Montag, 17. November 2014

Mir scheint, der israelische Sommer...

... ist endgültig vorbei. Dabei kommt es einem jedes Jahr wieder so vor, als wolle die unendlich lange und unendlich heiße Jahreszeit einfach nicht gehen.

Mitte November hat uns nun aber ein fieser Sturm heimgesucht, dessen Blitz und Donner mich und das Mädchen gestern im Morgengrauen fast aus dem Bett geworfen hätten. Derart beeindruckende Gewitter sind eher selten bei uns.

Weitere Anzeichen, dass wir unsere sonnenverwöhnten Augen nicht mehr so richtig vor der nahenden kühlen Jahreszeit verschließen können:

- Wir müssen öfter den Boiler anstellen, wenn wir heiß duschen wollen. Gerade direkt nach dem Sommer vergisst man das leicht.

- Wäsche trocknen ist an feuchten Tagen ätzend. An normalen israelischen Tagen trocknet sie auf dem Balkon in wenigen Stunden, die von gestern im Wohnzimmer ist hingegen immer noch feucht.

- Ich habe kuschelweiche Hausschuhe an den Füßen, die wärmere Decke aufgezogen und gehe mit warmem Körnerkissen zu Bett.


- Die Winterkleidung kommt ein bisschen zu ihrem Recht. Ich beneide euch Europäer ja glühend darum, dass ihr so viele verschiedene Mäntel, Strickwaren und Stiefel haben dürft, weil ihr sie braucht. Hier reicht auch an mittelkalten Wintertagen in der Regel eine dicke Strickjacke. Fellgefütterte Stiefel trägt frau höchstens aus modischen Überlegungen.

- Sogar der Hund trägt draußen Mäntelchen. Ja, ich weiß, sowas ist total affig und wollte ich nie, aber dieses Tier ist so zart und mangelbefellt, dass es echt friert. (Abgesehen davon, dass es gestern überhaupt nicht nach draußen wollte, und das will was heißen!)

- Man muss sich innerlich wieder für verschiedene Eventualitäten wappnen. Es sollen bereits Züge ausgefallen sein gestern, und man darf gespannt sein, ob es wieder Überschwemmungen gibt.

- Der Gatte legt wieder großen Wert darauf, das Mädchen mit pflanzlichen Abwehrkräften abzufüllen. Ob's was bringt wird er wohl nie beweisen können, aber schaden kann es auch nicht.

- Die Hühnersuppenjahreszeit hat begonnen. Morgen will ich erstmals im Crockpot versuchen, eine zu machen, dann sollte am Abend das Essen fertig sein. Wollte ich schon immer mal ausprobieren.

- Ich trinke mehr Tee als sonst. Am liebsten Earl Grey mit etwas Honig oder braunem Zucker und Sahne. Das ist zwar nicht ganz stilecht, aber wen stört das schon?






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Kommentare:

  1. Angesichts des Körnerkissens im Bett bei leichtem Herbstregen war ich spontan beinahe gewillt, "Weichei" zu denken ^^ - andererseits liebe ich ja den Herbst in unseren Breiten auch deshalb so sehr, weil ich dann mein Arsenal kurzer Röcke mit meinen vielen vielen verschiedenen blickdichten Strumpfhosen und diversen Stiefeletten und Stiefeln tragen kann. Und weil ich mich nicht halb tot schwitze, wenn ich durch den Wald renne.
    Im übrigen ist meine Variante von Tee gegen die Kälte schwarzer Tee mit Honig und viel Rum (wenn man den Rum behutsam erwärmt, bleibt auch noch genug Wärmendes übrig :P).
    Könnt ihr im Sommer tatsächlich ohne Boiler "heiß" duschen? Oder ist das dann erfrischend lauwarm und das hat man nötig? (Doch neidisch werd...)

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    1. Du darfst mich jederzeit 'Weichei' nennen :D Ich muss zu meiner Ehrenrettung aber noch bemerken, dass es hier vor allem drinnen empfindlich kühl und ungemütlich wird, sobald der Sommer vorbei ist. Wärmedämmung? Nie gehört... ;)

      Strumpfhosen trage ich hier auch sehr gerne zur Zeit.

      Und ja, im Sommer duschen wir mitunter sogar fast kochend heiß. Der Boiler ist ja an ein Solarfeldchen angeschlossen, da reichen ein paar Stunden direkte Sonne am Tag, um den Inhalt aufzuheizen.

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    2. Ah *stirnklatsch* - wer Links öffnen kann, ist klar im Vorteil.

      Ich grübele nun schon einen ganzen Tag darüber nach, ob ich insgesamt wettertechnisch mit dir tauschen möchte und komme zu keinem persistenten Ergebnis. Wenn es hier so richtig ekelig ist, vermutlich unbesehen, aber eigentlich fühle ich mich an kaltes Matschwetter evolitionär besser angepasst als an Hitze. (Heute war ein Tag zum Tauschen 8-))

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  2. So ein wenig neidisch bi. Ich ja schon. Ich mag Kälte und Winter so gar net

    Liebste Grüße zu dir :-)

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    1. aber bald kommt doch Schnee zu euch. Der ist doch wenigstens schön anzuschaun... *tröst*

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  3. Mangelbefellt - ein herrliches Wort.
    Ansonsten - euer Winter klingt wie unser Sommer. Obwohl wir dieses Jahr einen Monat lang unter Temperaturen bis zu 30 Grad gestöhnt haben. Da lob ich mir den heutigen Tag: 7 Grad und Nieselregen.
    Es ist wirklich spannend, bei dir zu lesen.
    LG
    Gea

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    1. Ich spiele gerne mit Worten :)

      Und ich mag auch am allerliebsten sonniges, aber frisches Wetter. Als KInd waren wir oft in den Ferien an der Nordsee, das Klima liebe ich sehr. Allerdings würde es mir wohl schwer fallen, mich wieder an das durchwachsene deutsche Wetter zu gewöhnen, wenn ich jetzt wieder in die Heimat ziehen müsste. Man wird schon sehr verwöhnt, wenn man bis auf wenige Tage im Jahr immer von freundlichen Temperaturen ausgehen kann.

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  4. Ich musste sehr schmunzeln bei deinen Schilderungen, wie du den Kälteschock verkraftest.;-)
    Wieder ein schöner Einblick in den Alltag in Israel und dein Leben dort.
    Euer Hund mit Mantel ist ja der Knaller, hatte ich schon auf Instagram gesehen und es hat mir ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert.
    Dann packt euch mal gut ein, und widersteht den Viren!!
    LG,
    Monika

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    1. Naja, selbst ich würde nicht so weit gehen, das hier als "Kälteschock" zu definieren ;-) Der wird mich ereilen, wenn ich nächste Woche in München bin. Mich friert's jetzt schon....

      Ja, der Hundemantel ist wirklich scharf und das Beste: Er passt hervorragend zu meiner petrolfarbenen Jacke (bestimmt denken unbeteiligte Beobachter, ich bin voll die Tussi... *kicher*)

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