Montag, 8. September 2014

Kleine Begegnung

Ich warte auf den Bus und bin sehr erleichtert, als ich ihn kommen sehe. Denn wenn ich ihn verpasse oder er nicht auftaucht, schaffe ich es nicht rechtzeitig zum Tochterabholen nach Hause.


Ich: eine Streifenkarte, bitte.

Fahrer: Gern.

- lässt mir die Streifenkarte raus -

Fahrer: eine gute Fahrt, Süße. Du wirkst so gestresst, was ist los?

Ich: Für einen Moment hatte ich Sorge, du kommst nicht mehr...

Fahrer *entrüstet*: So ein Unsinn. Ich hau' doch nicht ab!  Kein Grund zur Sorge, Süße.



Motek = Süße/Süßer/eigentlich "Süßes" ist eines der liebevollsten und gleichzeitig am weitläufigsten gebrauchten Koseworte in Israel. Am ehesten vielleicht vergleichbar mit "Honey" im englischen Sprachgebrauch, wird es oft von älteren Personen gegenüber jüngeren gebraucht, aber nicht nur. Als sexistisch oder herablassend habe ich es noch nie empfunden. Auch wenn es für fremde, insbesondere deutsche Ohren, distanzlos, ja unverschämt, wirken muss, würde sich über "Motek" keiner aufregen, auch nicht, wenn es vom Busfahrer kommt, der mindestens doppelt so alt ist. ^^ 

(Und geduzt wird sich auch unter Fremden, weil Ivrit grammatikalisch keine Unterscheidung in "du" und "Sie" vorsieht.) 





Kommentare:

  1. Nette Worte tun manchmal einfach gut

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  2. Ich finde es immer so schön durch dich kleine Einblicke ins Alltagsleben in Israel zu bekommen! :-)
    Das, was du da schilderst, gäbe es hier so wohl eher nicht, eigentlich schade.
    Ach by the way, ich habe das Stöckchen nicht vergessen, oder gar "zerbrochen", nein wir sind erst Sonntagnacht zurückgekommen und gestern war dann erst mal das übliche "Nachurlaubsgewusel" angesagt und heute Mittag gebe ich wieder einen Kurs.
    Aber ich werde das Stöckchen greifen, denn ich finde deine Fragen auch sehr schön.
    Mit denen setzt man sich dann auch nochmal so intensiv auseinander, warum man sich dieses Hobby ;-) denn wohl ausgesucht hat.
    Also, nicht vergessen, sondern ich wills nur ordentlich machen!!
    LG,
    Monika

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  3. Die Alltagsbegegnungen sind für mich schon so schnöde und normal geworden, dass ich oft gar nicht daran denke, sie aufzuschreiben. Aber manchmal genügt ja auch echt ein knapper Post zwischendurch, muss ja nicht immer ein ausgefeilter Artikel sein mit Fotos und Trarara, gell?

    Keinen Stress wegen dem Stöckchen, das hält sich ja :)

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