handlung nicht zusammenhängen.

Und Science-Fiction? Kommt überhaupt nicht vor. Im Gegenteil lässt Hesse Fragen, wie sich die Welt äußerlich verändert hat, gar nicht erst aufkommen. "Das Glasperlenspiel" könnte ebenso gut im Mittelalter oder in unserer Zeit angesiedelt sein und würde trotzdem "funktionieren".


Danke Andrea für diesen Buchtipp :)




@LLBC-Teilnehmer: Schreibt ihr mir wie immer in den Kommentaren, was ihr diesen Monat gelesen habt? 



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Samstag, 25. Juli 2015

Samstagsfragmente #12



Heute 



hatten wir mal wieder die ganze Familie bei uns am Start. Das heißt, nicht ganz, die ganze Familie minus eines Neffens, der nämlich auf einem Pfadfinderlager war und daher leider nicht mitkommen konnte. Der Anlass: Des Gattens Geburtstag.

Nun reiße ich mich ja um diese Familienaufmärsche nicht wirklich, aber nach zahlreichen derartigen Anlässen und seit wir zudem überein gekommen sind, dass grillen auf unserem Balkon tatsächlich sehr ordentlich funktioniert, klappt die Vorbereitung jedes Mal ein bisschen stressfreier. Es gab die bewährten grünen Geflügelspieße und auch etwas fertig gekauftes Industriegrillgut *hust*, dazu Pitabrot, Hummus, Sesamsoße, Quinoa-Rote-Beete-Salat (Rezept muss ich irgendwann mal aufschreiben) und gemischten Salat. Zum Nachtisch Pflaumenkuchen mit Sahne und Vanilleeis (weil der letzte Woche schon so gut ankam), Schokoladencupcakes mit Nutellafrosting und Honigmelone. Danach waren alle pappsatt.



Die Woche


5 Erfreulichkeiten 


1. Die - jetzt wirklich - letzte Abschlussfeier dieses Schuljahres hinter uns gebracht. Diesmal die des Sommerferienprogramms in der Grundschule. Ein Vater scherzte und meinte wir sollten jetzt doch noch eine Abschlussfeier der Abschlussfeiern machen... 

2. Blumen vom treusorgenden Gatten ins Büro bekommen. Ein bisschen "einfach so", ein bisschen, weil wir dieser Tage Hochzeitstag haben und ein bisschen, weil das ein richtig bescheuerter Tag für mich war. (Der durch die Blumen zwar nicht besser wurde, siehe 3., aber trotzdem.) 

3. Einen Blechschaden am Auto verursacht und dabei zum Glück kein fremdes oder gar Menschen beschädigt. 

4. Beim durch die Kommode wühlen festgestellt, dass wir noch genügend Schul-T-Shirts, Schullangarmshirts, Schulsweatshirts und Schulkapuzenjacken haben, um entspannt ins neue Jahr zu starten. Vorausgesetzt, das Mädchen macht keinen nennenswerten Wachstumsschub in den nächsten fünf Wochen. 

5. Mit Brezeln und original Obazda eines Kollegen noch ein bisschen mehr auf den Urlaub eingeschwungen.



Erlesenes


Das Glasperlenspiel von Hermann Hesse habe ich jetzt fast fertig und viele wertvolle Impulse mitgenommen. Rezension folgt, obwohl ich noch gar nicht weiß, wo ich da bloß anfangen soll.


Als Hörbuch habe ich "Finders Keepers" von Stephen King angefangen.


Webfragmente


Frau Kännchen war in London und hat mir noch mehr Vorfreude gemacht... Noch 10 Tage....

Draußen nur Kännchen: London revisited


Die Geschichte über den knurrigen Mathelehrer, der außerhalb der Arbeitszeit eine ganz andere Seite seiner Persönlichkeit auslebt, ist schon etwas älter. Diese Woche ist sie mir im Netz nochmals begegnet und hat mich wieder bewegt, weil sie auch zeigt, wie oft wir uns von der äußeren Fassade eines Menschen täuschen lassen:

A tough teacher's alter ego (Englisch)







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Mittwoch, 22. Juli 2015

Mein Körper. Eine Geschichte.

Mein Körper und ich blicken auf eine lange komplizierte Beziehung zurück.

Es fing schon damit an, dass ich als Kind und Jugendliche nicht sehr mädchenhaft war. Mir fehlten sämtliche der typischen Mädchenattribute - niedlich, anschmiegsam, lieb, brav, häuslich, putzsüchtig, modebewusst und so weiter - und ich achtete nur sehr ungern auf Äußerlichkeiten. Ich wusste, dass ich mehr Räuber als Prinzessin war und fand das auch ziemlich gut so.



Jedenfalls bis zur Pubertät. Dann wurde mir plötzlich sehr wohl bewusst, dass ich mit meiner stämmigen Figur, der großen Brille, dem pickeligen Gesicht, den Dellen in den Oberschenkeln und aus heiterem Himmel explodierenden Brüsten, so gar nicht mit all den "echten", in meinen Augen "elfengleichen" Mädchen in meinem Umfeld mithalten konnte. Dazu kam meine grundsätzliche Unsportlichkeit. Nein, mein Körper und ich waren überhaupt keine Freunde.

Wie gut, dass damals Grunge und Metal angesagt waren. Ich konnte mich wunderbar in weiten Holzfällerhemden, Band-Shirts und Dr. Marten's verstecken und so tun, als sei es mir völlig egal, dass ich so gar nicht dem gängigen Mädchenideal entspreche, und dass ich gewisse Kleidung nicht tragen kann, ohne darin mindestens moppelig auszusehen.

Erstaunlicherweise schaffte ich es durch diese schwierigen Jahre des Erwachsenwerdens dennoch ohne wirklich ernste Probleme, meine Erfahrung mit Essstörungen kam Jahre später, als ich eigentlich schon aus dem Gröbsten raus hätte sein müssen. Darüber hatte ich vor einiger Zeit schon mal ein paar Sätze verloren und so richtig überwunden habe ich diese Phase erst, als ich meinen Mann kennenlernte, der mir von Anfang an glaubwürdig signalisierte, dass die Form meines Körpers nachrangig ist, und diese Einstellung auch über die Jahre nicht abgelegt hat. Ein Glückstreffer von einem Mann. Es muss schrecklich sein, wenn man als Frau nicht nur mit dem eigenen miesen Selbstbild zu kämpfen hat, sondern auch noch einen Partner, der einen auf Äußerlichkeiten reduziert oder noch schlimmer, dauernd an einem herummäkelt. Horror!

Als ich ein paar Jahre später schwanger wurde kam damit die Sorge, wie sich das wohl auf meinen Körper auswirken würde. Denn irgendwie gehen doch alle Frauen aus der Form, wenn sie schwanger werden oder womöglich sogar stillen (inzwischen hatte ich eine liebevolle Beziehung zu meinen früher so verhassten Brüsten entwickelt), und bekommen nie wieder ihren Körper zurück.

Oder?

Nun, das Leben geht manchmal ironische Wege: Die ersten Monate der Schwangerschaft war mir so kotzübel, dass ich kaum Nahrung bei mir behalten konnte und danach blieb nicht mehr genug Zeit, richtig viel zuzunehmen. Am Ende hatte ich kaum 10 Kilo mehr auf der Waage als vorher. Überhaupt habe ich die Schwangerschaft und Stillzeit eher als versöhnlich empfunden, was meinen Körper betrifft.

Womit ich nicht gerechnet hätte: Dass mein Körper in der Schwangerschaft mit der Diagnose "seltenes Herzleiden" um die Ecke kommen würde, die mich völlig aus heiterem Himmel traf und mir mehrere Tage stationäre Untersuchungen, ein MRT, die Einstellung auf Betablocker und einen vorgezogenen Kaiserschnitt unter Vollnarkose bescherte. Und das mir, die ich fast sogar von Hausgeburt geträumt hatte! Jedenfalls waren von jetzt auf gleich meine problematischen Oberschenkel, mein verhasster Hintern und die Sorge vor ein paar überflüssigen Röllchen auf den Rippen kein Thema mehr. Plötzlich war eine zentrale Funktion des Körpers zum Problem geworden, die "Problemzonen" dagegen nichtig und klein.

Nun lebt es sich im Großen und Ganzen sehr ordentlich mit den täglichen Pillen und ich bin dankbar, dass es "nur" das ist, denn wenn ich seither eines gelernt habe ist es, dass viel mehr Menschen mit teils großen gesundheitlichen Problemen geschlagen sind, als man es als junger, gesunder Mensch immer vermutet. Trotzdem war ich zwei Jahre später doch ein bisschen niedergeschlagen, als mir die Implantation eines Defis unwiderruflich das Dekolleté verhunzte. Da die Batterien nur jeweils ein paar Jahre halten, werden da wohl noch einige Narben dazukommen über die Jahrzehnte, die ich noch mit dem Ding zu leben hoffe.

Interessanterweise fallen die kaum mal jemandem auf und ich kann nicht sagen, dass mich das Ding groß in meinem Alltag beeinträchtigt. Ich gehe schwimmen und zum Pilates und wenn es nachts manchmal unter der Achsel pocht, drehe ich mich einfach auf die anderen Seite. Dennoch: Seit ich körperlich eingeschränkt bin, nervt mich der Körperkult unserer Zeit noch mehr - in einer Gesellschaft, in der Kinder und Jugendlichen lernen, dass ein flacher Bauch und eine Lücke zwischen den Oberschenkeln wichtiger sind als ein starker Körper, ein kreativer Geist und ein freundliches empathisches Gemüt, läuft etwas grundsätzlich falsch. Daher nehme ich meine physischen Schwächen bewusst immer wieder als Aufhänger, um mit dem Mädchen die wirklich wichtigen Dinge zu thematisieren, die unser Menschsein ausmachen.




Diesen Beitrag schicke ich noch ganz fix zur Blogparade bei Fee. 



// Fee ist eine deutsche Bloggerin, die mich persönlich immer wieder mit ihren wahnsinnig tollen Fotos beeindruckt. Bei ihr sieht man auf den ersten Blick, dass es sich nicht um Handyknippsbilder handelt (wie bei mir zum Beispiel) und das schaue ich mir sehr gerne an. //


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Sonntag, 19. Juli 2015

[Buch] Stephen King: Mr. Mercedes

Mr. Mercedes (Bill Hodges Trilogy, #1)Mr. Mercedes by Stephen King
My rating: 3 of 5 stars

Ich lese keinen Horror. Gar nicht. Dafür bin ich einfach nicht gemacht, wohingegen mein Mann, wenn er mal liest, fast ausschließlich Horror liest. Das scheint wirklich Typsache zu sein. Nicht nur von ihm, sondern auch vielen anderen Fans höre ich aber immer wieder, was für ein überragender Autor der Horrorerzähler Stephen King ist und ich hatte mir schon länger vorgenommen, mal etwas von ihm zu lesen. Der Auftakt seiner neuen Thrillerserie Mr. Mercedes kam mir dafür gerade recht.

Es geht um Bill Hodges, einen kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Ermittler, dem sein letzter großer Fall keine Ruhe lässt. Die Amokfahrt von "Mr. Mercedes" in eine Menschenmenge forderte mehrere Tote und zahlreiche Verletzte, der Täter konnte nie gefasst werden. Als untätiger alleinstehender Rentner sieht Bill im Leben keine Perspektive mehr, er wirkt depressiv und als Leser erfährt man schnell, dass er immer wieder mit Selbstmordgedanken spielt. An einem jener leeren Nachmittage erhält Bill einen Brief von "Mr. Mercedes", in dem der Täter ihn für seine Unfähigkeit, den Fall zu lösen, verspottet und herausfordert. Bill Hodges beschließt auf eigene Faust zu ermitteln und merkt schon bald, dass der Mercedes-Killer unberechenbar ist.

Mit Mr. Mercedes bewegt sich King weg von seinem üblichen Genre: Sein Psychokrimi ist im Kern eine klassische Detektivgeschichte um einen messerscharfen Ermittler, der einem ebenso genialen wie psychopathischen Killer auf den Fersen ist. Einige schwer verdauliche Szenen und fiese Schockmomente sind dabei, aber da habe ich in so manchem skandinavischen Krimi schon härteren Tobak gelesen. Der Spannungsbogen ist schlüssig aufgebaut und ab einem gewissen Zeitpunkt wollte ich nur noch so schnell wie möglich wissen, wie alles ausgeht, so angespannt war ich. Die Charaktere bedienen das eine oder andere Klischee, was mich aber nicht gestört hat, und teilweise entfernt sich King etwas zu weit von realistisch vorstellbaren Szenarien, aber sein trockener Humor macht auch das wett und letzten Endes ist dem Leser doch immer klar, dass er es mit Unterhaltungsliteratur zu tun hat, oder?

Insgesamt ein rundes Leseerlebnis für mich. Kings Sarkasmus und Humor - wer hätte gedacht, dass ein Horrorautor humorvoll schreibt? - liegen mir scheinbar und so passt es mir gut, dass der Gatte soeben die Fortsetzung "Finders Keepers" auf sein Audible-Konto gezogen hat.


Auf Deutsch ist Mr. Mercedes im Heyne-Verlag erschienen.



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Samstag, 18. Juli 2015

Samstagsfragmente  #11



Heute


hat sich das Mädchen um die Mittagszeit zu einer Freundin mit Garten und Schwimmbecken verabschiedet. Eine gute Idee mitten im israelischen Juli. Als Erwachsener hat man bei den Temperaturen hier permanent den Drang, schon wieder duschen zu müssen. Es ist nicht mal so schrecklich heiß, aber die Luftfeuchtigkeit macht uns fertig...   Da ist es fast am besten, sich einfach mit einem Buch oder der Zeitung flach irgendwo hinzulegen und sich so wenig wie möglich zu bewegen. Einen selbst gemachten Eiskaffee dazu und schon lässt sich's mehr oder weniger aushalten.

Zwischendurch konnte ich mich immerhin aufraffen, die Rennmausbehausung auszumisten. Zwei große Müllsäcke voll Streu, Sand und Kartonreste kamen dabei locker zusammen und mir war gleich wieder nach einer Dusche. Als alles schön ausgesaugt und geputzt war, fiel mir auf, dass wir gar keine Streu mehr im Haus haben. Schön blöd, vor allem da Shabbat ist und ich nicht mal eben zum Zooladen fahren kann. Aber gut, eine Nacht wird es zur Not auch mit einer Lage Küchenpapier gehen, zumal derzeit das Sandbad ohnehin der bevorzugte Mäuseruheplatz ist. Aber ich ärgere mich dennoch über meine eigenen Blödheit. Wir haben (sonst) immer Streu vorrätig. Immer.



Die Woche


Erfreulichkeiten


1. mit dem Gatten ein Konzert in Tel Aviv besucht. Dazu muss gesagt werden, dass er ein Musikmensch ist, so wie ich ein Büchermensch bin, und ich so wenig ein Musikmensch, wie er ein Büchermensch - das heißt, ihn auf ein klassisches Konzert zu begleiten, bedeutet für mich ein gewisses Opfer. Ich muss aber sagen, dass mich das War Requiem von Benjamin Britten doch beeindruckt hat. Allein was dabei zu beobachten ist: Ein großes Sinfonieorchester, drei Chöre, ein Kammerorchester und drei Solisten drängelten sich auf der Bühne des Tel Aviver Opernhauses und so gingen die 90 Minuten überraschend schnell vorbei. Er hat es sehr genossen. 

2. liebe Freunde am Freitagabend zu Besuch gehabt, lecker auf dem Balkon gegessen und anschließend bis nach 11 gequatscht.  

3. einen sehr leckern Pflaumenkuchen gebacken, noch leckerer mit Vanilleeis. 

4. einige länger aufgeschobene Jobs im Haus erledigt. 

5. eine Email von einer ganz alten Freundin aus Rotterdam bekommen. (Jetzt muss ich sie nur noch beantworten, aber das kriege ich hin.) 


Erlesenes


Das Glasperlenspiel von Hermann Hesse lese ich immer noch. 

Recon (The Fringe) von Tarah Bennernach längerer Pause von diesem Genre ist mir mal wieder eine postapokalyptische Serie zugelaufen. Ein bisschen Divergent, ein bisschen Wool / Silo und ansonsten die üblichen Elemente dieses Genres - harte Kerle, toughe Mädels, Freundschaft, komplizierte Liebe und perfide Machthaber - was kann ich sagen? Das liest sich weg wie nichts, ich bin schon bei Teil 3 :) 


Webfragmente


Letzthin habe ich mich an dem Blog The same rainbow's end (Englisch) festgelesen. Nicole Hunter-Mostafa erzählt aus ihrem Alltag als Mutter in einer für mich sehr schwer vorstellbaren Realität - in Saudi Arabien. Obwohl ich selbst den Schritt in eine mir fremde Kultur und abenteuerliche Zukunft gewagt habe, öffnet dieser Perspektivwechsel auch mir ein Fenster in wiederum eine ganz andere Welt. Faszinierend.

Außerdem bin ich über "Lammily" gestolpert. Eine neue Modepuppe aus den USA, die auf der Grundlage von durchschnittlichen Körpermaßen junger Frauen entwickelt wurde. Finde ich cool. Ich habe es ja glücklicherweise geschafft, den Barbie-Hype mehr oder weniger souverän zu umschiffen, ohne die Puppen dabei total zu verteufeln, aber hätte das Mädchen heute den unbedingten Wunsch nach einer Modepuppe, würde ich ihr glatt eine Lammily bestellen.

Abgesehen davon sind die Reaktionen von Zweitklässlern in diesem Video einfach nur knuffig.






Auch heute verlinke ich diese Samstagsfragmente bei Karminrot





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Dienstag, 14. Juli 2015

Meine Insta-Woche: #FMSphotoaday (week 28)

Die Wochen gehen so dahin und ich komme nicht mal mehr dazu, die Instafotos wöchentlich zu zeigen, Schande....

Woche 27 habe ich übersprungen, die 12-von-12 habe ich diesen Monat nur auf Instagram gezeigt und in Woche 28 habe ich von 7 Fotoprompts nur 5 verwirklicht. Ich bin scheinbar echt urlaubsreif.

Die Prompts: 





und meine Fotos:



#FMSphotoaday (7) - minimalistic office lunch.. #lunch #bread #flute #whole #grains #fetacheese #food #office
#FMSphotoaday (9) small Tel Aviv street #TelAviv #street #evening #summer #thursday #narrow #twilight #urban
#fmsphotoaday (10) - story of my life, or at least part of it, told in German on my personal blog → link in profile #catchingup #screenshot #imac #apple #blog #header #mystory #narrative #israel #life #lifestyle #blogger
#fmsphotoaday (11) - late afternoon sun in the park... #shabbat #afternoon #sun #sunlight #summer #israel #park #roses #weeds #green #ישראל #שבת #פארק
#1von12 - gegen 7 - Blick aus der Balkontür nach dem Aufwachen. Wird wieder ein feucht-warmer Sommertag fürchte ich... also it's #early - #fmsphotoaday (12) #12von12 #12v12 #morgen #früh #sonntagmorgen #sommer #israel




// Chantelle von Fat Mum Slim ist eine der großen Lifestyle-Bloggerinnen meiner Generation. Sie lebt und bloggt in Australien und hostet schon lange die Photo-a-Day-Challenge, im Rahmen derer täglich Fotos zu bestimmten Stichwörtern - "prompts" - gesammelt werden. //



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Samstag, 11. Juli 2015

[Buch] Leserlieblingsbücherchallenge - Halbzeit  #LLBC

Fast pünktlich zum Ende des ersten Halbjahres kommt hier jetzt ein kurzer Rückblick auf die ersten sechs Monate meiner Leserlieblingsbücherchallenge. Ursprünglich hatte ich diese Challenge nur für mich allein geplant, mich dann aber umso mehr gefreut, dass sich noch einige angeschlossen haben und ebenfalls mitmachen. Die Idee: Über das Jahr mindestens 12 Lieblingsbücher aus Vorschlägen von Blogleserinnen lesen.

Wenn ich richtig mitgezählt habe (hier kann man den jeweils aktuellen Stand der Dinge einsehen) wurden bisher insgesamt 24 Bücher gelesen, verteilt auf die Teilnehmer sieht das so aus:

Janina / cherry and bones 
(5 Bücher) 

 (6 + 1 Bonusbuch) 

Kristine / Kristine liest 
(3 Bücher)

(3 Bücher) 

Julia von 1001 Julia hat mir bisher kein Buch gemeldet und ihr Blog scheint auch seit Februar gar nicht mehr aktualisiert worden zu sein... Ich hoffe sehr, dass alles in Ordnung ist und lediglich das "echte Leben" vorübergehend gewonnen hat.

Ich selbst habe jeden Monat ein Buch gelesen, meine Rezensionen könnt ihr hier noch mal nachlesen:

Elif Shafak: The Bastard of Istanbul
Theodor Storm: Der Schimmelreiter
Alex Capus: Léon und Louise
Jeannette Walls: The Glass Castle
Douglas Adams: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher

Besonders berührt haben mich "The Bastard of Istanbul" und "The Glass Castle".

Mir macht die Challenge sehr viel Spaß, obwohl sie mich auch ziemlich herausfordert, denn es sind durchaus Bücher dabei, die ich mir wohl nicht aus eigenem Antrieb vorgenommen hätte und nicht alle begeistern mich gleichermaßen. Das ist ja aber der ursprüngliche Gedanke der Challenge gewesen, dass man eben nicht immer nur das liest, was einen selber gerade am allermeisten anspricht, sondern seinen Horizont erweitert und auch mal auf Tipps von anderen Büchermenschen vertraut. Insofern ist dieses Challengeziel also absolut erfüllt.

Wie geht es euch damit, ihr lieben Mitleserinnen? Mögt ihr mir in den Kommentaren ein kleines Zwischenfazit hinterlassen?





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Samstagsfragmente #10



Heute 


werden wir irgendwann zwischen Mitternacht und Morgengrauen von einem jammernden Mädchen geweckt. Zu "mein Ohr tut bisschen weh" gestern Abend vor dem Einschlafen hat sich Fieber gesellt. Das arme Glühwürmchen leidet und klagt über Schmerzen "überall", dennoch müssen wir unsere gesamte vereinte Elternüberredungskunst einsetzen, bevor sie bereit ist, Fiebersenker zu schlucken. Danach schläft sie wieder ein. Am Morgen wiederholt sich die Prozedur, zur Stunde schläft sie nach dieser zweiten Dosis noch einigermaßen ruhig und ich nutze die Gelegenheit, diesen Beitrag zu schreiben. Den sorgenden Papa habe ich erstmal schwimmen geschickt, später wird womöglich ein Mittagsschlaf für uns alle drin sein :)

Die Woche

Erfreulichkeiten


1. mit unserer Wandergruppe einen schönen Abend am Strand verbracht und die Wandersaison damit abgeschlossen. Ich habe über die Ausflüge immer wieder in den Samstagskaffees berichtet und Fotos gezeigt, hier zum Beispiel.



2. mit dem Gatten erfolgreich Hosen geshoppt, jetzt hat er wieder ein bisschen was Ordentliches im Schrank. 

3. am Donnerstagabend in Tel Aviv die Geburt eines Buches gefeiert, an dessen Veröffentlichung ich mich Anfang letzten Jahres per Crowd-Funding beteiligt hatte. Es war toll, die Fotografin zu treffen und zu sehen, wie sehr sie sich über die Verwirklichung ihres Projektes freut.

4. den Gatten mit auf diese Party nehmen können, da das Mädchen kurzfristig zum Übernachten bei einer Freundin eingeladen wurde. (Dass wir diesen unverhofft kinderlosen Abend letztlich nicht wild im Tel Aviver Nachtleben, sondern mit Take-away-Falafel auf dem Sofa haben ausklingen lassen, ist allein unsere Schuld. Wir werden alt. *Seufz*)




5. noch drei Wochen bis zu unserem Urlaub, yeah!



Erlesenes


Mr. Mercedes von Stephen King als Hörbuch. Fand ich, nachdem ich meine ersten Anhörschwierigkeiten überwunden hatte (King ist schon etwas speziell, merke ich), sehr spannend, wenn auch teilweise arg unrealistisch. Für Freunde amerikanischer "hardboiled" Thriller aber sicher empfehlenswert, hat mich gut unterhalten.

Das Glasperlenspiel von Hermann Hesse lese ich aktuell für die Leserlieblingsbücherchallenge, Andrea Holunder hatte es mir vorgeschlagen. Ich bin mitten drin und fühle mich intellektuell herausgefordert.

Hush von Noa Ben-Shalom: Neben starken Fotos aus Israel und Palästina stecken in Noas Buch auch Auszüge ihrer persönlichen Korrespondenz (jeweils in Hebräisch, Englisch und Arabisch) mit verschiedenen Freunden über den abgebildeten Zeitraum. Ich werde das Buch in nächster Zeit noch ausführlicher vorstellen.

Webfragmente 


Das Video zum Buch von Noa Ben-Shalom:



Presenting 'Hush' by Noa Ben Shalom from Sternthal Books on Vimeo.




Dieser Beitrag geht gleich wieder rüber zu Karminrots Samstagsplausch :)   



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Mittwoch, 8. Juli 2015

[Buch] John Irving: The Cider House Rules / Gottes Werk und Teufels Beitrag

The Cider House RulesThe Cider House Rules by John Irving
My rating: 5 of 5 stars

Als ich kürzlich beim Stöbern auf Goodreads an "Gottes Werk und Teufels Beitrag" hängenblieb und es mir auf meine Leseliste setzte, fiel mir auf, dass ich auf Englisch schon seit längerem auf dem Kindle horte und fing direkt an zu lesen.

Der Roman beginnt in den 1920er Jahren mit der Geburt des Waisenjungen Homer Wells. Das Waisenhaus von St. Cloud's, das von dem Gynäkologen Dr. Larch und einigen Schwestern geleitet wird, ist eine Anlaufstelle für ungewollt schwangere Frauen, denn in einer Zeit, in der an eine Lockerung des Abtreibungsverbots noch gar nicht zu denken war, lässt Dr. Larch den Frauen in seiner Klinik die Wahl. Bei ihm können sie sich zwischen einer professionell durchgeführten Abtreibung und der Geburt eines Waisen entscheiden. Für die meisten Waisen findet Dr. Larch schon früh ein neues Zuhause, nur Homer Wells scheint unbedingt bleiben zu wollen. Nach vier fehlgeschlagenen Adoptionsversuchen erkennt Dr. Larch, dass der Junge wohl in St. Cloud's bleiben wird und beschließt, ihn zu seinem Assistenten zu machen. Homer ist ein aufmerksamer Schüler, der schon bald Geburten betreuen kann. Allerdings ist er nicht bereit, Abtreibungen vorzunehmen, sein Gewissen lässt es nicht zu, und obwohl er Dr. Larch's Beweggünde nachvollziehen kann und weder ihn noch seine Patientinnen verurteilt, bleibt er bei diesem Entschluss und verlässt schließlich St. Cloud's, um sein Glück in einem anderen Tätigkeitsfeld zu suchen.

"The Cider House Rules" hat mich auf verschiedenen Ebenen bewegt. Es ist ein schöner breit angelegter Bildungsroman, in den ich mich gerne vertieft habe. Homer Wells ist ein Charakter, den man gerne auf seinem Weg begleitet, so schwer der mitunter auch ist. Daneben steht Homers Vaterfigur Wilbur Larch, der als Charakter ebenfalls sehr interessant und auf seine Art grundgütig und liebenswert ist.

Das Abtreibungsthema, das sich durch den ganzen Roman zieht, hat mich natürlich ebenfalls beschäftigt. Ich bin kein Mensch, der Abtreibungen leichtfertig gegenüber steht, sondern der Meinung, dass eine Abtreibung immer die letzte Wahl sein sollte, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind und es für die Frau wirklich keinen anderen Ausweg gibt. Andererseits halte ich es für wichtig, dass Abtreibung als legale Option zur Verfügung steht, und Irving beschreibt die Realität der Frauen, bevor es diese Option gab, entsprechend drastisch. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass er mit seinem Roman massiv Pro-Choice-Propaganda macht, vielmehr nutzt er seine Protagonisten dazu, das Dilemma zu zeigen, ob es wirklich immer das richtige ist, Leben um jeden Preis zu ermöglichen, ganz egal wie hoch dieser Preis für die Frau und möglicherweise später das Kind ist.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, der auf Deutsch im Diogenes-Verlag erschienen ist.




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Sonntag, 5. Juli 2015

Tagebuchblogging!  #WMDEDGT

Sonntag.

Ordinärer Arbeitstag in Israel, für mich frei, daher Luxus und der einzige Tag der Woche, an dem ich eine Stay-at-Home-Mom sein darf und mir immer eine lange Liste To-do's vornehme, die ich, je nach Tagesform, mehr oder weniger gewissenhaft abarbeite. Ich mag diese Sonntag, weil sie mir irgendwie das Gefühl geben, wenigstens einmal in der Woche richtig zuhause und nach der Schule für das Mädchen da sein zu können, fast so, wie es früher in meiner Kindheit war.

Heute hat es zum Bad putzen, drei Ladungen Wäsche waschen und falten, einen verlorenen Knopf annähen, die Spülmaschine anwerfen und ausräumen, meine Beine entstoppeln, die Fußböden freiräumen und Hr. Nilsson losschicken, Mittagessen aus dem Hut zaubern, einen Kampf mit dem Mädchen austragen und in der Folge eine Türklinke reparieren gereicht.

Die lästigen Haushaltspflichten sind mir nur noch halb so lästig, seit ich mir dabei ein Hörbuch ins Ohr stöpsle, weswegen ich heute viel Fortschritt mit Mr. Mercedes gemacht habe, der inzwischen auch wirklich spannend geworden ist.

Gegen Mittag zog ich noch schnell 20 Bahnen im Schwimmbecken, sehr erfrischend bei der feucht-klebrigen Hitze hier, bevor das Mädchen nach Hause kam. Am späten Nachmittag war Reitunterricht und später am Abend stand der Vermieter auf der Matte, um eine Verlängerung unseres Vertrages festzuklopfen. Hart war das, aber jetzt ist es erledigt und wir haben wieder ein Jahr teuer erhandelte Ruhe.

So war mein Tag in etwa. Und bei euch?





// Jeweils am 5. des Monats lädt Frau Brüllen zum Tagebuchblogging auf ihrem Blog ein. Ich nehme mehr oder weniger regelmäßig daran teil. //



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Samstagsfragmente #9



Heute 



Waren wir auf dem internationalen Kinder- und Jugendfilmfestival in Tel Aviv. Wir hatten Karten für den deutschen Film Rico, Oskar und die Tieferschatten, der uns allen dreien viel Spaß gemacht hat. Wie gut, dass das Mädchen Deutsch kann, denn der Film wurde im O-Ton mit hebräischen Untertiteln gezeigt, eine Synchronisation würde sich für einige wenige Aufführungen auch gar nicht lohnen. Überhaupt werden in Israel die allermeisten ausländischen Filme und Serien nicht synchronisiert, sondern mit Untertiteln gezeigt. (Lustig, wenn das Publikum schon über einen Witz lacht, der auf der Leinwand noch gar nicht zu Ende gesprochen ist.) Synchronisierte Versionen gibt es nur für Zeichentrick- und Kinderfilme wie Disney und dergleichen. 

Filmuntertitelungen habe ich bereits in den Niederlanden und Belgien kennen- und unter anderem als Sprachlernhilfe schätzen gelernt. Da ich Filme schon früher gerne im Original gesehen habe, kommt mir sehr entgegen, dass auch in Israel nicht synchronisiert wird, und finde mittlerweile deutsche Synchronisierungen, so gut die auch gemacht sind, ziemlich befremdlich. Schwierig wird es für mich im israelischen Kino nur dann, wenn plötzlich eine mir unbekannte Sprache gesprochen wird. Dann komme ich nämlich ins Schwitzen, weil ich mit dem Lesen der hebräischen Untertitel nicht hinterherkomme. In unserem ersten Ehejahr machten wir einmal den fatalen Fehler, ignorant einen französischen Film aus dem DVD-Automaten zu ziehen - für mich nur mehr eine Reihe bewegter Bilder, verstanden habe ich von den langen Dialogen nicht wirklich viel. 

Nach dem Kinobesuch wollten wir eigentlich unterwegs nur noch irgendwo einen Kaffee trinken und fanden uns schließlich mit einem Frühstück für zwei (nachmittags um drei) und einem Kinderteller mit Schnitzel und Pommes wieder. Ungeplant aber gut. 


Die Woche


Erfreulichkeiten



  1. das Schuljahr würdig zu Ende gebracht und eine selten nervige Abschlussfeier überlebt. Jetzt sind Ferien und es ist toll zu sehen, mit wie viel Freude das Mädchen das Sommerprogramm an ihrer Schule besucht. 
  2. realisiert, dass wir uns schon im Juli befinden und damit schon fast auf dem Weg in den Urlaub. 
  3. nach über 10 Jahren eine Freundin aus meinem allerersten Israeljahr getroffen, einen sehr netten Tag erlebt und vieles zu erzählen gehabt - zwei Hochzeiten, einige Umzüge und vier Kinder später :)
  4. auf dem Hof des Mädchens eine Kutschfahrt mitmachen dürfen. Fast so gut, wie selbst reiten. Fast. 
  5. Buchpost aus Deutschland bekommen. 




Erlesenes


Dreizehn Stunden von Deon Meyer liegt seit Jahren auf meinem virtuellen Stapel ungelesener Bücher. Es wurde mir schon mehrmals empfohlen, das Setting - Südafrika - sagt mir auch zu und ein Thriller passt bei mir eigentlich immer irgendwo rein. Trotzdem habe ich mich bisher immer nicht aufraffen können, bis jetzt. Anfangs hatte ich ein wenig Mühe mit Schreibstil und Aufbau, kam dann aber gut rein und konnte mich von der spannenden Handlung mitreißen lassen. Allerdings habe ich nach der Lektüre auch nicht das dringende Bedürfnis, mir gleich weitere Bücher von Deon Meyer kaufen zu müssen. 

Außerdem erreichte meine derzeitige London-Besessenheit diese Woche einen neuen Höhepunkt, als ich mir den romantischen Schinken Lovestruck in London von Rachel Schurig auf den Kindle lud und mehr oder weniger in einem Rutsch verschlang. Dazu ist eigentlich gar nichts weiter zu sagen. Kann man gut zwischendurch lesen, wenn man keine Angst vor Zuckerschock hat und sich nicht daran stört, dass dieses Werk offenbar kaum lektoriert wurde. 

Als Hörbuch habe ich aktuell noch Mr. Mercedes von Stephen King auf den Ohren. Mein erster King überhaupt (I don't do Horror...) und durchaus interessant, aber ich komme so wenig zum leshören, beziehungsweise vergesse ständig meine Kopfhörer, wenn ich mal dazu kommen würde. Seufz. 




Die Samstagsrunde bei Karminrot wächst, ich verlinke mich auch wieder und wünsche allen ein schönes Wochenende :)