Dienstag, 30. Juni 2015

12tel-Blick zur Halbzeit (mit Palme!)

Ein halbes Jahr lang fotografiere ich nun schon diesen Hügel mitten in Israel und beobachte dabei betrübt, wie er zum Sommer hin jeden Monat noch ein bisschen trostloser und karger wird, während die Fotos meiner Bloggerkolleginnen (wink zu Holunder, Aqually, Lotta und Eva) immer grüner und farbiger werden.

Als ich die Tage dort hinauf kletterte fiel mir das schon richtig schwer, obwohl es kurz vor Sonnenuntergang gar nicht mehr so heiß war. Aber die nackten heißen Felsen und verbrannte Vegetation haben etwas sehr harsches, unwirtliches, richtig schön spazieren kann man da nicht mehr.



Als ich mich mit dem Foto im Kasten umdrehen und zurück zum Auto gehen wollte, fiel mir auf, dass es selbst in dieser trostlosen Landschaft doch noch einzelne Farbtupfer gibt, man muss nur sehr genau hinsehen :)

Gelber Überlebenskünstler: An diese winzigen Blümchen muss man sehr nah heran gehen, um sie in ihrer ganzen Pracht aufs Bild zu bekommen:



Und diese weiß-violetten Blüten am stacheligen Busch habe ich noch nie gesehen, finde sie aber höchst faszinierend: 



Alle meine Ausblicke findet ihr hier.


// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //


Follow on Bloglovin


Montag, 29. Juni 2015

Alles Glück der Erde.... #Schreibzeit


Seit ich denken kann, liebe ich Pferde. Schon als Kleinkind führten Spaziergänge mit meiner Oma, die selbst ein ganz großer Tierfreund und Pferdenarr war, oft am Reiterhof vorbei, wo es immer ein paar neugierige Pferdenasen zu streicheln gab. Als ich alt genug für Reitunterricht war, scheiterte das leider zunächst daran, dass ich gegen das meiste Fellgetier allergisch bin, auch gegen Pferdehaar. Außerdem gegen Heu und Staub und damit so ziemlich gegen alles, was Reitställe ausmacht. Dazu kam die grundsätzliche Abneigung meiner Mama gegen den elitären städtischen Reitverein mit den teuren Privatpferden in ganzjähriger Boxenhaltung - "Pferdegarage" nannte sie den.

Als Kompromiss durften ich und meine Schwester immer im Urlaub an der Nordsee Reitunterricht nehmen. Dort leben die Pferde, hauptsächlich Isländer, den ganzen Sommer über auf der Weide, der Unterricht fand auf offenen Reitplätzen statt. Das, in Verbindung mit der guten Nordseeluft, vertrug sich mit meiner Allergie. Die Reitstunden und Ausritte dort waren jedes Jahr ganz große Highlights unserer Ferien und haben mich sogar dazu inspiriert, ein Buch zu schreiben mit eigenen Illustrationen. Das Manuskript kam leider nie über die ersten Kapitel hinaus, liegt aber sicher noch irgendwo in einer Kiste....

Zwischen den Urlauben las ich pausenlos Pferdebücher (mag ich übrigens bis heute) und träumte den Traum vom eigenen Isländer. Als Jugendliche nahm ich dann doch noch eine Zeitlang Reitunterricht im städtischen Reitverein, aber mir fehlten die Ausritte und so gab ich es bald wieder auf. Den letzten Versuch unternahm ich schließlich schon hier in Israel, auf einem Westernhof, ich musste also grundsätzlich umlernen, was aber auch einen gewissen Reiz hatte. Dann kam mir meine Schwangerschaft dazwischen und beendete meine Reitkarriere endgültig.

Heute lebt das Mädchen den Traum vom Reiten für mich mit. Natürlich ist das in Israel, wie vieles andere auch, irre teuer und hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, dass ich das Mädchen zum Reitunterricht anmelden würde, ich hätte ihn lauthals ausgelacht. Aber was soll ich sagen, das Thema hat sich so perfide an uns angeschlichen, dass wir letztlich praktisch keine andere Wahl hatten. Es fing schon damit an, dass wir feststellen mussten, dass offenbar auch dieses Kind das Pferdegen der Frauen in unserer Familie geerbt hat. Ponyreiten war jedenfalls schon früh ein "must" bei jeder Gelegenheit und die Playmobilpferde wurden und werden oft und gerne wiehernd bespielt.

Bei einer Geburtstagsparty auf einem Reiterhof (ihr erinnert euch?) hier in der Nähe waren fatalerweise die Eltern mit eingeladen, ich hatte also über zwei Stunden Zeit, mich gründlich in genau diesen Hof zu verknallen.

Nach deutschen Standards wirkt er eher wie eine Jugendfarm, frei von schnieker Atmosphäre und arroganten Pferdemädchen, die eine kühle Stallgasse dominieren. Neben den Pferden gibt es ein Kamel, Esel, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner, Ziegen und einige große freundliche Hunde. Der ganze Hof ist ein Ort der Friedfertigkeit und Ruhe und hilft auch mir jede Woche mich zu erden und den Alltag abzustreifen.

Schwerpunkte der Arbeit liegen auf Therapiereiten und einem Förderprogramm für gefährdete Jugendliche, manche der Helfer und sogar Reitlehrer wurden hier früher selbst behandelt, das spürt man. Aber es wird auch "normaler" Reitunterricht angeboten. Der Ton auf dem Reitplatz ist freundlich, fast liebevoll, die Kinder werden begeistert gelobt und Kritik wird immer respektvoll angebracht. Möglicherweise liegt das daran, dass die meisten Lehrer eine Zusatzausbildung in therapeutischem Reiten haben, ich finde es jedenfalls sehr angenehm und kein Vergleich zu der Ruppigkeit mancher deutscher Reitlehrer, die mir früher so begegnet sind...

Ich war also schon von diesem Hof überzeugt, bevor das Mädchen ernsthaft daran dachte, Reitunterricht nehmen zu dürfen. Als ich sie Monate später zum Probereiten anmeldete, wurde daraus dann - natürlich - viel mehr. Angeblich hat das Kind nämlich auch noch Talent und ihre Reitlehrerin ist ganz vernarrt in sie.

Während ich diesen Artikel hier tippte, saß ich schniefend vor dem Rechner. Die Reitlehrerin hatte diese Woche nämlich eine Überraschung für uns und nahm mich und das Mädchen anstelle des normalen Unterrichts mit auf eine Fahrt über die Felder im leichten Einspänner. Für meine Allergie ganz schlecht, für die Seele ganz toll.




Ein wundervolles Video über die Arbeit der Farm ist hier zu finden. Auf Hebräisch, klar, aber man bekommt von der Atmosphäre viel mit.


/// Unter der Überschrift #Schreibzeit lädt Bine (was eigenes) einmal im Monat alle Bloggerkolleginnen ein, wild im Kopf herumschwirrende Gedanken zu einem bestimmten Thema in Worte zu fassen und aufzuschreiben. ///


Follow on Bloglovin


Sonntag, 28. Juni 2015

Meine Insta-Woche: #FMSphotoaday (week 26)

Heute kam ich kaum zum richtig Durchatmen. In der Schule war Streik und so hatte ich - an meinem freien Tag (!) - nicht nur das Mädchen zuhause, sondern auch noch eine Schulfreundin, deren Mama sonst ziemlich aufgeschmissen gewesen wäre. Hmpf. Durch diese Umstände vormittags an die Wohnung gefesselt nutzte ich die Zeit für Hausarbeit, bäh, nachmittags gingen das Mädchen und ich sehr spontan ins Kino. Der Paddington Bär läuft hier nämlich noch, und er hat auch mir so gut gefallen, dass ich ihn unbedingt auch noch im Original sehen muss. So grandios britisch und schnuffig und überhaupt. <3 Danach ging's direkt zum Reiten und jetzt habe ich gerade noch Zeit für meine Instafotos, hier sind sie:

Die Prompts: 




Meine Fotos dazu: 


22. money

#FMSphotoaday (22) - all the cash in my purse today: 20 New Israeli Shekels and 40 Agurot, roughly $5.50 or €4.50 #money #cash #coins #israel #shekels #geld #currency #ישראל #כסף

23. view

#FMSphotoaday (23) - downtown view #Israel #town #townlife #downtown #park #bluesky #afternoon #stadt #stadtpark #aussicht #view

24. in the garden

#FMSphotoaday (24) - #hibiscus and #roses in the neighbour's garden #garden #summer #hedge #Israel #jerusalemstone #bluesky #cloud #wall #fence #garten #sommer #hecke #blumen

25. depth of field 

#FMSphotoaday (25) - not sure if I really nailed today's prompt but I've been wanting to take a picture of this poor abandoned bike for a long time :) #depthoffield #bike #urban #TelAviv #turquoise #battered #abandoned #sidewalk #city #poorthing #fahrrad #תלאביב #אופניים

26. gift

#FMSphotoaday (26) - flowers are a common gift for Friday night dinners around here #gift #flowers #roses #orange #colourful #ShabbatShalom #friday

27. mini

#FMSphotoaday (17) - tiny yellow flowers between dried out bushes.. #mini #june #summer #Israel #yellow #flower

28. orange

#FMSphotoaday (28) - #orange #hibiscus - madly in ♡ with this plant ever since I first came to #Israel #favourite #flower #love #plant #green #garden #hibiskus #blüte



Eine schöne Woche euch allen :)


// Chantelle von Fat Mum Slim ist eine der großen Lifestyle-Bloggerinnen meiner Generation. Sie lebt und bloggt in Australien und hostet schon lange die Photo-a-Day-Challenge, im Rahmen derer täglich Fotos zu bestimmten Stichwörtern - "prompts" - gesammelt werden. //


Follow on Bloglovin


Samstag, 27. Juni 2015

Samstagsfragmente #8



Heute


habe ich den Tag als Supermama begonnen und dem Mädchen Pancakes gebacken. (Seit ich vor einiger Zeit rausgekriegt habe, wie gut die mit echtem Ahornsirup schmecken und dass sie in unserer Spiegeleipfanne ganz super werden, mache ich das öfter auch spontan. Wird immer gerne genommen. Für eine Mädchenportion (manchmal kriege ich davon noch einen ab, mehr meistens nicht) nehme ich einen Becher Mehl, ein Ei und Milch und verquirle das Ganze zu einem dünnen Teig, den ich dann in der kleinen Pfanne dünn ausbacke. Ergibt etwa 8 Pancakes.)

Ein kleiner Besuch bei Savta und Saba aka Schwiegereltern am Nachmittag verlief harmonisch und weitgehend ereignislos, jetzt hängen wir zuhause ab und freuen uns über die Familienzeit.

*Ergänzung: leider hielt der Frieden nicht wirklich lang. Übermüdete Kinder, die mit Kapla komplizierte Bauwerke erschaffen wollen, sind nämlich eine tickende Zeitbombe, vor allem, wenn sie sich dabei gar nicht helfen oder gar - bei Rückschlägen - trösten lassen wollen. (Trotzdem ein tolles Spielzeug.)

Die Woche


Erlesenes


Helene Hanff: 84, Charing Cross Road - mit Freude gelesen und gleich rezensiert

Toll, dass die Fortsetzung The Dutchess of Bloomsbury Street in meiner Ausgabe auch enthalten ist, so konnte ich nahtlos weiterlesen.


5 Erfreulichkeiten


  1. nach fast einem Jahr mit der besten Freundin in den USA telefoniert. WhatsApp-Telefon macht's möglich und läuft erstaunlich störungsfrei
  2. zum Shabbatessen am Freitagabend bei neuen Freunden gewesen, lecker marokkanisch gegessen und glatt bis Mitternacht durchgequatscht
  3. beim Outlet-Einkauf mit dem Gatten Erfolg gehabt: zwei von drei Dingen auf der Liste erstanden
  4. sage und schreibe dreimal den Fitnessclub von innen gesehen. Einmal zum Schwimmen und zweimal zum Pilates - ich fühle mich diszipliniert 
  5. dem treuen Android einen neuen Akku geschenkt, jetzt hält er wieder einen ganzen Tag durch

Webfundstücke


1) Als großer "Vom Winde verweht"-Fan (ihr erinnert euch?) habe ich in letzter Zeit sehr viel Freude an den Posts der offiziellen Facebookseite des Films. Zitate, Filmfotos und ab und zu eine interessante Info zu Film oder Roman flattern regelmäßig in meine Timeline und zaubern mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht, heute zum Beispiel das hier:

"Mr. Rhett, you is bad." 



Timeline Photos - Gone With The Wind | Facebook




2) Gestern hat mich dieses Video vom Hocker gehauen.

3D-Zeichnung 





Auch diese Woche verlinke ich diese Fragmente bei Karminrots neuem "Samstagsplausch".



Follow on Bloglovin



Freitag, 26. Juni 2015

[Buch] Helene Hanff: 84, Charing Cross Road

84, Charing Cross Road84, Charing Cross Road by Helene Hanff
My rating: 5 of 5 stars

If you happen to pass by 84 Charing Cross Road, kiss it for me!
I owe it so much.

Dieses kleine feine Bändchen hat mir meine liebe Freundin vor einiger Zeit geschenkt mit den Worten "das ist ein Buch für Büchermenschen, ich glaube, du wirst es mögen" und sie hatte natürlich Recht. Der 1974 veröffentlichte reale Briefwechsel zwischen Helene Hanff, Drehbuchautorin in New York, und Frank Doel, Einkäufer und Spezialist für alte Bücher in einem Antiquariat in London hat mich bewegt und berührt. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wendet sich Helene, die immer auf der Suche nach englischen Originaltexten alter Schriftsteller, Poeten und Philosophen ist (ich gebe zu, viele der Namen haben mir nichts gesagt, aber das tut beim Lesen nichts zur Sache), die sie in New York nicht auftreiben kann, in ihrer Not an Marks & Co., 84, Charing Cross Road, London. Dort nimmt sich Frank - äußerst reserviert und geschäftsmäßig - der Sache an und es entsteht ein intensiver Austausch, der sich letztlich über 20 Jahre ziehen wird.

Ich habe 84, Charing Cross Road mehr oder minder in einem Rutsch gelesen und mich ein bisschen in diese wunderbare Geschichte verliebt. Möglicherweise hat dazu auch beigetragen, dass meine Ausgabe selbst fast schon antiquarisch wirkt, es scheint, sie ging schon durch viele Hände und hat diesen besonderen Geruch von altem Papier, was natürlich zu Helenes Büchern wunderbar passt. Ich kann nicht genau festmachen, was den Briefen so einen besonderen Zauber verleiht, möglicherweise die Liebe zu Büchern, nämlich deren Inhalt und Machart, die darin zum Ausdruck kommt, möglicherweise der Reiz des Vergangenen, dieser Zeit, in der es noch keine Emails und Billigflüge zwischen den Kontinenten gab und in der man nicht eben zum Telefon greifen und ans andere Ende der Welt telefonieren konnte.

Ich weiß nur, ich hatte immer wieder Tränen in den Augen (und das kommt selten vor) und war am Ende sehr glücklich, dass ich unmittelbar Helenes Fortsetzung "The Duchess of Bloomsbury Street" anschließen konnte.

Dem Gatten habe ich anschließend die Verfilmung von 84, Charing Cross Road aufgezwungen. Ein schöner ruhiger Film von 1987 mit Antony Hopkins und Anne Bancroft in den Hauptrollen. (Er hatte am Ende auch feuchte Augen!)

Auf Deutsch ist 84, Charing Cross Road 2002 bei Hoffman und Campe erschienen.



Follow on Bloglovin


Montag, 22. Juni 2015

Meine Insta-Woche: #FMSphotoaday (week 25)

Eine Woche habe ich konsequent von der Photo-a-Day-Challenge pausiert, weil ich mit den emotionalen Prompts beim besten Willen nichts anfangen konnte. Ob es an meiner eigenen Gemütsverfassung in dieser Woche oder an mangelnder Kreativität zur Umsetzung mangelte, kann ich nicht mal sagen, sie sprachen mich einfach überhaupt nicht an. In der 25. Woche des Jahres war ich dann aber wieder in alter Frische am Start. Nur verzählt habe ich mich gegen Ende der Woche und war meiner Zeit schon einen Tag voraus, aber wer merkt das schon.... ;)


Week 25








15. sun

16. anything

17. lunchtime

18. local | 19. 9 o'clock

20. what I'm doing now

21. wet


(Eingebettet diesmal mit embed.ly - ist das nicht schick? Ich glaube, das nutze ich jetzt immer für Instafotos, deren Einbettungsfunktion finde ich so sperrig und schwer in der Ladezeit. Was meint ihr?)



Die Liste für die kommende Woche wartet schon hier.



// Chantelle von Fat Mum Slim ist eine der großen Lifestyle-Bloggerinnen meiner Generation. Sie lebt und bloggt in Australien und hostet schon lange die Photo-a-Day-Challenge, im Rahmen derer täglich Fotos zu bestimmten Stichwörtern - "prompts" - gesammelt werden. //




Follow on Bloglovin


Sonntag, 21. Juni 2015

[Buch] Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher #LLBC

Es ist wieder soweit!  Show-and-tell für die Leserlieblingsbücherchallenge :)

Für den Monat Juni (das Challenge-Jahr ist schon zur Hälfte um, Wahnsinn, oder?) habe ich "Die Stadt der träumenden Bücher" von Walter Moers gelesen. Ein Lieblingsbuch von Julia, das mir echt Spaß gemacht hat.


Die Stadt der Träumenden Bücher (Zamonien, #4)Die Stadt der Träumenden Bücher by Walter Moers
My rating: 3 of 5 stars

"Die Stadt der träumenden Bücher" ist ein Wälzer, um den ich schon länger herumgeschlichen bin. Mein Schwager hat ihn in seinem Bücherregal und der Titel, die Aufmachung und die liebevollen Illustrationen sprechen mich jedes Mal wieder an, wenn wir dort zu Besuch sind. (Also etwa einmal im Jahr).

Als mir das Buch von Julia vorgeschlagen wurde, nahm ich das zum Anlass, es endlich fest auf meine Leseliste zu setzen, denn bisher kannte ich von Moers nur die anstrengenden Käpt'n Blaubär-Geschichten aus der Sendung mit der Maus...

Allerdings las ich es letztlich nicht selbst, sondern ließ es mir als Hörbuch von Dirk Bach vorlesen. Der machte das auch wirklich sehr gut, nur fehlten mir die Illustrationen, glaube ich, denn Walter Moers schafft es zwar, meine visuelle Fantasie anzusprechen und seine absolut einzigartige, wenn auch teilweise völlig durchgeknallte, Welt in meinem Kopf entstehen zu lassen, aber ich glaube, ich hätte zwischendurch viel Freude daran gehabt, auch mal eine Illustration dazu zu sehen. Schon zum Verschnaufen, denn die fantastische Reise durch Buchheim und die Katakomben unter der Stadt ist rasant, und ich musste mich teilweise ziemlich konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren.

Damit habe ich eigentlich auch schon gesagt, was ich an diesem umfangreichen Werk wirklich geliebt habe: Die sagenhafte Bücherwelt, die Walter Moers hier erschaffen hat, muss wohl jeden Büchermenschen unweigerlich in ihren Bann ziehen. Seine farbenfrohen Beschreibungen und originellen Ideen haben mich eingesaugt in dieses Universum, allerdings eher als außenstehenden Beobachter, richtig identifizieren konnte ich mich mit dem naiven Helden Hildegunst von Mythenmetz dann doch nicht. Dazu war er mir zu sehr Lindwurm, vermutlich. Toll sind die Wort- und Namensschöpfungen von Moers, ich kam streckenweise aus dem Schmunzeln nicht heraus und musste auch immer wieder laut auflachen. Alleine die Namen seiner Dichterfürsten, die durchweg Anagramme realer Autoren sind - herrlich!

Der rote Handlungsfaden und Spannungsbogen haben mich nicht restlos überzeugt. Möglicherweise gewollt, denn "Die Stadt der träumenden Bücher" ist eher eine Chronik seiner sagenhaften Abenteuer, die Hildegunst zu Papier bringt. Manchmal wirkt es so, als reihe sich eines ans andere, man verliert das große Ganze aus dem Blick, obwohl Moers den Bogen gegen Ende wieder zurück zum Ausgangspunkt der Geschichte schlägt. Teilweise war er mir auch ein bisschen zu ausschweifend in seinen Erzählungen, aber da ich epische Bücher ja grundsätzlich mag, konnte ich damit leben. Am Ende legte ich das Buch zufrieden und satt zur Seite, ich glaube nicht, dass ich die Fortsetzung unbedingt lesen muss, habe dieses aber insgesamt wirklich genossen.



 @Challenge-Teilnehmer: 

Schreibt ihr mir hier in den Kommentaren, was ihr gelesen habt, damit ich die Tabelle aktuell halten und auch mal ein Update zum ersten Halbjahr hier veröffentlichen kann? Im Augenblick stehen wir bei insgesamt 21 gelesenen Büchern, da geht noch was....




Follow on Bloglovin


Samstag, 20. Juni 2015

Samstagsfragmente #7



Heute


fühle ich mich mental ziemlich ausgelaugt, aber auf eine gute Art. Dennoch war es schön, zwischendurch ein bisschen in meinem Ausmalbuch zu malen, um das Hirn zu entspannen. Ich habe die letzten Tage und Nächte nämlich noch mehr Zeit als sonst im Netz verbracht, denn wenn sich eine Idee mal bei mir festgesetzt hat, muss ich diese am liebsten sofort im Detail umsetzen, und wenn nicht sofort, dann doch wenigstens sehr zeitnah. Sehr.

Doch von Anfang an.... Wer uns kennt, beziehungsweise hier aufmerksam mitliest, weiß, dass wir seit Jahren einen großen Teil unserer Sommer in Deutschland bei meiner Familie verbringen.

(Falls ihr euch mit dem Gedanken tragt, euch international zu verheiraten, kalkuliert mit ein, dass entweder eure oder seine Familie erwarten wird, dass ihr regelmäßig dort aufkreuzt, abgesehen davon, dass ihr ganz sicher auch dort aufkreuzen wollt, weil ihr das Jahr über die jeweils andere Familie nicht mal eben spontan besuchen könnt. Das hat viele Vorteile - zum Beispiel werdet ihr minimal für Übernachtung und Verpflegung im Urlaub ausgeben müssen - aber auch den Nachteil, dass alle Reiseideen, die ihr sonst so habt, immer mit dem Urlaub in der Heimat konkurrieren werden müssen. Es sei denn, ihr habt so viele Urlaubstage und ein so unbegrenztes Budget für Reisen, dass ihr einfach beides machen könnt, aber wer hat das schon?) 

Für mich sind diese Heimaturlaube jedes Jahr ganz wunderbar, denn sie bedeuten, dass ich mich "bei Mama" einfach hängen lassen kann und nur minimal planen, organisieren, putzen und funktionieren muss. Für das Mädchen bedeuten sie, dass sie von klein auf eine sehr enge Verbindung zu Oma und Opa aufbauen konnte und sich bei ihnen fast so daheim fühlt wie bei uns zuhause. Für den Gatten sind diese Urlaube auch schön, denn er ist sehr gerne in Deutschland, aber er muss sich in seinem Umfeld dennoch recht oft anhören, ob er nicht auch mal woanders hinfahren will. Würde er natürlich nie zugeben, aber wenn man eine Weile lang hartnäckig nachhakt, kommt manchmal doch raus, dass er schon gerne noch ein bisschen mehr sehen würde von Europa. 2013 hatten wir daher Berlin in unsere Reise eingebaut und letztes Jahr in Tagesausflügen ein bisschen Schweiz und Frankreich geschnuppert.

Dieses Jahr ist London an der Reihe. Ich geb's gleich zu: Hätte ich geahnt, wie teuer alles in der "Hauptstadt aller Hauptstädte" tatsächlich ist, ich hätte diese Schnapsidee gleich wieder verdrängt. Aber nun hatte sie sich mal festgesetzt und ich nehme es als Challenge, aus dieser Reise so viel herauszuholen wie möglich, ohne dabei vollkommen pleite zu gehen. Allein die ersten Schritte - die Flugdaten festlegen und eine einigermaßen erschwingliche Unterkunft zu finden, die dennoch zentral und nicht völlig versifft ist, hat mich einige Nächte gekostet, was mich auf die Wochenereignisse bringt....

Die Woche


Erlesenes


John Irving: The Cider House Rules (Gottes Werk und Teufels Beitrag) - habe ich diese Woche ausgelesen. Hat mich auf vielfältige Weise sehr berührt und beschäftigt.

Mit dem Mädchen habe ich den Paddington Bear von Michael Bond in Angriff genommen. An der neuen hebräischen Ausgabe mit den Illustrationen der englischen Originalausgabe konnte ich einfach nicht vorbei und in Vorbereitung auf unsere Londonreise passt das doch super...

Apropos Londonbücher.. Für mich liegt Helene Hanff: 84, Charing Cross Road auf dem Stapel. Kennt das jemand von euch?

5 Erfreulichkeiten


  1. Wieder eine Woche weniger zum Schuljahresende. (Ihr habt keine Ahnung, wie sehr uns die Schule und alles drum herum in den letzten Wochen gestresst hat.) 
  2. Flug nach London gebucht für wirklich günstig, Easyjet sei Dank.
  3. Unterkunft in London gebucht. Für zwei Nächte mitten im Zentrum und je eine in unmittelbarer Flughafennähe, wo die Zimmer viel günstiger sind. Und da wir ohnehin abends ankommen und früh morgens wieder fliegen müssen, verlieren wir dadurch auch keine wertvolle Londonzeit. Im Gegenteil wird es womöglich sogar stressfreier und wir sehen noch ein bisschen "echteres" England in dem kuschligen B&B draußen vor der Stadt. 
  4. Den Gatten überredet, mit mir mal wieder "Notting Hill" anzuschauen. Ein Lieblingsfilm (trotz Hugh Grant). 
  5. Das Mädchen bei einer tollen Reitstunde begleitet, was mich daran erinnert, dass ich schon längst mal ein paar Eindrücke von "unserer" Farm hier teilen wollte... 

Webfundstücke



Heute ein Fundstück für meine israelischen Leser (ich weiß, dass es euch gibt....!). Die Zeichentrickserie "Cheder VaChetzi" lief im letzten halben Jahr als Teil der Satireshow "Eretz Nehederet" und zeigt das Leben eines ganz normalen Israeli irgendwo in einer 1,5-Zimmer-Wohnung in Tel Aviv. Die Hummus-Folge hat mich diese Woche sehr zum Lachen gebracht:

"HaHummus" von Nir & Gali

Alle Clips von Nir & Gali sind auch auf deren Facebookseite zu finden.




Auch diese Woche verlinke ich diese Fragmente bei Karminrots neuem "Samstagsplausch", sehe ich euch da?




Follow on Bloglovin



Mittwoch, 17. Juni 2015

London wartet auf uns?


Ich drehe gerade ein bisschen am Rad.. Vor einiger Zeit habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass es doch nett wäre, mal wieder nach London zu fahren. Die englische Hauptstadt gehört schon ewig zu meinen Lieblingsstädten und ich war schon viel zu lange nicht mehr dort. Vor bald 9 Jahren das letzte Mal, um genau zu sein, auf einer kurzen Geschäftsreise mit einem Arbeitskollegen (und dem besten Zellhaufen der Welt - ich hatte unmittelbar vor der Reise herausgefunden, dass ich schwanger bin). Bei dem Gatten ist der letzte Besuch in London fast 30 Jahre her, also eindeutig viel zu lang.

Nun sind wir ja beide große Fans von Sherlock Holmes, besonders der BBC-Serie, und seit Neuestem Cormoron Strike - beides Helden, auf deren Spuren es sich in London prima wandeln lässt. Unter anderem, denn natürlich gibt es in London auch unabhängig davon richtig viel zu unternehmen. So viel, dass einen das Angebot fast erschlägt, aber die Idee, nach London zu reisen ist doch gut, oder? Auch für "nur" drei Tage und auch mit einem Budget, das es nicht erlauben wird, alle Attraktionen mitzunehmen, sondern hauptsächlich viel von der Atmosphäre in der Stadt aufzusaugen. Das haben wir in Berlin vor zwei Jahren auch so gemacht und es war richtig klasse. Aber dennoch... Ich bin so überfordert von all den Möglichkeiten und Parametern, die man berücksichtigen sollte, bevor man sich ins Abenteuer stürzt. Oder sehe ich das zu spießig-deutsch?

Weil es grade so schön passt... Ein israelischer Klassiker von Chava Alberstein:

London wartet nicht auf mich - לונדון לא מחכה לי



Follow on Bloglovin


Sonntag, 14. Juni 2015

Jetzt doch noch: #12von12 im Juni 2015

Da ich diese Woche bei #FMSphotoaday auf Instagram pausiert habe und daher heute auch keine Ausbeute zeigen kann, reiche ich nun doch noch schnell die #12von12 vom Freitag nach. Der Vollständigkeit halber, sonst fehlt doch irgendwie was....




// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //


Follow on Bloglovin


Samstag, 13. Juni 2015

Samstagsfragmente #6



Heute


Fühlen wir uns alle drei ein bisschen flau im Magen und hoffen sehr, dass dieser Zustand lediglich ein Resultat der, wie immer, sehr leckeren, aber auch recht schweren Snacks und Speisen meiner Schwägerin ist und nicht der Magen-Darm-Virus, der angeblich in der Klasse des Mädchens umgeht...

Gestern war 12 von 12, die ich bereits zum zweiten Mal über den Tag verteilt auf Instagram gezeigt habe. Abends haben mich dann ein fieser Kopfschmerz und akute Müdigkeit davon abgehalten, die fotografierten Bilder auch noch hierher zu holen, nächsten Monat dann wieder! (Hoffentlich.) Das Bild das am besten ankam, zeige ich euch aber noch schnell, die anderen könnt ihr ja auf Insta nachsehen...


A photo posted by @photo_fragment on



Die Woche


Erlesenes


John Irving: The Cider House Rules (Gottes Werk und Teufels Beitrag) - lese ich immer noch und werde wohl noch eine ganze Zeit daran lesen. Kein leichter Stoff und nichts zum eben mal weglesen, aber er berührt und beschäftigt mich auf vielfältige Weise.

Theodor Fontane: Effi Briest - habe ich Anfang der Woche zu Ende gelesen und war überrascht, wie flüssig und modern der Schreibstil sich auch nach über 100 Jahren noch liest. Vor allem gegen Ende habe ich mich richtig mitreißen lassen von Tragik und Drama, das hätte ich nicht erwartet, sind die Lebensrealitäten heute doch sehr anders als damals. 

Als nächstes liegt auf meinem Stapel ein Sachbuch: In Mein gelobtes Land erzählt der Journalist Ari Shavit die Geschichte Israels. Das Buch haben mir meine Schwiegereltern geschenkt und es soll ziemlich gut sein.


5 Erfreulichkeiten


  1. In der Hauptstadt im Theater gewesen. Das Stück Frühlingsopfer des deutschen Performance-Kollektivs She She Pop wurde im Rahmen des Israel Festivals in Jerusalem aufgeführt und hat mich besonders durch das Zusammenspiel der Schauspieler mit ihren Müttern, die als aufgezeichnete Videosequenzen auf überlebensgroßen Leinwänden in das Stück eingebunden waren, fasziniert. 
  2. Mit dem Gatten seit langem wieder einmal in Ruhe aushäusig frühstücken gegangen. 
  3. Mir selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllt und ein Ausmalbuch nur für mich gekauft. So entspannend! 
  4. Einen positiven Zahnarztbesuch mit dem Mädchen erlebt. 
  5. Das Kinderzimmer mal wieder ordentlich entrümpelt, entstaubt und aufgeräumt. (Das mache ich ja durchaus gerne und nicht nur einmal im Jahr....)

She She Pop auf der Bühne in Jerusalem


Webfundstücke


Diese Woche hatte ich kaum Zeit für das weltweite Web, aber ich habe zwei interessante Trailer gesehen, beide von Buchverfilmungen, auf die ich mich sehr freue:

Der Marsianer mit Matt Damon kommt schon diesen Herbst in die amerikanischen Kinos, was mich sehr überrascht hat, da das Buch erst letztes Jahr erschienen ist. Offenbar wollte man dringend Nägel mit Köpfen machen, nachdem klar war, was für einen Bestseller der Autor da gelandet hat. Meine Rezension zu diesem Lesehighlight 2014 findet ihr hier.

Außerdem kommt Ende November der letzte Teil der Panem-Verfilmung in die Kinos: Mockingbird Teil 2.

Ich bin ziemlich gespannt, weil ich beide Vorlagen für nicht ganz einfach zu verfilmen halte und hoffe, dass es keine Enttäuschungen gibt.



Ansonsten ist nichts spektakuläres vorgefallen in dieser Woche, aber ich werde mich mal bei Karminrots neuem "Samstagsplausch" verlinken und sehen, was sie so erlebt hat...





Follow on Bloglovin


Sonntag, 7. Juni 2015

Meine Insta-Woche: #FMSphotoaday (week 22 / 23)

Letzte Woche kam ich gar nicht dazu, euch meine Photo-a-Days hier zu zeigen, was hauptsächlich daran lag, dass ich so viele Lücken in der Woche hatte, die ich eigentlich noch "nacharbeiten" wollte, wozu es dann aber nicht mehr kam. Daher jetzt also die lückenhafte Woche 22 und, weil schon wieder eine Woche vorbei ist, die 23 gleich hinterher.

Mehr Fotos, Erklärungen und Hintergründe gibt es auf meinem Instafeed, die Verlinkungen spare ich mir heute mal.

week 22




daily ritual

pink

starts with s

over there

week 23 






many

looking up

starts with b

looking down

who I am

forgotten



// Chantelle von Fat Mum Slim ist eine der großen Lifestyle-Bloggerinnen meiner Generation. Sie lebt und bloggt in Australien und hostet schon lange die Photo-a-Day-Challenge, im Rahmen derer täglich Fotos zu bestimmten Stichwörtern - "prompts" - gesammelt werden. //



Follow on Bloglovin


Samstag, 6. Juni 2015

Samstagsfragmente  #5




Heute


haben wir zuhause gegammelt. Verschiedene andere Ideen wie Freibad, Museum oder Strand fielen aus Gründen durch, am Ende war es genau das Richtige, einfach mal gar nichts zu tun. Wobei "gar nichts" ja relativ ist und so wurde ein bisschen gelesen, ein bisschen mit dem Wasserschlauch auf dem Balkon gespielt, ein bisschen musiziert (das Mädchen hat gestern eine Ukulele geliehen bekommen, da musste man natürlich gleich das Internet bemühen und ein wenig rumprobieren), ein Rennmaustunnel aus Kapla gebaut, ein bisschen Haushalt erledigt, ein bisschen Zeitung gelesen und insgesamt einfach in den Tag hinein gelebt.

Die Woche


Erlesenes


John Irving: The Cider House Rules - Als ich Anfang der Woche beim Stöbern auf Goodreads an "Gottes Werk und Teufels Beitrag" hängenblieb und es mir auf meine Leseliste setzte, fiel mir auf, dass ich das im Original schon seit längerem auf dem Kindle habe. Der Titel war mir bisher nur auf Deutsch ein Begriff, die Verbindung zum englischen Original fehlte mir. Langer Rede kurzer Sinn: Das wird jetzt endlich einmal gelesen. Überhaupt mein erster Irving.

Stefan Lukschy: Der Glückliche schlägt keine Hunde - dieses Loriot-Porträt habe ich diese Woche zu Ende gelesen und hier meinen Eindruck dazu hinterlassen.

Theodor Fontane: Effi Briest - den großen Klassiker, den ich damals im Deutschunterricht schon sehr mochte, ohne auch nur das Geringste von den Komplikationen der Ehe zu ahnen, wollte ich schon lange mal wieder lesen und genieße das bisher sehr. 


5 Erfreulichkeiten


  1. eine neue Packung Kaffeebohnen aufgerissen und festgestellt: Rewe Fairtrade schmeckt ganz wunderbar und wird beim nächsten Deutschlandbesuch wieder eingepackt. 
  2. in Tel Aviv eine tolle Aussicht bei Drinks und Häppchen mit lieben Menschen genossen 
  3. einen herzlich-schönen Freitagabend mit besten Freunden verbracht (wieder mit toller Aussicht, diesmal auf Jerusalem) 
  4. mal wieder etwas länger mit der immer viel beschäftigten Schwester telefoniert
  5. endlich die lang erwarteten Jamberry-Nagelaufkleber aus Amerika bekommen. Ob wir richtig gute Freunde werden muss sich noch zeigen, aber hübsch sind sie auf jeden Fall. 

Blick zwischen Moderne und Antike

Traurigkeit


Am Donnerstag mussten wir erfahren, dass des Gatten Lieblingstante verstorben ist. Die gute alte Seele war Mitte 90 und seit einigen Wochen bettlägerig, dennoch kam ihr Tod nun überraschend und ist für die Familie ein schwerer Verlust, denn sie war eine wichtige Bezugsperson, die bis zuletzt sehr präsent war.


Webfundstücke


Wer mich kennt weiß, dass ich kein Katzenmensch bin und daher auch eher selten entzückt ausrufe, wenn wieder einmal einer irgendeine niedliche Katze ins Internet stellt. Umso mehr hat mich die Geschichte der kleinen Iris Grace und ihrer Therapiekatze Thula berührt. Die Bilder dazu sind unbeschreiblich.

 Werbeclip von Coca Cola, der mich sehr an mich selbst erinnert hat. (Und es zeigt sich mal wieder, dass Coca Cola immer noch die beste Werbung macht)


Wie war euer Wochenende bis hierher?


Donnerstag, 4. Juni 2015

[Buch] Stefan Lukschy: Der Glückliche schlägt keine Hunde: Ein Loriot Porträt

Der Glückliche schlägt keine Hunde: Ein Loriot Porträt (German Edition)Der Glückliche schlägt keine Hunde: Ein Loriot Porträt by Stefan Lukschy
My rating: 4 of 5 stars

Ich liebe Loriot. Dabei kann ich nicht mal sagen, wie lange diese Liebe zurück reicht, aber mir ist so, als seien die Sketche und Filme schon immer Teil meiner Seele gewesen. Unser Familienwortschatz ist derart durchdrungen von Loriot-Wörtern ("Sitzgruppe") Phrasen ("das sieht sehr übersichtlich aus") und Ausrufen ("ach was?!"), dass wir schon gar nicht mehr merken, dass wir dauernd darauf zurückgreifen. Immer wenn wir zu Besuch bei meinen Eltern sind wird irgendwann, meist schon am ersten Abend, die große DVD-Sammlung rausgeholt und ein bisschen Loriot geschaut. Dann wird es gemütlich.

Stefan Lukschy, der in jungen Jahren als Loriots Regieassistent an den großen Fernsehsendungen mitwirkte und dabei auch über die Arbeit hinaus zu einem wichtigen Weggefährten wurde, hat mit "Der Glückliche schlägt keine Hunde" ein sehr persönliches Porträt geschrieben, das mich berührt hat. Dabei berichtet er gleichermaßen umfassend und detailliert über seine Arbeit mit Loriot, als auch die Privatperson Vicco von Bülow, von der ich bisher nur wenig wusste. Überhaupt nicht bewusst war mir zum Beispiel, wie wichtig die Musik und insbesondere Wagner für ihn war, und was für einen großen Sachverstand er dafür hatte. Lukschys ausführliche Schilderungen dazu waren mir persönlich teilweise etwas zu viel, da ich selbst praktisch keinen Musikverstand habe und daher mit der Masse an Informationen beinahe überfordert war. Auch hatte ich mitunter den Eindruck, dass Lukschy sich etwas oft wiederholt, in der Zeit springt und ihm insgesamt ein wenig der rote Faden fehlt. So ist das Porträt zu weiten Teilen einfach eine lose Aneinanderreihung von gemeinsamen Erlebnissen, Projekten und Unternehmungen der beiden Freunde, dich ich sehr gerne gelesen habe. Vor allem die Entstehungsgeschichten der berühmten Sketche und Filme in einer vordigitalen Zeit, fand ich unheimlich spannend zu lesen.



Follow on Bloglovin