Samstag, 20. September 2014

Samstagskaffee im Sand


Wir gehen nicht oft an den Strand. Echt nicht. Weder ich noch der Gatte machen uns besonders viel daraus, in der brüllenden Hitze im heißen Sand, umgeben von lärmendem Volk, in der Sonne zu braten. Unsere Tochter sieht das allerdings anders, sie liebt das Meer und den Sand und das Gebuddel und die Wellen. Also sieht der Kompromiss vor, dass wir den Strand im Hochsommer meiden und auch sonst nur am späten Nachmittag/Abend gehen, wenn die notorischen Strandgänger schon wieder zusammenpacken und die Sonne bereits im Abstieg ist. Heute war ein idealer Tag, unsere Strandsaison einzuläuten: Es war warm genug zum Baden, aber nicht zu heiß zum gemütlich auf der Decke liegen und lesen.

"Palmachim" ist ein Strand, der als israelischer Nationalpark geschützt ist. Er liegt abseits der großen Städte und wirkt dadurch ein bisschen ursprünglicher und wilder, als die Stadtstrände. Die Besucher sind typisch israelisch, Touristen haben wir keine wahrgenommen, man fühlt sich unter sich. Hunde sind außerhalb des dezidierten Badestrands geduldet, was unserer Sally natürlich gefiel: Direkt auf der Nachbarsdecke fand sie eine quirlige Spielkameradin und auf der anderen Seite spielte eine junge Israelin auf ihrer Gitarre alte Lagerfeuerlieder zu den - nicht übermäßig lauten - Unterhaltungen ihrer Freunde. Die sie übrigens eben erst kennengelernt hatte. Kurz zuvor hatte sie nämlich noch alleine mit ihrer Gitarre im Sand gesessen, doch in Israel bleibt niemand lang allein. Vor allem nicht junge schwarzhaarige Gitarrenmädchen in knappen Bikinitops ;-)

Neben der Musik wurde unser Aufenthalt untermalt von dem rhythmischen Tock-Tock Tock-Tock des israelischen Nationalstrandsports "Matkot" - Hartgummibälle werden mit Holzschlägern zwischen zwei und mehr Spielern hin- und her gespielt. Ein nervtötendes Geräusch, das aber schnell zu einer Art weißem Rauschen wird: man nimmt es gar nicht mehr wahr.

Mit dem Sonnenuntergang wird es im September schon schnell recht kühl, außerdem innerhalb kürzester Zeit dunkel, sodass sich der Strand schnell leert. Jetzt kommt die Stunde der Surfer, denn die Wellen sind gut, für uns heißt es erstmal "Bye, bye Palmachim, wir kommen wieder!"



Auch diesen Kaffee stelle ich wie jede Woche bei Ninjas Sieben auf den Tisch.




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Kommentare:

  1. Das kommt mir ein bisschen so vor, wie unser Verhältnis zum Seeufer ;-)
    Aber so ein Kaffee am Meeresstrand, das hat schon was....
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Was für ein schöner Mittag am Strand! Und dann noch den Sonnenuntergang da erleben, so sxhön.
    Da werden nochmal Santorinierinnerungen wach.
    Denn wir haben es auch genossen in den frühen Abend hinein am Strand zu bleiben, wenn es fast leer wurde und hauptsächlich noch Einheimische mit Kindern und Hunden da waren. Ach... Wie beneide ich dich, das du das quasi immer haben könntest...
    Aber , wie du schon schreibst, macht man das, was man vor der Haustür hat, eher selten. ;-)
    LG,
    Monika

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  3. Diese außergewöhnlichen Kaffeeorte haben auch wir dem Samstagskaffee zu verdanken. Früher war ich keine Thermoskannen-überall-hinschleppen-Tante, aber es hat durchaus was, wenn man den Spießeraspekt, der Thermoskannen ja doch anhaftet, ausblenden kann ;)

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