Mittwoch, 17. Dezember 2014

Zwangsabstinenz: Drei Tage ohne ...

Am Sonntagmorgen war noch alles in Ordnung. Es regnete zwar in Strömen, als ich morgens mit dem Mädchen aus dem Haus ging, aber mein freier Tag lag vor mir und ich war mit meiner Freundin bei IKEA verabredet. Dort tranken wir einen Kaffee und machten dann eine Runde durch die heiligen Hallen der Schwedenmöbelwelt. In der Kinderabteilung machte ich mit dem Handy ein paar Fotos von Dingen, die ich vielleicht irgendwann anschaffen will und wenige Minuten später, da waren wir gerade durch die Küchenabteilung, merkte ich, dass mein Android fehlt.

Ich natürlich sofort zurück in die Kinderwelt und dort alle Stellen abgesucht, an denen ich war war - nichts. Danach noch mal bei den Töpfen und Pfannen geschaut - auch nichts. Die Mitarbeiter gefragt, ob sie ein Handy gefunden haben und zur Antwort bekommen, ich solle bei der Sicherheit nachfragen. Die Kollegen dort hatten es auch nicht, nahmen aber meine persönlichen Daten auf und versprachen, sich zu melden, sollte es noch auftauchen.

In der Zwischenzeit hatte meine Freundin natürlich auch schon versucht, meine Nummer anzurufen, doch da ging nur noch die Mailbox dran. Ein sehr schlechtes Zeichen. Wir suchten trotzdem alles noch mal gründlich ab, fragten noch mal bei der Sicherheit und in allen Abteilungen nach, ohne Erfolg.

Mein treuer Android blieb verschwunden.

Niedergeschlagen schlich ich schließlich nach Hause, ließ die SIM-Karte sperren, änderte alle meine Passwörter (in Smartphones ist man ja immer irgendwie überall eingeloggt und blind auf das Bildschirmschloss verlassen, wollte ich mich nicht wirklich...) und ärgerte mich über meine eigene Blödheit. Nicht nur, dass dieses Gerät noch absolut in Ordnung war, nein, ich mache auch mittlerweile wirklich fast alles mit dem Smartphone.


Ein Leben ohne ist schwer vorstellbar, obwohl ich die Telefonfunktion ziemlich selten nutze, aber für Notfälle brauche ich sie natürlich auf jeden Fall, schon falls mit dem Mädchen mal was wäre. Erstaunlicherweise verfiel ich aber nicht in wilde Panik, im Gegenteil: Der Sonntagnachmittag war "ohne" herrlich entspannt, kreativ und produktiv und auch die folgenden Tage ging mir mein ständiger Begleiter nicht wirklich ab.

Nur das Blog musste ein bisschen leiden, denn wenn ich viel auf Achse bin, und zur Zeit ist echt eine hektische, bereite ich oft meine Artikel (gerade Buchbesprechungen) unterwegs vor und bearbeite sie zuhause nur noch kurz nach, bevor sie online gehen.

Richtig schlimm fand ich den Instagram-Entzug. Ich stelle mindestens ein Foto pro Tag ein und nehme auch an einer "Photo-a-Day"-Challenge teil, die ich gezwungenermaßen aussetzen musste, das war bitter.

Doch all das wird jetzt anders, denn - tataaaa- ich habe ein neues Smartphone und mich bereits ein bisschen damit vertraut gemacht. Ab morgen wird wieder fotografiert, geteilt, gewhatsappt und, ja, telefoniert vielleicht auch ein bisschen.

(Außerdem muss ich mal anfangen, meine ganzen Kontakte nachzutragen, die sind nämlich, und das ist richtig ätzend!, mit dem Telefon verschwunden. Hmpf.)




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