Donnerstag, 6. November 2014

Typisch Israelis!

Ich glaube, ich hatte hier schon einmal erwähnt, dass in meinem morgendlichen Pendlerbus immer mehr oder weniger die gleichen Leute sitzen. Doch nicht nur das, vorne, auf den Plätzen direkt hinter dem Fahrer, hat sich eine feste Clique etabliert, die während der ganzen Fahrt miteinander tratscht, sodass ich mich schon oft gefragt habe, wie der Fahrer dabei nicht wahnsinnig wird.

(Andererseits kann ich das fluffige Gefühl nicht leugnen, das mich morgens überkommt, wenn ich an einer der letzten Haltestellen einsteige und begrüßt werde, als wäre ich eine alte Freundin.)

Man kennt sich also.

Heute Früh hatte ich einmal zu viel auf Snooze gedrückt und rettungslos verschlafen. Mir blieb eine gute Viertelstunde, um mich startklar zu machen und zum Bus zu rennen.

Ich war gerade an der Tür, als mein Gatte vom Balkon aus meldete, er hätte meinen Bus schon gesehen. Dank einer roten Ampel schaffte ich es mit einem knackigen Sprint, ihn an der nächsten Haltestelle trotzdem noch einzuholen und abgekämpft hinein zu klettern. 

Der nun folgende Dialog wäre in Deutschland wohl undenkbar, aber urteilt selbst:

Erste-Reihe-Passagierin: Bist du etwa gerannt?

Ich: Ja, der Bus ist mir direkt vor der Nase weg.

ERP: Du musst dir unsere Telefonnummern aufschreiben, dann halten wir den Bus beim nächsten Mal für dich auf.

Und das war vollkommen ernst gemeint.

Völlig egal, dass in diesem Bus außer mir noch etwa 40 andere Berufspendler sitzen, die es geschafft haben, rechtzeitig aus dem Bett zu kommen und es möglicherweise unwitzig fänden, wegen Zuspätkommern wie mir warten zu müssen.

(Ich fände es unwitzig.)





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Kommentare:

  1. Lach, ihr wohnt in einer großen Stadt, da ist das sicher ungewöhnlich, wäre es eine deutsche Stadt - aber bei uns auf dem Land, da würde man vermutlich einfach so den Bus für andere aufhalten, mit denen man regelmäßig fährt. Die Frage ist nur, wie stieselig der Busfahrer ist. Andererseits halten hier die Busse auch außerplanmäßig für Passagiere zum Aussteigen mal an der Strecke, wo keine Haltestelle ist.
    LG
    Gea

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    1. Aufhalten, wenn man sieht, dass da noch jemand angerannt kommt - ok.... Aber auf die Idee zu kommen, Leute auf dem Handy anzurufen, die schon im Bus sitzen, weil man selbst es noch nicht geschafft hat, das ist schon eine Ecke "kreativer", zumal im Berufsverkehr, wenn alle möglichst schnell und unkompliziert ankommen wollen. Dazu kommt, dass Israelis grundsätzlich immer unter Strom stehen und wenig Geduld haben. ;)

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  2. Sachen gibt's. Aber lieb find ich das!

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  3. Finde ich doch nett. Nee, das kann ich mir in Deutschland nicht vorstellen. Höchstens noch hier auf dem Dorf - solange man Alteingesessen ist ;-)
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. "Ma hilft anand" ... sehr sympathisch :D
    lg Petra

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  5. Ja, man hält zusammen und hilft, das ist an Israelis wirklich sympathisch, wenn es auch mitunter fast nervig-aufdringlich werden kann ;)

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