Donnerstag, 30. April 2015

12tel Blick mit Palme im April

Der April ist wohl der Monat, in dem die farbenfrohe israelische Pflanzenwelt der Wintermonate allmählich den Rückzug antreten muss. Leider verlieren die schönen Wildblumen Jahr für Jahr unweigerlich den Kampf gegen die heiße Sonne und den trockenen Wüstenwind, der uns auch diese Woche wieder heimgesucht hat.




Auf dem grünen Hügel sind die gelben Blumen vom März verblüht und haben stacheligen Disteln Platz gemacht. Die sind beim näheren Hinschauen aber auch ganz hübsch, finde ich.




Und auf unserem monatlichen Ausflug, diesmal in den "kühleren" Norden, haben wir zwar mit großem Glück ein kleines Feld wunderschöner Iris gefunden, aber auch hier trocknet die Landschaft allmählich aus.




Spannend, dass mir die Jahreszeiten und ihr Verlauf hier erst durch diesen 12tel-Blick so richtig bewusst werden.


Alle bisherigen Ausblicke findet ihr hier.

// Der 12tel Blick ist eine Fotoaktion von Tabea Heinicker, die jeweils am Ende des Monats die Monatsblicke der teilnehmenden Blogger bei sich sammelt. //


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Mittwoch, 29. April 2015

Nett - 101 Israelis zählen von 0 bis 100

Ein Videoprojekt von zwei niederländischen Filmemachern, das wunderbar dazu geeignet ist, auf Ivrit zählen zu lernen.... 





(Ja, es könnte noch mehr von unserer kulturellen "Diversity" abbilden, aber dafür, dass hauptsächlich in Tel Aviv gedreht wurde, zeigt es schon ziemlich viele Gesichter, finde ich.)



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Dienstag, 28. April 2015

[Buch] Sue Monk Kidd: The Invention of Wings (mit Kindle-Deal-Link!)

Ich weiß, mein Buch-Tag ist eigentlich Mittwoch, aber dieses hier muss ich kurz dazwischen werfen, denn es hat mich die letzten Tagen in Atem gehalten und ist außerdem gerade bei Amazon für Kindle (auf Englisch) für 99 Cent zu haben.

Zum Buch:

Charleston, um 1800: Sarah Grimké wächst als mittlere Tochter eines angesehenen Plantagenbesitzers in einem großen Stadthaushalt auf. Zu ihrem 11. Geburtstag bekommt sie von ihrer Mutter das Sklavenmädchen "Handful" geschenkt, die ihr von nun an als persönliche Zofe dienen soll. Sarah, die seit einem traumatisierenden Erlebnis die Sklaverei strikt ablehnt, rebelliert zunächst gegen das Geschenk und sucht, als das nichts nützt, die Freundschaft zu Handful. Eine schwierige, gefährliche Beziehung entsteht zwischen den beiden und über die Jahre stoßen sie immer wieder an die Grenzen der Gesellschaft in der sie leben. Eine Schlüsselszene ist, als Handful eines Tages feststellt, dass ihr Körper zwar versklavt sei, ihre Gedanken jedoch frei, während es für Sarah genau umgekehrt ist.

“My body might be a slave, but not my mind. For you, it's the other way round.” 


Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich dieses Buch berührt hat. Auch das frühere Werk der Autorin "Die Bienenhüterin" habe ich verschlungen und mit 5 Sternen bewertet, aber mit diesem hat mich Sue Monk Kidd noch mehr überzeugt. Über ein halbes Jahrhundert spannt sie die Lebensgeschichten von Sarah und Handful, jeweils aus der einen oder anderen Erzählperspektive, die, obwohl sie untrennbar miteinander verwoben sind, nicht unterschiedlicher sein könnten. Mitunter sehr schwer auszuhalten sind die bildhaften Schilderungen der Grauen der Sklaverei, aber die Autorin schafft es, über ihre starken Heldinnen immer ein bisschen Hoffnung zu transportieren. Sehr spannend fand ich auch den historischen Hintergrund zur Person Sarah Grimké. Das machte den Roman für mich noch authentischer und Lust darauf, ihre eigenen Publikationen auch einmal zu lesen. "The Invention of Wings" ist kein romantischer Südstaatenroman - Bälle und Empfänge bleiben außen vor - sondern eine realistische Annäherung daran, wie das Leben von Frauen in dieser Zeit ausgesehen haben könnte.



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Sonntag, 26. April 2015

Meine Insta-Woche: #FMSphotoaday (week 17) // #abcFee2015 (Q-Z)

Dieser Tage habe ich die ABC-Challenge von Fee beendet. Die letzten Buchstaben sind im Alltag etwas untergangen und ich habe ein bisschen im Archiv kramen müssen, aber der eine oder andere nette Schnappschuss ist mir doch gelungen, finde ich.

Fee hat heute die Aktion auch bei sich auf dem Blog abgeschlossen, schaut doch mal rein, es lohnt sich. Ihre persönlichen Highlights aus fast 15.000 #abcFee2015-Fotos hat sie auf einer Pinnwand bei Pinterest gesammelt. Mein Foto von unserem XS-Hund Sally ist dort auch zu sehen :)

Eine sehr schöne Aktion, bei der ich gerne mitgemacht habe.

Hier also die Buchstaben Q-Z im Überblick, A-P hatte ich letzte Woche schon hier gezeigt.

#abcFee2015 - Q-Z

Bei  #FMSphotoaday sahen die Prompts für vergangene Woche so aus: 




Und meine Umsetzung: 


This happened

Season

Mess

Snack

Fill the frame

I sat here

4 o'clock


// Chantelle von Fat Mum Slim ist eine der ganz großen Lifestyle-Bloggerinnen meiner Generation. Sie lebt und bloggt in Australien und hostet schon lange die Photo-a-Day-Challenge, im Rahmen derer täglich Fotos zu bestimmten Stichwörtern - "prompts" - gesammelt werden. //




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Freitag, 24. April 2015

[Buch] Ein Buchladen, wie er sein soll

Gestern war Welttag des Buches. Zum 20. Mal seit ihn die UNESCO 1995 als "World Book and Copyright Day" zur Leseförderung und Würdigung von Autoren in aller Welt ausrufen ließ. In den letzten Jahren habe ich im Rahmen von "Blogger schenken Lesefreude" jeweils Bücher verlost, dieses Jahr ist dieser Zug an mir vorbeigefahren. Ganz sang- und klanglos möchte ich den Buchtag dennoch nicht vorbeiziehen lassen und da ich gestern nicht mehr dazu kam, kommt jetzt ein kleiner Beitrag für Bücherfreunde :)

Manchmal stößt man ganz überraschend auf seelenverwandte Büchermenschen. Mir ging es vor etwa einer Woche so, als ich unvermittelt mit einem jungen Kollegen in ein Gespräch über Bücher verwickelt wurde. Genauer gesagt, ein Gespräch über einen besonderen Buchladen in Jerusalem, von dem er so begeistert schwärmte, dass mir ganz warm ums Herz wurde. Er kaufe Bücher nur noch in diesem Buchladen und fahre dafür sogar extra nach Jerusalem. (Dazu muss gesagt werden, dass ein echter Tel Aviver kaum jemals einen Fuß aus der "besten Stadt" setzt, schon gar nicht, um nach Jerusalem zu fahren.)

Nun gehe ich, seit ich einen Kindle besitze und darüber hinaus Zugang zu mehreren Bibliotheken habe, nur noch höchst selten in Buchläden, um für mich Bücher zu kaufen, aber ich nahm mir fest vor, bei nächster Gelegenheit diesen sagenhaften Laden aufzusuchen. Wer so viel Begeisterung auslöst verdient einen Besuch, dachte ich mir.

Die Gelegenheit ergab sich dann tatsächlich recht kurzfristig (eine glückliche Fügung), als ich letzte Woche ohnehin in Jerusalem war.

Um den Buchladen zu finden, ist es gut, die genaue Adresse zu kennen, denn er fügt sich unauffällig in eine Seitenstraße im ehrwürdigen Jerusalemer Rechavia-Viertel ein. Es gibt sie kaum noch, die kleinen Läden, in denen wirklich nur Bücher verkauft werden, denn auch in Israel beherrschen heutzutage die großen Ketten beinahe den ganzen Büchermarkt.

Adraba - "im Gegenteil" 



Und so war ich zunächst überrascht, als ich entdeckte, dass "Adraba Bücher*" kaum drei Meter breit und nur wenige Meter lang ist, man ist heutzutage einfach mehr Fläche gewöhnt, aber beim genaueren Hinsehen merkt man sofort, dass hier jeder Zentimeter für hochwertige Bücher genutzt wird. Es gibt von allem etwas. Neuerscheinungen, Klassiker, Hebräisch, Englisch, Kinder- und Jugendliteratur, neu und gebraucht.


Die freundliche Büchermenschin hinter dem Ladentisch wusste auf alle Fragen nach bestimmten Titeln eine Antwort, und fand die gesuchten Bücher sofort, beziehungsweise konnte mir sagen, warum sie den oder jenen gerade nicht da hat. Wertvolle Tipps für lesenswerte Bücher jenseits der üblichen Standardwerke gab es auch noch dazu.

Und im englischen Second-Hand-Regal entdeckte ich auf Anhieb drei Bücher, die ich schon länger auf der Wunschliste habe, und letztlich schleppte ich einen ganzen Stapel nach Hause, obwohl ich eigentlich nur ein bisschen "rumkucken" wollte.

So ist das mit den Büchermenschen. Sie sind unverbesserlich.



Beute:

Eugenides: Middlesex
José Saramago: Blindness
Jonathan Franzen: The Corrections
Amos Oz: Yehudim VeMilim (Juden und Wörter)
Astrid Lindgren: Madicken (Madita)


Gestern habe ich dann noch schnell bei "Vorsicht Buch! ein Herzbuch von mir hochgeladen. Die Chroniken von Narnia begleiten mich schon so lange, dass sie den Titel allemal verdienen. Bei der Herzbuchaktion zum 20. Welttag des Buches kann man Büchergutscheine gewinnen :)


Habt ihr zum Welttag des Buches etwas besonderes büchermenschiges unternommen?




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Donnerstag, 23. April 2015

[Lieblingsrezept] Fusion Food - Hummus und Foccacia

Beim Grillen reiche ich seit einiger Zeit gerne Foccacia. Es ist leicht zu machen, kann einfach an verschiedene Geschmäcker angepasst werden und passt zu allem gut dazu. Beim letzten Grillen hatte ich außerdem hausgemachten Hummus geplant, und da die Hälfte der Familie sich um eine gute Stunde verspätete, reichte ich ihn den bereits Anwesenden spontan als Vorspeise mit dem noch ofenwaren Foccacia. Kam bestens an. Da am Unabhängigkeitstag in Israel traditionell gegrillt wird und ich versprochen habe, Hummus und Foccacia mitzubringen, dachte ich, ich teile diese Kombi mal hier:

Für den Hummus braucht ihr:

  • ca. 150g Kichererbsen (getrocknet) oder 1,5 Becher gekochte
  • Frischer Koriander und/oder Petersilie 
  • 3 EL Sesampaste "Tahini" 
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz, Kreuzkümmel und Pfeffer
  • 2 Knoblauchzehen 
  • Olivenöl 
Zubereitung:
  1. Die Kichererbsen über Nacht in reichlich Wasser einweichen, danach abschütten und in frischem Wasser mindestens eine Stunde weichkochen lassen. Je nach Lust und Nerven häuten, notwendig ist es meiner Erfahrung nach nicht. (Tipp: Gleich eine größere Menge Kichererbsen kochen und portionsweise einfrieren, dann kann man sich beim nächsten Mal die lästige Vorbereitungszeit sparen. Eine 500g-Packung getrocknete Kichererbsen reicht etwa für viermal Hummus machen.) 
  2. Knoblauch, Koriander und Petersilie in die Küchenmaschine geben und fein häckseln.
  3. Kichererbsen, Zitronensaft, Sesampaste, Salt und Kreuzkümmel dazu und weiter verarbeiten, bis sich eine streichfeste Paste ergibt. Nach Bedarf immer wieder etwas Olivenöl oder ein wenig heißes Wasser zugeben, damit die Zutaten sich wie gewünscht verbinden und der Hummus nicht trocken oder krümelig bleibt. 
  4. Zum Servieren den Hummus in einen tiefen Teller oder eine Schale geben, in die Mitte eine Vertiefung graben und mit einem Schuss Olivenöl dekorieren. 


Für das Foccacia braucht ihr:

  • 500g Mehl
  • 2 TL Trockenhefe
  • Wasser
  • Zucker
  • 1 TL Salz
  • Olivenöl
  • grobes Meersalz, Thymian, Rosmarin oder Oregano

Zubereitung:
  1. Mehl in eine große Schüssel geben und in die Mitte eine tiefe Mulde graben. Trockenhefe und etwas Zucker hineingeben und mit 3/8 lauwarmem Wasser auffüllen. 
  2. Etwas Mehl über die Hefemischung streuen, abdecken und etwa eine halbe Stunde gehen lassen. 
  3. Einen guten Schuss Olivenöl und Salz zugeben und den Teig etwa 10 Minuten kneten. Eine weitere Stunde gehen lassen. 
  4. Teig in 3-4 Teile trennen und dicke Fladen ausrollen. Mit den Fingern dellen hineindrücken, mit Olivenöl bestreichen und mit Meersalz und wahlweise Thymian, Rosmarin oder Oregano bestreuen. 
  5. Abdecken und noch einmal gehen lassen, währenddessen Backofen auf 200 Grad vorheizen. 
  6. Auf der mittleren Schiene 15-20 min. backen und am besten warm mit dem frischen Hummus servieren. 



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Mittwoch, 22. April 2015

Gedenken und nach vorne sehen



Die Flaggen säumen schon die Straßen hier bei uns, wehen von Autofenstern, Balkonen und Fassaden, bunte Fähnchen und Lichterketten dekorieren Kreuzungen und Innenstädte - Israel feiert morgen Geburtstag.

Doch bevor farbenprächtige Feuerwerke heute Abend die Feierlichkeiten zum 67. Unabhängigkeitstag einläuten können, müssen die Israelis einen der schwierigsten Tage des Jahres überwinden: Der Gedenktag für Israels Gefallene und Terroropfer ist ein stiller, bedrückender Tag in unserem sonst so vor demonstrativer Lebensfreude pulsierenden Land. Wie am Jom HaShoah gibt es Schweigeminuten, die von landesweit ertönenden Sirenen begleitet werden und den Alltag zum Stillstand bringen. In Schulen und öffentlichen Einrichtungen werden Zeremonien abgehalten. Da in Israel mit wenigen Ausnahmen alle jungen Männer und Frauen der allgemeinen Wehrpflicht nachkommen, gehen die Schicksale der breiten Bevölkerung viel näher als in vielen anderen Ländern. Viele Israelis sind an diesem Tag von der Arbeit freigestellt, weil sie gefallene Familienangehörige betrauern. Dieses Jahr, so kurz nach der Gazakrise im letzten Sommer, wird dieser Tag für 67 Familien, die dort einen Sohn verloren haben, unfassbar schwer durchzustehen sein.

Sergeant Liel Gidoni, 20, starb während einer einseitigen Waffenruhe im Gazastreifen. Seine Cousine Nofar Margaliot hat ihm dieses Lied gewidmet.




Lächelt, denn lächeln ist Freude
und die Freude ist die Kraft
weiterzumachen

"Liels Lächeln" - Nofar Margaliot 


Sergeant Erez Sagi, 19, starb bei einem Angriff durch Hamas-Terroristen, die über einen Tunnel auf israelisches Gebiet vorgedrungen waren. Die Liedermacher Guy and Roy Zu-Aretz haben ein Lied zu seinem Gedächtnis geschrieben, inspiriert von einer Geburtstagskarte, die er kurz vor seinem Tod seiner Mutter geschickt hatte.




Denk nicht, dass ich vergessen habe,
alles ist in Ordnung, ich werde dich nie vergessen. 
Manchmal ist es schwer, in Kontakt zu bleiben, 
doch ich werde ewig dein sein. 

"Denk nicht, dass ich vergessen habe" - Guy and Roy Zu-Aretz



Was wird das 68. Lebensjahr Israel bringen? Für meine Schwägerin die Einberufung ihres Erstgeborenen, der gerade die Schule abschließt und im September 18 Jahre alt wird. Ich denke heute viel an sie und frage mich, wie es ihr wohl geht an diesem Tag. Fragen ist schwierig, denn sie hat die stachelige Schale, für die viele Israelis bekannt sind, aber immer wieder ist sie doch spürbar, die Sorge.



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Montag, 20. April 2015

Zypern 2015/04 - "Königsgräber" Paphos

In einem unserer Reiseführer heißt es, die "Königsgräber" in Paphos seien wie ein archäologischer Vergnügungspark, und das trifft es ziemlich genau. Auf einem weitläufigen Freiluftgelände, unweit der Stadt und direkt an der Küste, gibt es so viele Felsengräber aus der Zeit des Byzantinischen und Römischen Reiches zu erkunden, dass man leicht den Überblick verlieren kann, wenn man nicht brav nach "Anleitung" vorgeht. So wurde mir gegen Ende klar, dass ich gar nicht auf die Nummerierung der wichtigsten Gräber geachtet hatte und war plötzlich gar nicht mehr sicher, ob ich das spektakulärste, Nummer 3 laut Faltblatt nämlich, überhaupt gesehen habe. Also musste ich noch einmal das ganze Gelände abtragen, um sicherzugehen, aber was tut man nicht alles für einen Hauch von morbider Royalty...

In den "Königsgräbern" wurden allerdings keine echten Könige begraben, wohl aber hochrangige Beamte, Aristokraten und Einflussträger Paphos'. Die architektonisch teils prächtig ausgearbeiteten Gräber wären aber auch eines Königs würdig gewesen und sie sind in Zypern in dieser Form einzigartig.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich fand Höhlen und Geheimgänge schon immer irre spannend, und das Mädchen scheint da ganz nach mir zu kommen. Dabei musste ich meine beiden Helden erst überreden, dieses Weltkulturerbe an unserem vorletzten Tag noch anzusehen, eigentlich hatten sie keine recht Lust. Zu allem Überfluss kamen wir auch direkt in einen heftigen Regenschauer, kaum wir die Eintrittskarten gelöst hatten. Also kurzerhand in einem der erstbesten Gräber untergestellt und abgewartet. Danach waren die Wiesen saftig nass, aber es klarte schnell auf und wurde dann ein geradezu idealer Tag, die Nekropole zu erkunden.


Feigen nach Regen
untergestellt
blühende Pfade
Mohn überall
Einzelne Grabhöhlen
im wogenden Blumenmeer

Auch hier haben mich die wie verrückt blühenden Blumen besonders begeistert. Teilweise musste man sich richtig durch die wogende Pracht kämpfen, um an die eine oder andere Grabhöhle zu kommen. Uralte Steine überwuchert von bunten Wildblumen, das hat einen ganz besonderen Reiz.

Überhaupt wirkte es so, als würde diese wichtige archäologische Stätte mehr oder weniger sich selbst überlassen und ich fand sehr bemerkenswert, wie auch in vielen archäologischen Stätten in Israel, dass praktisch nichts abgesperrt ist. Man kann einfach mittendrin stehen, in der jahrtausendealten Geschichte, ungezwungen Selfies aus Grabkammern machen und durch manche Felsöffnung und Gänge krabbeln.

überwucherte Archäologie
Foto des Tages
forschen muss das Kind
Prachtgrab mit dorischen Säulen
Kulisse


Nächstes Mal will ich unbedingt auch den archäologischen Park in Kato Paphos besuchen. Der ist aber so gigantisch groß, dass wir dafür mindestens noch mal einen halben Tag hätten einplanen müssen.




Weitere Zypern-Beiträge:

Zypern 2015, Teil 1 - Blumen ohne Ende im April
Zypern 2015, Teil 2 - Wandern und stranden mit Aphrodite
Zypern 2015, Teil 3 - Lemesos (Limassol)
Zypern 2015, Teil 5 - Die letzten Reste




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Sonntag, 19. April 2015

Meine Insta-Woche: #FMSphotoaday (week 16) // #abcFee2015 (A-P)

Parallel zu der ständig laufenden  #FMSphotoaday - Challenge von Chantelle, nehme ich im April auch an einer ABC-Challenge von Fee teil. Fee ist eine deutsche Bloggerin, die mich persönlich immer wieder mit ihren wahnsinnig tollen Fotos beeindruckt. Bei ihr sieht man auf den ersten Blick, dass es sich nicht um Handyknippsbilder handelt (wie bei mir zum Beispiel) und das schaue ich mir sehr gerne an.

Meine Buchstaben A-P sehen so aus, auf Instagram könnt ihr sie euch in größer ansehen oder lesen, was ich mir dabei gedacht habe, wenn ihr das mögt. Die Buchstaben Q-Z folgen dann wenn die Challenge gelaufen ist :)




Chantelle hatte für die letzte Woche folgende Reizwörter vorgegeben:



Meine Umsetzung dazu sieht so aus, ein Klick aufs Bild führt euch zu Instagram, außer der hinter dem Muffin, der führt direkt zum Rezept ;-)


Paper

Up!

dinner

where I work

an ordinary moment

Fluffy

Together



// Chantelle von Fat Mum Slim ist eine der ganz großen Lifestyle-Bloggerinnen meiner Generation. Sie lebt und bloggt in Australien und hostet schon lange die Photo-a-Day-Challenge, im Rahmen derer täglich Fotos zu bestimmten Stichwörtern - "prompts" - gesammelt werden. //


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Samstag, 18. April 2015

Zypern 2015/03 - Lemesos (Limassol)

Weiter geht es mit Fotos von unserem Zypern-Urlaub Anfang April. Einer unserer Tagesausflüge führte uns in die alte Hafenstadt Lemesos. Sie ist die zweitgrößte Stadt der Insel und beherbergt einen der wichtigsten Mittelmeerhäfen. In Lemesos hatten wir uns mit einem Klassenkameraden des Mädchens verabredet, der mit seiner Familie just zur gleichen Zeit wie wir auch Urlaub auf Zypern machte. Da der Israeli auch im Ausland gerne nach seiner Herde Ausschau hält, sind solche Treffen nicht ungewöhnlich und es tat dem Mädchen gut, mal nicht nur mit uns allerlei öde Dinge anzusehen.

Im alten Stadtkern hätte ich ewig fotografieren können, die engen Gässchen, farbenfrohen Fassaden und kleinen Lädchen dort bieten wunderhübsche Motive für mehr als einen kurzen Spaziergang. Zu dieser Jahreszeit wirkt das Viertel noch recht verschlafen und hat dadurch einen besonderen Charme, in der Hauptsaison bekommt es wahrscheinlich ein ganz anderes Gesicht.

Historiker können vermutlich aus den Baustilen die Einflüsse der verschiedenen geschichtlichen Perioden herauslesen, wir haben uns damit begnügt, diese Vielfalt - manche Häuser erinnerten uns an Akko oder Jaffa, andere an Strasbourg - einfach interessant zu finden :)





Für den Gatten und mich ist dieser Ausflug auch eine kleine Reise in die Vergangenheit. Wie viele Israelis vor uns mussten wir zum Heiraten ein Standesamt außerhalb Israels aufsuchen und entschieden uns für Zypern. Die Eheschließung selbst fand in der Hauptstadt Lefkosia (Nicosia) statt, doch wir machten auch damals einen Ausflug nach Lemesos. Vieles hat sich seither in der Stadt getan, aber diesen Laden, so bilde ich es mir jedenfalls ein, gab es auch damals schon: 


Ob er vor 12 Jahren noch ein richtiger Buchladen war, weiß ich nicht, heute verkauft er hauptsächlich touristischen Krempel, vermutlich konnte er sich als Buchladen nicht behaupten. Dafür hatte er hübsche Sommerkleider "gerade erst aus Griechenland eingetroffen", von denen ich eins unbedingt haben musste. Wer mich auf Insta verfolgt, hat es vermutlich schon entdeckt ;)

Ansonsten findet man in der Altstadt von allem etwas: Schmuck, Tischwäsche aus Lefkara, Keramik, Lederwaren, landestypische Süßwaren und Delikatessen  und Souvenirs. Überall Souvenirs.



Mitten im alten Stadtkern besuchen wir das Kastell, das heute auch ein kleines mittelalterliches Museum beherbergt. Richard Löwenherz soll dort 1191 Berengaria von Navarra geheiratet haben und es gibt das echte Skelett eines verstümmelten Soldaten zu bestaunen, für die Kinder das Highlight des Besuchs (ich erspare euch ein Foto davon). Das Kastell ist eher klein, aber hat einige "geheime" Gänge und Winkel zu erkunden. Ich finde, der Besuch lohnt sich, gerade, wenn man kleine Rabauken im Schlepptau hat. Zum Versteckspielen ist es geradezu ideal. *hust* 

Außerdem hat man von oben einen schönen Blick über die Stadt, die Marina und das Hinterland. 




Vom Kastell aus sind es nur wenige Schritte ans Wasser. Die Kinder haben inzwischen kostenlose Stadtpläne organisiert und vertreiben sich die Wegzeit mit einer Art selbst ausgedachten Schatzsuche. Unterwegs gehen wir noch an der Agia Napa Kathedrale vorbei, ein imposantes Bauwerk eingekeilt zwischen allerlei anderen Gebäuden und leider geschlossen, sodass wir uns hier gar nicht weiter aufhalten müssen. 


Die palmengesäumte Promenade ist ideal für lange Spaziergänge und Radtouren am Wasser entlang. Von neuen breite Holzbrücken aus kann man den Schiffsverkehr beobachten und immer einige große Containerschiffe vor der Küste liegen sehen. Es ist unglaublich, wie klar und sauber das Wasser sogar hier in der Hafenstadt ist, auf ihre Wasserqualität können die Zyprioten wirklich mit Recht stolz sein. Als ein Stadtplan ins Wasser fällt ("aus Versehen, Mama! Echt!) kann man ihn noch minutenlang sinken sehen, bis er letztlich ganz verschwindet. 



Wir biegen auf der Promenade rechts ab und landen im kleinen Fischer- und Yachthafen. Ein Angler erregt die Aufmerksamkeit der Kinder.


Dieser Teil Lemesos' wurde in den letzten Jahren einer grundlegenden Inwertsetzung für den Tourismus und ausländische Investoren unterzogen. Alles wirkt so "frisch gestrichen" und steril, dass es teilweise wie ein Themenbereich im Europapark anmutet. Ein Café grenzt ans andere, feine Restaurants wechseln sich mit internationalen Fastfoodketten ab und wenn man wollte, könnte man hier Mitglied in einem schnieken Fitnessclub werden und sich eine Villa auf der Mole mit Anlegeplatz kaufen. Landestypischen Charme findet man hier nicht wirklich und statt dem Mittagessen bei "Fridays" wäre es mir eigentlich lieber gewesen, man hätte irgendwo einen Kebab gegessen. Schön saß man da schon, doch, aber das Essen - Burger und co. - war doch recht hochpreisig, klar, bei der Location. 

Foto: Gatte

Nach dem Essen geht es zurück in die Altstadt (wir hatten uns kaum von dort entfernt, obwohl wir das Gefühl hatten eeeeewig unterwegs gewesen zu sein... Kinderfüße und so...), wo wir alle ein leckeres Eis essen, bevor wir uns von den Freunden verabschieden und unserer Wege ziehen.

Sehr gerne hätte ich mir in Lemesos noch das Weinmuseum angesehen, aber das ist mit Kindern eher schwierig, dafür muss ich wohl mit dem Gatten mal allein herkommen. 

Vielleicht zur Silberhochzeit oder so und dann sollten wir auf jeden Fall dieses Foto nachstellen:

12 Jahre zuvor... 

Die Tage kommen noch 1-2 Fotobeiträge zu Zypern, dann ist erstmal wieder gut mit "Travelblog" :) 

***

Mehr Zypern-Beiträge findet ihr hier: 

Zypern 2015, Teil 1 - Blumen ohne Ende im April
Zypern 2015, Teil 2 - Wandern und stranden mit Aphrodite
Zypern 2015, Teil 4 - "Königsgräber" Paphos
Zypern 2015, Teil 5 - Die letzten Reste


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