Donnerstag, 31. Juli 2014

[DonnerstagsErinnerung] - der alte Flughafen

Auf Instagram erfreut sich der "Throwback Thursday" (#tbt) großer Beliebtheit. Immer wieder donnerstags posten Nutzer alte Fotos und schwelgen in Erinnerungen. Dabei spielt es keine Rolle ob das Bild erst ein Jahr alt ist oder aus einem uralten Familienalbum abfotografiert wurde. Ich möchte diese Idee im Blog aufgreifen und die Donnerstage meinen Erinnerungen widmen. 

Das Terminal 3 des Flughafens Ben Gurion feiert bald seinen 10. Geburtstag. Auf das außergewöhnliche Gebäude aus Jerusalemstein mit der großen runden Plaza und dem beeindruckenden Wasserfall im Herzen des Terminals sind viele Israelis zu Recht ein wenig stolz.

Als ich im Sommer 2001 das erste Mal in Israel aus dem Flugzeug stieg, war das neue Terminal noch im Bau. Es gab keine Gangways, man stieg einfach aus dem Flugzeug, ging eine Treppe hinunter und war mitten in Israel. Die Luftfeuchtigkeit traf mich damals wie ein Schlag, noch nie hatte ich so eine Luft gefühlt. Und den Geruch - eine Mischung aus heißem Asphalt, Orangenduft und Treibstoff - bilde ich mir ein, immer noch in der Nase zu haben. 

Freunde von uns haben diesen alten Flughafen neulich liebevoll als Kibbutzflughafen bezeichnet, das trifft das damalige Feeling ganz gut. Der Abflugswartebereich hatte etwas von einer Bahnhofshalle mit 70er-Jahre-Flair, internationalen Style suchte man vergeblich.

Nach der Landung brachte man früher die Passagiere mit Bussen vom Rollfeld zum Flughafengebäude. Über dem Eingang hing ein großes Schild "Welcome to Israel" in mehreren Sprachen, und man fühlte sich tatsächlich sofort seltsam willkommen in diesem kleinen, eigenwilligen Land. Jedenfalls bis zur Passkontrolle. Die ist heute wie damals unberechenbar und kann mitunter lästig sein, wenn man alleine reist, keine konkreten Pläne/Kontakte für den Israelbesuch vorweisen kann oder einfach Pech hat. Davon darf man sich aber nicht einschüchtern lassen, die Grenzbeamtinnen sind auch zu gebürtigen Israelis nicht wesentlich freundlicher und inzwischen sage ich sogar manchmal was dazu, wenn ich nach einem anstrengenden Flug ohnehin krätzig bin und dann nicht mal ein minimal freundliches Gesicht zu sehen bekomme. Aber ich schweife ab. 

Heute ist die Ankunft in Israel wesentlich schicker, international "genormter", steriler und effizienter. Zur Passkontrolle geht man zu Fuß von der Gangway, und wenn man bei der Gepäckausgabe angekommen ist, läuft das Band häufig bereits. In der großen hellen Begrüßungshalle kann man immer emotionale Szenen beobachten und "Welcome to Israel" steht sicher auch irgendwo. 

Aber das besondere Gefühl, direkt vom Flieger aus israelischen Boden zu betreten, stellt sich heute nicht mehr ein. Und das allererste Geruchserlebnis wird heute durch Taxi- und Gepäckstress verfälscht, wenn man endlich das Terminal verlässt und richtig in Israel ankommt.





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Kommentare:

  1. Das Feeling kann wahrscheinlich nur der (damals auch uralte) Flugplatz in Uvda noch toppen: Da schritt man die Treppe hinunter direkt in die Wueste. Und trotzdem war es ein Heimkommen, selbst damals vor ueber 20 Jahren, wo ich noch nicht mal juedisch war. Das Kabaeuschen fuer die Gepaeckabfertigung war etwa so gross wie eine Kuehlschrankverpackung. Jaja, Israel ist was ganz Besonderes!
    LG Chutzpi von http://chutzpi.wordpress.com/

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