Samstag, 20. Juni 2015

Samstagsfragmente #7



Heute


fühle ich mich mental ziemlich ausgelaugt, aber auf eine gute Art. Dennoch war es schön, zwischendurch ein bisschen in meinem Ausmalbuch zu malen, um das Hirn zu entspannen. Ich habe die letzten Tage und Nächte nämlich noch mehr Zeit als sonst im Netz verbracht, denn wenn sich eine Idee mal bei mir festgesetzt hat, muss ich diese am liebsten sofort im Detail umsetzen, und wenn nicht sofort, dann doch wenigstens sehr zeitnah. Sehr.

Doch von Anfang an.... Wer uns kennt, beziehungsweise hier aufmerksam mitliest, weiß, dass wir seit Jahren einen großen Teil unserer Sommer in Deutschland bei meiner Familie verbringen.

(Falls ihr euch mit dem Gedanken tragt, euch international zu verheiraten, kalkuliert mit ein, dass entweder eure oder seine Familie erwarten wird, dass ihr regelmäßig dort aufkreuzt, abgesehen davon, dass ihr ganz sicher auch dort aufkreuzen wollt, weil ihr das Jahr über die jeweils andere Familie nicht mal eben spontan besuchen könnt. Das hat viele Vorteile - zum Beispiel werdet ihr minimal für Übernachtung und Verpflegung im Urlaub ausgeben müssen - aber auch den Nachteil, dass alle Reiseideen, die ihr sonst so habt, immer mit dem Urlaub in der Heimat konkurrieren werden müssen. Es sei denn, ihr habt so viele Urlaubstage und ein so unbegrenztes Budget für Reisen, dass ihr einfach beides machen könnt, aber wer hat das schon?) 

Für mich sind diese Heimaturlaube jedes Jahr ganz wunderbar, denn sie bedeuten, dass ich mich "bei Mama" einfach hängen lassen kann und nur minimal planen, organisieren, putzen und funktionieren muss. Für das Mädchen bedeuten sie, dass sie von klein auf eine sehr enge Verbindung zu Oma und Opa aufbauen konnte und sich bei ihnen fast so daheim fühlt wie bei uns zuhause. Für den Gatten sind diese Urlaube auch schön, denn er ist sehr gerne in Deutschland, aber er muss sich in seinem Umfeld dennoch recht oft anhören, ob er nicht auch mal woanders hinfahren will. Würde er natürlich nie zugeben, aber wenn man eine Weile lang hartnäckig nachhakt, kommt manchmal doch raus, dass er schon gerne noch ein bisschen mehr sehen würde von Europa. 2013 hatten wir daher Berlin in unsere Reise eingebaut und letztes Jahr in Tagesausflügen ein bisschen Schweiz und Frankreich geschnuppert.

Dieses Jahr ist London an der Reihe. Ich geb's gleich zu: Hätte ich geahnt, wie teuer alles in der "Hauptstadt aller Hauptstädte" tatsächlich ist, ich hätte diese Schnapsidee gleich wieder verdrängt. Aber nun hatte sie sich mal festgesetzt und ich nehme es als Challenge, aus dieser Reise so viel herauszuholen wie möglich, ohne dabei vollkommen pleite zu gehen. Allein die ersten Schritte - die Flugdaten festlegen und eine einigermaßen erschwingliche Unterkunft zu finden, die dennoch zentral und nicht völlig versifft ist, hat mich einige Nächte gekostet, was mich auf die Wochenereignisse bringt....

Die Woche


Erlesenes


John Irving: The Cider House Rules (Gottes Werk und Teufels Beitrag) - habe ich diese Woche ausgelesen. Hat mich auf vielfältige Weise sehr berührt und beschäftigt.

Mit dem Mädchen habe ich den Paddington Bear von Michael Bond in Angriff genommen. An der neuen hebräischen Ausgabe mit den Illustrationen der englischen Originalausgabe konnte ich einfach nicht vorbei und in Vorbereitung auf unsere Londonreise passt das doch super...

Apropos Londonbücher.. Für mich liegt Helene Hanff: 84, Charing Cross Road auf dem Stapel. Kennt das jemand von euch?

5 Erfreulichkeiten


  1. Wieder eine Woche weniger zum Schuljahresende. (Ihr habt keine Ahnung, wie sehr uns die Schule und alles drum herum in den letzten Wochen gestresst hat.) 
  2. Flug nach London gebucht für wirklich günstig, Easyjet sei Dank.
  3. Unterkunft in London gebucht. Für zwei Nächte mitten im Zentrum und je eine in unmittelbarer Flughafennähe, wo die Zimmer viel günstiger sind. Und da wir ohnehin abends ankommen und früh morgens wieder fliegen müssen, verlieren wir dadurch auch keine wertvolle Londonzeit. Im Gegenteil wird es womöglich sogar stressfreier und wir sehen noch ein bisschen "echteres" England in dem kuschligen B&B draußen vor der Stadt. 
  4. Den Gatten überredet, mit mir mal wieder "Notting Hill" anzuschauen. Ein Lieblingsfilm (trotz Hugh Grant). 
  5. Das Mädchen bei einer tollen Reitstunde begleitet, was mich daran erinnert, dass ich schon längst mal ein paar Eindrücke von "unserer" Farm hier teilen wollte... 

Webfundstücke



Heute ein Fundstück für meine israelischen Leser (ich weiß, dass es euch gibt....!). Die Zeichentrickserie "Cheder VaChetzi" lief im letzten halben Jahr als Teil der Satireshow "Eretz Nehederet" und zeigt das Leben eines ganz normalen Israeli irgendwo in einer 1,5-Zimmer-Wohnung in Tel Aviv. Die Hummus-Folge hat mich diese Woche sehr zum Lachen gebracht:

"HaHummus" von Nir & Gali

Alle Clips von Nir & Gali sind auch auf deren Facebookseite zu finden.




Auch diese Woche verlinke ich diese Fragmente bei Karminrots neuem "Samstagsplausch", sehe ich euch da?




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Kommentare:

  1. das mit dem ausmalen - hat mir meine tochter ( 16) vorgeschlagen - sie meinte zu mir, ich soll es ausprobieren, es entspannt sehr
    liebe grüße
    regina

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    1. Liebe Regina,

      Herzlich Willkommen bei mir :)

      Es entspannt wirklich sehr, vor allem, wenn man wirklich nur das macht und die Gedanken dabei "frei lässt".

      Ganz liebe Grüße,
      Hadassa

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  2. die Geschichte vom Humus ist wirklich nett. Danke. Und viel Freude in London, ich kann darauf heut nur mit Chava Alberstein antworten, לונדון לא מחכה לי

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  3. Ich war noch nie in London! Und das ist echt schade! Ich werde diesen Sommer mit dir mitreisen und dir über die Schulter gucken.
    Liebe Grüße!

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    1. London ist toll! Wirklich! ich werde alles dafür tun, Atmosphäre und Erlebnisse einigermaßen adäquat hier zu konservieren :)

      Liebe Grüße!

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  4. Meinen Güte, da hast und hattest du eine Menge um die Ohren. Und du kommst dabei auch noch zum lesen.
    Ich würde auch gerne London sehen, allerdings sind mir die Preise dort noch etwas happig.
    Schön das du wieder dabei bist.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Liebe Andrea, langweilig wird es mir zur Zeit nicht, aber eigentlich überhaupt selten. Mein Leben ist schon sehr ausgefüllt insgesamt. London ist schon sauteuer, aber wenn wir ansonsten im Urlaub ein bisschen weniger Geld rauswerfen wird es schon irgendwie gehen. :)

      LG!

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  5. Sali, Hadassa.
    Den Briefwechsel, über zwei Jahrzehnte, zwischen Helene Hanff & Frank Doel kann ich wärmstens anempfehlen; weil wenn man/frau davor noch nicht für die mögliche Faszination von Büchern offen war - danach ist dem so. Und das feine Buch selbst ist bereits Einladung & Beweisstück in einem. Sieh mich begeistert... :-)

    Spätestens seit den Olympischen Spiel(ch)en sind die Preise Londons erst richtig astronomisiert; zwar wird den Otto-Normas zuvor immer vollmundig eine wirtschaftliche Blüte vorgegaukelt - tatsächlich schießen aber nur alle möglichen Preise in die Höhe, werden begehrte Stadtgegenden platt-saniert und zu aller guter Letzt darf die Allgemeinheit die - oh Wunder - Defizite der Veranstaltung über die nächsten Jahrzehnte schultern.
    Mir bleibt die Frage offen, warum sich heute noch Städte, wie jetzt Hamburg, für die modernisierte Wegelagerei freiwillig entscheiden wollen.
    Slekhah - etwas off topic.

    Das eigene Stück künstlerischer Betätigung hat Menschen schon immer ein Stück weiter geholfen, den Geist zu öffnen.

    Mir ist 'Notting Hill' lieber in Erinnerung, weil ich hier zum ersten Mal Gina McGee spielen sehen konnte.

    bonté

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    1. Die Begeisterung steckt richtig an, danke für den Tipp!

      Notting Hill steht auf unserer Liste für den Londonbesuch, schon allein, um die Straße mal langzugehen und zu spekulieren an welcher Ecke genau William Thacker Anna Scott den Orangensaft über's Shirt gekippt hat :)

      Viele Grüße!

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