Montag, 10. November 2014

Mehrsprachigkeit - Chance und Herausforderung

Vor einer gefühlten Ewigkeit hat Sabine Fadenvogel in einem Kommentar angeregt, ich könne doch einmal über das Thema Sprache in unserer Familie schreiben. Sie selbst hat sich auf ihrem klugen, beinahe philosophischen, Blog darüber auch schon lesenswerte Gedanken gemacht

Warnend muss ich an dieser Stelle vorausschicken, dass dies einer meiner längeren Artikel wird, denn das Thema ist ziemlich komplex (finde ich jedenfalls). Wenn ihr nur wissen wollt, wie derzeit der Stand der Dinge bei uns ist, scrollt einfach ganz nach unten zum Fazit :) 


Hintergrund

In unserem Umfeld, und in Israel allgemein, gibt es viele mehrsprachige Familien. Sei es, dass sie erst kürzlich eingewandert sind und daher eine Familien- und eine Umgebungssprache pflegen, sei es, dass die Eltern noch mit einer anderen Sprache aufgewachsen sind und diese an ihre Kinder weitergeben wollen, oder sei es, dass einer der Partner aus einem anderen Land kommt. Familiärer Sprachensalat ist also nichts wirklich exotisches.

Der Plan

Schon bevor bei uns an Kinder zu denken war, habe ich mehrsprachige Familien bewundert und für mich beschlossen, dass ich - sollte ich Mutter werden - mit meinem Kind in meiner Muttersprache sprechen würde. Das war mir wichtig, schon wegen meiner Eltern, die mit ihrem ersten Enkelkind von Anfang an kommunizieren können sollten und nicht erst Jahre später, wenn es seine ersten Englischkenntnisse in der Schule erwirbt. Aber auch unabhängig davon bin ich der Meinung, dass man mit seinen Kindern in der Sprache kommunizieren sollte, in der man selbst am sichersten ist und sich am besten ausdrücken kann. Das empfehlen auch Sprachexperten.

Als sich unsere Tochter einige Zeit später ankündigte, zog mein Mann bei dem Thema von Anfang an mit, es gab überhaupt keine Diskussion darüber. Er fand es ebenso wichtig wie ich und Ende der Geschichte. Als ich allerdings vorschlug, er könne sich doch überlegen, zusätzlich mit ihr in seiner Muttersprache Englisch zu sprechen, lehnte er dankend ab. Er fühle sich im Hebräischen viel sicherer und überhaupt seien zwei Sprachen genug. Seither haben uns viele auf diese Entscheidung angesprochen und erklärt, dass drei Sprachen für Kinder doch überhaupt kein Problem seien (hätten sie gelesen), aber für uns hat sie sich als stimmig herausgestellt. Zudem ist unsere Tochter im Familien- und Bekanntenkreis ohnehin ständig Englisch ausgesetzt, sodass sie, ganz ohne unser Zutun, schon erstaunlich viel aufgeschnappt hat.

Klammer auf: Papas Kindheit

Mein Mann verbrachte seine ersten Lebensjahre in Neuseeland, der Heimat seines Vaters. Der hatte sich bei einem Israelaufenthalt ausgerechnet in ein deutsches Fräulein verguckt und es mit ins Land der Kiwis genommen. Deutsch wurde in der Familie allerdings nicht gesprochen. Zu nah war in den 1960er Jahren der Holocaust, zu unangenehm der Klang der Tätersprache. Mein Mann bedauert das, bei allem Verständnis für die Eltern, denn er mag Deutsch, und ich gehe davon aus, dass sein eigener Hintergrund eine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt hat, unserem Kind in dieser Hinsicht mehr Möglichkeiten zu bieten, als er sie hatte. Nachdem die Familie nach Israel eingewandert war, blieb Englisch Familiensprache (bis heute), die Kinder erwarben recht schnell Hebräisch und bezeichnen Hebräisch heute als ihre Primärsprache, während die Eltern auch vierzig Jahre später noch unsicher sind.

Von der Theorie zur Praxis - die Umsetzung

In der mehrsprachigen Erziehung gibt es verschiedene Methoden (Buchtipp Elke Montanari: Mit zwei Sprachen groß werden). Für mich war schnell klar, dass ich nach OPOL = One Parent One Language vorgehen würde. OPOL sieht vor, dass das Kind von Anfang an lernt, die Sprachen nach Personen zu trennen. Also in unserem Fall: Mama spricht Deutsch, Papa Hebräisch. Gerne hätten wir seine Mutter überzeugt, mit unserer Tochter auch Deutsch zu sprechen, aber dazu war sie nicht zu bewegen. Fast, als wäre da eine innere Blockade.

Da sich meine Familie in Deutschland befindet und Deutsch in Israel wenig verbreitet ist, bin ich daher im Alltag die einzige, die wirklich konsequent mit ihr Deutsch spricht. Wobei 'konsequent' in diesem Fall ein dehnbarer Begriff ist. Ich habe nämlich festgestellt, dass mir in ganz vielen Alltagsmomenten, vor allem wenn knackige Ansagen gefragt sind, also eigentlich ständig im Leben mit Kind, automatisch Hebräisch rausrutscht und ich mich selbst zur Ordnung rufen muss.

Auf Deutsch muss ich für die selbe Aussage aber viel weiter ausholen. Außerdem fühle ich mich in Hebräisch so wohl, dass mir Deutsch manchmal fast affig vorkommt, und ganz am Anfang dieser Reise hatte ich mir geschworen, ich würde mein Kind nie verschaukeln, indem ich einen auf "Mama-hat-dich-nicht-verstanden-sags-nochmal-auf-Deutsch" mache. Um letzteres glaubhaft durchziehen zu können, muss man in der anderen Sprache für das Kind nachvollziehbar schwächer sein, finde ich, und das war bei mir bei ihrer Geburt einfach nicht (mehr) der Fall. So musste ich leider in Kauf nehmen, dass gerade in den ersten Jahren, in denen ich sowieso das Gefühl hatte, ich rede tapfer in ein schwarzes Loch und es wird nie was in meiner Sprache zurückkommen, das konsequente OPOL ein wenig gelitten hat. In den letzten Jahren kommt es immer öfter vor, dass sie von sich aus Deutsch mit mir spricht, also ohne gesonderte Ermutigung. Seither fällt es mir auch wieder leichter, auf Deutsch zu bestehen, wenn wir "unter uns" sind, vor allem, wenn wir gemeinsam spielen, basteln, backen oder anderen Mutter-Tochter-Aktivitäten nachgehen.

Außerdem spricht sie bereitwillig mit Leuten, bei denen sie merkt, dass sie mit Hebräisch nicht landen kann, wie zum Beispiel bei Oma und Opa. Skypen und telefonieren geht mittlerweile auch, wenngleich es beim Skypen eher darum geht, Dinge mit der Kamera zu zeigen (neue Spielsachen, den Hund, das Wetter...), als sich tiefschürfend auszutauschen. :-)

Unterstützt haben wir den Spracherwerb von Anfang an mit täglichem Vorlesen. Erst Bilderbücher, später erste Vorlesebücher, inzwischen sind wir bei Kinderromanen wie Ronja Räubertochter, Pippi Langstrumpf und co. angelangt. Sehr hilfreich fand ich auch Wimmelbücher (Rotraut Susanne Berner insbesondere, aber auch ein Such-Wimmelbuch mit Gegenständen am Rand, die man im großen Bild suchen muss) und unser Bilderwörterbuch für Kleinkinder. Als sie größer wurde, kamen DVDs (Lauras Stern, Eric Carle, etc.) und später Serien auf YouTube (Löwenzahn, Pumuckl, Sendung mit der Maus, Schlümpfe, Horseland, usw.) und erste Spielfilme zum Einsatz. Mir wäre es ja am liebsten, bewegte Bilder würden - wenn schon - nur auf Deutsch konsumiert, aber da kann ich mich nicht so richtig durchsetzen. Auch ohne Sprachreglementierung ist es schwierig genug, unsere "1 Stunde Bildschirm/Tag"-Regel einzuhalten. Im Schnitt liegt Deutsch bei etwa 70% denke ich, das passt für mich.

Sehr gern genommen auch: Ritter Rost! Tolle Sprache, eingängige Lieder, nicht nur zum Deutsch fördern einfach total genial.

Hörbücher wurden bisher oft verschmäht, weil Filme kucken offenbar viel spannender ist, aber im Auto sind auch die eine gute Alternative. Die von Kokosnuss können wir guten Gewissens empfehlen, aber auch der Räuber Hotzenplotz ist sehr unterhaltsam :)

Neuer Twist 

Seit der Papa einen "richtigen" Deutschkurs (das Goethe Institut ist dafür die erste Adresse hier) macht und nicht mehr nur (nicht ohne Erfolg, wohlgemerkt!) radebrecht, entstehen Situationen bei uns, in denen die Tochter den Vater korrigiert oder ihn bei den Hausaufgaben anspornt. Neulich haben wir ein Der/Die/Das-Spiel gemacht. Ich warf ein hebräisches Wort in die Runde, und die beiden mussten mir sagen, wie es auf Deutsch heißt und welchen Artikel es hat. Dabei stellte sich heraus, dass das Mädchen eine Trefferquote von etwa 90% hat, während der Papa flucht, diese Artikelgeschichte sei unmöglich zu erlernen. Da freute sich das Kind natürlich diebisch :)

Besondere Herausforderungen

Das vollkommen andere Alphabet!

Ich würde sehr gerne langsam anfangen, dem Mädchen lesen und schreiben auf Deutsch beizubringen. Aber zusätzlich zu ihrem, ohnehin recht strengen, täglichen Stundenplan bringe ich es nicht so recht übers Herz, sie am späten Nachmittag oder Wochenende noch mit Deutschunterricht zu knechten. (Abgesehen davon, dass ich gar nicht wüsste, wie ich das überhaupt angehen soll.)

Als sie noch im Kindergarten war, fuhren wir einmal die Woche mit ihr nach Jerusalem in die "Freitagsschule". Gegründet vor über 25 Jahren, bietet diese Schule zweisprachig aufwachsenden Kinder die Möglichkeit, einmal in der Woche Deutschunterricht für Muttersprachler zu bekommen. Ein fantastisches Projekt, denn es dient nicht nur dem Sprachunterricht, sondern baut auch Brücken zwischen Kindern und Familien mit christlichem, muslimischen und jüdischem Hintergrund. Allerdings wurde uns dieser Zusatztermin am Wochenende nach der Einschulung zu viel, da wir auch einen recht langen Anfahrtsweg hatten, aber ich halte Ausschau und hoffe, dass ich ein ähnliches Angebot finde, das besser zu unserer Familiensituation passt.



Fazit: 

Mit siebeneinhalb kann unsere Tochter problemlos Geschichten, Filme, Hörspiele und Serien für ihre Altersgruppe, sowie Gesprächsinhalte verstehen (passive Sprachkenntnis). Außerdem kann sie sich auf Deutsch verständigen und ihre Anliegen deutlich machen, wenn die Notwendigkeit besteht, ergo sie auf Hebräisch nicht durchkommt. Schreiben und lesen sind, bedingt durch das grundlegend andere Alphabet, derzeit eher ein Fernziel. Aber das wird schon noch kommen. 




Follow on Bloglovin


Kommentare:

  1. Danke für den spannenden Einblick! Eine Bekannte von mir stammt aus Brasilien, der Mann aus Frankreich und sie leben mit zwei Kindern hier in Deutschland. Die Kids parlieren problemlos in drei Sprachen und wechseln in akrobatischer Geschwindigkeit und Geschicklichkeit von einer in die andere...
    Mein Tochter lebt in USA und spricht mit den kleinen Lockenmädchen konsequent nur Deutsch, ihr Mann nur Englisch (er kann aber auch sehr gut Deutsch, was er sich hierzulande unter prä-schwiegerelterlicher Obhut angeeignet hat. Ich bin immer noch ergriffen, wie schnell er das gepackt hat.).
    Ach, ich wünschte, mir wäre diese Möglichkeit auch geschenkt worden....
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe auch von Beispielen gehört, in denen Kinder problemlos zwischen drei Sprachen wechseln. Aber ich denke, das hängt sehr stark davon ab, wie sehr man als Eltern dahinter steht. Bei meinem Mann wäre das nicht gegeben gewesen und wir wollten nicht, dass Deutsch letztlich hinten runter fällt, weil Deutsch neben Hebräisch und Englisch eindeutig die schwächste Sprache gewesen wäre. Mein Gedankengang war dann einfach auch, dass sie Englisch auf jeden Fall lernen wird, die Voraussetzungen dafür sind in Israel meiner Meinung auch besser als in Deutschland, wohingegen Deutsch eine echte "Bitch" sein kann, wenn man es nicht von klein auf gelernt hat. Dass dein Schwiegersohn das so schnell gepackt hat, ist echt erstaunlich, finde ich, und es macht es in der Familie natürlich leichter, wenn Papa nach Bedarf auch in beiden Sprachen mitreden kann. (Das kommt bei uns jetzt ja hoffentlich auch demnächst ;-) )

      Löschen
  2. Ich find das klasse, wie ihr das macht. und auch, dass dein Mann jetzt quasi das Deutsch seiner Kindheit nachholt, mit ganz realistischen Anwendungszielen. #top

    Meine ersten 10 Berufsjahre habe ich an einer Schwerpunktschule für russische Aussiedlerkinder gemacht, die oft bereits zweisprachig aufgewachsen waren mit einem etwas angestaubten Deutsch der Großeltern neben dem Russischen. Deren Voraussetzungen waren selten so durchdacht wie die euren für eure Tochter. Aber ich habe nur zwei Fälle erlebt, in denen die Kinder von der Zweisprachigkeit nicht absolut und ausschließlich profitiert haben. Diese beiden Jungs waren in keiner der beiden Sprachen zu Hause, was ihnen das Zurechtfinden im Leben erheblich verkompliziert hat.
    Die Ursache waren aber da eher Flucht und Vertreibung, Trauma und Schrecken. Einen von ihnen habe ich vor einer Weile wiedergetroffen, er ist inzwischen erwachsen und hat seinen Weg gemacht. (Sowas sind immer Lehrers Sternstunden.) Er sprach auch sehr positiv von seinem Bruder. Insofern: Zweisprachigkeit macht IMHO auch dann außerordentlich fit für's Leben, wenn sie nicht ganz perfekt läuft.

    Was das Deutsch Lesenlernen angeht: Warte doch, bis deine Tochter das Alphabet "professionell" in der Schule mit dem Englischen lernt (wann beginnen die Kinder bei euch mit Englisch? Hier schon im 1. Schuljahr) und lass sie dann den Transfer ins Deutsche versuchen. Das Prinzip des Lesens mit Ivrit zu lernen, erscheint mir eine prima Voraussetzung. Der Rest ist dann leichter - poplige 26 Buchstaben, das kann doch nicht so schwer sein! ^^

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir für die ermutigenden Worte :-*

      Great minds think alike: Mein derzeitiger Plan sieht auch vor, die Vermittlung des lateinischen Alphabets auf den Englischlehrer abzuwälzen. Sie haben jetzt in der zweiten Klasse mit Englisch begonnen, allerdings werden sie dieses Jahr wohl noch nicht lesen und schreiben lernen, das läuft eher auf der verbalen, spielerischen Ebene ab bisher. Aber nun gut. Aber zur Not habe ich ja auch noch die Oma, Grundschullehrerin i.R., in petto. Wenn alle Stricke reißen, muss das Mädchen in ein paar Jahren einfach mal den ganzen Sommer dort verbringen und ein Deutsch-Basislager absolvieren :)

      Löschen
  3. Ich hab das mit dem Schreiben mit der Anlauttabelle aus "Lesen durch Schreiben' geloest - allerdinga kam der Wunsch vom Tochterkind. Ich werde bei Gelegenheit wohl auch mal ueber das Thema bloggen.
    LG Chutzpi von http://chutzpi.wordpress.com/ (Kinder, Katzen und Kakteen)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das habe ich auch noch als Option im Hinterkopf. :)

      Löschen
  4. Spannend, spannend, spannend. Danke für diesen Einblick. Ich finde es grad schade, dass man beim Bloggen nicht absatzweise kommentieren kann, aber ich werde mich mal in den Gedanken absatzweise heranwagen...

    1. Ich kenne dich....eigentlich ja nicht persönlich, aber ich lese hier ja schon regelmäßig mit und ich lese dich und dein Leben in Israel ja auf deutsch...ergo höre ich deine (von mir erdachte ) Stimme dabei auf deutsch, was bedeutet, ich habe deine Heimat in der hebräischen Sprache nicht in dem Maße voraussetzen können. Das kommt in manchen Busgeschichten schon durch, aber halt in der synchronisierten Fassung....deswegen bin ich natürlich erstmal baff, dass du dich so in einer anderen Sprache verwurzeln konntest. Großartig.

    2. Die Geschichte deines Mannes, die von den Großeltern über den halben Globus schließlich bei der "Muttersprache" eurer Tochter ihren (erstmal, wer weiß, wie das in ihrem Leben weitergeht) Abschluss findet. Wie berührend. Wie ein Bogen über die Generationen.

    3. Ich glaube auch, dass Englisch als weitere Sprache irgendwie so mitkommt. Englisch werden alle unsere Kinder lernen müssen, ob sie nun an einen Strand in Israel sitzen oder im Alpenvorland. Bei euch ist sie zusätzlich noch Familiensprache und da wird das sicher noch sicherer kommen als bei uns mit unserem Umfeld. Bei dem Kroatischen sah das anders aus. Das ist am verschwinden, weil wie keine Lieder singen oder Fernsehsendungen in dieser Sprache anschauen. Bei englisch ist das anders.

    4. Bei dem Thema Alphabet - na ja, das wird ja spätestens bei dem Englischen kommen (müssen). Ich glaube auch, dass für eine 7jährige ein erneutes Quälen mit A und O und B und C irgendwie fehl am Platze wäre.

    5. Klare weiter Empfehlung für deine Liste: Anne Kaffeekanne. Und natürlich www.sternschnuppe-kinderlieder.de

    6. Ist das jetzt typisch deutsch, dass ich durchnummeriere?

    7. Danke für die Blumen.

    bis die Tage - keine Frage! man liest sich...

    Sabine

    P.S. Ich spreche Hochdeutsch mit einem kleinem Dialekteinschlag. Je betrunkener, desto schlimmer. Meine Kinder werden wohl nach unserem Lebensentwurf in eine Grundschule kommen, die sehr stark vom Dialekt geprägt ist. So, dass im deutschen Fernsehen Untertitel mitlaufen würde. Die Artikelfrage wird wohl hier auch in ein paar Jahren auftauchen. Da kommt man wohl nicht raus.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Praktisch, ich kann durchnummeriert antworten:

      1. Interessant, aber auch logisch, dass du das so wahrgenommen hast. Ich hatte schon immer ein gutes Gespür für Sprachen. Nach dem Abi habe ich ein Jahr in den Niederlanden verbracht und wurde nach einiger Zeit als Muttersprachlerin wahrgenommen, in Israel geht es mir inzwischen ähnlich. Wobei es da spannend ist, dass manche vorgeben, überhaupt keinen Akzent zu hören, während andere behaupten, er wäre natürlich ganz klar hörbar, obwohl mein Hebräisch hervorragend sei. Ich glaube, da steckt auch ganz viel Interpretation dahinter. Einen typisch deutschen Akzent habe ich jedenfalls nicht (auch auf Englisch nicht).

      2. Auf jeden Fall!

      3. Sehe ich genauso. Englisch ist eine internationale "Standardsprache" und abgesehen davon in Israel so präsent (Filme und Serien gibt es - außer bei Kinderprogrammen - nur untertitelt, alles amerikanische ist total cool, in der High-Tech-Branche wird auch firmenintern vielfach auf Englisch kommuniziert, etc.), daran wird sie auf keinen Fall vorbei kommen.

      4. Genau :)

      5. Danke für die Tipps!

      6. Ich find's praktisch :)

      7. Na, die hast du aber auch verdient!

      Löschen
    2. Dialekte sind aber auch eine sehr spannende Sache! Ich sage immer, ich bin zweisprachig Schwäbisch/Hochdeutsch aufgewachsen :)

      Löschen
  5. Hallo Hadassah,
    kannst du mir gute Hörspiele in Hebräisch empfehlen. Meine Jungs sind 7 und 5. Bei uns ist die Situation ja genau umgekehrt, da wir in Deutschland leben. Sie verstehen aber so gut wie alles auf Hebräisch und haben ihre ersten Jahre (bis auf den 1jährigen) in Israel verbracht. Aber ihnen fehlt etwas der Slang. Filme und Bücher haben wir in Mengen, an Hörspiele hab ich ehrlich gesagt noch gar nicht gadacht. Sie sind mir in Israel auch nie ins Auge gesprungen.
    LG Sarah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sarah, hebräische Hörspiele habe ich tatsächlich noch nie bewusst wahrgenommen. Ich frag mal unsere Bibliothekarin, ob und wo man sowas finden könnte. Kennt ihr die Zeichentrickserie Arthur? Die gibt es hebräisch synchronisiert auf YouTube und mein Mann lobt die hochwertige Sprache immer sehr. Als das Mädchen noch kleiner war, hat sie auch sehr gerne israelische Kinderlieder rauf und runter gehört, aber Slang transportieren die leider auch nicht wirklich. Hm..

      Löschen
    2. Antwort Bibliothekarin: Hörspiele gibt es in Israel nur für Blinde. Ansonsten gibt es dafür keinen Markt. Verrückt, oder?

      Löschen
    3. Vielen Dank fuer deine schnellen Nachforschungen. Ja, wirklich verrueckt. Manches ist in Israel einfach "anders" ;-) Arthur werden wir aber gerne mal ausprobieren. Danke fuer den tipp. Ein Hoch das Internet!

      Löschen
  6. Das liest sich sehr spannend und interessant. Ich finde es immer noch faszinierend, wie -eifgentlich spielend- Kinder Sprachen lernen

    Liebste Grüße zu dir :-)

    AntwortenLöschen
  7. Ich fand deinen Beitrag auch sehr interessant. Ich habe mich schon immer gewundert, wie zweisprachige Familien es schaffen, dass das Kind auch beide Sprachen gleichermaßen lernt. So spannend ich das auch finde, steht es für uns leider nicht zur Debatte, da wir beide Deutsche sind und ich es albern fände, mit meinem Kind eine Fremdsprache zu sprechen. Die Notwendigkeit besteht ja nicht und dann würde das wohl doch wieder unter den Tisch fallen.
    Obwohl wir natürlich auch beide dem Kind unsere jeweiligen Dialekte beibringen könnten und zusätzlich noch Hochdeutsch ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dialekte sind auch eigene Sprachen :) Ich sage auch immer (scherzhaft), dass ich zweisprachig mit Hochdeutsch und Schwäbisch groß geworden bin...

      Löschen
  8. Ein sehr gelungener Beitrag zu einem hier in Israel schier omnipräsenten Thema. -: Recht viele meiner Bekannten sind in der Zeit des "rak ivrit" aufgewachsen, als es im Lande verpönt war, eine andere Sprache als Ivrit zu benutzen im täglichen Umgang. Alle bedauern das heute sehr und haben das Gefühl, sie hätten etwas verpasst, es sei ihnen etwas vorenthalten worden. Ein Teil der "yekkischen" Familien haben sich allerdings nicht daran gehalten und sprachen weiterhin Deutsch, auch mit den Kindern. Ivrit lernten die erst im Kindergarten und in der Schule.Ergebnis: Es gibt Ehepaare, im Lande geboren, aufgewachsen und in Ehren ergraut, die bis heute Deutsch ebenso gut reden wie Ivrit und es oft auch unter sich tun; aber lesen und schreiben können sie es nur sehr mühsam.

    Nebenbei: Vielleicht interessiert es dich, was Zvia Walden zum Leben in mehreren Spachen sagt. Wenn ja, schau dir צביה ולדן:"רב לשוניות ותרבות" auf yioutube an.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huch, jetzt sehe ich gerade, dass ich dir noch gar nicht geantwortet hatte. (Schande!) Das Video ist sehr interessant und erinnert mich an verschiedene Gespräche mit Kindern von Einwanderern. So ein Sprachensalat kann also auch funktionieren, ich denke wirklich, es kommt auf die Familiensituation an.

      Löschen
  9. meine Kinder sind auch mit Deutsch aufgewachsen und gleichzeitig im Kindergarten etc dann Iwrith gesprochen. Als dann die Grosseltern zu Besuch kamen, dann konnte man hoeren: Oma, tavo mich zudecken. Aber soweit hatte es die Oma verstanden.
    Bevor meine Tochter in die Schule kam, da habe ich ihr Deutsch lesen und schreiben beigebracht, denn ich wollte nicht, dass sie die Schule mit zuviel Kenntnissen auf Iwrith anfaengt und es ihr dann langweilig wird. (heutzutage wird ja im Kindergarten schon zuviel gelehrt davon). Als sie dann mit Englisch anfing, da konnte sie die 'Buchstaben, verstand einiges, da ja der Unterschied nicht sooo gross ist bei manchem. Nach einem halben Jahr ging sie zu den Englisch sprechenden rueber und ausser dass sie das Besteck nciht kannte auf Englisch, hatte sie keine Probleme.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Herzlich willkommen bei mir :)

      Danke für deine Erfahrungen, es ist immer interessant zu hören, wie es in anderen Familien läuft, und ich bin gespannt, wie sich das Thema bei uns weiter entwickelt.

      Einen schönen Shabbat weiterhin!
      Hadassa

      Löschen
    2. Herzlich willkommen bei mir :)

      Danke für deine Erfahrungen, es ist immer interessant zu hören, wie es in anderen Familien läuft, und ich bin gespannt, wie sich das Thema bei uns weiter entwickelt.

      Einen schönen Shabbat weiterhin!
      Hadassa

      Löschen