Samstag, 31. Mai 2014

Kalter Samstagskaffee

Mein heutiger Samstagskaffee ist eigentlich fast schon ein wissenschaftliches Experiment.

Eiskaffee-Junkie der ich seit meinem ersten Jahr in Israel bin (israelischer Eiskaffee ist gefrorener Milchkaffee, eine Art Kaffee-Slush, nicht das was ich bis dahin aus Deutschland als Eiskaffee kannte), halte ich nach diesem saisonalen Getränk in den Cafés und Kiosken Ausschau, sobald erste Anzeichen von Sommer spürbar sind. 

Seit gestern habe ich nun ein neues formschönes Küchengadget, mit dem man Shakes und Slushes selber machen kann. Ohne Schnickschnack und ohne irgendwelche merkwürdigen Zutaten. Einfach mit gesüßten Flüssigkeiten aller Art. 

Logischerweise musste mein erstes Getränk ein Eiskaffee sein und es funktionierte ganz großartig:


Was man braucht...

Den ZOKU - Slush and Shake-Maker, der Gefriereinsatz soll nach Anleitung mindestes 6 Stunden im Gefrierfach verbracht haben. Im Laden sagte man uns, 24h seien besser, und da ich beim ersten Mal lieber ganz sichergehen wollte, hatte ich ihn bereits seit gestern Mittag im Gefrierfach.

Kalten Milchkaffee, leicht gesüßt.


Der Gefriereinsatz kommt in die Außenhülle, sonst kriegt man schnell sehr kalte Finger. Der Kaffee wird in den Einsatz gegossen und erstmal stehen gelassen.

Bereits nach etwa einer Minute bildet sich eine Eisschicht am Rand des Gefäßes, die man mit dem mitgelieferten Löffel abkratzen und unterrühren kann. Das wiederholt man mit Pausen von etwa einer Minute so lange, bis der Slush die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Bei mir wurde der Eiskaffee zum Löffeln klasse, zum Trinken eher etwas zu fest. Da muss ich noch etwas experimentieren, bis ich das perfekt raus habe.

Trotzdem ein tolles Spielzeug, nächstes Mal teste ich es mit Fruchtsaft. Nicht zuletzt weil das Mädchen mir heute schon einen ziemlichen Kampf geliefert hat weil sie unbedingt probieren wollte.




Ansonsten haben wir heute einen eher unspektakulären Shabbat. Morgens war ich kurz schwimmen,  dann musste unbedingt das   Rennmausterrarium ausgemistet werden und jetzt sind wir unterwegs zu den Schwiegereltern, beziehungsweise Sabba und Savta.

Und ihr so?

Alle Samstagskaffees sammelt auch heute Ninja auf ihrem Blog.



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Freitag, 30. Mai 2014

Webfragmente #11

Zum Wochenende habe ich mal wieder zwei Videos für euch:


Die wunderbare Darbietung eines bunt gemischten Kinderchores mit einem "Hallelujah"-Medley für den Papst.






Und eine hübsche Aneinanderreihung von Fotos zum Jerusalemtag 2014:




Habt ein schönes Wochenende :)



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Donnerstag, 29. Mai 2014

[Buch] Verschämte Grüße

Ich bin schrecklich im Hintertreffen was meine Leseeindrücke betrifft. Zwar lese ich viel und gern, fast schon wieder manisch in letzter Zeit, aber zum Rezensieren komme ich irgendwie nicht, beziehungsweise reicht es nur für ein paar überwältigte Sätze auf Goodreads, längere Texte kommen nicht dabei raus. Das geht so nicht, weswegen ich mir vorgenommen habe, den virtuellen Stapel ungeschriebener Buchbesprechungen nach und nach abzuarbeiten. Sicher werde ich es nicht zu jedem Buch schaffen, aber wenigstens fast.

Zu Marc Elsbergs grandiosem Thriller "Blackout - Morgen ist es zu spät" habe ich gestern meine Rezension veröffentlicht. Klick


In Arbeit sind unter anderem:

Julie Kagawa: Blood of Eden (Trilogie)

Vanessa Diffenbaugh: The Language of Flowers

Andreas Eschbach: Black*out (Trilogie)

Eshkol Nevo: Vier Häuser und eine Sehnsucht 

Lost in Westeros (Arbeitstitel) - keine klassische Rezension, sondern eher eine Aneinanderreihung von Eindrücken und Kritiken an GRRM epischem Werk "A Song of Ice and Fire" und der dazugehörigen Fernsehserie "Game of Thrones".


Im Augenblick plane ich, immer mittwochs Rezensionen zu veröffentlichen. So können die, die sich eher für meine anderen Themen interessieren, die Buchthemen bequem(er) meiden und es gibt mir einen gewissen Druck, regelmäßig zu veröffentlichen und nicht wieder so einen Stapel aufzuhäufen.

Gute Idee?




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Mittwoch, 28. Mai 2014

[Buch] Marc Elsberg: Blackout - Morgen ist es zu spät

Blackout. Morgen ist es zu spätBlackout. Morgen ist es zu spät by Marc Elsberg
My rating: 5 of 5 stars

In einer kalten Februarnacht fallen in Europa flächendeckend die Stromnetze aus. Die verschiedenen Betreiber machen sich zunächst optimistisch an die Behebung des Störfalls, doch schnell wird klar, dass diesem Blackout nicht mit Routine beizukommen ist. Krisenstäbe werden gebildet und Notfallpläne ausgerollt, der Ernst der Lage ist dennoch nur wenigen bewusst. In Italien entdeckt der Informatiker Piero Manzano Hinweise auf einen groß angelegten Hackerangriff auf die Stromsysteme und vermutet ein terroristisches Motiv, doch weder Polizei noch Netzbetreiber wollen ihm zuhören. Als er es auf Umwegen endlich schafft, Europol zu kontaktieren, tauchen auf seinem Rechner Emails auf, die ihn selbst verdächtig machen. Nun auf der Flucht vor Europol und dem Bundesnachrichtendienst arbeitet Piero fieberhaft weiterhin daran, die Terrorzelle zu identifizieren und auszuschalten. Denn die Lage der Menschen in Europa ist längst kritisch, ohne Wasser, Strom und mit schwindenden Treibstoffreserven hat innerhalb weniger Tage der Kampf ums nackte Überleben begonnen.

Dieser spannende Thriller hat mich von Anfang bis Ende begeistert. Er ist so aufgebaut, dass man praktisch immer weiterlesen MUSS, weil sich Personen und Schauplätze ständig abwechseln und man derart in die Geschichte eintaucht, dass man den Zeitdruck und Stress der Beteiligten richtig zu spüren meint. Marc Elsberg hat sehr genau recherchiert und lässt auf eine unaufdringliche, plausible Art viele dicht geschilderte Informationen zur europäischen Stromversorgung in seine Geschichte einfließen. Eine tolle schriftstellerische Leistung, obwohl sie bei mir fast zu Beklemmung geführt hat, so realistisch wirkte das Szenario, das teilweise wie direkt aus einem Horrorfilm zu stammen scheint.

Elsberg Helden waren mir sympathisch und in ihren Handlungen für mich authentisch, obwohl zwischendurch das eine oder andere Klischee bedient wurde. Das gehört für mich zu einem spannenden Thriller aber auch dazu, ich will mich schließlich unterhalten, wenn die Rahmenhandlung schon so düster-realistisch ist.

800 Seiten in drei Tagen. Doch, ich kann wirklich sagen, dass dieser Roman mich in Atem gehalten und auch danach noch einige Zeit beschäftigt hat. Unbedingt zu empfehlen, wenn man starke Nerven hat und bereit ist, den Nachtschlaf für ein paar Tage stark einzuschränken. ;-)


Demnächst erscheint Marc Elsbergs neuer Roman "Zero". Ich werde gespannt Ausschau danach halten. [*Korrektur: Zero ist bereits erschienen, vor drei Tagen, um genau zu sein.]




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Dienstag, 27. Mai 2014

[Buch] Gemeinsam lesen #62

Gemeinsam lesen ist eine Aktion von Asaviels Bücher-Allerlei.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Vanessa Diffenbaugh: The Language of Flowers, 36%


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
She was the least meddlesome person I had ever met, and I felt a twinge of affection for her as I followed Grant out the door. 
- Vanessa Diffenbaugh


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Dieses Buch (Deutsch: Die verborgene Sprache der Blumen) liegt schon etwas länger auf meinem Kindle. Irgendwie ahnte ich, dass es sich dabei um ein schwierigeres Werk handelt, als meine übliche Freizeitliteratur. Dieser Eindruck hat sich bestätigt: Vanessa Diffenbaugh erzählt in ihrem Erstling die Geschichte einer jungen Frau, die ihr ganzes Leben in wechselnden Pflegefamilien verbracht hat. Sie lässt niemanden an sich heran und kann eigentlich nur mit Blumen richtig umgehen. Die nutzt sie sogar zur Kommunikation, denn sie kennt die geheimnisvolle viktorianische Sprache der Blumen, nach der jede Blume eine Bedeutung hat. Die Mühe mit der die Hauptperson dieses Romans versucht, sich einen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen, und die Rückblenden in ihre Kindheit und Jugend sind schwer auszuhalten. Die Blumen nehmen den Erzählungen etwas von ihrer Tristesse und machen den Roman bei aller Beklemmung schön zu lesen, in einer einfühlsamen schlichten Prosa. 

4. Du darfst den Hauptcharakter deines aktuellen Buches an einen Platz aus deiner Welt mitnehmen, welcher wäre das und warum?

Ich kenne einen wunderbaren Garten,  der ganzjährig mit den verschiedensten Blumen blüht. Den würde ich Victoria  gerne zeigen.





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Samstag, 24. Mai 2014

Samstagskaffee!



Bei uns gibt es den Samstagskaffee mit einem Stück Schokoladenkuchen heute erst spät, denn wir kommen gerade erst aus den Hügeln vor Jerusalem zurück, wo wir in einem Kloster zu Gast waren und ein kleine Wanderung unternommen haben. Vorbei an Schützengräben und Bunkern aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges und mit einer wunderschönen Aussicht auf die Burma Road, die während der Belagerung des jüdischen Teils Jerusalems als Versorgungsstrecke angelegt wurde.

Damit geht unser israelisches Wochenende leider schon wieder zu Ende, denn morgen beginnt für Mann und Kind (und überhaupt fast alle Israelis, ich lebe echt im Luxus mit meinem freien Sonntag) wieder der Alltag.




Viele weitere Samstagskaffees sind auch diese Woche bei Ninjas Sieben verlinkt. Da gehe ich jetzt gleich mal rüber.



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Donnerstag, 22. Mai 2014

12tel-Blick Mai 2014

Im Mai hat uns der Regen noch einmal eingeholt. So richtig. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich waren wir schon alle auf israelischen Sommer gepolt, in dem es 4-5 Monate warm und trocken ist. Mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 0%. Dieses Bild ist an einem der zwei nassen Maitage entstanden. Die Bäume und Pflanzen stehen in saftigem Grün, das wird sich so trotz künstlicher Bewässerung wohl nicht über den Sommer halten.




Alle meine 12tel Blicke sammle ich hier. Die Fotos der anderen Teilnehmer gibt es bei Tabea zu bewundern.



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Mittwoch, 21. Mai 2014

Lieber Lag BaOmer,

es ist mir ein wenig unangenehm, das zu schreiben, aber ich bin jedes Jahr froh, wenn wir dich wieder los sind.

Ich weiß, dass die Kinder dich lieben, weil Kinder Lagerfeuer spannend finden und weil zu deinen Ehren überall welche angezündet werden. Meistens sogar mehrere auf viel zu kleinen Flächen, sodass Feuer an Feuer steht und man aufpassen muss, dass keiner aus Versehen in eines hineinläuft. Aber ich kenne nur sehr wenige Erwachsene die dich mögen, und ich habe größtes Mitgefühl für Familien mit mehreren Kindern, die in diesen Tagen von Lagerfeuer zu Lagerfeuer hetzen und manchmal drei oder mehr dieser Pflichtveranstaltungen hinter sich bringen müssen, weil dieser Feiertag, der eigentlich gar kein richtiger Feiertag ist und von dem viele gar nicht so recht wissen, was denn nun eigentlich gefeiert wird und warum man dabei Lagerfeuer anzünden muss, von jeder Schulklasse und jeder Kindergartengruppe separat begangen wird.

Lieber Lag BaOmer, ich hätte an sich kein Problem mit einer Lagerfeuerveranstaltung, wenn sie professionell organisiert und durchgeführt wäre. So wie ein Osterfeuer zum Beispiel. Dann müsste auch keiner Supermarktbesitzern tadellose Euro-Paletten zum Verfeuern klauen, Bäume zerhacken oder ausrangierte Möbel und diverse andere, teils lackierte oder kunststoffbeschichtete Hölzer verfeuern, die dabei schwarzen Rauch und Dämpfe in einer Intensität freisetzen, dass es nicht nur Asthmatikern graust. Dieses Jahr habe ich den kapitalen Fehler begangen und Wäsche auf dem Balkon vergessen, während irgendwo in der Stadt Lagerfeuer im Gange waren. Die Wäsche konnte ich direkt noch mal waschen, so unangenehm war der Rauchgeruch, den sie - wie auch immer - angenommen hatte.

Du bist ja auch nicht ganz ungefährlich, lieber Lag BaOmer. Jedes Jahr gibt es zahlreiche Verletzte, vermutlich weil nur wenige offizielle Sicherheitsrichtlinien wie diese lesen, immer massenhaft Kinder involviert sind und die Feuerbauer vielfach entweder zu unerfahren oder zu blöd sind, mit einem Feuer richtig umzugehen. Das ist dir wahrscheinlich egal, Lag BaOmer, denn du bist ja nur ein Datum, aber ich kann - so ungerecht es dir gegenüber wohl ist - trotzdem nicht aus meiner Haut.

Denk nur an den Müll und Dreck, den die Feierlichkeiten in deinem Namen jedes Jahr hinterlassen. In unserer Stadt gibt es immerhin Beschränkungen und die Lagerfeuer sind nur auf brachliegendem Bauland zulässig, ich möchte mir nicht ausmalen, was für Unheil deine Lagerfeuer in anderen Städten anrichten.

Nein, Lag BaOmer, wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Ich halte dich für überflüssig und würde liebend gern noch eine weitere Kerze an Hanukka anhängen oder eine extra Hamantasche essen, wenn ich dafür auf dich verzichten dürfte.




* Lag BaOmer ist ein jüdischer Brauch, der in Israel vor allem von Jugendlichen exzessiv begangen wird. Die gefühlte Mehrheit der Israelis feiert das Fest "weil man es halt so macht" mit den Kindern und hält ansonsten die Fenster geschlossen, bis der Rauch verflogen ist.



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Dienstag, 20. Mai 2014

Gemeinsam lesen (61)

Gemeinsam lesen ist eine Aktion von Asaviels Bücher-Allerlei.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Julie Kagawa: The Immortal Rules - Blood of Eden (1), Seite 437.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
The Floating Pit was in full blazing glory when Zeke and I left Jackal's tower, a huge fireball burning against the night. 
- Julie Kagawa: The Immortal Rules


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Nur, dass ich überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann,  warum ich mich nicht früher auf diese Trilogie eingelassen habe. Das Vampirelement war mir irgendwie suspekt, aber völlig zu unrecht: The Immortal Rules (den deutschen Titel habe ich nicht parat, sorry) ist eine fesselnde Dystopie in einer postapokalyptischen Welt, in der es scheinbar keine Hoffnung für die Menschheit mehr gibt, und in der Vampire, obwohl sie alles andere als Kuschel-Edwards sind, nicht die furchterregendsten Monster sind, denen man als Mensch begegnen kann...






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Samstag, 17. Mai 2014

Interkulturelle Kaffeepräferenzen

Der Gatte und ich konnten uns lange nicht so richtig darauf verständen, welche Sorte Kaffee der richtige für uns ist.

In Israel trinkt man im Alltag meist Ness-Kaffee - Instantkaffeepulver mit kochendem Wasser angerührt. Man weiß angeblich nicht mehr so genau, ob die ähnlich klingende Marke, die hier neben anderen ähnlichen Produkten erhältlich ist, sich über die Jahre zum Gattungsnamen verselbständigt hat oder es sich um eine Wortschöpfung aus den hebräischen Wörtern Ness (= Wunder) und Kaffee handelt. Mir gefällt letztere Erklärung besser, aber vermutlich ist erstere korrekt. Wie dem auch sei, Instantkaffee ist das, was im Alltag in israelischen Haushalten in der Regel in den Becher kommt, wenn Kaffee angeboten wird.

Gerne genommen ist auch Kaffee Shachor (= schwarzer Kaffee), der jedoch nicht Kaffee ohne Milch meint, sondern jenes Gebräu, das man in Deutschland als "türkischer Kaffee" kennt. Synonym zu Kaffee Shachor wird dieser starke meist übersüßte Kaffee auch Botz (= Schlamm) genannt, wegen des im Glas verbleibenden zähen Kaffeesatzes.

Neben Ness-Kaffee und Botz wächst in den letzten Jahren auch der Markt für Espressomaschinen mit Kapselsystem. In der Anschaffung sind diese Maschinen verhältnismäßig erschwinglich, die Kapseln dafür umso teurer. Freunde von uns haben eine solche Maschine, nutzen sie aber eher für besondere Anlässe, im Alltag gibt es weiterhin Ness-Kaffee.


In den zahlreichen stark frequentierten israelischen Cafés, in denen Israelis mit Vorliebe sitzen, Kaffee trinken und frühstücken, werden fast ausschließlich italienische Kaffees gereicht. Der beliebteste ist Kaffee Hafuch (= verkehrter Kaffee), wenn man den bestellt, bekommt man Cappuccino mit Milchschaum, bzw. einen starken Café Latte, je nachdem, was die Barista genau darunter versteht ;-)

Doch nun zu unserem häuslichen Disput:

Filterkaffeemaschinen sind in Israel selten, sehr zum Leidwesen meines Gatten, der deutschen Filterkaffee lieber mag, als alles andere. Ich hingegen mache mir nichts aus Filterkaffee. Ich trinke ihn, ja, wenn nichts anderes da ist, aber wenn ich die Wahl habe zwischen Cappuccino und Filterkaffee, nehme ich immer den Cappuccino. Kaffee ohne Milchschaum ist nichts für mich. Außerdem habe ich mich in Israel sehr schnell an die Vorteile des Ness-Kaffee gewöhnt: Immer sofort verfügbar, problemlos als Einzeltasse servierbar, kostengünstig und geschmacklich ok. Einigermaßen umweltbewusst wie ich bin, kommt eine Kapselmaschine für mich nicht in Frage, und eine Filtermaschine lohnt sich für zwei Personen nicht wirklich, abgesehen davon, dass man im Supermarkt keinen gescheiten Bohnenkaffee für Filtermaschinen bekommt. Meine bevorzugte Variante - täglich oder mehrmals täglich "Coffee to go" - scheidet budgetbedingt aus, was also tun?

Unsere Lösung ist eine Kaffeepresse, oder, wie Wikipedia mich eben aufgeklärt hat: Pressstempelkanne (ich liebe deutsche Wörter wie dieses, hach!) aus Edelstahl. Vor Jahren hatten wir eine aus Glas, die leider materialbedingt ein sehr kurzes Leben hatte. Die neue aus Edelstahl ist formschön, doppelwandig isoliert, leicht zu reinigen und groß genug für vier Becher Kaffee. Am Anfang haben wir mit gemahlenem Espresso experimentiert, der aber im Supermarkt sehr teuer und nicht so richtig überzeugend war. Inzwischen mahlen wir unsere Bohnen selbst, die wir entweder von Starbucks importieren, wenn wir in Deutschland sind oder hier in Café-Großpackungen kaufen.

Ganz wichtig bei Kaffeepressen ist es, die Bohnen nicht zu fein zu mahlen, damit sie das Sieb nicht verstopfen und hinterher keine Rückstände in der Tasse schwimmen.

Der gemahlene Kaffee kommt in die Kanne, wird mit heißem Wasser übergossen und vier Minuten stehen gelassen. Danach vorsichtig die Presse nach unten gedrückt und eingeschenkt. Der Gatte mag den Kaffee mit ungeschäumter Milch (ähnlich wie Filterkaffee eben), ich mache mir Milchschaum dazu, mit meinem treuen Milchschäumer, der ebenfalls nach dem Presssystem funktioniert. Große Luftblasen lösen sich auf, indem man das Gefäß einige Male kräftig auf die Tischplatte klopft, danach kann man den Schaum langsam in den Kaffee gießen. Das geht am Besten, wenn man die Kaffeetasse leicht schräg hält.




Heute gab es zum Kaffee auch noch ein richtig schönes Frühstück vom Gatten. Der macht das gern. 






























Unter der Woche mache ich meinen Kaffee gerne direkt in meinen To-Go-Becher aus Keramik und nehme ihn mit in den Bus.

Andere Kaffeegeschichten gibt es immer wieder samstags bei Ninjas Sieben zu sehen.



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Eheschließungsfreiheit - nicht in Israel

In letzter Zeit läuft ein selten-nerviger Werbespot in Israel, der eine "Revolution" in Sachen rabbinische Eheschließung bejubelt, nach der Braut und Bräutigam wählen dürfen, in welcher Gemeinde sie ihre Ehe anmelden und schließen wollen. Das entsprechende Gesetz ging vor ein paar Monaten mit großem Getöse und unter heftigem Protest der orthodoxen Parteien durch die Knesset.

Dabei ist es der blanke Hohn, in diesem Zusammenhang von einer Revolution zu sprechen. Eine echte Revolution wäre in Israel ein Gesetz, dass gleichgeschlechtliche Eheschließung möglich macht (was immer man persönlich davon halten mag), ein wichtiger erster Schritt wäre aber zunächst die Einführung der Zivilehe. 

Ja, aufmerksamer Blogleser, du verstehst mich richtig: Die zivile Eheschließung heterosexueller Paare ist in Israel auch im Jahre 2014, respektive 5774 nach jüdischer Zeitrechnung, nicht möglich. Das heißt für etwa eine halbe Million Bürger, die nach der "Halacha", der jüdischen Gesetze, nicht als jüdisch gelten, weil sie keine jüdische Mutter haben oder nur nach dem reformierten Judentum konvertiert sind, dass sie in Israel nicht den Bund der Ehe eingehen können. Ganz zu schweigen von interreligiösen Paaren. Ehen, die im Ausland geschlossen werden, werden zwar anerkannt, weswegen im nahegelegenen Zypern über die Jahrzehnte eine regelrechte Hochzeitsindustrie für Israelis entstanden ist (ich habe daran sehr schöne, wenn auch leicht surreale Erinnerungen), im Heiligen Land selbst geht die Trauung noch immer ausschließlich über das Rabbanut. Dort müssen heiratswillige Juden nachweisen,  dass beide Partner echte Juden sind. Diese Nachweise zu erbringen ist teilweise sehr schwierig und manchmal erniedrigend, insbesondere für Juden aus Ländern, in denen sie verfolgt werden oder wurden und derartige Dokumente oft vernichtet oder verloren sind. 

Reformjudentum ist nicht anerkannt, was im Fall meines Schwagers dazu geführt hat, dass er seine Frau in Zypern heiraten musste, weil seine Mutter nur reformierte Jüdin ist, obwohl sich die ganze Familie als jüdisch identifiziert und der Vater einer generationenalten jüdischen Familie entstammt. 

Ich habe Paare kennengelernt,  die es sich nicht leisten können, zum Heiraten ins Ausland zu gehen und daher unverheiratet bleiben mussten, was völlig gegen ihre persönliche Überzeugung und Glaubenseinstellung ging. Andere Paare entscheiden sich gegen die Heirat vor dem Rabbanut, weil sie säkular leben und ihre Ehe nicht in den halachischen Gesetzen zementiert sehen wollen.

Nun kann man sich trefflich streiten,  ob Reformjudentum und orthodoxes Judentum einander gleichgestellt sein sollte. Ich persönlich würde mehr Inklusion begrüßen,  sehe aber die Argumente derer, die sagen, dass eine religiöse Trauung ihren religiösen Charakter behalten soll. Dennoch ist es meiner Meinung nach ein Unding, dass es in einem demokratischen Land keine zivile Eheschließung neben oder zusätzlich zur religiösen gibt.










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Dienstag, 13. Mai 2014

[Buch] Gemeinsam lesen (60)

Gemeinsam lesen ist eine Aktion von Asaviels Bücher-Allerlei.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

George R. R. Martin: A Feast for Crows - A Song of Ice and Fire (4), 55% also etwa Seite 500


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
But no one spoke of it in his hearing... and since the only witness lacked a tongue, he need not fear anyone learning just how inept a swordsman the Kingslayer had become. 
- George R.R. Martin: A Feast for Crows


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich fühle mich seit ein paar Wochen ziemlich "Lost in Westeros", so eingesaugt bin ich. Demnächst schreibe ich mal mehr darüber, wenn ich erst fertig gelesen habe...


4. Du hast Gelegenheit, dem Protagonisten/der Protagonistin genau eine Frage zu stellen. Welche wäre das?

Hm... bei GRRM gibt es eigentlich nicht den einen Protagonisten oder die eine Heldin. Genau das macht ja einen großen Teil des Reizes der Serie überhaupt aus. Im aktuellen Band würde ich Sansa aber am liebsten schütteln und sie fragen, ob sie wirklich so naiv ist, wie es mir scheint, und ob sie nicht endlich mal was aus ihren vielen Erfahrungen lernen will. 





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Montag, 12. Mai 2014

12 von 12 im Mai 2014

Mei, die Zeit vergeht dieses Jahr aber echt wie im Flug. Schon zum fünften Mal treffen wir uns heute bei Frau Kännchen zur alltäglichen Fotoparade. Zwölf Fotos gilt es über den Tag zu knipsen und heute fiel mir das in den ersten zwei Tagesdritteln ziemlich schwer. Mein Tag war nämlich ziemlich unerquicklich. Ab der Mittagspause mit einem Lieblingskollegen, der sich meiner schlechten Laune erbarmte, ging es dann langsam bergauf...

1 - Nachtisch: ein Kaffee und ein (minikleines) Teilchen zum Spotpreis (für Tel Aviver Verhältnisse jedenfalls).

 2 - und zwar in diesem sehr nette kleinen, ja was? Kiosk? Frozen Yoghurt-Bar? Stehcafé? Jedenfalls war der Kaffee gut und wenn ich gewollt Zeit gehabt hätte, hätte ich auch draußen unter einem fröhlich-gelben Sonnenschirmchen sitzen können.


3 - das Teilchen


4 - auf dem Heimweg habe ich eine kleine Flucht nach Westeros unternommen. Inzwischen bin ich beim vorletzten Band der Serie.


5. - lilane Blütenblätter


6. - Zuhause erstmal alle Fenster auf und gründlich durchlüften, denn es geht ein frischer Wind. Die Petunien am Kinderzimmerfenster hat der Gatte neu angepflanzt, hübsch, gell?


7. - Vorbereitungen für den Besuch einer Kleingruppe Kinder aus Tochterns Schulklasse. Im Laufe eines Schuljahres kommen alle Familien einmal an die Reihe, ihr Haus für eine Spaßaktivität zum besseren Kennenlernen und Bonding der Kinder zu öffnen.


8. - Das Wetter war toll, so dass wir einen Teil der Zeit im Park verbrachten. Drachensteigen ist fantastisch.


9. - vor allem, wenn man es wirklich schafft, ihn steigen zu lassen :-)


10. - Dinos mit "archäologischem" Werkzeug aus Eiern bürsten und kratzen.


11. - manche gingen mit einer erstaunlichen Geduld zu Werk, andere eher grobmotorisch.


12. - zum Abschluss Pizza "ohne alles" (und natürlich gab es ein Kind, das daran auch was zu mäkeln hatte, aber egal.)



Ein gut gefüllter Tag ist gut zu Ende gegangen.




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Sonntag, 11. Mai 2014

[Buch] Lieblingsbuch 4/2014 - Divergent

Im April war ich im Kino, um mir die lang erwartete Verfilmung von Veronica Roth's Jugendbuchbestseller Divergent (Deutsch: Die Bestimmung) anzusehen.

Da es schon etwas länger her war, dass ich die Romanvorlage gelesen hatte und mir doch einiges im Film anders vorkam, als ich es in Erinnerung hatte, nahm ich den Kinobesuch zum Anlass, das Buch noch einmal auf den Kindle zu laden. Es ist nämlich wirklich ein sehr lesenswertes Buch und hat alles, was eine gute Jugenddystopie braucht. Mein erster Leseeindruck von 2012 ist hier nachzulesen.

Meine Rezensionen zu den anderen beiden Buchteilen der Trilogie findet ihr hier:

Der Film ist spannend und im Großen und Ganzen romangetreu umgesetzt. Die Hauptdarsteller machen ihre Sache echt gut und auch die meisten Nebenrollen sind glaubwürdig besetzt. (Mein Highlight: Jai Courtney als Eric!) Unlogisch und schwer mit den Beschreibungen im Buch in Einklang zu bringen, fand ich allerdings das Casting der zierlichen Zoë Kravitz, vor allem im Vergleich mit der wesentlich größer und stärker wirkenden Shailene Woodley, die Tris spielt. Aber das fällt eventuell nicht auf, wenn man den Film ohne Buchhintergrund sieht. Schade auch, dass abgesehen von Tris und Four praktisch keine wirkliche Beziehungsentwicklung zwischen den Personen stattfindet. Die Beziehungen waren im Buch immer ein zentrales Thema, ebenso die teils sehr tiefen psychologischen Einblicke in Tris' Gedanken- und Gefühlswelt. Vielleicht liegt es daran, dass ein Film diese Art von Tiefe nur bedingt leisten kann, obwohl die Hunger Games-Filme, und insbesondere die großartige Jennifer Lawrence, zeigen, dass emotionale Tiefe auch im Jugendfilm möglich ist.

Aber: Ich will nicht meckern. Divergent ist unter dem Strich ein spannender Film mit ordentlich Action und tollen Helden. Ich bin gespannt auf die Umsetzung der weiteren Teile.



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Die Lieblingsbücher-Challenge wird von der Bücherphilosophin ausgerichtet. Im Laufe eines Jahres soll jeden Monat ein Lieblingsbuch gelesen und besprochen werden. Meine bisher gelesenen Lieblingsbücher sind hier aufgelistet.



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