Freitag, 31. Januar 2014

Neues Jahr, neues Fotoprojekt: 12tel Blick

Es gibt ja unzählige Fotoprojekte im Netz, viele sind sehr zeitintensiv, so eines möchte ich mir nicht zusätzlich ans Bein binden, aber ein Projekt, das ich schon im letzten Jahr zum Beispiel bei Frau Holunder fasziniert beobachtet habe ist der 12tel Blick von Tabea. Ein ganzes Jahr lang soll einmal im Monat ein Foto von einem persönlichen Lieblingsaussichtsplatz gemacht werden.

Ich habe mich für mein Lieblingsgebäude in Tel Aviv entschieden, fotografiert aus ein paar hundert Metern Luftlinie Entfernung. Das Azrieli-Center in Tel Aviv besteht aus drei Wolkenkratzern und beherbergt ein Einkaufszentrum, Büroflächen und ein Hotel. Der höchste ist rund, hat 49 Etagen und ist mit 187 m das zweithöchste Gebäude in Israel. Daneben stehen ein quadratischer (164 m) und ein dreieckiger (179 m) Turm. Ich werde nicht müde, das Azrieli zu fotografieren, denn es ist einfach immer ein Blickfang, egal aus welcher Perspektive.

Da Israel nur wenig saisonale Veränderungen bietet, bin ich sehr gespannt, ob und wie sich das Motiv im Laufe des Jahres verändern wird.






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Dienstag, 28. Januar 2014

Fotografie am Rande des Nahostkonflikts

Die israelische Fotografin Noa Ben-Shalom hat über Jahre hinweg wesentliche Ereignisse des Nahostkonflikts durch die Linse ihrer Kamera betrachtet. Jetzt möchte sie eine Auswahl ihrer Fotografien in einem Bildband veröffentlichen. Dazu nutzt sie Crowdfunding.

Beim Crowdfunding wird ein Produkt verkauft, bevor es überhaupt in Produktion geht. Diese ersten Erlöse werden dann dazu eingesetzt, das Produkt herstellen und auf den Markt bringen zu können. Dazu muss der Initiator zunächst einen Zielbetrag und einen Zeitraum festlegen. Kommt in dieser Zeit der Gesamtbetrag nicht zusammen, erfolgt auch keine Zahlung. Wird der Betrag aber wie gehofft erreicht, werden die versprochenen Beträge fällig, das Produkt geht in die Herstellung und die Crowdfunding-Teilnehmer erhalten ihre Ware wenn sie fertiggestellt ist.

Der Kunde muss dem Produzenten also einen gewissen Vertrauensvorschuss entgegenbringen. In diesem Fall ist mir der Name der Fotografin bekannt,  eine Kollegin ist zudem mit ihr befreundet, das macht das Risiko für mich kalkulierbar genug, zum ersten Mal überhaupt ein Crowdfunding-Projekt zu unterstützen. 

Wieso dieses Projekt mein Interesse geweckt hat? Weil mich das Anliegen der Fotografin überzeugt. Seit der zweiten Intifada hält sie den Nahostkonflikt im Bild fest und verzichtet dabei bewusst auf viel strapazierte Motive der Medien. Stattdessen, so sagt sie in ihrem kurzen Video zum Projekt (s. unten), habe sie nach der Verletzlichkeit der Menschen in Schlüsselmomenten des Konflikts der letzten 13. Jahre gesucht. Der in ihrem geplanten Buch abgebildete Zeitraum (2000-2013) deckt sich ziemlich genau mit meinem Leben hier in Israel. Seit ich das erste Mal hier gelandet bin habe ich zum Teil hautnah erlebt, wie der Konflikt die Menschen belastet. Und zwar nicht nur meine beiden Freundinnen, die brutale Terroranschläge überlebt haben und mit dieser grausamen Erfahrung ihr Leben lang leben werden, oder die Kinder von "Chutzpi", die im Süden leben und regelmäßig im Bunker übernachten müssen, sondern auch die, denen es "gut" geht, die ihr Leben scheinbar sorglos - vielleicht sogar im glitzernden Tel Aviv - leben und versuchen so zu tun, als tangiere sie das alles überhaupt nicht. Aber der Konflikt ist immer da. Die Anspannung, die lauernde Gefahr eines weiteren Krieges, die Sorge, dass der Terror zurückkehren könnte, die Angst um das eigene Kind im aktiven Militärdienst - immer sind sie unterbewusst da. Dazu kommt, dass es mir persönlich immer schwerer fällt, diese kleine Welt hier in ordentliche Schubladen zu sortieren. Als ich hier ankam, war die Situation für mich ganz klar. Schwarz/Weiß. Ich wusste genau, wer die "Guten" und wer die "Bösen" sind und konnte das auch wunderbar verargumentieren. Inzwischen weiß ich, dass es so einfach nicht ist und bin überzeugt, dass kein denkender Mensch langfristig diesen Konflikt betrachten und dennoch auf einem einseitigen Standpunkt beharren kann. Keiner würde behaupten, dass es eine einfache Lösung gibt. Aber es hilft, die Menschen und ihre realen Nöte zu sehen. Ihre Resignation und die zunehmend schwindende Hoffnung, irgendwann doch noch in Frieden leben zu können.

Bis morgen hat Noa Ben-Shalom noch Zeit, ihr Startkapital von 25.000 ILS (etwa 5000 Euro) zu erreichen, 91% hat sie bis jetzt. Unterstützen kann man das Projekt bereits mit nur 40 ILS, das eBook gibt es für 60 NIS, den gebundenen Bildband für 120 ILS.

Zur Crowdfunding-Seite.



Montag, 27. Januar 2014

Mal Musik....


In der Hoffnung, dass das Video auch in Deutschland abrufbar ist .... (Augen verdreh')


Ich habe ja mit Musik von jeher relativ wenig am Hut, aber es gibt so ein paar Sachen, die höre ich mir doch gerne an. Florence + the Machine gehört dazu. 




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Samstag, 25. Januar 2014

Frühstücksmuffins

Vor ein paar Wochen habe ich aus einer Laune heraus im Supermarkt ein Muffinsblech in den Einkaufswagen gepackt. Es war ein Markenprodukt und um 70% reduziert, das konnte mein Schnäppchengen nicht durchlassen. Außerdem besaß ich noch kein Muffinsblech. Vor Jahren hatte ich eines von IKEA, das, so schwer mir das immer zu sagen fällt, denn eigentlich kann IKEA bei mir überhaupt nichts falsch machen, meiner Meinung nach ein ziemlicher Fail ist. Die Mulden sind zu schlank und zu tief und die Muffins wurden in diesem Blech nie was. Irgendwann habe ich es entsorgt. Dann hatte ich eine Cupcake-Phase mit Silikonförmnchen. Funktionieren spitze, sind aber ätzend zu spülen, und für Muffins waren sie ohnehin immer etwas zu klein. Mit meinem neuen Blech gelingen mir Muffins auf einmal. So gut, dass ich alle paar Tage welche backen muss und dabei herausgefunden habe, wie toll sich ein Muffin dazu eignet, als schnelles Frühstück aus der Hand mit zur Arbeit genommen zu werden.

http://www.amazon.de/Cupcakes-Muffins-Unsere-Rezepte-Backbuch-ebook/dp/B009RXINFU/ref=sr_1_sc_3?ie=UTF8&qid=1390668935&sr=8-3-spell&keywords=cupcakse+und+muffins
Cupcakes & Muffins, 100 beste Rezepte
Mein derzeitiges Lieblingsrezept für Frühstücksmuffins lasse ich euch mal hier. Das Rezept stammt aus dem Kindle-Buch Cupcakes & Muffins, aus dem ich schon viele Rezepte sehr erfolgreich nachgebacken habe. Für Einsteiger absolut empfehlenswert und für nur 2,99 auch noch richtig günstig.

Haferflockenmuffins mit Datteln 

50 g Datteln
100 g Haferflocken (ich nehme kernige, zarte gingen wahrscheinlich auch)
200 g Naturjoghurt
180 g Mehl
1 TL Zimt
100 g gehackte Nüsse 
2,5 TL Backpulver
0,5 TL Natron/Backsoda
1 Ei
120 g Honig
80 ml Öl


1. Backofen auf 180 Grad vorheizen und Datteln fein würfeln.

2. Haferflocken und Joghurt mischen. Mehl, Zimt, Nüsse, Zimt, Backpulver, Natron und Datteln mischen. Das Ei verquirlen, Haferflockenmischung, Honig (der sollte flüssig sein, sonst lässt er sich schlecht verarbeiten), Öl und Mehlmischung unterheben.

3. Den Teig in 12 Förmchen füllen (ich nutze gerne die IKEA-Papierförmchen, die sind nämlich gut (!), damit ich das Blech nicht fetten und hinterher aufwändig spülen muss) und etwa 20-25 min. backen. 

Laut Rezeptbuch gehört auf diese Muffins noch ein Schlagsahnetopping, aber das spare ich mir zum Frühstück. Mit Kaffee schmecken diese Muffins nämlich auch oben ohne absolut lecker.


Donnerstag, 23. Januar 2014

Neuer Spielplatz Instagram

Hem hem...

Ich habe mich ja lange geweigert und mir eingeredet, dass ich social-media-technisch bereits voll ausgelastet bin, aber vor ein paar Tagen bin ich doch noch einem weiteren sozialen Virus erlegen.

Ich fotografiere ja sehr gerne mit meinem treuen Androiden, wie man an meiner regen Teilnahme bei den 12-von-12 oder der PhotoADay-Challenge letztes Jahr sehen kann. Viele meiner täglichen Knipsereien schaffen es allerdings nirgendwo hin. Für einen Blogeintrag reicht's nicht, auf Twitter werden Fotos nicht wirklich wahrgenommen und Facebook ist auch nicht mein bevorzugtes Fotomedium. Bleibt also ..... Instagram.

Einen Account hatte ich dort sowieso schon, den muss ich also nur noch mit Leben füllen. Das gedenke ich zu tun - mit vielen Fotos aus meinem Alltag hier. Die werde ich mit dem Hashtag #photoIL versehen, mindestens eines pro Tag möchte ich schaffen, also quasi die PhotoADay-Challenge für mich und meine Folger in eine Israel-PhotoADay-Variante ummünzen. Ansonsten wird es allerlei Schnappschüsse geben, die mir tagtäglich so unterkommen und vermutlich relativ viel Essen. Content, der was mit Essen zu tun hat geht, so stelle ich in den Social Media immer wieder fest, immer. Kurzum, es wird bunt und vielseitig. (Hoffentlich.)

Wer bei Instagram angemeldet ist ist herzlich eingeladen, mir zu folgen:

Instagram

Nutzername Photo_Fragment.
  
Für alle anderen habe ich rechts im Blog eine Fotogalerie meiner Instagramme eingerichtet. Außerdem kann man meine Fotoseite auch unangemeldet besuchen, nämlich hier.

Kleine Ausbeute meiner bisherigen Instagram-Aktivitäten: 



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Mittwoch, 22. Januar 2014

[Buch] Lese-Challenges 2013 beendet

Langsam kommen die letzten Lesechallenges von 2013 zum Ende. 

Im Rahmen der Buchchallenge 20/13 auf Bookaholica's World habe ich 19 Bücher erlesen und damit knapp nicht mein gestecktes Ziel erfüllt, sondern nur die Mindestanforderung von 13 Vorgaben erreicht. Die Liste mit den Vorgaben und von mir gelesenen Büchern findet ihr hier: Buchchallenge 20/13 - Ausbeute

Außerdem kam letzte Woche auch Sylvias Challenge deutschsprachiger Autoren zum Abschluss. Da ich sehr viel englische Originaliteratur und eher wenig auf Deutsch lese, war das für mich eine echte Herausforderung. Am Ende habe ich es zu meinem eigenen Erstaunen aber immerhin auf 40 Bücher aus deutscher Feder gebracht. Viele Indies und selbstverlegte Kindle-Schnäppchen waren dabei, die ganze Liste liegt hier zur Einsicht: Deutschsprachige Autoren 2013 - Ausbeute

Die Auswertung der Challenge und Rangliste (ich habe es ziemlich genau in die Mitte geschafft) ist bei Sylvias Herzbücher einzusehen: CDA - Abschlussupdate

Für 2014 habe ich bisher keine neuen Challenges geplant. Die Ultimative Lesechallenge von Petzi und Kate läuft noch, da bin ich auch gut dabei, ebenso die Lieblingsbücher-Challenge von der Bücherphilosophin, die ja erst im Oktober gestartet ist.

Bei Goodreads habe ich mir 88 Bücher als Leseziel gesteckt und meine ganz persönliche, nicht weiter definierte Ivrit-Challenge läuft außer Konkurrenz ebenfalls weiter.

Ein frohes Lesejahr uns allen! 


Montag, 20. Januar 2014

Das Pizzageheimnis

Ich liebe Pizza. Fast so sehr wie Falafel.  Oder noch mehr. Auf jeden Fall sehr. 

Zuhause habe ich lange nach einer eierlegenden Wollmilchsau in Sachen schnelle, idiotensichere und - auch ohne Steinofen - möglichst authentisch schmeckende italienische Pizza gesucht. Mit dünnem Knusperrand, ihr wisst schon. 

Jetzt habe ich das Geheimnis gelöst: Die Temperatur (je höher, desto besser) macht's.
Alles andere ist dann ein Kinderspiel und es kommt nicht mal auf exakt bemessene Zutaten an. 

Teig:

500-600g Mehl in eine große Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde graben. Einen Esslöffel Trockenhefe in die Mulde geben und mit 250 ml lauwarmem Wasser auffüllen. Mit etwas Mehl bedecken und etwa 20 min. stehen lassen. 

Danach einen halben Teelöffel Salz und einen ordentlichen Schuss Olivenöl dazu und mit Knethaken einige Minuten kneten, bis der Teig sich vom Schüsselrand löst und eine elastische Kugel bildet. Nach Bedarf noch etwas Wasser oder Öl zugeben. 

Die Schüssel abdecken und mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde stehen lassen bis sich das Volumen des Teigs etwa verdoppelt hat.   

Während der Teig geht, kann man die Sauce ansetzen. Ich mache immer mehr auf Vorrat und friere einen Teil ein. Dazu brate ich Zwiebeln an, gebe geachtelte Tomaten und ein paar Knoblauchzehen dazu und lasse das ganze mit etwas Gemüsebrühpulver einkochen. Danach püriere ich die Masse so wie sie ist (Aufwandminimalisierung!) und schmecke die Sauce mit reichlich Oregano und etwas Zucker oder Ketchup ab. Natürlich geht auch Fertigsauce oder man nimmt Dosentomaten. Frischer Basilikum ist auch sehr klasse in der Sauc, wenn man welchen da hat. 

Backofen auf 250 Grad vorheizen (der Ofen muss wirklich richtig heiß sein!)

Pizzateig dünn ausrollen (die Menge reicht für 2 Bleche oder mehrere kleine Pizzen), mit Tomatensauce bestreichen  und nach Geschmack belegen. Geriebenen Käse drüber und für 10-15 Minuten in den Ofen bis der Käse golden und der Rand leicht braun wird. Das geht echt schnell, also besser dabei bleiben, damit das gute Essen nicht verbrennt!

Lasst es euch schmecken :-)

Samstag, 18. Januar 2014

Wir waren im Fernsehen

Naja beinahe. Unser Gelächter war im Fernsehen. Im zweiten israelischen Fernsehen gestern Abend zur besten Sendezeit.  

Das kam so....

Donnerstagabend saßen der Mann und ich in einem unscheinbaren Studio in Herzeliya als Zuschauer der israelischen Satireshow "Eretz Nehederet". 

Ich liebe diese Sendung seit ich in Israel bin. Klar, in den ersten Jahren konnte ich von den schnell gesprochenen Pointen und bösen Kommentaren nur rudimentäre Fragmente verstehen, die Mimik der Darsteller brachte mich aber schon damals zum Lachen. Inzwischen läuft die 11. Staffel. Nicht jede Sendung war gleichermaßen lustig, eine Zeitlang war das Format auch komplett ausgesetzt, aber wir sind der Show über die Jahre recht treu geblieben. Vor allem Tal Friedman und Eyal Kitzis schaffen es immer wieder, uns bei der Stange zu halten. 

Man könnte also fast sagen, wir sind Fans. Ich verfolge Eretz Nehederet zudem auf Facebook, dort gibt es täglich neue bissige, politisch meist überhaupt nicht korrekte Memes zum öffentlichen Leben in Israel. Als ich dort kürzlich auf ein Gesuch nach Zuschauern für die Sendungsaufzeichnung stieß, war ich sofort interessiert und erzählte dem Gatten davon. Der ergriff die Initiative (schockierend eigentlich!) und meldete uns im Studio an. 

Da die Show aktuelle Ereignisse des israelischen Wochengeschehens aufgreift, findet die Aufzeichnung der Freitagabendsendung jeweils donnerstags statt. So wurde in unserer Sendung nicht nur der Tod des ehemaligen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, sondern auch der spektakuläre Sieg einer unscheinbaren philippinischen Gastarbeiterin bei einer Talentshow am Dienstag und die Hollandes Affäre aufgegriffen.

Es hieß, wir sollten um 18:00 vor Ort sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, waren wir schon eine halbe Stunde eher dort. Viel zu früh  - natürlich - also nutzten wir die Chance, noch schnell eine Pizza zu holen. Gegen 18:30 bekamen wir ein Zuschauerarmband und stellten uns in die Warteschlange zum Studio. Faktisch eingelassen wurden wir erst um 19:00, eine powerzwergige Platzeinweiserin scheuchte alle auf die Plätze.  Wieder war Warten angesagt.

Anders als in einer Live-Show fühlt sich das Studio einer Aufzeichnung eher an wie ein Filmstudio. Die Sendung wird nicht in der tatsächlichen Chronologie am Stück aufgezeichnet, sondern in einzelnen Sequenzen. Bevor es losging gab der Gastgeber der Sendung Eyal Kitzis ein kleines Stand-Up zum Aufwärmen und die Bühnenmanagerin erklärte uns den Ablauf. Spontanes ungestelltes Lachen sei immer gut, Applaus müsse ab und an etwas geplant werden, damit er nicht wichtige Pointen übertöne. (Praktisch hieß das, dass sie uns während der Aufnahmen immer wieder Zeichen gab, um den Applaus in die gewünschten Bahnen zu lenken). Ferner empfehle sie uns, die Aufzeichnung den Profis zu überlassen (sprich, nicht mit dem Handy mitzufilmen), da man sonst den ganzen Spaß verpasse und am Ende ohnehin nur ein Video mit ungeziefergroßen Darsteller in schlechter Qualität dabei herauskäme. Das fand ich doch überraschend,  ich hätte eher mit einem kategorischen Film- und Fotoverbot gerechnet, aber das ist wahrscheinlich ohnehin ein "lost battle" in Israel. 

Die tatsächliche Aufzeichnungen gingen Schlag auf Schlag. Einige Szenen mussten wiederholt werden, einige Versprecher korrigiert,  aber alles in allem merkte man, dass die Schauspiel Profis sind, die es gewohnt sind, schnell und effizient ihr Ding durchzuziehen. Zwischen den Drehs gab es allerlei Quatsch - ein Darsteller hatte viel Spaß mit einem Würstchen, ein anderer lästerte ausgiebig über das verschlafene Publikum gegen Ende des Abends, etc.

Es war aber auch ein langer Abend. So lang, dass mittendrin (typisch Israelis?) viele Zuschauer die Lust verloren und einfach gingen. Sehr zum Frust der Veranstalter obwohl man auf dem Filmmaterial das Publikum praktisch kaum sieht, bzw. nur in ganz kurzen Schwenks durch den dunklen Saal.

Gegen 22:30 wurden wir offiziell entlassen. Trotz mancher Längen zwischendurch hatten wir alles in allem einen sehr vergnüglichen Abend. Wenn es nicht so weit und babysittertechnisch schwierig wäre,  würde ich das glatt wieder machen 

Wer Hebräisch kann und sich die Sendung ansehen (und unser Gelächter hören) will, hier ist der Link zum Online-Stream: Klick



"Lihi Hashtag" mit Eyal Kitzis
Tal Friedman und Eyal Kitzis

Mittwoch, 15. Januar 2014

Farmfest mit Pferden

Kindergeburtstage sind ja mein Reizthema. Allermeistens handelt es sich um furchtbar laute Angelegenheiten mit viel zu vielen Süßigkeiten, viel zu vielen schrottigen Geschenken und eher anstrengenden Alleinunterhaltern, die ein nerviges Programm durchziehen. Ich bin immer sehr froh, dass ich als Mutter nur bringen und abholen muss. Letzte Woche waren wir allerdings auf einen Ausnahmegeburtstag eingeladen: Ein Fest auf dem Bauernhof für die ganze Familie ohne lärmende Musik, dafür mit Pferden, Ziegen, Streicheltieren, Kutsch- und Traktorfahrten und Pitabrot auf dem Steinofen. Das alles war herrlich unkommerziell, eher wie aus einer anderen Zeit und sogar für mich Geburtstagsmuffel Seelenfutter.


 




 






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Montag, 13. Januar 2014

[Buch] Zweimal Ursula Poznanski

Ursula Poznanski gehört seit einem guten Jahr zu meinen Lieblingsautorinnen. Sie kann praktisch nichts falsch machen, Buch für Buch ist für sich fesselnd, der Alltag bleibt links liegen, weil ich unbedingt wissen muss, wie es weitergeht.

Im Dezember konnte ich gleich zwei neue Bücher von ihr auf einen Streich lesen. Beide sind Teile von Serien, das heißt das Lesefutter wird vorerst nicht ausgehen. Wenn nur die Warterei auf den nächsten Teil nicht wäre....


Die Verschworenen (Die Verratenen, #2)
Die Verschworenen by Ursula Poznanski
My rating: 5 of 5 stars

Band 2 der dystopischen Trilogie von Ursula Poznanski (s. Rezension "Die Verratenen") nimmt den Leser sofort wieder mitten hinein in das Geschehen um die fünf Sphärenflüchtlinge Ria, Aureljo, Tycho, Tomma und Danturian, die, im Einverständnis mit den Anführern des Clans Schwarzdorns, Zuflucht in der Stadt unter der Stadt gefunden haben. Vor den anderen Clanmitgliedern versteckt stehen sie unter Quirins Schutz, dem geheimnisvollen Bewahrer, der unter anderem versucht, eine riesige längst vergessene Bibliothek zu ordnen und nach hilfreichen Schriften zu durchforsten. Dort verbringt Ria den Großteil ihrer Zeit, denn sie hofft, "Jordans Chronik" und darin Hinweise zu finden, warum sie und ihre Begleiter von den Sphären getötet werden sollten. Aureljo hingegen plant eine Inkognito-Rückkehr in eine nahe gelegene Sphäre, um dort hinter das Geheimnis  zudes Verrats kommen. Vergeblich versucht er, Ria davon zu überzeugen mit ihm zu kommen, denn sie sieht ihre Zukunft mit dem Clan und insgeheim auch mit Sandor, dem Nachfolger des Clanführers, dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch die ungelösten Fragen nagen an ihr und als Sandorn unerwartet Anführer wird, ist plötzlich alles ganz anders.

Auch diesen zweiten Teil der Serie habe ich verschlungen. Poznanskis Schreibstil liegt mir einfach sehr und sie versteht es, interessante und vielschichtige Charaktere zu erschaffen. Dass wir es bei den fünf Flüchtlingen mit einer Art optimierten Supermenschen zu tun haben, merkt man ihnen an, ebenso wie das innere Gefühls- und Gewissenschaos, die der Aufenthalt außerhalb der Sphären und die Infragestellung ihrer gesamten Weltanschauung in ihnen auslösen. Dabei bleiben sie gleichzeitig alle so sympathisch, dass man genau wissen möchte, wie die Geschichte für jeden einzelnen weitergeht. Außerdem gibt es einige interessante Nebenfiguren, von denen ich unbedingt in Band 3 noch mehr lesen will.

Sehr befriedigend fand ich an diesem, in Trilogien ja oft etwas undankbarem, Mittelteil, dass das große Geheimnis um den Verrat bereits logisch aufgelöst wird. So bleibt der Leser "nur" darüber im Ungewissen, wohin in Teil 3 die bereits in Gang gesetzten Ereignisse führen werden.

Ich kann es kaum erwarten.

***

Blinde Vögel (Beatrice Kaspary, #2)
Blinde Vögel by Ursula Poznanski
My rating: 4 of 5 stars

Bea Kaspary und Florin Wenninger sind wieder da! Bereits den Auftakt dieser neuen Thrillerserie um ein Salzburger Ermittlerteam "Fünf" konnte ich praktisch nicht aus der Hand legen. Ähnlich ging es mir mit "Blinde Vögel".

Zur Handlung: Auf einem Campingplatz werden die Leichen von einem Mann und einer Frau gefunden. Alles deutet auf ein Tötungsdelikt mit Selbstmord hin, doch Bea ist skeptisch. Wie sich herausstellt ist die einzige Verbindung zwischen den Opfern nämlich die Mitgliedschaft in einer Facebookgruppe. Und dort gibt es schon bald ein neues Opfer.

Das Beste an Poznanskis Thrillern sind die Ermittler. Bea und Florin geben ein eingespieltes Team, das sich gegenseitig unterstützt und - wo nötig - den Rücken freihält. Dass es zwischen den beiden auch noch knistert, schafft zusätzlich Atmosphäre, die aber nie platt oder kitschig wirkt. Bea, aus deren Sicht der Leser das Geschehen verfolgt, kämpft nach wie vor mit den Nachwehen ihrer Scheidung, insbesondere der Umgangsregelung, und hat es nicht leicht, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Florin bemüht sich seinerseits um seine Fernbeziehung, was ebenfalls alles andere als einfach scheint. Sie werden als ganz normale Menschen dargestellt, das war mir schon in "Fünf" sehr sympatisch. Trotz ihrer privaten Probleme schaffen sie es (natürlich), auch diesen undurchsichtigen Fall zu lösen, wobei ich die Auflösung für mich nicht ganz zufriedenstellend fand. Wirkte ein winziges bisschen zu konstruiert das Ganze. Dennoch sehr lesenswert.

Fazit: Frau Poznanski darf bitte noch lange weiter an dieser Serie schreiben.


Weitere Rezensionen:

Ursula Poznanski: Erebos (Mini-Rezension)
Ursula Poznanski: Fünf 
Ursula Poznanski: Die Verratenen



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Sonntag, 12. Januar 2014

12 von 12 - Jan 2014

Die ersten 12 von 12  des Jahres habe ich weitgehend zuhause verbracht. Will sagen: Nicht auf der Arbeit. Wirklich zuhause war ich natürlich nicht den ganzen Tag über.

Das war drin in diesem Zwölften:

Früh morgens aufgestanden, Aspirin eingenommen und wieder ins Bett. (1) Den Kopfschmerz wurde ich faktisch erst irgendwann im Laufe des Tages los. Das Wetter wirkt nach europäischen Maßstäben "herbstlich". Inklusive bunter Laubbäume. (2)

(3) Sicherer Schulweg. Ab der fünften Klasse übernehmen die Schulkinder Schülerlotsendienste. Jeden Morgen und jeden Mittag. (4)


Meinen Geburtstags-Klimt gerahmt (5) und aufgehängt. (6) Für diesen Rahmen habe ich mich gestern idiotischerweise ins Ausverkaufsgetümmel bei IKEA gestürzt. Ich finde, es hat sich trotzdem gelohnt. Obwohl das Rot schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. Aber gegen die weiße Wand macht es sich gut.


Danach ein bisschen was für den Körper getan. Lässt man in deutschen Pools über Winter auch das Wasser drin, so als dürfte man morgen wieder drin schwimmen? (7) Obwohl ich zugeben muss, dass es mich bei diesen Temperaturen nicht wirklich anmacht, da jetzt reinzuspringen.... Es ist nämlich doch recht kalt. (8)


(9) Der neue israelische Hype: Mit dem Elektrorad ins Fitnessstudio, womöglich zum Spinning (und auch sonst überall hin). Als Normaloradler fühlt man sich fast wie ein Exot. Fast. Und ein Himmelsbild wie jeden Monat. (10)



Außerdem natürlich: (11) Das obligatorische Wäschebild (ohne geht nicht). Und Betten habe ich heute auch mal gemacht. (12) Und sonst noch alle möglichen Sachen, die ich - typischerweise - vergessen habe, im Bild festzuhalten. Nächsten Monat dann! (Vielleicht)




Alle 12 von 12's sammelt wie immer Frau Kännchen.


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Samstag, 11. Januar 2014

Zum deutschen Kinostart von "Bethlehem"

Der Film mit dem für mich stärksten Nachhall 2013 war Yuval Adlers "Bethlehem". Diese Woche ist der Film in Hebräisch/Arabisch mit deutschen Untertiteln in Deutschland angelaufen. Hier ist der Trailer dazu:





Und hier ein Interview mit Yuval Adler selbst:




Ich habe den Film bereits im Herbst in Israel gesehen, hier ein Auszug aus meinem damaligen Blogeintrag:
Es gibt Filme, die sind so krass, dass man danach erstmal ein ganz hohles Gefühl im Magen hat und sich fragt, ob das wirklich alles so stattgefunden hat auf der Leinwand. Filme, die mit einer so realistischen Intensität daherkommen, dass sie streckenweise wirken wie eine Doku. Filme bei denen man sich nicht sicher ist, ob und wem man sie weiterempfehlen kann, weil man zarte Gemüter eher davor schützen will, und sie gleichzeitig unbedingt weiterempfehlen will, weil sie so gut, so wichtig sind. Die israelische Bewerbung* für den besten ausländischen Film bei den Oskars - "Bethlehem" - ist so ein Film.





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Freitag, 10. Januar 2014

" Ima shel Shabbat "

Die israelische Gesellschaft hätschelt liebevoll verschiedenste jüdische Traditionen, die über die bekannten jüdischen Feste hinausgehen. Besonders deutlich wird das im öffentlichen Bildungssystem. Zwar ist der Bildungsweg in "staatlich" und "staatlich-religiös" unterteilt, dennoch werden die wichtigsten religiösen Traditionen auch in "staatlich-ohne-religiös"en Schulen erwähnt und begangen.

Eine dieser Traditionen ist die Shabbatfeier am Freitag. Gegen Ende des Vormittags werden Kerzen angezündet, die Gebete aufgesagt und Gebäck gegessen. Da diese Rituale zuhause traditionell von den Eltern ausgeführt werden, wird in der Schulklasse oder Kindergartengruppe jede Woche eine "Ima shel Shabbat" (= Shabbatmutter) und ein "Abba shel Shabbat" (=Shabbatvater) bestimmt, der diese Rolle für die Feier übernimmt. Für die Kinder ist diese Aufgabe (es geht reihum, je nach Klassengröße kommt jeder mindestens einmal im Jahr dran) mindestens genauso aufregend und wichtig wie die eigene Geburtstagsfeier.

Heute war meine Tochter "Ima shel Shabbat". Ich war angehalten, einen Kuchen (oder anderes Süßgebäck) und Servietten zu bringen. Mein Plan, einen Apfelkuchen zu backen ist daran gescheitert, dass die kleine Shabbatmama unbedingt den Kuchen mit Zuckerstreuseln verzieren wollte, außerdem sei Obst im Kuchen sowieso bäh. Naja. Einen guten Schokoladenkuchen fürs Blech (kleiner reicht bei 33 Schulkindern nicht) zu finden, ist aber gar nicht so einfach, wenn man nicht ein halbes Kilo Schokolade dafür verwenden will, sodass es letztlich ein Kompromiss wurde. Heller Rührteig mit gehackter Schokolade, Schokoladenüberzug und Zuckerstreuseln. Pappsüß, aber wohl genau richtig.

Die Idee mit den Fähnchen kam mir während des Backens. Hübsch, nicht?


Shabbat Shalom, 
gut Schabbes 
und ein schönes Wochenende!


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Donnerstag, 9. Januar 2014

[Buch] Die lesende Minderheit - Abschluss Buchthemen 2013

Im Rahmen der Buchthemen bei der lesenden Minderheit habe ich 2013 insgesamt 8 Bücher gelesen. 

Januar/Februar:

Lies ein Buch, das du geschenkt bekommen hast
März/April:

Lies ein Buch mit einem grünen Cover
Emilie Richards: Rückkehr an den Ort meiner Träume


Mai/Juni:

Lies eine Liebesgeschichte
Paolo Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen


Juli/August:

Lies ein Buch, in dessen Geschichte es um eine Beziehung geht. Zum Beispiel eine Mutter-Tochter-, Vater-Sohn-, Ehefrau-Schwiegermutter-Beziehung, ect.
Christopher Kloeble: Meistens alles sehr schnell


September/Oktober:

Lies ein Buch, das von einem deutschen Krimiautor geschrieben wurde!
3 deutsche Krimis


November/Dezember:

Lies einen Klassiker
Charles Dickens: A Christmas Carol


***


Außerdem habe ich dort im letzten Jahr eine Gastrezension zu einem meiner Lesehighlights 2013 verfasst:  J.K. Rowling: The Casual Vacancy





A Christmas Carol (Enriched Classics
Der Trümmermörder
The Casual Vacancy
Schweig still, süßer Mund
Die Einsamkeit der Primzahlen
Schattenmorellen
Rückkehr an den Ort meiner Träume
Meistens alles sehr schnell












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Mittwoch, 8. Januar 2014

Frau eigenART Sie sind ja ....

....vollkommen verrickt !  

Als ich heute nach Hause kam, sah ich schon von Weitem einen großen Umschlag aus meinem Briefkasten ragen.

Drin war ein Wollfilzgeldbeutel mit buntigem Innenleben. Perfekt verarbeitet und schick anzuschauen, reiht sich dieses schöne Teil in meine wachsende Sammlung toller Alltagsbegleiter von clp-eigenART . (Ganz vorne dabei natürlich DIE Tasche, zu der er auch noch farblich hervorragend passt).

Auch mit all meinem Schrott drin trägt der Geldbeutel dank großzügig bemessener Fächer für Karten und seinem schlanken Kleingeldfach nicht auf. Passt auch perfekt zu unserer hiesigen Geldbeutelkultur à la "Wer braucht schon Kleingeld, wenn man auch Kleinstbeträge mit Karte bezahlen kann?"

Wunderschön, vielen Dank! 

(Ich merke gerade, dass ich diesem Artikel gar kein Label aufdrücken kann. Ich bräuchte wohl eins  wunderbare Überraschungsgeschenke von lieben Menschen oder einfach nur schöne Dinge oder unerwartete aber höchst willkommene Stimmungsaufheller oder so...)