Donnerstag, 4. Juni 2015

[Buch] Stefan Lukschy: Der Glückliche schlägt keine Hunde: Ein Loriot Porträt

Der Glückliche schlägt keine Hunde: Ein Loriot Porträt (German Edition)Der Glückliche schlägt keine Hunde: Ein Loriot Porträt by Stefan Lukschy
My rating: 4 of 5 stars

Ich liebe Loriot. Dabei kann ich nicht mal sagen, wie lange diese Liebe zurück reicht, aber mir ist so, als seien die Sketche und Filme schon immer Teil meiner Seele gewesen. Unser Familienwortschatz ist derart durchdrungen von Loriot-Wörtern ("Sitzgruppe") Phrasen ("das sieht sehr übersichtlich aus") und Ausrufen ("ach was?!"), dass wir schon gar nicht mehr merken, dass wir dauernd darauf zurückgreifen. Immer wenn wir zu Besuch bei meinen Eltern sind wird irgendwann, meist schon am ersten Abend, die große DVD-Sammlung rausgeholt und ein bisschen Loriot geschaut. Dann wird es gemütlich.

Stefan Lukschy, der in jungen Jahren als Loriots Regieassistent an den großen Fernsehsendungen mitwirkte und dabei auch über die Arbeit hinaus zu einem wichtigen Weggefährten wurde, hat mit "Der Glückliche schlägt keine Hunde" ein sehr persönliches Porträt geschrieben, das mich berührt hat. Dabei berichtet er gleichermaßen umfassend und detailliert über seine Arbeit mit Loriot, als auch die Privatperson Vicco von Bülow, von der ich bisher nur wenig wusste. Überhaupt nicht bewusst war mir zum Beispiel, wie wichtig die Musik und insbesondere Wagner für ihn war, und was für einen großen Sachverstand er dafür hatte. Lukschys ausführliche Schilderungen dazu waren mir persönlich teilweise etwas zu viel, da ich selbst praktisch keinen Musikverstand habe und daher mit der Masse an Informationen beinahe überfordert war. Auch hatte ich mitunter den Eindruck, dass Lukschy sich etwas oft wiederholt, in der Zeit springt und ihm insgesamt ein wenig der rote Faden fehlt. So ist das Porträt zu weiten Teilen einfach eine lose Aneinanderreihung von gemeinsamen Erlebnissen, Projekten und Unternehmungen der beiden Freunde, dich ich sehr gerne gelesen habe. Vor allem die Entstehungsgeschichten der berühmten Sketche und Filme in einer vordigitalen Zeit, fand ich unheimlich spannend zu lesen.



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Kommentare:

  1. Danke für den Tipp. Ich muss gleich grinsen, wenn ich an all die adaptierten Worte und Sätze von Loriot in unserem Familienslang denke..."Sie haben mir ins Essen gequatscht...." ;-) "das Jodeldiplom" - so herrlich...
    Wie schön, dass er da unsere Sprache bereichert hat :-)))
    Liebe Grüße
    Andrea

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