Samstag, 5. Dezember 2015

Samstagsfragmente #20



Heute


ist bei uns der bisher kälteste Tag dieses Winters, und so passt es uns sehr gut in den Kram, dass wir nichts weiter vorhaben und uns gemütlich einkuscheln können. Gestern habe ich mein Federbett aufgerüstet, ein Kirschkernkissen an die kalten Füße gesteckt und mollig warm geschlafen wie ein Stein. (Bevor jetzt einer fragt, wie viel Minusgrade wir denn aktuell haben und sich dann totlacht, wenn ich sage, dass es tagsüber immer noch um die 15+ sind, sei an dieser Stelle noch mal erklärend erwähnt, dass israelische Wohnungen im Winter schrecklich ungemütlich sind, weil die kalten Fliesenböden und die miese bis nicht vorhandene Isolation der Wände und Fenster kein heimeliges Klima zulassen.)

Zum Frühstück hat der Gatte sich ausgetobt und eine authentische Aruchat Boker Israelit mit Omelette aus verschiedenen Käsesorten, Salaten und Brötchen aufgetischt. Dazu natürlich Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen, da braucht man dann erstmal stundenlang nichts mehr. Jetzt sitze ich mit Laptop und Hund auf dem Sofa unter einer meiner vielen Fleecedecken (Fleecedecken kann man nie genug haben, das findet auch das Hundeding) und tippe mich blogtechnisch so langsam wieder in Schwung. Wird schon...

Für die #AdventsABCFee-Aktion auf Instagram habe ich heute ein bisschen in Erinnerungen von früheren Weihnachtsfesten gekramt. Bei uns ist es jedes Jahr wieder ein bisschen eine Wundertüte, wie und wo wir das Fest begehen, weil es Weihnachten in der jüdisch-israelischen Welt ja gar nicht gibt. Mein erster 24. Dezember in Tel Aviv, ich war grade mal einen knappen Monat im Land und kannte noch kaum jemanden, war ein ganz ordinärer Werktag. Vormittags hatte ich Hebräisch im Ulpan und am Abend wäre ich an diesem besonders nasskalten, regnerischen Wintertag ganz sicher schrecklich trübsinnig geworden, hätte eine liebe Freundin aus Österreich mich nicht zu einem festlichen Abendessen bei sich eingeladen. Daran werde ich mich wohl immer dankbar erinnern.

Als wir jungverheiratet waren und als das Mädchen noch klein war, sind wir Weihnachten oft in meine Heimat gefahren, eine schöne Tradition, die leider schwieriger geworden ist, seit wir an die Schulferien gebunden sind, die selten mit Weihnachten zusammenfallen. Einmal haben uns Oma und Opa an Weihnachten besucht und vorletztes Jahr waren wir bei Freunden, die so unglaublich sind, dass sie für das Mädchen aus einem israelischen Nadelgewächs sogar einen Weihnachtsbaum für sie improvisiert haben. Dieses Jahr wissen wir's noch nicht, dabei wäre es sträflich, nichts zu tun, wenn der 24. schon direkt an's Wochenende fällt, aber mal sehen...


Die Woche


Erfreulichkeiten 



1. Wieder eine stressige Woche im Jahresendcountdown überstanden

2. Einen Leihcomputer bekommen und auch noch ein Laptop, was für ein Luxus!

3. Mit der besten Freundin bei IKEA gewesen und das Stinktier aus der diesjährigen Unicef-Aktion mit nach Hause gebracht

4. Die geplant einzige und daher beste Sufgania des Jahres gegessen, fluffig mit Crémefüllung, Schokoladenüberzug und Sahnehäubchen. Morgen zünden wir das erste Chanukkalicht an

5. Die ersten Weihnachtsplätzchen mit dem Mädchen gebacken


Erlesenes 



Career of Evil von Robert Galbraith fertig gehört - so gut! Falls ihr in die Serie um Cormoran Strike noch nicht eingestiegen seid, macht das unbedingt. Der Originaltext ist als Hörbuch noch mal so gut, weil Robert Glenister als Vorleser einfach genial ist. 

Middlesex von Jeffrey Eugenides angefangen.

Lockdown von Tarah Benner, Band 4 einer weiteren Jugenddistopy, angefangen. 

Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944 , mein Leserlieblingsbuch November. 


Webfragmente 



So geht interreligiöser Dialog: Die neue Torahrolle der Gemeinde Marburg wird von einem Imam mitvollendet. Video

Ein Plädoyer gegen Hausaufgaben, das ich voll unterschreiben kann.

Der Israeli Lior Sperandeo hat ein starkes Video über die Flüchtlinge von Lesbos gedreht.



Und bei euch so?  Hat euch der Vorweihnachtsstress schon im Griff? Oder genießt ihr noch den Advent? 





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