Montag, 30. Juni 2014

Ein bisschen Med-Talk

Dieser Eintrag kommt aus dem Tel Aviv Medical Center zu euch, wo ich, zwar auf sehr hohem Niveau selbst für israelische Verhältnisse (das Gesundheitssystem ist grundsätzlich sehr gut, doch nicht alle Häuser gleich komfortabel), aber dennoch im Krankenhaus, die heutige Nacht verbringen muss.
Manche wissen vielleicht, dass ich seit einigen Jahren einen Defibrillator trage, den anderen sei hiermit kurz erklärt, dass es sich dabei um eine Art Herzschrittmacher handelt, der mein Herz im Notfall (bei drohendem Stillstand zum Beispiel) mit einem gezielten Elektroschock wieder in den richtigen Rhythmus bringt.

Wie es dazu kam ist eine lange Geschichte, daher nur so viel: Ich habe ein seltenes medizinisches Los gezogen, mit dem ich aber in der Regel echt gut lebe. Einer der Haken am Defibrillator (abgesehen davon, dass er das Dekolleté versaut) ist allerdings, dass alle paar Jahre die Batterie leer ist und das Gerät gewechselt werden muss. Deswegen bin ich hier.

Der Eingriff war heute Morgen und ist gut verlaufen. Vorher hatte ich noch Gelegenheit, mit dem OP-Team über Gott und die Welt ("Woher kommst du?" "Wie viele Kinder?" "Wie hältst du es als Deutsche bloß in Israel aus?" etc.) und die WM zu fachsimpeln, nicht ohne versehentlich Salz in die Wunde des italienischen Chirurgen zu streuen. (Nein, ich hatte wirklich nicht mehr auf dem Schirm, dass Italien schon rausgeflogen ist....).

Das lustige Geplänkel (u.a. für diese Lockerheit liebe ich Israel) setzte sich auch auf der OP-Liege fort, bis mich die sedierenden Medikamente unvermittelt in einen farbenfrohen und sehr skurrilen Chemietraum zerrten, an dessen Details ich mich leider hinterher nicht mehr  erinnern konnte. Aber es war heftiger Stoff :)

Ein paar Stunden nach diesem kleinen Wartungseingriff ist mir ziemlich öde.  Zwar durfte ich vor einer halben Stunde endlich aufstehen und auf Toilette (stundenlang die Blase zusammen kneifen, nur um der peinlichen Bettpfanne zu entgehen, ist ganz schön ätzend, vor allem, wenn man sich kaum ablenken kann), aber da ich noch am Monitor hänge, ist mein Radius trotzdem stark eingeschränkt. Fußball einsam auf dem Smartphone schauen bringt's auch irgendwie nicht so richtig, obwohl ich das Deutschlandspiel später wohl schon so verfolgen werde. Oder ich schlafe einfach, das soll nach chirurgischen Eingriffen ja durchaus angeraten sein.


Kommentare:

  1. Gute Besserung, komm rasch wieder auf die Beine und nutze die Gelegenheit, mal auszuspannen!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. :) Wünsche Dir gute Besserung nach Deinem Wartungseingriff :)
    Ganz liebes Grüßle.
    Gudrun :) von Baustelle "Leben"

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  3. Hadassa!
    Ich wünsche Dir ebenfalls gute Besserung. Mensch, da hört man irgendwie so lange gar nichts und jetzt das! *knuddel*

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  4. Gute Besserung für dich und schone dich ein wenig!
    GLG,
    Monika

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  5. Danke euch! Es ist ja eigentlich keine große Sache. Aber passt mir halt grade nicht so gut in den Kram. ;)

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  6. Wann passt das schon in den Kram? Liebe Hadassa, ich bin etwas spät dran (weil hier grad auch gar nix in den Kram passt und ich kaum noch privat am Rechner bin) und lese oben, dass du ordnungsgemäß zu Hause bist und dich so langsam wieder an den Alltag rantastest. Weiterhin gute Genesung und auf dass das "Notfalllgerät" auch weiterhin im Standby bleiben darf.
    GLG
    Christa

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    1. Liebe Christa, danke für deine Nachricht. Mir geht es gut, ich bin seit gestern wieder bei der Arbeit und freue mich darauf, dass das ätzende OP-Pflaster in ein paar Tagen wegkommt. Es fängt langsam an zu ziepen. Für dich hoffe ich, dass bald ein bisschen Ruhe einkehrt, vielleicht in den Sommerferien?

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