Dienstag, 29. April 2014

[Buch] Gemeinsam lesen #58


Gemeinsam lesen ist eine Aktion von Asaviels Bücher-Allerlei.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Regungslos starrten die neun Männer auf die Monitore des Leitstands. 
- Marc Elsberg: Blackout

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

In meiner Familie schätzt man gute, spannende Bücher. Dieses hier hat mir mein Vater empfohlen und nachdem ich eine Leseprobe gelesen hatte, wusste ich sofort, das muss ich auch lesen! Leider hat die Post ziemlich lange getrödelt, aber jetzt ist es endlich bei mir. Schön, dass es relativ dick ist, denn so spannend wie es sich anliest, werde ich es sicher ganz schnell durchfressen. 

4. Aus welchem Grund hast du dich gerade jetzt für deine aktuelle Literatur entschieden?

Wie gesagt habe ich schon etwas länger auf dieses Buch hingehibbelt und musste daher jetzt sofort anfangen zu lesen. Allerdings lese ich parallel auch noch weiterhin "A Storm of Swords", der Wälzer ist noch lange nicht fertig :)






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Montag, 28. April 2014

Holocaust kindgerecht?

Heute wird in Israel der jährliche Holocaust-Gedenktag "Jom HaShoa" begangen.

Während dieser Artikel live geht, ertönt in Israel für zwei Gedenkminuten eine Sirene, während derer der pulsierende israelische Alltag vollständig zum Erliegen kommt. Der Verkehr stoppt, man steigt aus dem Auto aus, bleibt stehen, wo man gerade steht, sei es im Büro, im Supermarkt oder im Wartezimmer, und verharrt zwei Minuten im schweigenden Gedenken.

Gestern Abend um 20:00 wurde in Yad VaShem die Gedenkzeremonie abgehalten, im Rahmen derer jedes Jahr stellvertretend für 6 Millionen ermordete Juden sechs Holocaustüberlebende Fackeln entzünden. Ihre Geschichte wird in kurzen eindrücklichen Videoeinspielern gezeigt, beklemmend besonders dadurch, dass die Überlebenden, die heute Fackeln entzünden, während der Shoa noch Kinder waren. Schicksale wie das von Eliezer Eizenschmidt, Yitzhak Biran oder Dita Kraus schnüren mir jedes Jahr wieder die Luft ab, weil sie zeigen, wie wichtig das Erinnern ist, wie sehr sich die jüngste Geschichte in die jüdische Seele gebrannt hat und wie präsent der Genozid durch die Nazis im heutigen Israel noch immer ist. So viele Familien sind betroffen, so viele Kinder haben oder hatten Großeltern oder Urgroßeltern, die nach Israel fliehen konnte, die Shoa höchst traumatisiert überlebten oder ihr zum Opfer fielen. Die Kinder von Überlebenden tragen häufig an einem sekundären Trauma, da sie in einer Zeit aufwachsen mussten, in der man die Symptome einer indirekten Traumatisierung noch kaum einordnen und daher auch nicht psychologisch begleiten konnte.

Wie aber vermittelt man (kleinen) Kindern diese Thematik? Man kommt an diesem Gedenktag hier im Land nicht vorbei, sodass bereits im Kindergarten in irgendeiner Form darauf eingegangen werden muss. Bilderbücher gibt es bereits für Dreijährige, ab der Vorschule wird schon sehr konkret auf die Shoa Bezug genommen. Ich bin nicht sicher, ab welcher Klasse in Deutschland der Massenmord an den Juden auf dem Lehrplan steht, aber ich erinnere mich, dass ich bereits vieles von zuhause wusste, als es im Geschichtsunterricht soweit war, und mir das Thema alles andere als neu war. Gerne möchte ich auch mit meiner Tochter die Grauen der Shoa im geschützten Familienrahmen besprechen. Sehr ungut fände ich nämlich, wenn ihr ohne Vorwarnung die Verbindung "Deutsche haben unzählige Juden ermordet" klar würde, ohne die Zusammenhänge einordnen zu können, noch schlimmer, wenn Kinder ihr ihre Herkunft deswegen an den Kopf werfen würden. Das ist so ein Schreckgespenst, das mich immer mal wieder heimsucht. Aber so einfach ist das gar nicht. Richtig tief schürfende Gespräche können und wollen viele Kinder in diesem Alter nämlich nicht wirklich führen (das kenne ich von anderen wichtigen Themen) und von sich aus erzählt unsere - zumindest auf Aufforderung - auch eher ungern, was sie bewegt.

Also doch ein Buch hernehmen? Die Kinder- und Jugendbücher, die man so kennt (Anne Frank, Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Sternkinder), eignen sich aus meiner Sicht frühestens ab der 5. Klasse, davor gibt es auf Deutsch praktisch nichts. Oder? Ich bin offen für Tipps, falls ihr welche habt, meine Recherche hat nichts brauchbares zutage gefördert, nur einige Artikel die erklären, dass es zu früh ist, den Holocaust in der Grundschule zu thematisieren..

Die israelische Kinderliteratur zur Shoa kenne ich zu wenig, aber ich schätze, ich werde wohl mal den Buchladen aufsuchen und mir ein paar Bücher ansehen, ob da eventuell was für uns dabei ist.

Ein Einstieg könnte auch sein, mit ihr gemeinsam die ausdrucksstarken Zeichnungen der Fünftklässler aus ihrer Schule anzusehen. Dabei kommen wir vielleicht ins Gespräch. Mich haben diese Bilder gestern beim Bringen jedenfalls ziemlich aufgewühlt...






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Sonntag, 27. April 2014

[Buch] Laura Bitterlich: Die Wandler

Die Wandler - Der BeginnDie Wandler - Der Beginn by Laura Bitterlich
My rating: 3 of 5 stars

In einem sagenhaften von der Außenwelt abgeschirmten Reich, lebt das Volk der Gestaltwandler. Jeder Bürger erhält mit Vollendung des 15. Lebensjahres eine Tierform zugewiesen, in die er sich jederzeit verwandeln kann. Der soziale Status der Gestaltwandler hängt untrennbar mit der Tiergestalt zusammen, auf einen Aufstieg können nur die Mädchen hoffen, denn Söhne erhalten automatisch dieselbe Tierform wie ihr Vater. Das soziale Gefüge führt immer wieder zu Unruhen im Land. Krieger terrorisieren das einfache Volk, und die drei Herrscherfamilien kümmern sich wenig um die Missstände im Land. Die einzige Hoffnung sehen viele in einer uralten Prophezeiung nach der eines Tages ein "Allwandler" kommen und die Herrscher stürzen soll.

Leara, die mit ihrer Familie und dem einfachen Volk am Rand des Reiches lebt, fiebert ihrem 15. Geburtstag entgegen. Sie hofft, durch eine höher gestellte Tierform ihren Status verbessern und womöglich sogar zur Kriegerin werden zu können. Doch bei der Zeremonie kommt alles ganz anders..

Ich habe "Die Wandler" gerne gelesen. Die junge Autorin Laura Bitterlich erzählt ein Fantasyabenteuer, das ich dank des hohen Erzähltempos besonders zu Beginn kaum aus der Hand legen wollte. Die Charaktere sind glaubwürdig und interessant, und mir gefällt natürlich die starke Heldin, die nicht auf die Rettung durch einen glitzernden Ritter angewiesen ist. Schön auch, dass Leara nicht perfekt ist, Unsicherheiten und Fehleinschätzungen überwinden und schließlich ganz für sich entscheiden muss, wie sie ihr weiteres Leben gestalten will. Das fand ich richtig gut und es spricht ein jugendliches Publikum sicher ganz besonders an. Obwohl für "Die Wandler" wohl eine Fortsetzung geplant ist, kann man dieses Buch auch gut als Einzelband lesen, finde ich.

Der Schreibstil ist schlicht und flüssig. Die gezeichneten Vignetten am Anfang eines jeden Kapitels sind zauberhaft und passen wunderbar zu dieser liebevoll ausgedachten Geschichte.




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Freitag, 25. April 2014

Aufgeräumtes Kinderzimmer - eine Anleitung in 13 Schritten :)

Ich hasse putzen und aufräumen.


Wenn ich es mir leisten könnte, hätte ich längst eine Putzfrau oder wenigstens einen Roboterstaubsauger*. Kann ich aber nicht, weswegen ich mir die kleine Wohnung schön rede (= weniger Fläche, die geputzt werden muss), auf meinen helfenden Gatten lobsinge (ok, das sollte ich wirklich öfter tun) und ansonsten minimalistisch-effizient vorgehe, wenn es darum geht, das Haus ordentlich und hygienisch zu halten.

Nein, aufräumen und putzen ist wirklich nichts für mich. Mit einer Ausnahme: Das Kinderzimmer meiner Tochter räume ich gerne auf. Als ich das vor ein paar Jahren in meinem bevorzugten Elternforum (Rabeneltern.org) erwähnte, kam sofort als Reaktion
"Gib's zu, du willst doch nur spielen!" 
und ich glaube, da ist wirklich was dran. Ich räume tatsächlich gerne die Spielsachen meiner Tochter hin- und her, sortiere und verräume und freue mich an all den schönen Sachen, die sie besitzt. Außerdem ist es meinem pedantischen Organisationstick in Sachen Spielzeug zu verdanken, dass bisher kein einziger Playmo-Flip-Flop verloren gegangen ist. Und das will was heißen. Daher gehört es auch derzeit nicht zu meinen primären Erziehungszielen, das Kind dazu anzuhalten, selbst aufzuräumen, lieber wäre mir ein Tauschdeal: Sie putzt mir Bad, Klo und Fenster und ich sorge im Gegenzug dafür, dass ihr Zimmer immer schön aufgeräumt ist. Leider utopisch, aber mal im Ernst: Kinderzimmer aufräumen ist für mich fast schon therapeutisch und der Vorher-Nachher-Effekt enorm, seht selbst:







Seit ich vor einigen Jahren das Kinderzimmer auf das Prinzip "jedes Teil hat seinen Platz und lässt sich irgendwo so verstauen, dass es weder unordentlich aussieht, noch Staub ansetzt" umgestellt habe (Trofast und Glis sind mir in diesem Zusammenhang sehr ans Herz gewachsen), dauert der Aufräumteil auch überhaupt nicht lang. Vielleicht 20-30 Minuten, Spielpausen nicht eingerechnet *hust*):

  1. Bastelschnipsel, Müll, nie vollendete Kunstwerke und kaputte Teile, die ich ohne schlechtes Gewissen verschwinden lassen kann, landen im Müllsack, bzw. Altpapier
  2. Kleidungsstücke gehen in die Wäsche, Schlafanzug unter die Bettdecke
  3. Verkleidungsteile kommen in ihre große Trofastkiste 
  4. Bücher dürfen zurück ins Expedit. (Wenn ich ganz korrekt sein will, hole ich auch noch die gesammelten Vorlesebücher aus unserem Schlafzimmer und verräume sie.) Weil ich ein Freak bin, gruppiere ich die Bücher nach Sprachen und Autor
  5. Verlaufene Stofftiere haben ihr Zuhause ebenfalls in Trofastkisten, die beiden Babies wohnen im Puppenwagen
  6. Playmobil, das auf der Spielplatte aufgebaut ist, ergo aktuell bespielt wird, rühre ich nicht an. Nicht genutztes Playmobil kommt in die Playmobilkiste in den Schrank. Wenn aktuell nicht auf der Spielplatte gespielt wird, bzw. im Vorfeld die Erlaubnis zum Abbau eingeholt wurde, wird diese abgewischt und unter das Bett gerollt
  7. Brettspiele und Puzzle haben bei uns ihren Platz auf dem oberen Kleiderschrankregal (Hensvik)
  8. Loses Bastelzeug, Papier, Stifte, etc. kommt in die entsprechenden Trofastkisten
  9. Kleinteile, die einen festen Platz haben, wie Schmuck, Sammelfiguren, Bausteine und Haarzubehör werden in verschiedenen Kisten und Kasten verstaut
  10. Sonstiger Kleinkram und Tand fliegt in einen hübschen (und vor allem großen) Schuhkarton
  11. Wenige (!) Bilder und/oder Ausstellungsstücke dürfen auf dem Regal stehen bleiben
  12. das Bett ist schnell gemacht, ebenso ein kurzer feuchter Wisch über alle Oberflächen
  13. Zum Abschluss wird gründlich gesaugt, bzw. durchgewischt (heute habe ich sogar die Fenster geputzt) und schon ist es fertig


Bonuseffekt: Das Kind hält sich danach wieder viel mehr im eigenen Zimmer auf und schafft nicht mehr so viel Spielzeug in den Familienwohnraum, wo es sich meist blitzartig vermehrt ;-)






*Nachtrag, 31.3.2016: Den Saugroboter haben wir übrigens inzwischen. Auch schon wieder gut 1,5 Jahre, Mensch, wie die Zeit vergeht!



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Donnerstag, 24. April 2014

12tel-Blick April 2014

Im April ist das Wetter in Israel schon sehr einheitlich schön und ziemlich warm. Aber auf eine gute Art. Mit blauem Himmel und ohne Sand in der Luft. Abends wird es noch angenehm kühl und auch tagsüber gibt es oft eine frische Brise. So gefällt uns das. (Obwohl der Gatte auch jetzt schon einen Teil der Nacht auf dem Sofa an der offenen Balkontür verbringen muss. Aber dem ist ohnehin nicht zu helfen.)




Alle meine 12tel Blicke sammle ich hier. Die Fotos der anderen Teilnehmer gibt es bei Tabea zu bewundern.




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Mittwoch, 23. April 2014

[Buch] Lesefreude zu verschenken!




Guten Morgen zusammen :)

Der Welttag des Buches ist da, und damit fällt der Startschuss für die diesjährige

Blogger schenken Lesefreude -

Aktion.

Wie bereits im letzten Jahr, organisieren dieses Massenverschenken von Büchern Dagmar (GeschichtenAgentin) und Christina (Pudelmützes Bücherwelten) auf der Webseite des Projekts bloggerschenkenlesefreude.de.

Über 900 Blogger haben sich angemeldet und teilweise schon frühzeitig begonnen, die Aktion auf ihren Blogs anzukündigen. Auf Facebook, Twitter (@blogdenwelttag / #lesefreude) und anderswo im weltweiten Netz buzzt es seit ein paar Wochen ebenfalls ganz gewaltig.

Ich freue mich daher sehr, auch dieses Jahr wieder mit dabei sein zu können. Wie beim letzten Mal habe ich mich entschieden, ein "Israelbuch" zu verschenken. Eines, das dem Leser diese meine neue Welt hier ein bisschen näher bringt, den Blick öffnet auf Land und Menschen und vielleicht sogar Lust macht, diesen verrückten Flecken Erde einmal zu bereisen.

Meine Wahl fiel auf einen der jüngeren israelischen Autoren, den ich erst in letzter Zeit entdeckt und für seinen sanften, tiefsinnigen Schreibstil schätzen gelernt habe: Eshkol Nevo. Sein erster Roman "Vier Häuser und eine Sehnsucht" erzählt aus verschiedenen Erzählperspektiven ganz normale israelische Geschichten von vier Familien und schafft es mit nur wenigen Protagonisten die Komplexität des alltäglichen Lebens hier abzubilden und ihr Gesichter zu geben.




Wenn ihr dieses Buch gewinnen möchtet, lasst es mich bitte bis zum 30.4.2014 wissen, am besten als Kommentar unter diesem Beitrag (nicht anonym, sonst kann ich euch nicht zuordnen!) oder alternativ auf Facebook, Twitter oder per Email

Doppelte Kommentare werden gelöscht, das lohnt sich also weder für euch, noch für mich, und der Rechtsweg ist selbstverständlich ebenfalls ausgeschlossen. Ich versende weltweit. 





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Dienstag, 22. April 2014

[Buch] Gemeinsam lesen #57


Gemeinsam lesen ist eine Aktion von Asaviels Bücher-Allerlei.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

G.R.R. Martin: A Storm of Swords (A Song of Ice and Fire #3), erste Seite.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
The day was grey and bitter cold, and the dogs would not take the scent. 
- G.R.R.M Martin: A Storm of Swords

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich gebe es ungern zu, aber so richtig viel Lust habe ich grade nicht, mich auf diesen über-1000-Seiten-Wälzer einzulassen. Aber ich lese ihn sozusagen aus Liebe, denn mein (nichtlesender) Gatte und ich sehen die Serie, und er will mit der dritten Staffel einsteigen, was ich aber unmöglich über mich bringen kann, bevor ich die Buchvorlage dazu gelesen habe. Also muss ich mir jetzt mindestens einen Vorsprung anlesen. Denn wenn ich die Serie einmal gesehen habe, lese ich das Buch nicht mehr. Und das wäre schade. (Dass ich mit der Serie ohnehin so meine Probleme habe, gehört hier nicht her.)

4. Wenn du jetzt in diesem Moment in die Geschichte eintauchen könntest, was würdest du als erstes tun?

Hm... das kommt ganz darauf an, wo genau und in welcher Form ich in der Geschichte auftauchen würde. Käme ich als unbesiegbare Superheldin nach King's Landing würde ich wohl geradewegs in den Iron Thronsaal marschieren und einigen Leuten ordentlich eine watschen, bevor ich sie aus der Stadt jage. Käme ich als normalsterblicher Mensch, würde ich mir ein Abendessen mit Tyrion Lannister wünschen, das muss einfach unterhaltsam, interessant und obendrein dekadent lecker sein. 

Und dann gibt es noch so einige Orte und Situationen in Westeros in denen ich auf keinen Fall landen will. Nein, wirklich nicht.





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Montag, 21. April 2014

Der letzte Urlaubstag...

... plätschert hier so vor sich hin. Ein gemütlicher Ausklang unserer Ferien, und wir stellen fest: So viel unternommen wie die letzten Tage, haben wir noch nie in so kurzer Zeit :)

Es folgt eine Riesenbilderflut.... Wer sich nur durch die Bilder klicken will, klickt einfach auf das erste Bild und dann einmal durch die Diashow.


Im Garden of Science des Weizmaninstituts in Rehovot gab es unter freiem Himmel viele spannende naturwissenschaftliche Phänomene zu beobachten. Der Gatte fand seine Erfüllung beim Musizieren mit der Klangschale (was nämlich gar nicht einfach ist, wie es aussieht!), das Mädchen war fasziniert von einem Harmonographen mit dessen Hilfe sie Zeichnung um Zeichnung anfertigte. Mir gefiel der künstliche Regenbogen besonders gut, aber es gibt dort so viel zu entdecken, dass wir hier sicher noch einmal herkommen müssen.

Klangschale
Regenbogenmaschine 
Harmonograph

Auf dem Castel in den Hügeln vor Jerusalem haben wir viele Pflanzen bewundert und die alten Bunker und Schützengräben von 1948 erkundet. Außerdem gibt es von dort einen tollen Blick über die judäische Hügellandschaft und Jerusalem.

Aufstieg zum Castel
Heuschnupfengewächs
wer die Blume benennen kann, darf sich
einen Keks nehmen 
"Dam HaMaccabim" (red everlasting)

gruselig und 
aufregend

Unser nächster Ausflug führte uns weiter in den Norden. Zuerst in die Felsenhöhlen der Urmenschen und dann auf den Carmelberg wo wir ein Reservat für verschiedene israelische Wildtiere besuchten. Die Aussicht vom Carmel ist unfassbar schön und besonders spannend war es, die riesigen ausgewilderten Geier im freien Flug zu beobachten. Einer flog so nah an uns vorbei auf die Voliere des Reservats zu, dass ich kurz den Atem anhielt, weil ich nicht sicher war, ob er rechtzeitig "abbiegt".

Felsklettereien
da wird die Höhle zur Nebensache
little Switzerland
Aussicht aufs Meer
Auf dem Heimweg genossen wir ein super-leckeres Essen in einem sehr angenehmen kleinen arabischen Restaurant.

Salate des Hauses
Im Aquabella in Ein Hemed gibt es einen hübschen Wasserlauf und das Farmhaus von Kreuzfahrern zu besichtigen. Am Wochenende gab es dort ein Ritterfest. Straßentheater mit Stelzenlauf, einem Flötenworkshop, mehreren Aufführungen rund um König Artus, Rittertraining, einer Geschichtenerzählerin und Kletterübungen mit Robin Hood. Da war für alle was geboten (und leider war der Menschenauflauf dementsprechend).

Ritterdeko
Wasser!
unermüdlicher Troubadour
Held in Strumpfhose
Templergebäude
Mädels im Nahkampf

Den Vorabend des zweiten Feiertags begingen wir gestern mit einem leckeren Essen und guten Freunden bei uns auf dem Balkon. So aufgetankt kann der Schul- und Arbeitsalltag wieder beginnen :)





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Sonntag, 20. April 2014

Tiramisu mit Kirschen (koscher für Pessach)

Frohe Ostern und Chag Sameach !


Heute, pünktlich zu Ostern und zum zweiten Passafeiertag, habe ich ein Rezept für euch, das als Nachtisch zu vielen Festen passt. Ostern, Pessach, Shavuot - oder einfach so.

Zutaten für 8 Personen: 

  • 250 ml Schlagsahne
  • 250 g weißer Käse 5% oder Quark
  • 250 g Mascarpone 
  • 70 g Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt 
  • 200 g Weinkekse für Pessach oder Löffelbiscuits/anderes simples Gebäck (dann ist es allerdings nicht mehr koscher für Pessach!)
  • 1 Glas Schattenmorellen


Zubereitung: 

  1. Kekse in grobe Stücke brechen und den Boden einer Auflaufform damit auslegen. 
  2. Schattenmorellen abtropfen und Saft auffangen. Die Kekse mit etwa der Hälfte des Saftes gut durchtränken. 
  3. Sahne steif schlagen. 
  4. In einer Schüssel Käse/Quark, Mascarpone, Vanilleextrakt und Zucker cremig rühren. Sahne unterheben.  
  5. Zwei Drittel der Sahnemasse in die Auflaufform streichen, darauf die Schattenmorellen verteilen und mit einer weiteren Lage Sahne abschließen. 
  6. Nach Geschmack die obere Lage mit Kekskrümeln bestreuen. Alternativ kann man auch die Schattenmorellen als oberste Lage nehmen, je nachdem, was besser gefällt :)
  7. Das Tiramisu mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen, damit alles gut durchziehen kann. 








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Freitag, 18. April 2014

[Buch] Lieblingsbuch 3/2014 - Der Geschmack von Apfelkernen

Mein Lieblingsbuch für den März war

Der Geschmack von Apfelkernen
von Katharina Hagena.

Ich erinnere mich noch genau daran, wie mir dieses Buch mit dem wunderschönen Cover und dem ausgefallenen Titel damals bei Amazon ins Auge gestochen ist, als ich - mal wieder - ein last-minute Geburtstagsgeschenk für meine Mama gesucht habe.
(Wenn man auf einem anderen Kontinent lebt, der in Sachen Geschenke nicht wirklich viel spektakuläres zu bieten hat, lernt man die Vorteile des Online Shoppings für Geschenke sehr schnell zu schätzen.) 

Ich glaube, sie mochte das Buch und als sie das nächste Mal bei uns zu Besuch waren, brachte sie es mir mit, damit ich es auch mal lesen kann. Ich war sehr überrascht, dass es so ein dünnes Bändchen ist, irgendwie hatte ich mir einen Spiegel Bestseller umfangreicher vorgestellt. Beim Lesen wurde mir dann aber sehr schnell klar, dass ein gutes Buch nicht zwingend ein Wälzer sein muss. 

Zum Buch selbst:

Als Iris' Großmutter stirbt und ausgerechnet ihr das alte Haus mit dem großen Garten vererbt, löst das bei ihrer Enkelin eine Reihe zauberhafter, teils fast unwirklicher  Erinnerungen an die Sommer ihrer Kindheit aus. Erinnerungen so leicht wie Organza und süß wie Johannisbeergelee, aber auch solche mit einem üblen Nachgeschmack. So sehr verstrickt dieser magische Ort Iris in ihren Erinnerungen, dass sie sich beinahe in ihnen verliert und ganz neu für sich herausfinden muss, wie sie ihr Leben weiterleben möchte. 

Katharina Hagenas Romane bezaubern mit einem ganz besonderen Schreibstil. Gerüche und Geschmäcker meint man beim Lesen auf der Zunge zu spüren, die Gedankenwelt der Charaktere ist komplex, aber in einer Weise geschildert, dass man sich unweigerlich hineinversetzen und nachfühlen kann. Und die Handlung ist so straff, dass man gerne am Ball bleibt, obwohl man damit in Kauf nehmen muss, dass der Lesegenuss nicht lange vorhalten wird. Aber das macht nichts. Das Schöne an Lieblingsbüchern ist ja, dass man sie immer wieder lesen kann.  


***

Die Lieblingsbücher-Challenge wird von der Bücherphilosophin ausgerichtet. Im Laufe eines Jahres soll jeden Monat ein Lieblingsbuch gelesen und besprochen werden. Meine bisher gelesenen Lieblingsbücher sind hier aufgelistet.



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Donnerstag, 17. April 2014

Grübeleien zu Pessach

Pessach, wie das jüdische Passahfest auf Ivrit heißt, ist zur Zeit in vollem Gange. Ab dem traditionellen Sedermahl, das die Pessachwoche einleitet, bis zum zweiten Feiertag eine Woche später, dürfen nach jüdischem Glauben weder Brot noch andere gesäuerte Lebensmittel "Chametz" verzehrt, erworben oder auch nur im Haushalt vorgehalten werden. Auch Spuren dürfen im Haus nicht mehr nachweisbar sein, weswegen vor dem Fest gründlich geputzt wird und viele Familien sogar für diese Zeit das Geschirr austauschen, damit sie nicht in Kontakt mit den verbotenen Lebensmitteln kommen. (Wie das in der Realität aussieht habe ich hier letztes Jahr ausführlicher beschrieben, und meine Freundin Chutzpi hat letztens berichtet, wie sie als religiöse Jüdin die Vorbereitungen händelt.)

Mir als Nichtjüdin christlicher Herkunft fällt dieses jüdische Fest so schwer wie kein anderes. (Nur Yom Kippur kann das noch toppen, aber der ist auch per Definition kein Festtag.) Ich kann gar nicht genau beschreiben, warum das so ist, vermute aber, dass es daran liegt, dass ich mich in dieser Zeit dem Volk weniger zugehörig fühle als sonst, weil sich in der Pessachzeit auch viele nichtreligiöse Israelis sehr wohl auf ihre jüdischen Wurzeln besinnen und das Chametzverbot einhalten - ganz im Gegensatz zu anderen religiösen Vorschriften, die der gemeine säkulare Jude das ganze Jahr über kaum beachtet. Weswegen es noch mehr auffällt, wenn man nicht richtig Teil dieser Tradition ist. In der Familie meines Mannes ist das kein Problem. Dort feiert man den Sederabend eher als Folklore, Brotwaren werden die ganze Woche über wie gewohnt verzehrt. Wenn man jüdisch geboren und in Israel aufgewachsen ist, kann man, scheint mir, sehr frei und selbstbewusst entscheiden, was man wie tradtionell ausleben will. Mir als Eingeheiratete fehlt diese Unbefangenheit, so gut ich sonst inzwischen in allen Bereichen israelischen Lebens integriert bin. Vermutlich geht es Andersglaubenden in christlich geprägten Gesellschaften zu Weihnachten und Ostern ähnlich, darüber habe ich mir nur nie Gedanken gemacht, als ich noch dort unter "meinesgleichen" lebte.

Nun könnte man sich fragen, wieso ich dann nicht einfach für eine Woche mit dem Strom schwimmen und machen kann, was die meisten machen. Zumal es zwischen dem jüdischen Passahfest und der christlichen Passionszeit sehr enge Verbindungen gibt. Das könnte ich natürlich, es würde sich für mich allerdings gefakt und aufgesetzt anfühlen. Weil diese eben nicht meine Religion ist. In meinem "nichts machen" komme ich mir aber ebenfalls sehr fremd vor, obwohl es mir nicht auf der Stirn geschrieben steht, dass ich nichts mache. Es ist ja nicht so, dass ich eine Woche lang von morgens bis abends bei mir zuhause Brot backe, damit auch der letzte Nachbar begreift "Hier lebt ein Goy" ...

Ein Dilemma, das mich jedes Jahr wieder neu einholt.


unsere diesjährige Sederplatte



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Dienstag, 15. April 2014

[Buch] Gemeinsam lesen #56


Gemeinsam lesen ist eine Aktion von Asaviels Bücher-Allerlei.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade so einiges parallel und jedes Buch auf einem anderen Medium: "Hide*out" von Andreas Eschbach als Hörbuch, zum wiederholten Mal "Divergent" von Veronica Roth auf dem Kindle, "Vier Häuser und eine Sehnsucht" von Eshkol Nevo als Taschenbuch und "Die Wandler" von Laura Bitterlich auf readfy.

Da letzteres das Buch einer sehr jungen Nachwuchsautorin ist, habe ich mich entschieden, ihr diese Woche hier den Vorzug zu geben. In ihrem Buch "Die Wandler" bin ich aktuell bei 52%. 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Das Haus sah von innen genau so aus, wie man vermutete, wenn man davor stand. 
- Laura Bitterlich: Die Wandler, 12. Kapitel

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich finde es fantastisch (und ein bisschen beneidenswert), dass Laura Bitterlich, die schon in der 5. Klasse Autorin werden wollte und mit zarten 13 begann, das Manuskript für "Die Wandler" zu schreiben, es schon mit 16 geschafft hat, von einem "echten" Verlag veröffentlicht zu werden. Ihr Roman ist eine märchenhafte Fantasygeschichte mit einer liebevoll ausgestalteten Welt und interessanten Charakteren. Durch den schlichten, jugendlichen Schreibstil ist es flüssig und angenehm zu lesen und spricht ein junges Publikum an.

4. Mit welchem Charakter in deinem aktuellen Buch würdest du gerne die Rollen tauschen und warum? 

Mit Leara natürlich! Es muss doch einfach nur cool sein, sich in jedes beliebige Tier verwandeln zu können!

edition zweihorn



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Montag, 14. April 2014

Überlebt. (Kindergeburtstag 2014)

Es ist vorbei. Wir machen einen großen Haken an den diesjährigen Kindergeburtstag und verdrängen das Thema aus unserem elterlichen Gedächtnis bis zum nächsten Jahr.

Alles ist gut verlaufen.

Nachdem die grundsätzliche Entscheidung, die ganze Klasse (also potentiell 33 Kinder) einzuladen, einmal gefallen war, schaltete mein Hirn vom Oh-nein-wir-müssen-schon-wieder-Geburtstag-feiern- in den viel produktiveren Planungsmodus um. Wie letztens erwähnt sollte es eine Schatzsuche in unserem großen Park werden, ein Selbstläufer also, wenn einmal die Planung steht. Ein weiterer Schlüsselpunkt war die Rekrutierung von zusätzlichen Helfern, zu zweit hätten wir uns diese Meute nicht zugetraut. Zum Glück haben wir im engen Bekanntenkreis zwei sehr verantwortliche und in Kinderbespaßung erfahrene Teenager, die - Gott sei's gedankt! - gerne zusagten. Idealbesetzung!

Schönes Schatzsuchenzubehör fand ich bemerkenswerterweise im israelischen Internet. Zwischen massenhaft Angeboten von Sondermüll und Schrott entdeckte ich nämlich eine sehr untypische aber wirklich hilfreiche, schöne Seite zur Ausrichtung von Mottoparties für Kinder. Klar, an die Sortimente deutscher Anbieter kommt auch das nicht ran, aber immerhin fand ich dort Geschenktüten mit Schatztruhenaufdruck, Schatztruhe und Goldtaler sowie Mitgebselgeschenke für alle. Hätte ich mich nicht gebremst, hätte ich dort noch für drei Parties weiterkaufen können. Um später leichter zwei Schatzsuchergruppen bilden zu können, bestellte ich außerdem Bandanas in zwei Farben, ebenfalls im Internet aus 100% in China verarbeiteter Baumwolle.

Der Park war am Freitagnachmittag nur noch wenig besucht, sodass wir einen schönen großen Platz mit mehreren Picknicktischen für unsere Party ergattern konnten. Als Partyfood hatte ich Thunfischsandwichs, Blätterteigteilchen, Gemüsesticks, Snacks und viel zu viele Regenbogencupcakes vorbereitet. Zum Abschluss würde es noch den obligatorischen Geburtstagskuchen und Wassermelone geben. Bei israelischen Geburtstagsfesten kommt der Geburtstagskuchen als Höhepunkt der Party, keineswegs gleich zu Beginn. Es gibt sogar ein Lied, das gesungen wird um den Kuchen einzuleiten. (Wo, wo, wo, wo, wo ist der Kuchen?)

Nachdem wir alle Schatzsuchenhinweise aufgehängt hatten, hatten wir kaum noch Zeit, das ganze Essen aufzubauen, als die ersten Gäste bereits eintrafen und als erste Amtshandlung einen Plastikbecher mit ihrem Namen beschriften und eine Bandana auswählen mussten. Von allen geladenen Kindern kamen letztlich 24, eine gute Zahl, denn ich hatte genau 24 Bandanas, wären mehr gekommen, hätte ich mit Ersatzstoff improvisieren müssen :)

Als alle da waren, ein bisschen am Buffet gesnackt und ihre Gruppenleiter kennengelernt hatten, schickten wir sie recht schnell auf Schatzsuche. Mithilfe einer Karte sollten sie anhand von Koordinationen von Station zu Station wandern und dort jeweils kleine Aufgaben erledigen (einen Geheimcode knacken, ein Quiz lösen, Pflanzen suchen und bestimmen, ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen, usw.). Die Route war für beide Gruppen unterschiedlich, an der letzten Station führten wir sie aber wieder zusammen, damit sie gleichzeitig die Koordinaten zur finalen Schatzsuche bekommen konnten. Der Schatz mit seinen Goldmünzen beeindruckte die Meute sehr. Mit einer Münze konnten sie sich beim Abschied eine Überraschungstüte eintauschen. Mit Schokotalern und anderem Süßkram.

Gelernte Lektionen:

  1. Wenn Rosalilaglitzer nicht zur Auswahl steht, wählen Mädchen gerne Blau, sogar lieber als Orange
  2. An windigen Tagen reicht ein Becher pro Kind nicht, weil die Becher einfach davonfliegen. Aus dem gleichen Grund kann man es sich sparen, Servietten mitzunehmen
  3. Chips, Erdnussflips und anderer Junk reichen als Partyfood eigentlich aus
  4. Kinder haben heute Handies dabei, mit denen sie im Zweifel selbst ihre Abholung organisieren können, wenn sie sich schwer verletzt haben (in diesem Fall, war es ein harmloser Kratzer, aber man darf das ja nicht unterschätzen, deshalb siehe Punkt 5)
  5. Nächstes Mal unbedingt Verbandszeug mitnehmen für alle Fälle

Fotos :

 Einladung
Schatzkarte 
 Regenbogencupcakes
 Gesunder Ausgleich
landestypisch: Borekas 
 noch typischer: "Bamba" 
Schatzsucher am Kniffeln




* dieser Beitrag nimmt an der Blogparade "Kindergeburtstage" von Yvette teil. *


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