Dienstag, 14. April 2015

Zypern 2015/02 - Wandern und stranden mit Aphrodite


Aphrodite die schöne, die züchtige, will ich besingen,

Sie mit dem goldenen Kranz, die der meerumflossenen Kypros

Zinnen beherrscht, wohin sie des Zephyros schwellender Windhauch
Sanft hintrug auf der Woge des vielaufrauschenden Meeres,
Im weichflockigen Schaum
- Homer 


Wer in Zypern Urlaub macht, wird an Aphrodite nicht vorbei kommen. Sie ist auf jedem zweiten Souvenirartikel zu sehen und ihr Name muss für Kosmetika, aber auch Bars, Hotels, Restaurants, Spas, Brauereien und Weine herhalten. Die Zyprioten schlagen maximalen Tourismusnutzen aus "ihrer" Gottheit, die am Strand von Zypern einst dem Meer entstiegen sein soll. In Petra tou Romiou, am Aphroditefelsen, nämlich und dem wahrscheinlich berühmtesten Stück Strand auf der ganzen Insel. Wir machten dort auf dem Weg von einem Ausflug in Lemesos zurück an die Westküste einen Zwischenstopp, gerade kurz vor Sonnenuntergang, so wie es der Reiseführer empfiehlt. (Obwohl wir das erst hinterher gelesen haben)

Zugegeben, die große Felsformation ist ziemlich beeindruckend und das Meeresrauschen und die schäumenden Wellen auch. Auf einen Spaziergang hätte ich richtig Lust gehabt, leider war es dafür etwas zu spät am Tag und auch zu ungemütlich. Ich mag mir aber nicht ausmalen, wie es an diesem verhältnismäßig kleinen Stück Kieselstrand, den wir recht einsam vorfanden, wohl in der Hochsaison zugehen mag, wenn ganze Busladungen hier für Selfies anhalten. Aber die alte Küstenstraße zwischen Lemesos und Paphos lohnt sich schon der tollen Aussicht wegen auf jeden Fall!




Eine weitere wichtige "Pilgerstätte" für Mythologiefans sind die Bäder der Aphrodite am nordwestlichsten Zipfel Zyperns. Eine russische Reisegruppe vor uns war sichtlich begeistert und belagerte diesen sinnlichen Ort für Videos und Selfies, während wir das kleine, tümpelhafte Wasserbecken eher unaufgeregt zur Kenntnis nahmen (möglicherweise auch bedingt dadurch, dass das Mädchen just ziemlich unleidig war) und uns dann weiter auf einen von Zyperns zahlreichen "Nature Trails" machten. Den Aphrodite-Trail nämlich, der, beginnend an den Bädern, recht steil bergan steigt und dann in einem Bogen mit Meerblick wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückführt. 

Bäder der Aphrodite

Da wir eigentlich gar nicht auf eine längere Wanderung eingestellt waren (wir sollten uns doch angewöhnen, vorher mehr im Reiseführer zu lesen), konnten wir den ganzen Aphrodite-Trail leider nicht gehen, sondern kehrten nach etwa der Hälfte des Weges wieder um. Aber auch auf dieser Hälfte gab es richtig viel zu entdecken und das Beste: außer uns waren kaum Touristen unterwegs. Möglicherweise lag es am Wetter, das uns für diese kleine Wanderung geradezu ideal erschien.

Ein Pfad mit Meerblick, der als schönster Wanderweg Zyperns gilt. Märchenhaft.

Aphrodite-Trail 
Blick Richtung Latsi und Polis
Ginster im Bild

Märchenhaftes Geblüh auf saftigem Grün

Wer diesen Trail an einem warmen Tag gehen möchte, sollte unbedingt darauf achten, genügend Wasser, festes Schuhwerk, Kopfbedeckungen und Sonnenschutz mitzunehmen. Daran ist es bei uns letztlich gescheitert, obwohl es an diesem Tag bewölkt und nicht wirklich heiß war. Aber wir waren wie gesagt nicht wirklich auf ernsthaftes Wandern eingestellt und hatten weder genügend Wasser, noch feste Schuhe für das Mädchen dabei. (Die waren nämlich zwei Tage zuvor ins Meer gefallen und daher zum Trocknen im Hotel geblieben...).

Also kehrten wir nach der Hälfte des Trails wieder um, gerade nachdem wir die uralte Eiche und die Ruine Pyrgos tis Rigainas (Queen’s Tower) gefunden hatten, von der man glaubt, dass sie einst ein byzantinisches Kloster war. Ich mag Ruinen und sie sind gerade für Kinder immer ein lohnendes Ziel (obwohl man mich ausgelacht hat, als ich darauf bestand, noch eine Kurve weiter zu gehen, um diese "paar alten Steine" nicht zu verpassen. Dort gibt es sogar eine Trinkwasserquelle, die allerdings nicht als solche ausgewiesen ist, da wäre ein eindeutiges Schild sehr hilfreich. Auf der Infotafel am Einstieg steht es, aber wer liest die schon vorher aufmerksam? *hust* 


Beste Klettereiche
Pyrgos tis Rigainas (Queen’s Tower)
ein Haufen alter Steine, trotzdem spannend


Auf dem Rückweg von der Ruine ging es dann nur noch bergab, dem Meer entgegen und, in unserem Fall, auch dem Regen, den wir nur knapp verfehlten.


Rückweg Aphrodite Trail

Zur Belohnung aller suchten wir nach dieser Strapaze nach einer netten Lokalität zum Kaffee trinken. Gefunden haben wir sie in Latsi, einem kleinen Hafenörtchen ganz in der Nähe. Die erste Taverne direkt am Strand bietet gemütliche Sitzmöglichkeiten und leckeres für hungrige Urlauber. Eine recht hochpreisige Touristenfalle, aber die Crepes mit Schokoladensauce und frischen Erdbeeren waren wirklich ein Gedicht. 

Für den richtigen Hunger, da sind sich die Reiseführer einig, sei fangfrischer Fisch bei "Yiangos and Peter" in Latsi aber die beste Wahl. Diese Taverne liegt etwas abgeschirmt von der Hauptstraße direkt am Hafen. Das ist jetzt auch der Moment, in dem ich anmerken muss, dass Fisch und Meeresfrüchte in Zypern überhaupt ein Gedicht sind. Falls ihr nicht wie wir mit Halb- oder Vollpension versorgt seid, plant auf jeden Fall eine "Meze" mit Fisch in euren Urlaub ein. Aber schaut vorher in den Reiseführer (!) oder fragt Ortskundige, welche Tavernen in eurer Gegend dafür empfohlen sind, denn beworben wird Meze an jeder Ecke.

Latsi Strand (Foto: Gatte)

Fischerhafen Latsi

Zurück zu Aphrodite: Da wir in Paphos nicht allzu weit von Petra tou Romiou waren und das Mädchen dort gerne noch einmal hin wollte, machten wir uns ein paar Tage später noch einmal mitten am Tag auf den Weg zu den umschäumten Felsen. 



Der Felsenstrand ist auch bei blauem Himmel ein schönes Motiv und die wilde Natur drum herum bietet ebenfalls einige "Nature Trails", aber diesmal ließen wir es bei der Aussicht bewenden. Auch schön.





Fortsetzung folgt mit einem Tagesausflug nach Lemesos (Limassol), einer wilden, naturgeschützten Bucht und einem spannenden Unesco Weltkulturerbe :) 

Weitere Zypernbeiträge: 

Zypern 2015 Teil 1: Blumen ohne Ende Anfang April
Zypern 2015 Teil 3 - Lemesos (Limassol)




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Kommentare:

  1. Hallo Hadassa,
    vielen Dank für's mitnehmen auf diesen schönen Ausflug. Es war alles sehr beeindruckend. Vor allem die Klettereiche, das Strandfoto, die großen Felsformationen und und und :)
    Grüßle an Dich.
    Gudrun :) von Baustelle "Leben"

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    1. Liebe Gudrun,

      es freut mich, dass dir dieser Ausflug gefallen hat. Mir macht es auch Spaß, unsere Erlebnisse hier noch mal aufzubereiten und mit euch zu teilen.

      Die letzten Tage habe ich übrigens auch sehr gerne eure Gartenbilder verfolgt und mich mit dir über die (schwäbischen?) Nachbarn geärgert.

      Liebe Grüße an die Baustelle,
      Hadassa

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    2. Hallo Hadassa,
      nix is mit schwäbisch. Lass das blos die Nachbarn nicht hören ;) Dat sin alles badenser. In Hochdeutsch, dass sind alles Badener. Wenn Du denen erzählst sie wären Schwaben, dann schwingen die noch die Keule ;)))
      Du merkst schon, ich bin nicht so gut auf sie zu sprechen, besonders seit sie mir ein Pflänzchen geklaut haben. Sowas kann ich mal gar nicht ab.
      Übrigens, ich lerne gerade Ivrit und es fällt mir so schwer. Wenn ich dat Schätzelken nicht hätte, wäre ich aufgeschmissen. Der spricht es zwar auch nicht perfekt, aber er versteht es wenigstens etwas und kann mir so einiges erklären. Hätte nicht gedacht, dass diese Sprache so schwer ist und hoffe das es irgendwann besser wird.
      Schick Dir ein liebes Grüßle.
      Gudrun :) von der Baustelle "Leben"

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