Samstag, 15. August 2015

Stuttgart - Horley - London !

Wir waren also in London und sind noch ganz bedazzled von all den Eindrücken und Erfahrungen, die wir sammeln konnten. Ich werde sie aufdröseln und in mehrere Beiträge packen, sonst sprengt es mir noch das Blog :)

Los ging es am frühen Abend mit einem EasyJet-Flug von Stuttgart nach Gatwick, der völlig reibungslos ablief, anders als unser Flug aus Israel über Istanbul, aber das ist wieder eine andere Geschichte (um es mit einem Bekannten zu sagen "Turkish Airlines" ist klasse, wenn alles glatt geht..."). In England angekommen mieteten wir uns in der Castle Lodge in Horley ein, einem kuscheligen Londoner Vorort. Echt Englisch mit vielen Pubs, Oxfam-Shop und liebevoll gepflegten Gärten. Zum Abendessen wollten wir dann auch eigentlich stilvoll in einem Pub einkehren, was uns zu dieser Stunde mit dem Mädchen aber leider verwehrt wurde. Letztlich blieben wir dann bei Fish&Chips hängen, auch typisch Englisch :)

Foto: Gatte
Castle Lodge
Horley

Am nächsten Morgen standen wir zeitig auf, nahmen ein leckeres leichtes Frühstück ein und machten uns auf Richtung Bahnhof. Fahrkarten nach London hatte ich im Internet bestellt und musste sie nur noch aus dem Automaten ziehen. Klappte super, ebenso die gemütliche Fahrt durch die Londoner Randbezirke nach London Victoria. (Mit einer "normalen" Bahnlinie übrigens, der schillernde Gatwick-Express hätte rund dreimal so viel gekostet und wäre kaum schneller gewesen).

In der Innenstadt angekommen holten wir fix unsere vorbestellten Oyster-Cards für die öffentlichen Verkehrsmittel in London ab. Ok, fix ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, nächstes Mal würde ich sie mir wohl doch lieber vorab zuschicken lassen, um längeres Anstehen zu vermeiden. Aber die Queue war sehr vorbildlich britisch!

Mit den Oysters in der Hand ging es im Anschluss direkt weiter zum Buckingham Palast zur Wachablösung der bärenfellbemützten Garde. Gefühlt eine Million Touristen mit Selfiesticks warteten schon am Tor, als wir, später als empfohlen, dort eintrudelten und so konnte nur das Mädchen auf Papas Schultern wirklich sehen, was im Hof vor sich ging. Den Abmarsch der Truppe zu Blasmusik bekamen wir dann aber immerhin aus nächster Nähe zu sehen und zwei Polizeipferde
dazu.

Buckingham Palace
Foto: Gatte
die eben abgelöste Wache


Vom Palast ging es über die Straße weiter in den Green Park, wo wir uns erstmal ein wenig im Gras ausruhen und die Seele in London ankommen lassen wollten. Der Vormittag war doch etwas hektisch gewesen und außerdem hatte ich die Nachricht von einem unmittelbar bevorstehenden Tube-Streik noch nicht verdaut, der unsere, nein, meine Pläne ziemlich durcheinander brachte. Während das satte Grün des Parks und die leise wispernden Laubbäume beruhigend auf mich einwirkten und das Mädchen an einem Wasserbrunnen spielte, drang langsam zu mir durch, dass wir es einfach so nehmen müssen, wie es kommt und trotzdem alles gut wird.

Green Park
Foto: Gatte
Durch den Green Park, am Ritz und vielen edlen Geschäften vorbei, spazierten wir gemütlich bis zum Piccadilly Circus, wo wir ein paar obligatorische Fotos machten (wirklich viel zu sehen ist da eigentlich sonst auch nicht) und dann in die Piccadilly Line gen Norden stiegen.


Fortnum and Mason

Piccadilly Circus
Ausstieg Russel Square. Das Celtic Hotelliegt gleich um die Ecke, ein altes Londoner Stadthaus mit Kronleuchtern und steilen, teppichbezogenen Stiegen, auf denen wir bis ins Obergeschoss klettern mussten. Unser Dreibettzimmer war luftig und hell, mit zwei Ohrensesseln vor einem ehemaligen Kamin, Tisch, Schrank und Waschbecken. Wir hatten uns für die preisgünstigste Variante mit Toiletten und Duschen auf dem Gang entschieden und es nicht bereut. Die modernen Gemeinschaftsnassräume waren immer penibel sauber und andere Gäste haben wir nur im Frühstücksraum zu Gesicht bekommen.

Celtic Hotel




Fast fiel es uns ein wenig schwer, gleich wieder aufzubrechen, aber wir hatten Karten für das London Eye und inzwischen auch richtig Hunger. Also wieder in die Tube eingestiegen (die Oyster-Karten haben ein Tageslimit, das heißt, ab drei Fahrten pro Tag in Zone 1 und 2 wird die Karte nicht weiterbelastet) und nach Westminster gefahren.

Dort bekamen wir bei Subway ein erschwingliches und einigermaßen gesundes Mittagessen bevor wir rüber zum London Eye pilgerten. Das höchste Riesenrad Europas war auch an diesem eher bewölkten Nachmittag ein Publikumsmagnet und wir freuten uns daher sehr, dass wir uns an der Überholspur anstellen durften (danke Mama und Papa <3). Die halbstündige Rundfahrt in der gläsernen Gondel ist schon ein atemberaubendes Erlebnis und erlaubt einen tollen Blick auf die Londoner Skyline und Innenstadt, die man so vom Boden aus nicht hat. Das Mädchen war lediglich etwas verwirrt darüber, dass sich das Rad so langsam dreht - Riesenrad war für sie bisher immer mit einer eher schnellen Jahrmarktsattraktion verknüpft.


v.l.: Houses of Parliament - Westminster Bridge - Big Ben - Westminster Abbey

Wieder unten angekommen stellten wir mit einem Blick auf die Uhr fest, dass wir es gerade noch zum Abendgebet in der Westminster Abbey schaffen könnten. Wir überquerten also die Westminster Bridge, marschierten am Big Ben vorbei und ergatterten sogar noch Sitzplätze in der königlichen Kathedrale. Inzwischen war es nach 5 und wir konnten ein bisschen runterschalten nach diesem intensiven Tag. Der Gatte freute sich besonders darüber, die Orgel hören zu dürfen, denn für Kirchenmusik hat er eine besondere Leidenschaft.


Frontportal Westminster Abbey


Nach dem Gottesdienst mussten wir langsam an die Rückkehr ins Hotel denken, denn der Tube-Streik sollte bereits um 18:30 in Kraft treten und wir wollten ungern auf halber Strecke stranden. So spazierten wir nur noch einmal durch Westminster, vorbei an den Houses of Parlament und nahmen dann die U-Bahn zurück zum Russel Square.

Houses of Parliament


Big Ben, im Hintergrund London Eye


gerade rechtzeitig...

Am Abend beschlossen wir, es noch einmal im Pub zu versuchen und spazierten durch den Park am Russel Square, ein Stück durch Bloomsbury (dabei fühlte ich mich Helene Hanff sehr nahe), vorbei am britischen Museum zum "Plough".

Dort gibt es sehr leckeres typisches Pub-Essen (wir aßen Fish and Chips, Pastetchen, Erbsen und kleine Hamburger) dazu lauwarmes Ale. Leider hatten wir nämlich vollkommen verdrängt, dass die britischen Ales nicht kühl und nicht spritzig sind, sonst hätten wir wohl etwas anderes gewählt für diesen lauen Sommerabend. Aber eine authentische Erfahrung war das wohl auch und satt und zufrieden traten wir schließlich den Rückweg an.




Quelle: The Plough



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Kommentare:

  1. Hallo Hadassa,
    wie schön dass Du uns mitnimmst auf Eure Reise.
    Danke Dir dafür. Ich glaube, dass mache ich mit meinem Schätzelken
    auch mal.
    Liebes Grüßle an Dich.
    Gudrun :) von Baustelle "Leben"

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    1. Sehr gerne Gudrun :)

      London lohnt sich wirklich sehr!

      LG,
      Hadassa

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  2. Danke fürs Mitnehmen, ich freue mich schon auf den nächsten Teil!
    Liebe Grüße
    ANdrea

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    1. Mit Vergnügen Andrea, nachdem ich die letzten Tage im Allgäu nur mobil unterwegs war, folgt der zweite Teil heute :)

      Viele Grüße,
      Hadassa

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  3. Tolle Impressionen Hadassa. Danke dafür. Ich stelle nur fest... ich war vor 40Jahren dort, mit der Schule. Vieles scheint gleich geblieben zu sein. Auch wenn ich Berichte im TV sehe denke ich so: Och ja, so wie damals.
    Hat schon nen gewissen Mottenkugelcharm ;)

    Liebe Grüsse an diesem endlich verregneten Sonntag
    Susi

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    1. Das stimmt Susi! London ändert sich zwar schon, es sind viele moderne Gebäude dazu gekommen in den letzten 30-40 Jahren, aber die altehrwürdigen historischen Gebäude verändern sich wirklich kaum :) Macht für mich aber auch einen großen Teil des Londoner Reizes aus.

      Ganz liebe Grüße,
      Hadassa

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  4. Klasse! Ich geh Koffer packen ;)

    Und schön, dass du wieder da bist, ich fing schon an mir Sorgen zu machen bei dem verwaisten Blog allabendlich...

    LG

    Christa

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    1. Au ja, mach mal, London ist auch mit Kindern toll!

      Für die Funkstille entschuldige ich mich, ich habe akuten "das-will-ich-im-Urlaub-auch-noch-schaffen"-Stress und die letzten Tage im Allgäu zudem keinen PC gehabt, aber jetzt wird's besser.

      Liebe Grüße,
      Hadassa

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