Donnerstag, 4. September 2014

Ein Stöckchen, ein Stöckchen!


Ich gehöre ja tatsächlich zu den Bloggern, die sich geradezu unbändig über ein Stöckchen freuen können (wahrscheinlich weil ich bislang nur wenige bekommen habe *hint*) und wenn sie dann noch von so netten Menschen wie Juna von Irgendwie Juedisch und mit so einer niedlichen Plakette daherkommen überhaupt. Vielen Dank dafür!

Warum bloggt ihr?

Zur Selbstdarstellung :D 

Im Ernst: um irgendwo hin zu können mit all meinen wirren Gedanken und Ideen (obwohl nach wie vor die meisten davon nur in meinem Kopf stattfinden und es nie ins Blog schaffen). Um den Alltag zu sortieren, in irgendeiner Form festzuhalten (auch für mich für später), eine Ausstellungsfläche für schöne Fotos zu haben und Familie, Freunden und Bekannten ein kleines Fenster in mein Leben aufzumachen. Außerdem freut es mich immer, wenn ich Israel "der Welt" etwas näher 
bringen kann.

Gibt es einen Anlass, der zu eurem erstem Blogpost geführt hat, eine Geschichte, die Ihr mit ihm verbindet?

Angefangen hat alles im Mai 2010 mit einer ziemlichen Wut im Bauch. Auslöser war eine Auseinandersetzung in einem Internetforum, in dem ich damals sehr häufig war, die sich an einem von mir in die Signatur gestellten Israel-Video entzündet hatte. Damals brauchte ich ein Ventil für diesen Ärger über den anti-israelischen "Rest der Welt" und dachte anfangs, Israel und ich, wie meine erste Wordpress-Version hieß, würde ein reines Blog über Israel werden.

Im Laufe der Jahre merkte ich allerdings, dass mich doch mehr bewegt, als nur der zermürbende Nahostkonflikt und alles was damit zusammen hängt. Also musste ein neues Konzept her: Ich zog zu Blogger, gab dem Kind den neuen Namen Fragmentage (ein Morphwort aus Fragment und Collage übrigens, das praktischerweise auch auf Englisch pfiffig klingt, und dass "Tage" drinsteckt passt auch gut zum Journalcharakter fand ich, aber ich schweife ab..) und bloggte fortan richtig viel, 2012 fast täglich.

Gebt Ihr Eure Texte vor der Veröffentlichung noch jemandem zu lesen?

Nein. Ich frage aber meine beste Freundin oft, wie sie einen Beitrag, den ich selbst als provokativ oder kontrovers empfinde, findet, und ob ich ihrer Meinung nach über das Ziel hinausgeschossen bin. Bisher ist es aber noch nicht vorgekommen, dass ich im Nachhinein drastische Änderungen vornehmen musste.

Wie sieht das Zusammenspiel zwischen Eurem Blog und Euren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aus?

Mein Blog veröffentlicht sich auf meinem privaten Facebook-Profil und Twitter selbst. Selten teile ich Artikel auch direkt, vor allem, wenn ich Firmen, andere Blogger oder Medien erwähnt habe und/oder der Meinung bin, dass sie mein Beitrag interessiert (oder interessieren sollte). Gerade auf Facebook, wo meine Bloglinks praktisch nicht gelikt oder kommentiert werden, finde ich es immer wieder spannend, wie viele Bekannte doch auf meine Beiträge aufmerksam werden und mir dann irgendwann im Gespräch oder per PM stecken, das hätten sie mal im Blog gelesen.

Habt Ihr einen festen Kreis an Leserinnen und Lesern und kennt diese?

Ja. Meine Familie in Deutschland sind meine treusten Anhänger. Das geht soweit, dass ich liebevoll gepiekst werde, wenn ich mal mehrere Tage nichts gebloggt habe. Lustig ist auch, dass sie behaupten, auf meinem Blog Dinge über mich zu erfahren, die sie noch gar nicht wussten, tihi.

Dann gibt es einige Freunde, die regelmäßig bei mir reinschauen und immer wieder kommt es vor, dass mich im echten Leben jemand unvermittelt anhaut und auf mein Blog anspricht. Ich habe gelernt, dass die Kommentarfunktion nichts darüber aussagt, wie gut das Blog tatsächlich besucht und gelesen wird. (Obwohl ich natürlich immer mit Neid auf diejenigen Bloggerkollegen schiele, die unter allem was sie schreiben, listenweise Kommentare bekommen.)

Einige Bloggernachbarn schauen ebenfalls regelmäßig bei mir rein und ich bei ihnen. Das ist toll und ich habe dadurch schon echt viele wunderbare Blogs entdeckt, für deren Lektüre ich leider oft viel zu wenig Zeit habe. Ganz zu schweigen vom Kommentieren *hust*

Von einigen Twitterern weiß ich, dass sie mich lesen (ihr wisst schon, wer ihr seid...), dort könnte ich wohl aktiver sein, um mehr Interesse zu generieren.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich mir mehr Leser und mehr Interaktion mit meinen Lesern wünschen würde, aber welcher Blogger wünscht sich das nicht?

Gibt es ein Thema oder ein Anliegen, das Euch besonders am Herzen liegt und das Ihr mit Eurem Blog verfolgt?

Israel. (Über-)Leben in Israel mit Kind. Bücher. Die Tagline von meinem Blog trifft den Kern eigentlich ziemlich gut.

Wo schreibt Ihr Eure Texte? Im Büro, zuhause, am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Café …?

Theoretisch überall. Praktisch am häufigsten zuhause am Computer oder unterwegs über die Blogger-App auf dem Android. Das geht durchaus, ist funktional aber etwas einschränkend, weswegen ich mobil erstellte Artikel in der Regel am Computer nachbearbeite bevor sie live gehen. 

Für all die Artikel, die nur in meinem Kopf entstehen, meist wenn ich unterwegs/beschäftigt/beim Sport bin und nicht bloggen kann, hätte ich manchmal gerne eine Hirn-Blog-Schnittstelle, die Gedanken in Text umwandelt, den ich anschließend nur noch minimal editieren und abschicken muss.

Wie vernetzt Ihr Euch mit anderen Bloggerinnen und Bloggern?

Eigentlich nicht wirklich. Meine beste Freundin bloggt auch, gilt das? Ansonsten habe ich ein paar Lieblingsblogger, die ich gerne virtuell besuche und die teilweise auch mich besuchen. Sehr gerne würde ich mal auf ein Bloggertreffen gehen.

Was war das aufregendste Ereignis, das Ihr mit Eurem Blog verbindet?

Das war wohl der Tag, als ich sehr wütend über einen absoluten PR-Missgriff der Brigitte MOM bloggte und daraufhin richtig viel Traffic (für meine Verhältnisse) bekam.

Was war Euer Medium, bevor Ihr anfingt zu bloggen? Das persönliche Gespräch, das Tagebuch, der Leserbrief, die Demo, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften?

Hauptsächlich Internetforen. Chefkoch.de war mein erstes virtuelles Zuhause in dieser Hinsicht, danach kam mein präferiertes Elternforum Rabeneltern dazu. (Übrigens das beste, das der deutschsprachige Raum so her gibt, auch weil dort alle möglichen Themen diskutiert werden, nicht nur Babies). Ein offline Tagebuch hätte ich gerne, aber ich habe es noch nie geschafft, das durchzuhalten. Das Blog ist immerhin eine Annäherung.


Meint Ihr, dass es Euren Blog auch noch in 5 Jahren geben wird? Und wenn nicht, was sonst?

Ui, 5 Jahre sind eine lange Zeit. Nächstes Jahr kommt erstmal der erste fünfjährige Geburtstag von Fragmentage. Ob das Blog auch 10 wird muss sich zeigen, aber an mir soll es nicht scheitern. :)

***

Weiterreichen würde ich das Stöckchen, so wie es ist, gerne an Chutzpi, LiteraturschafLilaMalerieFadenvogel und die Sterneguckerin und hoffe, dass die ebenso gerne Stöckchen bekommen wie ich. (Psssst: Falls nicht, ignoriert es einfach, no hard feelings!)




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Kommentare:

  1. Cool, ein Stöckchen!
    Danke!
    Wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich es mal bearbeiten!

    Schöne Einblicke auch hier!
    Ahoi....

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  2. Mein erstes Stöckchen! *hechel* hinterher!!!!

    Vielen Dank, du bloggst ja schon richtig lange! Cool. Israel und ich, irgendwie ein toller Name.

    Ich mag deinen Blog, weil es den Alltag in Israel zeigt, die Kleinigkeiten wie einen Urlaub bei Kriegsausbruch, Whatsapp-rundmails bei Bombenangriffen und den Schulzettel, bei dem es um Kriegstraumata bei Kindern geht wie hierzulande um Zeckenimpfungen bei Bauerhofausflügen. Ich mag es, weil es mir zeigt, dass das Bild in meinem Kopf von Medien kreiert wurde und nicht von mir. Ich finde, dass du dich ganz schön heftig in dieses Land verknallt hast und wie jede Verrückt-Verliebte teile ich deinen Blick nicht immer, aber ich schüttle dann immer den Kopf und denk mir, man ist die In Love und das ist auch gut so.

    Liebe Grüße

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    1. Oh, das berührt mich jetzt sehr, Fadenvogel. Ich habe eher immer das Gefühl, im Alltag viel zu viele negative Gedanken über Israel zu wälzen und hier zu äußern. Es tut gut zu lesen, dass von der "Liebe von damals" offenbar doch noch was übrig ist, das man mir anspürt. Danke!

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  3. Danke für das Stöckchen, ich freue mich darüber und werde die Fragen in den nächsten Tagen beantworten.

    Liebe Grüße
    Stefanie

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    1. Und hier ist mein Beitrag: http://www.literaturschaf.de/ein-stoeckchen-ueber-das-bloggen/

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  4. Mein Stöckchen ist fertig ;-)
    http://ahoi-auskiel.blogspot.de/2014/09/blogstockchen.html

    Im Übrigen hat "Fadenvogel" es sehr schön getroffen - dem schliesse ich mich gerne an!
    Ahoi,
    Meike

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    1. Und so ein schöner, ausführlicher Beitrag. Ich finde es immer wieder spannend zu lesen, wie meine Leser mich gefunden haben, danke also auch dafür von Herzen!

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