Donnerstag, 31. Dezember 2015

Tschüß 2015....

Wie im letzten Jahr, hier wieder mein kleiner Jahresrückblick auf 2015...



Januar


2015 begann in Israel ziemlich frostig mit einer Kältewelle, wie man sie hier nur selten erlebt. Der Samstagsausflug fiel über mehrere Wochen buchstäblich ins Wasser und wir hielten uns warm.

Die Befreiung von Auschwitz hat sich zum 70. Mal gejährt, das ging nicht ganz spurlos an mir vorüber.

Gerade noch im Januar machten wir uns dann doch noch auf einen Ausflug an der Küste auf. So viel schneeweißen Ginster habe ich noch nie in derart beeindruckender Blüte erlebt.

Virtuell war ich auf einem meiner Lieblingsfotoblogs Holunder zu Gast und habe mich von Andrea ausfragen lassen.

Außerdem ist im Januar meine Leserlieblingsbücherchallenge gestartet mit Elif Shafak: Der Bastard von Istanbul (Lesehighlight!) und der 12tel-Blick auf meinem Hügel.

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Februar

Auch im Februar ging es winterlich weiter, aber nicht ganz so dramatisch, wie Anfang Januar.

Mein großes Highlight in diesem Monat war die Jerusalemer Buchmesse, deren Eröffnung ich mit einer lieben Freundin besuchen konnte. Sehr beeindruckt war ich in diesem Zusammenhang von einem Treffen mit der Autorin Jennifer Teege, die vor einem vollen Saal israelischer Juden aus ihrem autobiographischen Buch über ihren Großvater, den brutalen KFZ-Kommandanten Amon Göth, las.

Ein Erfolgserlebnis à la "pinnst du noch oder machst du schon?" hatte ich mit einem Backprojekt in der Küche. Das Blumenbrioche mit Nutella ist mir schon so oft im Internet begegnet und wirklich nicht dramatisch nachzubacken. Ehrlich!

Mit der Geschichte von Mohammad und Kay habe ich mich im Februar an "Blogs gegen Hass" beteiligt.

Lesehighlight Februar: Jennifer Teege: Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen


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März


März war crazy. Purim, Geburtstag, Kindergeburtstag, Wahlen und Reiterhoffest. Ächz. Intensiv, aber gut und vor allem hat sich mal wieder gezeigt, Mama kann alles, wenn sie es sich nur in den Kopf setzt. Auch Einhörner.

Zwischendurch habe ich meine Freundin in Tansania über ihr Leben und ihre Ökolodge ausgefragt. Das ist einer der Artikel, die mich selbst im letzten Jahr am meisten begeistert haben und der dann gefühlt gar nicht richtig wahrgenommen wurde. Dabei lohnt sich der virtuelle Ausflug in den tansanischen Busch wirklich sehr. Hier gehts lang.

Lesehighlight März: Ursula Poznanski: Stimmen


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April

Anfang April war Pessach bei uns zu Hause mit der ganzen Familie, das war stressig, aber am Ende sind alle zufrieden (und satt!) abgezogen. Nachlese

Nahtlos im Anschluss eine Woche Zypern (Paphos), darüber habe ich ja sehr ausführlich berichtet in mehreren Beiträgen.. Wir mögen Zypern.

In der #Schreibzeit habe ich mir Gedanken über den israelischen Holocausttag gemacht, beziehungsweise, wie er auf mich als Deutsche in Israel wirkt.

Lesehighlight April: Sue Monk Kidd: The Invention of Wings


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Mai

Im Mai war Alltag. So scheint es mir jedenfalls wenn ich die Einträge durchblättere. Es gab eine kleine Hitzewelle, sonst war nicht wirklich viel los. Als Fortsetzung des Samstagskaffees gingen im Mai meine ersten Samstagsfragmente an den Start. Außerdem wurde dieses Blog heimlich, still und leise 5 Jahre alt. Das hat mich in einer emotionalen Phase ein bisschen kalt erwischt.

Lesehighlight Mai: Die Hörbücher von Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer - echt jetzt!


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Juni

Im Juni ist die Urgroßtante des Gattens verstorben, die für ihn immer eine wichtige Bezugsperson war. Sie ist noch oft in unseren Gedanken. Ebenfalls im Juni habe ich für die #Schreibzeit einen langen Beitrag über "das Glück der Erde" geschrieben und mir in den Kopf gesetzt, dass wir nach London fahren müssen.

Lesehighlight Juni: Helene Hanff: 84, Charing Cross Road


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Juli

Im Juli sind in Israel schon Sommerferien. Das heißt, wir mussten das Mädchen ein wenig hin- und her jonglieren, von Ferienprogramm zu Ferienprogramm, mir ist das immer alles sehr stressig. Aber irgendwann ging auch der Juli vorbei und wir konnten in den Urlaub abdüsen.

Lesehighlight Juli: Stephen King: Finders Keepers


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August

"Ländle" - London - Salzburg - Allgäu - Jordanien, so viele Länder habe ich in so kurzer Zeit noch nie gestreift. Über Salzburg wollte ich eigentlich schon ewig was schreiben, aber ich komme einfach nicht dazu. Irgendwann hole ich die Fotos aber sicher aus der Schublade. Der August war insgesamt eine tolle Pause in einem auch beruflich sehr intensiven Jahr. Allein die grünen Wiesen im Allgäu sind immer eine Erholung für die Sinne.

Lesehighlight August: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe


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September

Der September war von Tatendrang geprägt, wieder im Land zu sein. Ich habe Urlaubsfotos gesichtet und verbloggt (siehe oben), Balkonschrott aufgemöbelt und Babytragen an Flüchtlinge verschickt. Zwischendurch hatten wir ein paar Tage lang richtig Mühe mit einem fiesen Sandsturm, der das ganze Land mit einer ekligen orangenen Staubschicht überzogen hatte. Ein Ausflug in die Wüstenstadt Arad war ein außergewöhnlicher Programmpunkt, ebenso zwei Tage in Nazareth.

Lesehighlight September: Susanna Kearsley: Mariana


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Oktober

Oktober war ein deprimierender Monat, denn er war von täglichen Gewaltmeldungen geprägt. Das Leben wurde natürlich trotz allem ganz normal gelebt, aber die Stimmung war im ganzen Land ziemlich mies. Inmitten des Chaos hatte ich unerwartet einen Tag voll schöner Begegnungen bei der Kunstausstellungseröffnung in Umm el-Fahem.

Unsere Ausflugsgruppe ist im Oktober, wie vieles in Israel "nach den Feiertagen", ebenfalls wieder an den Start gegangen mit einer herausfordernden Wanderung am Gilboa.

Lesehighlight Oktober: Jose Saramago: Blindness


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November

Im November wurde ich auf ein Wochenende an den See Genezareth eingeladen, das war wunderbar, abgesehen davon ist der Monat ziemlich schnell an mir vorbei gerast, denn ein weiterer Zeitfresser ist hinzu gekommen: Ich lerne eine neue, aber nicht wirklich fremde, Sprache, mit Vokabeln lernen, Hausaufgaben und allem was dazu gehört.

Lesehighlight November: Robert Galbraith: Career of Evil


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Dezember


In der stressigsten Zeit in meinem Jahr habe ich mich auf Instagram mit Fees Adventschallenge auf die Suche nach dem israelischen Weihnachtsspirit gemacht. Und eine ganz neue Welt entdeckt. Willkommen im Land der Parallelgesellschaften.

Über Chanukka waren Oma und Opa hier zu Besuch und wir haben einige schöne Dinge unternommen. Eine gute Woche war das. Weihnachten mit Freunden und Silvester heute auf dem Sofa mit dem Gatten gemütlich. Feuerwerk gibt es hier eh nicht.

Lesehighlight Dezember: Benjamin Alire Saenz: Aristotle and Dante


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Insgesamt kann ich gar nicht meckern über dieses Jahr. Es war stressig, es war intensiv, es ist an mir vorbei gerast, wie kein anderes zuvor, aber schlecht war es nicht. Ein bisschen entschleunigter darf 2016 werden und ein bisschen hoffnungsvoller, was die politische Lage hier betrifft, aber in der Familie darf gerne alles so bleiben wie es ist.




Statistisch gesehen:


2015 habe ich....

... auf dem Blog 167 Beiträge veröffentlicht. Das ist weniger als 2014, aber immer noch im Schnitt drei Beiträge die Woche, also fast jeden zweiten Tag. Mehr wird es wohl 2016 nicht werden, schätze ich, aber das ist ok.

.... rund 500 Kommentare von euch bekommen. Danke, dass ihr mich lest und immer wieder ermutigt.

.... sechs Beiträge für die #Schreibzeit von Bine veröffentlicht. Sich zu einem bestimmten Thema Gedanken zu machen und diese in Worte zu fassen gefällt mir und ich hoffe, auch im nächsten Jahr wieder ab und an mitmischen zu können.

.... 80 Bücher gelesen (aber ich zähle noch!)

.... auf Instagram fast jeden Tag Fotos hergezeigt. Mittlerweise habe ich über 300 Follower, das finde ich schön :)

.... wurde einer meiner allerersten Beiträge Was sind Juden? am allermeisten angeklickt, gefolgt von meinem Anti-Disney-Märchengeburtstag und dem aufgeräumten Kinderzimmer. Der beliebteste Beitrag von diesem Jahr waren die 12-von-12 vom April



Und euer Jahr so? 




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Kommentare:

  1. Fühl Dich geneujahrt, Hadassa.

    Auschwitz...als Junge verfolgte ich mit angespanntem Interesse die wohl gründlichste & beste, britische Dokumentation über alle Aspekte, die zum Zweiten Weltkrieg von Bedeutung sind: "The World At War". Die Fakten & Bilder eines geführten Vernichtungskriegs, das Grauen der KZ-Maschinerien brannte sich damals in meine Erinnerung. Jede weitere zerstörte Biographie, von Anne Frank, Oskar Baum bis Leo Perutz, die ich seither zu lesen bekam, baute auf diese Bilder des Schreckens auf.

    Im Zusammenhang mir Mohammad & Kay kommt mir der argumentative Aussetzter aus dem Kultusministerium in den Sinn, mit dem das Verbot des Romans "Borderline", als Klassenlektüre, begründet wurde. Strange indeed...
    Bleibt zu hoffen, daß die Absicht schnellsten zurückgenommen wird.

    Zum März: Mütter können alles! :-)

    Das Aneinanderreihen vom Pessach, Familie & die Woche Zypern danach hätte auch aus der Feder von Woody Allen kommen können.

    Im Beitrag zum Juni ließe sich, in poetischer Absicht, die Urgroßtante mit dem Glück der Erde in Verbindung bringen.

    Die Länder, Städte & Landstriche der Welt bieten doch immer wieder Erlebnisse satt. Das Fernweh der Globetrotter wird da verständlich. Ich war übrigens mein Lebtag nicht in annähernd sovielen Länder, wie Ihr in den Sommerferien.
    Gut, ich bin in dem Sinne nicht der klassische "Nestflüchter". ;-)

    Auf Deutsch klingt das phonetisch poetische "Umm El Fahem" gleich nach verstaubtem Ruhrpott.

    Neue Sprache!?

    Was Deine Post-Dichte angeht, so kann ich als Leser wahrlich nicht meckern. Nö.
    80 Bücher in 52 Wochen - das muß der stürmische Elan der Jugend sein. Selbst wenn ich meine Non-Fiction dazurechne, komme ich nicht einmal auf ein Quentchen dessen.

    Feiner Rückblick auf ein Jahr!

    bonté

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    1. Hey, du hast dich tatsächlich durch den ganzen Beitrag gekämpft? Kein Wunder, dass du nicht zum Bücher lesen kommst :)

      "Borderline" liegt bei mir hier auf dem Sofatisch, das wird meine erste Lektüre in diesem Jahr. Aus Gründen.

      Über die neue Sprache schreibe ich die Tage mal, das habe ich schon länger vor.

      Ja, ja, der Israeli liebt das Reisen, da kommt man nicht richtig dran vorbei, außerdem müssen wir ja immer gleich ins Ausland, wenn wir mal ein bisschen weiter wegfahren wollen. Was beneide ich euch um die große Auswahl an Ferienorten, die ihr allein in Deutschland habt.

      Ganz viele Grüße und ein gutes Neues Jahr dir,
      Hadassa




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  2. Liebe Hadassa,
    von mir ein GUTES NEUES JAHR. Mögen all Deine Wünsche in Erfüllung gehen.
    Dein Rückblick ist wunderschön und ich hoffe, wir lesen uns im neuen Jahr recht oft wieder.

    Ich habe übrigens dieses Jahr nur 12 Bücher geschafft. Ich war ein Opfer der Umstände.

    Liebe Grüsse an Dich.
    Susi, die jetzt im strömenden Regen den Hund ausführt. Da denke ich doch lieber noch an Deine Wanderungen in der Hitze und da stöhnen dabei :)

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    1. Danke, du liebe! Ich wünsche dir und deiner Fellnase ebenfalls ein besonders gutes Jahr, in dem du ganz oft positiv vom Leben überrascht wirst :)


      Bei uns regnet es seit gestern auch praktisch ununterbrochen. Der Hund hat einen neuen Pulli und liegt zusammengerollt neben mir auf dem Sofa. Mir graut vor der Gassirunde...

      Und hey - 12 Bücher sind pro Monat ein Buch, das können andere von sich nicht behaupten!

      Ganz liebe Grüße,
      Hadassa

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  3. Eine gutes Jahr 2016 wünsche ich dir, liebe Hadassa!

    Gerde lese ich mich durch einen Stapel historischer Romane, also, wenn ich da die Zahl der Bücher zählen sollte, fände ich das unfair. 900 Seiten hat jedes davon. Mindestens. ^^

    Ich gucke zurück auf ein Jahr, von dem ich nicht viel Aufregung oder gar Veränderung erwartet habe und das mich dann doch persönlich in vielerlei Hinsicht um gefühlte Jahrzehnte der Erkenntnis weitergebracht hat. Nicht alles davon war positiv, vieles (auch) sehr schmerzlich, nur ein Teil der Prozesse ist abgeschlossen. Nun liegt vor mir ein Jahr, das obendrein zwangsläufig ene große (berufliche) Veränderung bringen muss, und ich wünschte, ich könnte den Prozess beschleunigen und dann bitte auch wirklich ganz selbst gestalten, aber vieles ist von Glück und Fürsprache und Zufälligkeiten abhängig - gerade fehlt mir die nötige Zuversicht, dass ich am Ende des Jahres in einer vergleichbar interessanten beruflichen Situation sein werde, wie ich es die letzten Jahre sein durfte. - Nunja, das hab ich in Kauf genommen, als ich mich auf meinen jetzige, definitiv befristeten Superjob beworben habe.

    Insofern sind die historischen Romane als Fluchten aus dem Alltag eine prima Sache. Und deine Sichtweisen des mir oft so fernen Lebens in Israel auch. Ich freue mich auf deine Blogbeiträge 2016.

    Alles Gute dir und deinen Lieben

    Christa

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    1. Dir auch, liebe Christa <3

      Bei Goodreads werden auch die Seiten gezählt und ausgewertet, bei mir rund 25000 im letzten Jahr - ich liebe Statistiken :)

      Was du erzählt klingt eindeutig nach mehr Austauschbedarf als ein begrenzter Blogkommentar es leisten kann *knuddel* Ich hoffe sehr und wünsche dir und deinen Lieben, dass 2015 die Abschlüsse und Veränderungen bringt, die für euch alle genau richtig sind. "Bücher als Fluchtpunkte" ist doch eine super Strategie, die ich voll unterstützen kann. :)

      Ich freue mich, dass du gerne meine Ecke hier besuchst, es ist immer einfacher, wenn man weiß, für wen man schreibt.

      Ganz liebe Grüße,
      Hadassa

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