Mittwoch, 10. September 2014

[Buch] Sue Monk Kidd: Die Bienenhüterin / The Secret Life of Bees

Vor einer gefühlten Ewigkeit hatte ich angekündigt, immer mittwochs Rezensionen veröffentlichen zu wollen. Hier ist jetzt endlich mal wieder eine.

The Secret Life of Bees / Die Bienenhüterin habe ich Anfang des Sommers gelesen und es verdient wirklich eine eigene Rezension an dieser Stelle.


The Secret Life of BeesThe Secret Life of Bees by Sue Monk Kidd
My rating: 5 of 5 stars

Die 14-jährige Lily Owens verbringt eine trostlose Kindheit auf der Pfirsichfarm ihres Vaters im tiefen Süden der USA. Ihre Mutter kam ums Leben, als Lily ein Kleinkind war, und ihr jähzorniger Vater ist mit seiner Rolle restlos überfordert. Lilys einzige Bezugsperson ist die schwarze Haushälterin, die Lily auf eine ruppige Art liebt und de facto aufzieht, sie aber auch nicht vor ihrem unberechenbaren Vater schützen kann. Als während der Zeit der Rassenunruhen die Situation auf der Farm wieder einmal eskaliert, fasst Lily den Entschluss, sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Mutter zu machen. Die Hilfe Rosaleen nimmt sie mit und schließlich landen die beiden bei den gebildeten und unabhängig auf ihrer Bienenfarm lebenden Boatwright-Schwestern.

Die Bienenhüterin August führt Lily in die Geheimnisse der Bienenzucht ein und gibt ihr zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, geschätzter Teil einer Gemeinschaft zu sein. Während Lily nach und nach das Rätsel um ihre Mutter löst, tobt indes der Rassenhass und bedroht auch das friedliche Leben in Augusts Haus.

The Secret Life of Bees hat mich vom Schreibstil und von der unterliegenden Thematik her sehr an The Help / Gute Geister erinnert. Der Staub und die Hitze der Südstaaten ist beim Lesen deutlich spürbar, Sprache und Atmosphäre werden so eingefangen, dass die Geschichte im Kopf zu einem farbenfrohen Film wird. Sue Monk Kidd setzt auf einen ruhigen Rhythmus und schafft es dennoch, von Anfang an eine nagende Spannung aufzubauen, die mich als Leser immer in nervöser Bereitschaft gehalten hat. Interessant finde ich an diesem Roman, dass er das Gegenteil vieler Südstaatenromane thematisiert: Hier findet sich eine Weiße plötzlich allein in einer intakten, hochfunktionalen schwarzen Gemeinschaft wieder. Doch obwohl sie eine Außenseiterin ist, die die Gemeinschaft nicht braucht (manche halten Lily anfangs sogar für eine Bedrohung), wird sie schließlich akzeptiert und aufgenommen. Das hat mir gut gefallen, denn oft ist es in derlei Literatur ja so, dass idealistische Weiße sich für Bürgerrechte einsetzen, was toll ist, aber dazu führt, dass die Schwarzen letztlich in der Rolle der Unterdrückten verbleiben. Das ist bei The Secret Life of Bees überhaupt nicht so.

Ein wunderschöner Bildungsroman in einer faszinierenden Zeit. Nicht immer einfach, aber mit hoffnungsvollem Ausgang.

Wer The Help und To kill a Mockingbird mochte, wird das hier auch mögen :)



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Kommentare:

  1. Das Buch wollte ich schon sehr lange mal lesen. Danke fürs Erinnern

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  2. Gerne, ich denke, du wirst es mögen :)

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