Sonntag, 19. Oktober 2014

Müllberg, oder: Recycling in Israel damals und heute

Es war einmal ein junger Staat im Nahen Osten, dessen aufstrebende Städte sich rasant ausbreiteten und die Bevölkerungszahlen zum Explodieren brachten.

Leider nicht nur die: Es entstand auch mehr und mehr Müll im Israel der 1950er Jahre, der entsorgt werden wollte. Und was könnte dafür besser geeignet sein, als ein Brachland außerhalb der Stadt? Dass dieses Brachland - Hiriya - direkt vor den Toren Tel Avivs letztlich fast 5 Jahrzehnte als nationale Müllkippe genutzt werden und auf eine Höhe von rund 60 Metern anwachsen würde, hätte damals wohl keiner für möglich gehalten. Und als letztlich die Entscheidung fiel, Hiriya endgültig schließen, geschah das mitnichten aus ökologischen Gründen,  sondern auf Druck des nahegelegenen Flughafens. Die vom Müllberg auffliegenden Riesenvogelschwärme hatten sich zu einem handfesten Sicherheitsproblem für den Flugverkehr entwickelt.

Multimedia-Film
Heute ist der Müllberg auf dem besten Weg, zur grünen Lunge für den israelischen Ballungsraum zu werden. Im Rahmen eines faszinierenden Rehabilitationsprojektes, das Ariel Sharon noch kurz vor seinem schweren Schlaganfall auf den Weg gebracht hatte, wird der Müllberg und das ihn umgebende Gelände, durch das auch zwei Flüsse fließen, derzeit als Naherholungsgebiet erschlossen. (Park Ariel Sharon)

Die Sanierung des Berges selbst ist bereits abgeschlossen und seit einigen Wochen für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf dem Plateau kann man um einen aus Regenwasser gespeisten See flanieren, auf einer großen Terrasse einen (sehr guten!) Kaffee trinken, sich einen kurzweiligen Film über die Geschichte des Müllberges ansehen und anschließend in einem weitläufigen Park zwischen Heilpflanzen und Kräutergärten spazieren. Wenn man dort oben ist, glaubt man kaum, dass man mitten auf diesem hässlichen Schrotthaufen steht, der noch vor gut zehn Jahren die ganze Gegend verstunken hat...

Recycelte Baumaterialien prägen die Architektur des Parks und geben ihm einen interessanten, modernen Touch, obwohl derzeit alles noch ein wenig steril und "gemacht" wirkt. Aber das wird sich sicher bald ändern.

Von einer schattigen Aussichtsplattform aus hat man schließlich einen tollen Blick über den Ballungsraum rund um Tel Aviv.







Und der Müll?

Wird jetzt viel mehr als früher verwertet. Am Fuße des ehemaligen Müllbergs operiert heute ein großes Recyclingzentrum, das in der Zukunft noch weiter ausgebaut werden wird.



Kommentare:

  1. nun hast du mich endgültig überzeugt, ich trage mich mal als Followerin ein, dein Blog ist klasse!
    LG Gea

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